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Copyright Wer hat das Recht am Bild

jeff

Mitglied
Ich fotografiere sehr oft dienstlich mit meiner privaten Kamera D2X, da die mir die Dienstkamera (eine Coolpix) in vielen Fällen nicht ausreicht.
Mich würde nun einmal interessieren, wer eigentlich das Copyright an den Fotos hat? Der Arbeitgeber (es wurde während der Arbeitszeit fotografiert) oder ich als Fotograf (alle Aufnahmen entstanden mit der eigenen Ausrüstung)?

Ich hoffe, es wird rechtlich nicht zu kompliziert
happy.gif


Gruss Jeff
 
M

Mickman

Da ist nichts kompliziert:

Immer der Urheber. Auch, wenn die Fotos im Auftrag gemacht werden.
 
W

Wadenkneifer

Es sei denn, es ist im Arbeitsvertrag anders geregelt, würde ich sagen! Weiß nicht, wie das im Bereich Foto ist, im Bereich Software-Entwicklung ist das Gang und Gebe.

Dann ist es völlig unabhängig davon, mit welcher Ausrüstung die Bilder gemacht wurden!

Gruß

Michael
 

nikodemus

Bringt häufig das Frühstück mit
Hallo!

Normalerweise gilt der Grundsatz, dass Arbeitsergebnisse, die vom Arbeitgeber, Vertragspartner usw. in Auftrag gegeben wurden und die von ihm bezahlt wurden oder wenn die dafür verwendete Zeit vorgesehene und bezahlte Arbeitszeit war, demjenigen gehören, der sie bezahlt hat.

Dabei spielt es keine Rolle, wem das Gerät gehört, mit dem die Arbeitsergebnisse erzielt wurden - ob das ein Kraftfahrzeug ist oder ein Fotoapparat oder ein Laptop. Wohl kann für deren Einsatz eine Erstattung erfolgen, muß aber nicht. Keine Erstattung ist dann anzunehmen, wenn der Arbeitnehmer zur Verfügung stehendes Gerät des Arbeitgebers nicht verwendet, sondern sein eigenes, beispielsweise weil er damit besser, schneller usw. arbeiten kann.

Vielleicht haben wir Juristen hier, die das genau beantworten können. Ich persönlich würde für meine Haltung in einer solchen Frage jedenfalls das Vorgesagte zugrundelegen.

Grüße, Heinz
 

beman

Mitglied
Sicher ist der Urheber immer derjenige der das Foto gemacht hat.

Dennoch ist mir – bei der beschriebenen Situation – nicht klar wie
das hier im Detail so ist. Verwertungsrechte und Urheberrechte.

Ein Foto wird im Auftrag eines Arbeitgebers mit einer Kamera des
Arbeitgebers aufgenommen. Er wird bei der Auswahl der Motive
weisungsgebunden sein bzw. gehört es scheinbar zu seiner Arbeits-
vereinbarung für den Arbeitgeber Fotos von bestimmten
Dingen zu machen.

Gut, Du entscheidest aus persönlichen Gründen ein privates Werkzeug
einzusetzen. Dennoch: Ich würde bei den bisherigen Informationen davon
ausgehen, dass – auch wenn die Urheberrechte bei Dir liegen – die
Verwertungsrechte der Bilder bei Deinem Arbeitsgeber liegen.

Viele Grüße
Bernd
 

Martina

Gesperrt
Hallo!

Bei meiner Arbeit gab es einen etwas anderen Fall (es ging um Texte), der aber durchaus vergleichbar ist. Hier war kein privates Material zum Einsatz gekommen.
Mein Arbeitgeber hat sich damals anwaltliche Beratung eingeholt und läßt sich seitdem von allen Beschäftigten das uneingeschränkte und kostenlose Nutzungsrecht an ihren im Rahmen der Arbeit entstandenen geistigen Werken zusichern.
(Die Angestellten erhalten ebenfalls uneingeschränkte Nutzungsrechte an ihren Werken.)

