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Vivitar 2x Macro Focusing Teleconverter MC (FD-Bajonett)

Volzotan

Hat seine Zahnbürste bei uns
Mitglied seit
13 Jan 2009
Beiträge
2,926
Hallo Leute,

habe mir in der Bucht diesen Vivitar-Telekonverter (Chromring) für meine T90 geangelt. An der T90 hängt er vorm Canon 1.8/50mm (nFD). Soweit zu den Randbedingungen und dem leichteren Teil der Übung.

Hier mal die Auflistung meiner Probleme:
- größte Blende nur noch 5.6 statt erwarteter 3.5
- Konverter wackelt --> Überwurfring des Konverters scheint diesen nicht fest auf die kameraseitige Auflagefläche zu drücken.
- Umschaltring zwischen den Betriebsarten "M" und "A" extrem leichtgängig --> kann unbeabsichtigt und vor allem unbemerkt verstellt werden
- Betriebsweise "M" des Konverters unklar --> keine Funktion des Abblendknopfes an der T90 feststellbar (ohne Konverter geht es, d.h. Objektiv nicht in Automatikstellung)

Demzufolge habe ich folgende Fragen:
- Ist der Konverter evtl. defekt?
- Bestehen bekannte Inkompatibilitäten zwischen den FD-Bajonett-Generationen?
- Was passiert, wenn der Konverter im Manuell- und das Objektiv im Automatikmodus betreiben werden? Wird da korrekt abgeblendet?

Jetzt werde ich darüber noch ein wenig nachgrübeln und auf eure Antworten warten. Falls meine zukünftigen Gedanken und eure Antworten den Griff ins Klo bestätigen, dann geht er halt wieder zurück.

Grüße
Volzotan
 
Hallo volzotan,

sehr seltsam, das Ganze. Ist der Konverter neu oder gebraucht? Er scheint auf jeden Fall nicht in Ordnung zu sein, ich vermute sogar defekt. Kannst du mal ein Bild davon einstellen, vor allem von der M/A-Einstellung?

Was mir spontan einfällt, ist, dass es ein sehr alter Konverter aus der Zeit vor etwa 1975 sein könnte, denn solange (und noch länger) wurden von Canon FL-Objektive und Canon-Kameras der (alten) F-Serien (FT, Pellix, FX, FP) verkauft, die noch keine Offenblendenmessung hatten, sondern eine Abblendmessung (Pellix und FT), bei der das Objektiv zur Belichtungsmessung vorübergehend abgeblendet werden musste.
Diese FL-Objektive und auch mögliche Konverter (von Canon gabs die erst zu den FD-Objektiven) hatten eine A/M-Umschaltung für ständiges manuelles Abblenden (M) bzw. nur Abblenden im Moment der Belichtung (A).

Die FL-Objektive haben noch keinen Lichtstärkekontakt, der dem Kameramessystem die maximale Lichtstärke eingibt. Den gabs erst ab den FD-Objektiven ab 1971 (von vorne ins Kameragehäuse gesehen ist der Taststift dafür bei der 4:30-Uhr-Position, an der Objektivrückseite ist es ein kleiner Chromzylinder bei 7:30 Uhr).

Wird nun ein "falsches" Objektiv bzw. Konverter an die Kamera gesetzt, kann es sein, dass Objektiv- oder Konverterrückseite auf den Kontaktstift drücken und die Messung verfälschen. Deshalb dürfen auch verschiedene Canon-FL- und R-Objektive nicht an die T90 und viele andere Modelle angesetzt werden. Diese frühen Canon-Objektive haben noch vorstehende Bausteile auf der Objektivrückseite, die erst bei den FD-Objektiven weggebügelt wurden.

Bei den Canon-Originalkonvertern sind mir keine Inkompatibilitäten bekannt. Da passen alle Modelle (Konverter 2x, 2xA, 2xB und 1,4x)* an alle FD-Kameras. Lediglich bei der Interpretation der Blendenanzeigewerte muss man gewisse Besonderheiten beachten, die Belichtung erfolgt jedoch meist vollautomatisch und ohne irgendwelche Korrekturnotwendigkeiten. Die Bedienungsanleitungen zu den Konvertern listen das genau auf.

Die einzige Besonderheit bei den Originalkonvertern ist, dass der 1,4x-Konverter nur an bestimmte Teleobjektive passt, weil an der Vorderseite ein Linsenelement heraussteht, für das im Objektiv Platz sein muss.

Ich hatte 1981 mal einen damals von der Werbung hochgelobten Komura Telemore II-Konverter (NP 98,- DM) für mein FD 2,5/135, der zwei Stufen Licht schluckte und ab Blende 8 passable Ergebnisse lieferte, aber längst nicht so gut wie ein Original 4/200er, das noch dazu heute extrem günstig ist. Vívitar hat damals mindestens genauso gute Objektive wie andere Fremdhersteller gebaut.

