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50'er 1,8 oder macro?

stringouve

Aktives Mitglied
Mitglied seit
13 Jan 2008
Beiträge
63
Hallo

Schweren Herzens muss ich mich von "meinem" 50'er 1,8 trennen, da ich es leider nur geliehen habe.

Ich habe es hauptsächlich als Portrait objektiv an meiner 40d benutzt und überlege jetzt, ob ich mir ein eignes kaufe. Es kostet ja nicht alle Welt.

Ich hätte aber auch lust mich mal etwas intensiver mit Macrobildern auseinanderzusetzen. Es stellt sich jetzt die Frage, ob ich nicht ein Vielfaches ausgeben sollte und mir ein Macroobjektiv in einem entsprechendem Brennweitenbereich kaufen sollte.

Kann ein solches Objektiv das normale 50'er als Portraitobjektiv ersetzen? Welches würdet ihr empfehlen? Tamrons 60mm 2,0 reizt mich wegen der starken Lichtwerte.

m.f.G
Ingo
 
stringouve schrieb:
Kann ein solches Objektiv das normale 50'er als Portraitobjektiv ersetzen?
Ja. Es kann den Brennweitenbereich nach oben aber auch erweitern. Kommt halt darauf an, wie Du das magst.

Wie Du hast das Plastebiest nur geliehen? Für den Preis einfach kaufen. Ernsthaft: Mehr Bildqualität bekommst Du nur für deutlich mehr Geld. Um eventuelle Skepsis wegen der Haltbarkeit zu zerstreuen: Meins hat schon 12 Jahre auf dem Buckel und tut es immernoch.

Billiger in die Makrofotografie kämest Du mit Vorsatzlinsen und Zwischenringen.

Grüße
Volzotan
 
Hallo,

an einer analogen oder digitalen Vollformatkamera sind 50 oder 60 mm zu kurz als Porträtobjektiv (die Nasen werden zu dick).
An einer Digitalkamera mit Crop-Faktor 1,6 (alle Canons außer 1er und 5er-Reihe) kommt man auf die Wirkung eines Objektivs mit über 80mm, dann ist die Brennweite ok.

Vorteil des Canon EF 50er: Es ist sehr gut korrigiert, recht lichtstark (etwa viermal so hell wie ein Zoom mit größter Blende 4,0) und liefert gute Schärfe und Kontraste, die optische Leistung ist bei der alten Version (I mit Metallbajonett) genauso wie bei der neuen Version (II mit schlechter zu handhabendem, billig wirkendem Gehäuse) gut.
Für den Nahbereich wird es tauglich, wenn man eine apochromatische (wichtig !) Nahlinse nimmt (gibts auch von Canon). Es gibt sie mit unterschiedlicher Brechkraft für unterschiedliche Abstände, da das 50er ja eine feststehende Brennweite hat.

(Es gibt auch Zooms mit sogenannter Makro-Einstellung, aber die das ist nur eine Notlösung, die Qualitätnicht besonders, es ist eine Einstellung nach dem Motto: Eigentlich kann das Objektiv für vernünftige Bilder nicht näher ran, aber wir bauen mal einen Knopf ein, damits doch irgendwie geht).

Ein echtes Makroobjektiv ist darauf optimiert, nicht nur im Fernbereich, sondern auch im Nahbereich optimale Schärfe zu bieten, und zwar über eine ebene Bildfläche. Das ist wichtig, denn normalerweise beschreibt das vom Objektiv entworfene scharfe Bild eine Kugelform. Das sieht man sofort, wenn man mit dem Normalen 50er eine ebene Fläche im Nahbereich fotografiert. Entweder ist das Bild (bei offener Blende) in der Mite, am Rand oder dazwischen scharf, aber nie über die gesamte Fläche. Im mittleren und Fernbereich und beim Abblenden fällt der optisch bedingte Fehler nicht mehr auf.

Die Makroobjektive haben dafür eine nahezu perfekte Bildfeldebnung. Ein Millimeterblatt fotografiert (um beim beliebtesten Beispiel zu bleiben) sieht auf einem Makroobjektivfoto auch noch fast genausoi aus, während ein viele Zooms und Normalobjektive Schärfeabweichungen und Linienkrümmungen produzieren.

Wenn du also Blumen und Käfer fotografierst, würde ein 50er oder Zoom mit Vorsatzlinse ausreichen. Wenn du elektronische Schaltungen, Briefmarken, Gemälde, Buchseiten, Zeichnungen oder ähnliches ablichtest, ist ein echtes Makro besser. Auch bei Käfern und feinen Blüten bringt ein makro natürlich mehr Berillanz und Gesamtschärfe.

Für Porträts ist ein Makroobjektiv eher nicht so geeignet. man kann es zwar nutzen, aber es ist für Porträts (vor allem von Frauen) zu scharf, es zeigt Haurtunreinheiten und andere "Fehler" gnadenlos. Da muss oft mit Weichzeichner o.ä. wieder gegengesteuert werden.

