@Roman,
die Retrostellung erlaubt einen größeren Abbildungsmaßstab bei gleichem Balgenauszug. Bei Objektiven, die nicht für 1:1 gerechnet sind, steigt normalerweise auch die Schärfeleistung.
Ein Nachteil ist aber die starke Streulichtempfindlichkeit, weswegen man für eine gute Abschattung des Objektivs sorgen muss.
Wie Du sagst, wird jenseits von 1:1 alles schwieriger, Wind, Beleuchtung, Vibrationen - aber es ist auch eine spannende Sache.
Ich komme mit meinen Gerätschaften jetzt bis etwa 5:1, das ist normalerweise das Gebiet für teure Lupenobjektive.
Die Babyspinne unten ist bei ca. 4,5:1 gemacht, im Blatt sieht man dann auch schon die Feinstrukturen.
@Helmut,
da ich ja keine Kamerafunktionen übertragen muss und der Balgen keinen optischen Beitrag liefert, reichte in diesem Fall ein alter Exakta-Balgen, der einfach modifiziert wurde. Bajonettringe raus und gegen Nikonbajonett und M39 Gewinde ausgetauscht. Das Bild unten zeigt den Aufbau.
Von links nach rechts: alte M42 Zwischenringe, die als Streulichtblende dienen sind über einen M39 Adapter auf das Objektivgewinde geschraubt. Das Objektiv hat ein 40,5mm Filtergewinde und ist mit einem 40,5/49 Ring über einen Retroadapter am Balgen montiert, der einen aufgeschraubten T2/Nikonbajonett-Ring trägt.
Die paar Ringe haben etwa 40 EUR gekostet und der alte Balgen wurde in der Bucht für 20 EUR ersteigert.
Nicht vergessen darf man natürlich ein schweres Stativ und einen Einstellschlitten, denn freihändig geht hier nichts mehr.
Grüsse, Klaus
Babyspinne 4,5:1