Angesichts der heutigen abgestürzten Preise würde ich dir bei Canon-Kameras (gerade bei einer Top-Kamera wie der T90) nur zu Originalzubehör von Canon raten.

Bei Canon gab es mehrere Konverter, weil sie speziell auf bestimmte Brennweitenbereiche abgestimmt wurden. Für Weitwinkel sind andere Berechnungen nötig als für Teleobjektive. Einen guten Allroundkonverter für ein FD-System (mit damaliger Technik) aller Brennweiten kann es meiner Meinung nach nicht geben. Für EOS sieht es heute vielleicht etwas anders aus, einige Fotokollegen schwärmen von ihren (Fremd) Konvertern. Ich habe den EF 1,4x-Konverter von Canon und kann nicht klagen.

LG, Thomas


P.S.: *: - Canon FD Extender 2x = Speziell für FD 2,8/300mm Fluorite (1976)
- Canon Extender 2xA = für FD-Teleobjektive von 300 bis 800mm
- Canon Extender 2xB = für FD-Objektive 7,5 bis 300mm
- Canon Extender 1,4 = für FD-Objektive ab 300mm.
(sie funktionieren auch mit FL-Objektiven, nur ist die Belichtungsmessung umständlicher, wie bei FL üblich)
 
Der Konverter ist gebraucht. Im Sucher erschien alles scharf und auch das Wackeln des Konverters hat im Sucher keine Auswirkungen.

Ich habe mal ein paar Bilder angehängt. Eines davon zeigt die Rückseite des Konverters (rechts) im Vergleich zur Rückseite des 50mm-Objektives (links). Auffälligkeiten:
- der Knubbel rechts der Hebel fehlt
- der Knubbel zwischen den Hebeln ist beim Konverter nicht so hoch und ein federnd gelagerter Stift (kann man rausziehen, schnappt mit Feder zurück)
Auf der Objektivseite des Konverters sieht man das Gegenstück zu dem Stift. Allerdings kann man den durch Umdrehen des Konverters zum Rausrutschen bringen. Lagert man den Konverter wie auf dem Bild zu sehen, rutscht er wieder rein.
Kann man in den Bildern Inkompatibilitäten erkennen?

Warum ich mir diesen Konverter geangelt habe? Siehe diese Seite: http://canonfd.farah.cl/CanonFD_faql.html#thirdpartyextenders. Das Interessanteste an diesem Konverter ist nicht die Brennweitenverdoppelung verlängert, sondern die integrierte Auszugsverlängerung (Makro).

Grüße
Volzotan
 

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Habe sogar mal das hier probiert:
@ Ando

Bei den alten Chromringobjektiven stellst Du als erstes den Blendenring auf manuelle Blende, also die A-Postion entkuppeln. Dann entriegelst Du den Chromring, dazu drückst Du die Feder in Höhe des kleinen roten Punktes auf diesem Überwurfring, wenn Du den hinteren Schutzdeckel löst, gelingt dir das auch, aber bitte mit Gefühl.

Danach drückst Du den Springblendenhebel, das ist Kupplungsstift, der die Blende überträgt, über einen leichten Widerstand hinweg, auch mit Gefühl. Das ist der Stift, der am weitesten aus dem Objejktiv herausragt.
Das hat aber auch nichts gebracht. Der Hebel ließ sich überhauptnicht bewegen. :(

Grüße
Volzotan
 
Hallo volzotan,

hast du denn schon Testfotos gemacht? Klappt die Belichtung?
Nach meiner Meinung sieht alles okay aus.
Der Hebel wird sich im Inneren vor und zurück bewegen (müssen) weil der Konverter ja die Baulänge verändern kann. Er darf nur nicht rausfallen.
Wichtig sollte sein, zuerst den Konverter an die Kamera anzusetzen (Abblendhebel muss in O-Stellung sein, also nicht eingerastet) und dann das Objektiv an den Konverter, damit die Teile richtig kuppeln. Selbst bei den Originalteilen ist es manchmal etwas fummelig, damit es passt. (Ich hatte FD-Zwischenringe von hama, da war es ein echtes Geduldsspiel...)
Der rechte Knubbel kann fehlen, weil er auch bei den Canon-Objektiven keine Funktion hat (er war angeblich für künftige Entwicklungen reserviert, die aber nie eintraten).
Der linke Knubbel weist eine andere Höhe auf, weil ja die Lichtstärke sich verringert und dies dem Messystem mitgeteilt werden muss. Es kann gut sein, dass dieser Konverter mehr als zwei Blendenstufen schluckt. Korrekterweise müsste aber der Lichtstärkenkontakt auch mit zunehmendem Auszug weiter im Objektiv verschwinden, wenn Vivitar das Canon-System richtig verstanden hat.
Ich würde sowohl den Konverter als auch das Objektiv in A-Stellung betreiben. M macht keinen Sinn, das wird nur nötig, wenn die Blendenübertragung z.B. durch einen manuellen Zwischenring unterbrochen wird bzw. wenn man alte kameras mit Abblendmesung benutzt. Eine Abblendmessung mit gekuppeltem FD-Objektiv an der T90 macht keinen Sinn bzw., führt zu Fehlmessungen.

