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digital, analog oder doch beides?

reiver

Rookie
Mitglied seit
8 Jan 2008
Beiträge
4
Ich möchte mal mit einer etwas ketzerischen Bemerkung beginnen: Warum sollte ich, als Freizeit Photograph für etliche tausend Euro eine M8 kaufen, die so rasant wie alle Elektronik veraltet und zusätzlich nicht wirklich problemlos zu sein scheint, wie in diesem Forum nachzulesen. (Z.B. Staubempfindlichkeit)
Ich bin zugegebenermaßen kein extremer Markenfan, ich benutze eine MP weil sie simpel, robust und damit zuverlässig ist. Digital, das ist für mich Bilder auch dem Rechner oder im Netz, da tut es doch auch das wesentlich preiswertere Spiegelreflex Model aus Japan.
Oder macht eine M8 doch Sinn? Auch beim Segeln? Ist sie dafür nicht zu empfindlich? Wie reagiert sie auf Feuchtigkeit? Und ist die M8.2 robuster?
 
Oh je, da hast Du ja ein Thema eröffnet, daß eigentlich einige M8ler zur Antwort auffordert und wo sich Vernunft und Emotionalität die Klinke in die Hand geben werden.

Ich selbst besitze keine M8 und kann daher nicht aus Erfahrung schreiben. Aber eines ist doch klar - bez. Leica sollte man nicht die Rechtfertigung nach dem Preis diskutieren.

Allerdings müßtes Du Dich schon fragen, ob Du lieber mit Spiegelreflex oder mit einer Sucherkamera arbeitest; das sind für mich schon 2 verschiedene Paar Schuhe.

Auch das Argument mit der schnellen "Veralterung" der Elektronik ist ein kleines Totschlagargument für jede Diskussion. Es läuft allerdings ins Leere, denn zuende gedacht bedeutete dies ja, daß Du Dir nie eine Digitalkamera kaufen dürftest - von keiner Marke. Und dann schon wiederum höchstens von Leica, da aus dem Hause nicht jedes Jahr mit einem neuen Modell zu rechnen sein dürfte. Man ist doch noch nicht mal sicher, ob eine "M9" auf absehbare Zeit in die strategische Landschaft paßt? So denke ich, wird die M8 / M8.2 noch einige Zeit die aktuellste digitale M von Leica bleiben. Und wenn die Verarbeitung der Kamera samt Elektronik gut genug ist, so wird doch das Bild, daß Du in 30 Jahren mit dieser Kamera machst die gleiche tolle Qualität behalten, wie die Bilder die Du heute damit machen würdest. Allerdings glaube ich nicht daran, daß man bei Digital in diesen Zeiträumen rechnen kann, da sich die Umwelt zu sehr verändert. Wahrscheinlich gibt es in 30 Jahren keine SD-Speicherkarten mehr als Medium.
Und ob sich die Technik in der Kamera wirklich kurzfristig so sehr verändert, nur weil immer wieder neue Modelle auf den Markt kommen, wage ich mal stark zu bezweifeln. Wie gesagt, ich bin nicht im digitalen Segment vertreten, aber es ist im Moment der Markt schlechthin, von dem nicht nur die Kamerahersteller sondern auch z.B. viele Zeitschriften leben, die immer froh sind neue Features zu testen und Vergleiche anzustellen.

Daß Du mit Deiner im Vergleich fast featurelosen MP in der Lage bist Bilder zu machen, mit denen eine Masse von digitalen Kameras qualitätsmäßig nicht mithalten kann, zeigt doch, wie unwichtig und nebensächlich 95% des Angebotenen sind. Ich lasse mich daher nicht verrückt machen. Dieser Markt geht einfach an meine Bedürfnisse vorbei. Sogar so stark, daß ich mich gestern erstmal zum Kauf einer schönen Rollei SL66 entschlossen habe.

Noch zu Deiner letzten Frage bez. Wassertauglichkeit: da scheint mir etwas Vorsicht geboten, aber dazu sollten bitte mal die M8ler was sagen. Ob Du da M8 oder M8.2 einsetzt ist meines Erachtens wurscht, da sich beide im Body nicht unterscheiden.

Grüße

Dieter
 
Danke für Deine schnelle Antwort. Die Entscheidung für ein Produkt ist immer auch eine Mischung aus Rational und Emotional, und wenn die Kamera nicht Berufswegen benutzt werden soll dürfte das Emotionale viel Gewicht haben. Es soll ja Freude bringen.
Spiegelreflex oder Sucher.
Ich finde Spiegelreflex wesentlich einfacher, habe vor langer Zeit damit begonnen, eine Canon AT1 war sehr lange die einzige Kamera die ich benutzt habe. Ich habe nicht immer viel fotografiert, alles hat seine Zeit. Die Kamera meines Vaters, eine 6x9 Zeiss Superikonta von 1953 brachte mich zurück zur Photographie. Die Notwendigkeit viel zu dokumentieren führte 2006 zur Anschaffung einen Canon EOS 350, und war damit mein Einstieg in die digitale Fotografie. Die Kamera begleitete mich 2007 auf einer Motorradreise, wer Bilder gucken möchte:
http://www.reiver.de/newzealand/southisland.html
Die Bilder sind überwiegend nicht nachbearbeitet, nur verkleinert fürs web.
Die Kamera hat die Reise überstanden, aber ist aber realistisch betrachtet fertig.
Was mich wirklich stört, neben der Vielzahl an für mich nicht notwendigen elektonischen Einstellmöglichkeiten an digitalen Spiegelreflexkameras ist der Autofokus. Ich fotografiere lieber ohne.
Obwohl ich es einfacher finde mit einer Spiegelreflexkamera ordentliche Bilder zu machen und Zoom Objektive außerordentlich komfortabel sind, habe ich mich eine MP gekauft.
Ein wundervolles Werkzeug. Fraglos robuster als jede Spiegelreflexkamera, über die Qualität der Leila Objektive zu sprechen hieße Eulen nach Athen tragen.
Zurück zur M8:
Es würde mich freuen ein paar Erfahrungen von M8 Benutzern zu hören, wie sie unter erschwerten Umweltbedingungen wie z.B. Feuchtigkeit reagiert, wie viel besser die 8.2 ist und ob das Laden mit 12 Volt brauchbar funktioniert.