Ein Link zu dieser Frage:
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LG
Martina
 

jeff

Mitglied
Ich ahnte, es wird kompliziert.

Hier noch mal einige Fakten zur Verdeutlichung:

Die Fotos entstehen nicht direkt weisungsgebunden, sondern im Rahmen der dienstlichen Tätigkeit "Presse- und Öffentlichkeitsarbeit". Die Fotos werden dabei entweder der Presse zur Verfügung gstellt, oder finden Verwendung in den verschiedensten Publikationen (z.B. Image - und Infobroschüren). Eine gesonderte Vergütung wird dafür nicht gezahlt.

Es stellt sich nun die Frage, ob neben der angesprochenen dienstlichen Verwertung die Fotos auch anderweitig (privat) genutzt werden können?
Wenn ja, muß dafür die Erlaubnis des Arbeitsgebers eingeholt werden? Macht es dabei einen Unterschied, ob die Fotos kostenlos oder gegen Honorar abgegeben werden?

Wem gehören die digitalen Daten? Müssen diese komplett dem Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden, oder kann ich Kopien für mich behalten?

MfG
Jeff
 

nikodemus

Bringt häufig das Frühstück mit
Hallo Jeff,

"Es stellt sich nun die Frage, ob neben der angesprochenen dienstlichen Verwertung die Fotos auch anderweitig (privat) genutzt werden können?"

Nach meiner Meinung, die ich aber jetzt nicht auf die speziellen Bestimmungen sützen kann:

NEIN! (Es sei denn, mit Genehmigung des Arbeit- und Auftraggebers)


"Wenn ja, muß dafür die Erlaubnis des Arbeitsgebers eingeholt werden?"
JA!

"Macht es dabei einen Unterschied, ob die Fotos kostenlos oder gegen Honorar abgegeben werden?"
NEIN! Das liegt im Ermessen des Rechteinhabers. Gibt er sie kostenlos ab, verliert er nicht seine Rechte und er muß sie nicht immer und nicht jedem deswegen kostenlos abgeben.


"Wem gehören die digitalen Daten?"
Dem Arbeit- bzw. Auftraggeber

"Müssen diese komplett dem Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden, oder kann ich Kopien für mich behalten?"
Du kannst vielleicht Kopien davon behalten, aber Du darfst es nicht ohne Genehmigung des Arbeit- bzw. Auftraggebers. Die Daten müssen dem Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden. Es ist genauso, als hättest Du von analogen Bildern Negative. Die müßten auch abgegeben werden - zumindest hat der Arebeitgeber das Eigentum und alle Verfügungsrechte daran, und zwar er allein.

Wie sich aus Deiner Schilderung ergibt, bist Du kein freischaffender Künstler sondern Du stehst in einem Vertragsverhältnis zum Auftraggeber. Auch wenn dieser Aufträge nicht im Einzelfall erteilt, ist der generelle Auftrag für Deine Tätigkeit sicher irgendwo geregelt. (Stellenbeschreibung, Arbeitsvertrag, Beamtengesetz etc.)

Bei der Gestaltung eines Arbeitsvertrages wäre es möglich, dass eine Behörde, Einrichtung, Institution des öffentlichen Rechts für einen Fotografen, den sie als Mitarbeiter einstellt, besondere Regelungen für die Urheberrechte und die Verwertung der Bilder vereinbart. Das scheint in Deinem Fall nicht vorzuliegen.

Solch einen Job gibt es wohl kaum, in dem man nach eigenem Wunsch die Ergebnisse der bezahlten Arbeit für weitere Zwecke abzweigen und anderweitig weiterverwenden könnte - es sei denn, man wäre Chefarzt mit Belegbetten - aber auch die bekommen seit einigen Jahren nur noch Verträge mit erheblich eingeschränkten Rechten gegenüber vordem.