Um zu sehen, ob die Abblendung funktioniert, muss alles richtig zusammengebaut sein. Dann den Blendenring am Objektiv auf 5,6 oder 8 stellen und den Abblendhebel der Kamera drücken. Dann müsste sich die Blende schließen. Wenn nicht, gibts ein Problem.

Vielleicht ist die Übertragung am Konverter defekt. Zum Test Blendenring auf z.B. 5,6. Objektiv an den Konverter ansetzen, diesen aber nicht an die Kamera. Den Chromring entriegeln (falls nötig) und nach links drehen. Dann den Hebel unten nach rechts schieben, die Blende muss sich dann schließen. Dies ist bei den FD-Objektiven ohne Chromring etwas schwieriger zu bewerkstelligen als bei den mit Chromring. Die Blende schließt sich nur, wenn das Objektiv angeschlossen ist.

Wenn du den Adapter allein betrachtest, muss sich, wenn du den Hebel hinten unten bewegst, im Schlitz auf der Vorderseite ein Mitnehmer bewegen, der den Hebel am Objektiv bedient. Wenn das nicht klappt, kannst du die Sache vergessen und nur mit Offenblende fotografieren.

Gutes Gelingen.

LG, Thomas
 
Danke Thomas, für Deine ausführliche Hilfe. Doch irgendwie geht hier gar nichts. Ich habe erst den Konverter an die Kamera gesetzt und dann das Objektiv auf den Konverter. Danach habe ich im Av-Modus 'ne kleine Blenden eingestellt, also 8, 11, 32, um eine lange Belichtungszeit zu erzwingen. Nach dem Auslösen der hoffnungsvolle Blick in die Linse, und siehe da, es ist keine Abblendung des Objektives zu erkennen. :( Demzufolge sollten also auch die Testfotos misslungen sein.

canonfantom schrieb:
Wenn du den Adapter allein betrachtest, muss sich, wenn du den Hebel hinten unten bewegst, im Schlitz auf der Vorderseite ein Mitnehmer bewegen, der den Hebel am Objektiv bedient.
"Hinten" an einem Objektiv o.ä. ist bei Dir die Seite, die zur Kamera zeigt? Und der besagte Hebel ist dieser lange Blechstreifen, der auch schon im von mir zitierten Beitrag aus einer anderen Diskussion erwähnt worden ist?

So langsam kapiere ich das System: Der kleine Hebel im langen Langloch gibt die vorgewählte Blende an die Kamera weiter und der lange ist nur ein Schalter mit den Stellungen "Offen" und "Abgeblendet". Und der Knubbel gibt mechanisch die maximale Öffnung vor. Die Stellung für "Offenblende" liegt nahe zum "Knubbel für maximale Öffnung".

Beim Konverter steht der Abblendschalter dauerhaft in Stellung "Abgeblendet". Der Blendenübertragungshebel wird vom Objektiv sauber gegriffen und gibt die Blendenwerte des Objektivs durch den Konverter zur Kamera weiter. Auch Deine Testprozedur zur Übertragung am Konverter bleib ohne positives Ergebnis.

Hmm, egal wie, das klingt alles nicht koscher. Warum sollte ich nur mit Offenblende photographieren sollen? Gerade im Makrobereich kann Abblenden ganz hilfreich sein, um zumindest etwas Schärfentiefe zu erzielen.

Einen Versuch war es ja wert. Dann geht der Konverter eben zurück. Zum Glück gibt es das Fernhandelsabsatzgesetz. :)

Grüße
Volzotan
 
Wie ist es nun ausgegangen? Kurz und knapp: Positiv.

Ich habe jetzt zwar keinen Makrokonverter, aber auch keinen finanziellen Verlust erlitten. Die Rückabwicklung des Kaufes ging problemlos vonstatten.

Zur Qualität des Konverters: Die Testfotos lassen kaum Rückschlüsse ob der Blende zu. Die Bilder sehen irgendwie richtig belichtet aus, obwohl ich mir sicher bin, einmal mit Blende 5.6 und das andere mal mit Blende 16 belichtet zu haben. Aber vielleicht liegt das auch an der Belichtungsreserve des Films? Dagegen sehen die Landschaftsaufnahmen echt gruselig aus: Keine Schärfe, flaue Kontraste und von den Farben ganz zu schweigen. Auch das Wackeln des Konverters an der Kamera ist wohl ein Fehler des Konverters. Ein anderes Chromring-Objektiv zeigt dieses Wackeln jedenfalls nicht.

Ergel: Für Makroaufnahmen werde ich wohl wieder die Praktica samst Zwischenringen ausgraben oder mir doch gescheites Zubehör für die Canons holen.

Grüße
Volzotan
 
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