Herzliche Grüße
 
Leica - wohin?

Die Frage, ob man bei Leica in Richtung analog, digital oder beides gehen soll, hat sich durch die Firmenpolitik von Leica selbst beantwortet: so gut wie nur noch digital (so höchstpreisig wie möglich) und weg mit allen bisherigen Kunden!
Die Entscheidung, das R-Segment aufzulassen, hat einen Großteil der Leica-Kundschaft vor den Kopf gestoßen. Es ist traurig, dass man bei Leica, das ja angeblich immer Vorreiter im Kamerabereich war, nicht in der Lage ist, ein R-Gehäuse mit 24x36-Sensor zu bauen und zu einem vernüftigen Preis auf den Markt zu bringen. Ich denke da z.B. an Nikon mit der D700.
Ebenso ist die M8 mit dem zu kleinen Sensor eigentlich eine Zumutung und viel zu teuer.
Warum man die Digilux 3 kreiert hat und dann wieder verlassen hat, ist auch eine offene Frage.
Und die neue S2? Wieviele Profis gibt es, die neu anfangen und daher noch keine Hasselblad oder Rollei oder sonst eine Profikameraausrüstung haben? Kolportierte 20.000 Euro für eine Kamera mit einem Objektiv ist wohl nicht realistisch.
Ich selbst benutze meine M-Ausrüstung (M4, M6) immer noch, habe mir aber noch eine Panasonic G1 gekauft und habe in gewisser Hinsicht das gleiche gute Suchererlebnis (zwar auf andere Art) wie bei der M. Ausserdem kann ich meine R-Objektive auch verwenden.
Ansonsten bin ich mit der Nikon D700 und den Vollformatobjektiven sehr zufrieden, die ich von den F-Modellen her kenne und intuitiv benutzen kann.
Die Hasselblad nehme ich manchmal, genauso wie andere analoge Kameras, aus nostalgischen Gründen her.
 
die frage ist nicht "m8 - ja oder nein"

hallo reiver,
die frage lautet ja nicht "m8 - ja oder nein". die grundlegenden fragen lauten natürlich "spiegelreflex oder messsucher" und "analog oder digital". und diese fragen muss jeder für sich selbst beantworten.

ich habe mich für messsucher entschieden, weil ich damit besser "sehen" kann: grosser sucher, schneller fokus, komplette beherrschung dessen, was da in der kamera vor sich geht, verzicht auf weitgehend alles, was nist mit sehen und nur mit kameratechnik zu tun hat - ausser blende und zeit natürlich. seit ich vor einigen jahren auf eine m6 umgestiegen bin habe ich die spiegelrefelxfotografie "verlernt" und fühle mich gut dabei. zoom-objektive vermisse ich eigentlich nie. drei ordentliche m-objektive sind ja auch nicht größer als ein brauchbares zoom mit großer anfangsöffnung.

für digitalfotografie habe ich mich recht spät entschieden und das v.a. weil ich nie der dunkelmann in der dunkelkammer war. der rechner liegt mir deutlich mehr, als die chemie.

vor diesem hintergrund blieben bei mir vor erwerb der m8 (ziemlich kurz nach deren vorstellung) nur zwei weitere fragen zu beantworten:
a) reicht das geld? dass der preis in keiner vernünftigen relation zu einer kaufentscheidung für eine gute spiegelreflex ist, weiss ich auch. aber das ist bei vielen autos, bei einigen restaurants und nicht wenigen frauen ;-) ja auch nicht anders.
b) passt die qualität? und hier gibt es ein eindeutiges grosses JA!

die aufnahmequalität der m8 ist noch immer "state of the art", auch gerade wegen des oft geschmähten ein wenig kleineren sensors. die auflösung liegt so gerade eben noch ein wenig unter der möglichen auflösung der m-objektive. eine m9 mit vollformat und 16- oder 18mb-sensor wird wohl bereits an die grenze der besten m-objektive geraten. einige objektive werden dann eher überfordert sein. die heutige auflösung reicht aber allemal für ordentliche vergrößerungen bis zu a3 und motivabhängig für mehr.
die technische stabilität der m8 ist sehr gut. ich hatte bislang weder probleme mit kälte (island), hitze (arizona) oder feuchtigkeit (münchner mieswetter). einen unterschied zur m6 konnte ich jedenfalls noch nicht feststellen. natürlich wäre eine automatische sensorreinigung angenehm, doch kann man bei sorgfältiger arbeit darauf verzichten und vermutlich würde eine sensorreinigung nach dem prinzhip der beliebten betonmischer auch entweder die qualität oder stabilität des systems beeinträchtigen. ab und an muss man also die m8 öffnen und den sensor vorsichtig reinigen. selbst das geht bedingt durch die geringe bautiefe erheblich einfacher, als bei einer spiegelreflex.
kurz: man wird mit der m8 auch in 20 jahren noch mit sicherheit gute bilder machen können. mit den kleinen canons und nikons eher nicht. mit der d700 vielleicht.

ich kann nur jedem, der sucherkamerafotografie mag, digital arbeiten will und es sich grundsätzlich leisten kann uneingeschränkt zur m8 raten.
beste grüsse
und möge die m-acht eines tages mit dir sein ;-)
mik
 
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