Dies alles unter dem Vorbehalt, dass ich die Antworten aus unsystematischen Kenntnissen und Erfahrungen ableite. Dabei mahne ich zur Vorsicht. Hat Dein Arbeitgeber einen Personalrat, hat er einen Justitiar? Dorthin könntest Du Dich vielleicht auch wenden.

Grüße, Heinz
 

lars_s

Kennt den Türsteher
Hallo Klaus,

es ist schon so wie es Heinz zuvor beschrieben hat: Die Bilder sind Ergebnisse deiner Tätigkeit für deinen Arbeitgeber und somit hat dieser einen Anspruch darauf, darüber verfügen zu können (=Nutzungsrecht), als Gegenleistung zahlt er dir dafür dein monatliches Gehalt. Ob du Kopien behalten darfst (z.B. "zur Analyse und Weiterbildung deiner fotografischen Fähigkeiten"), kannst du sicherlich mit deinem Arbeitgeber absprechen. Wenn es nun um anderweitige Verwendung geht, dann wird es interessant. Bei einer Verwertung der Bilder gegen Honorar läufst du evtl. Gefahr die wirtschaftlichen Interesse deines Arbeitgebers zu verletzen - das ist normalerweise ein Kündigungsgrund, erst recht wenn du gar keine Nutzungs-/Verwertungsrechte für die Bilder besitzt. Schließlich könnte dein Arbeitgeber die Bilder ja selbst weiterverkaufen wollen, was im reichlich schwerfallen wird, wenn du das vorher schon getan hast... Die private Nutzung ist auch nicht ganz problemlos, immerhin könnte es sein, dass die Bilder Internas preisgeben (Einblick in Produktionsanlagen, technische Details...) die nicht für andere Personen zugänglich sein dürfen.
Wenn du keine Möglichkeit siehst, dieses Thema in deiner Firma vertrauensvoll zu klären, dann würde ich von jeglicher "anderweitiger Nutzung" Abstand nehmen und lieber die Bilder verwerten, die du NACH Feierabend erstellst (Falls du hierfür Honorar beziehst darfst du natürlich nicht vergessen, diese Nebentätigkeit deinem Arbeitgeber anzumelden und genehmigen zu lassen!).

Grüße,

Lars
 

klaus_baum

Läuft öfters hier vorbei
es ist zwar schon sehr lange her, aber vielleicht doch nicht ganz uninteressant: ich habe 1968 auf der documenta 4 in kassel etwa zwei bis drei monate für christo fotografiert. zwischendrin gab es immer mal wieder eine abschlagszahlung, am ende haben wir uns darauf geeinigt, daß christo mir die negative abkauft, um das copyright zu erwerben.
obwohl er dieses erworben hat, gibt er noch heute, bei jeder veröffentlichung eines dieser fotos meinen namen an.
ähnlich könnte auch dein arbeitgeber verfahren.

grüße
klaus
 

jeff

Mitglied
Herzlichen Dank für Eure Beiträge.

Ich glaube, dass die Kommentare von Heinz und Lars der gängigen Rechtssprechung sehr nahe kommen. Die Lösung liegt daher wohl im Beitrag von Martina: Es müßte ein Vertrag geschlossen werden, der sowohl mir als auch dem Arbeitgeber die uneingeschränkten Nutzungsrechte zugesteht.

Da ich nicht darauf hoffen kann, dass es für solche Fälle irgendwo einen Mustervertrag gibt, werde ich versuchen, einen Anwelt für Medienerecht zu finden, Falls jemand dazu jemand einen Tipp hat, ich bin für jeden Hinweis dankbar.

Jeff
 

Martina

Gesperrt
Hallo Klaus,

ja, einen Anwalt zu fragen, ist sicher schlau. Niemand hier kann eine Rechtsberatung ersetzen.

Bei
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(dort im Forum Urheberrechte) findest du reichlich Anwälte.

LG
Martina
 
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