LG, Thomas
 
Hallo Thomas, hallo Ingo,

mal wieder ein hervorragender Beitrag (von Thomas), der meine Eindrücke absolut bestätigt und mit Hintergrundwissen unterfüttert. Das EF-S 60 2.8 ist z.B. m.E. (die Abk. für Abk. ist Abk. :crazy: ) für Portraits absolut ungeeignet, da es mit seiner extrem analytischen Art gerade Haut wirklich gruselig ablichtet. Ausserdem verzeichnet es ab mittlerer Distanz wie Hölle (gut, das könnte man beim Nacharbeiten korrigieren). Das 60er Tamron ist von ähnlicher Sorte, daher würde ich zu diesem Zweck hier ebenfalls abraten. Es sei noch angemerkt, dass beide 60er bei Offenblende nur bedingt einsetzbar sind.

Ich bin zwar selbst kein Freund des EF 50 1.8 (das 50 1.4 gefällt mir für den moderaten Aufpreis einfach zu gut, auch wenn es gewisse technische Schwächen hat), würde hier aber doch auch dazu tendieren, das 50er zu diesem heissen Preis einfach einzustecken und noch ein Makro oben drauf zu nehmen. Da ja die beiden 60er nicht die Welt kosten, würde ich auch nicht mit Achromaten o.ä. anfangen, da diese die Vielseitigkeit eines vollwertigen Objektivs nicht bieten können.

Eher als Makro und Tele gleichermassen gut tauglich finde ich übrigens das EF 100 2.8L IS Makro, allerdings reden wir hier von einem ganz anderen Preis. Und natürlich wird es als 100er an Crop für Portraits schon etwas lang.

Viele Grüsse
Marc
 
Ich bin zwar selbst kein Freund des EF 50 1.8 (das 50 1.4 gefällt mir für den moderaten Aufpreis einfach zu gut, auch wenn es gewisse technische Schwächen hat)

Viele Grüsse
Marc

Ok, ich habe mir gerade das 1,4er gekauft, aber "moderat" würde ich einen Aufpreis von 200 Euro nun nicht gerade nennen. Ich war mit meinem 1,8er zufrieden, hatte nur gerade durch einige Verkäufe die finanzielle Möglichkeit upzugraden.
 
Hallo TeeGee,

Glückwunsch zur Neuerwerbung! Ich habe mir auch letzte Woche das 1,4er zugelegt (für 400 Franken, entsprechen etwa 300 Euro). Das ist schon ein anderes Teil als das 1,8er...
Macht unheimlich Spass!

Gruss, Theo
 
Aber auch nur von der Mechanik her. Das 1.8/50mm ist schon faszinierend:

Es zählt zwar zu den schnellen Objektiven, aber die Öffnung ist noch moderat genug, um mit wahrscheinlich 4 Linsen (Gauß-Typ?) im Inneren auszukommen. Diese Konstruktion wird sich wahrscheinlich in jedem 1.8/50mm-Objektiv aller Hersteller finden. Da drücken einfach die Stückzahlen den Preis. Canon spart halt zusätzlich noch am Gehäuse.

Grüße
Volzotan
 
Canon sagt zum EF 50 1.8: 6 Linsen in 5 Gruppen, Gauss-Typ, 5 Blendenlamellen, leichtestes aller EF-Objektive.

Viele Grüsse
Marc
 
Das 60er Tamron ist von ähnlicher Sorte, daher würde ich zu diesem Zweck hier ebenfalls abraten.
Marc


Hallo zusammen,

interessante Aussage, da ja gerade das Tamron als Makro- UND Portrait-Objektiv beworben wird. Nach deinen Erfahrungen ist das anscheinend mehr Wunschdenken.

Makros zeichnen wirklich sehr scharf, aber einem Bild die harte Schärfe zu nehmen, ist einiges einfacher als einer weichzeichnenden Optik Schärfe zu verleihen. Daher könnte ich mir gut vorstellen, dass du mit einem Makro im Bereich 50-70mm (Sigma hat z.B. ein 70er Makro) auch als Portrait-Optik gut bedient bist. Die Lichtstärke ist zwar bei den meisten Makros "nur" noch 2.8, aber das reicht eigentlich bei Portraits oft auch schon (ausser du liebst diese absolut dünnen Schärfeebenen, aber dann muss es wohl eher etwas Richtung f1.4 sein).

Gruss
Michi
 
... interessante Aussage, da ja gerade das Tamron als Makro- UND Portrait-Objektiv beworben wird. Nach deinen Erfahrungen ist das anscheinend mehr Wunschdenken ...

Hi Michi,

sagen wir mal so: Es ist meine Meinung, mein Geschmack, mein "Eindruck" (wie ich es oben genannt habe).

Beim 60er Canon kenne ich beispielsweise Leute, die es durchaus als die Allround-Linse ansehen, seine Vielseitigkeit loben und es gerade auch für Portraits sehr gerne benutzen. Ich selbst nehme es für Makro (und würde mir auch kein anderes wünschen), sonst aber nicht.

Auch beim 100 2.8L IS Makro ist es ähnlich, Canon bewirbt es ja auch für Portraits. Ich finde es für diesen Zweck besser tauglich als die beiden 60er, würde aber stets das 100 2.0 vorziehen (auch gegenüber dem 85 1.8 übrigens).

Zur Schärfe möchte ich noch hinzufügen, dass mir bei Portraits nicht die Schärfe absolut, sondern gerade ein geschmeidiger Schärfeverlauf bis hin zu einem weichen Bokeh sehr wichtig wäre. Und gerade das bieten die beiden 60er m.E. nicht.

Viele Grüsse
Marc
 
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