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Elmarit 90

schubi

Mitglied
Mitglied seit
10 Jan 2008
Beiträge
25
Liebe Leute,

seit Mitte der 70 besitzte ich ein 2.8/90, (abschraubbarer Kopf für Visoflex, 5 Linsen, silbern), das ich auf einer M2 benutzte. Zweites Objektiv ist ein 2.0/35 von ´75. Zwischen diesen beiden Objektiven liegt ein himmmelweiter Unterschied im praktischen Nutzen. Das Weitwinkel ist kontrastreich, und sehr sicher in der Bedienung. Mit dem Elmarit hatte ich immer Verwackelungsprobleme, außerdem sind Kontrast und Schärfe nicht auf gleichem Niveau. Man muss schon auf 1/5.6 abbblenden und dann mindesten 1/125s belichten.
Es gibt einige Nachfolger, 4 Linsen, deutlich kürzer, was der Handhabung zuträglich sein sollte. Kann man die neueren Modelle mit voller Blende nutzen? Sie sind ebenfalls leicht, aber kürzer. Wie wirkt das auf lange Belichtungszeiten?Wer kann mir ein paar Tips zur praktischen Nutzung der Nachfolgemodelle geben?

Beste Grüße aus Berlin

Helmut Schubert
 
Hallo Helmut,

Meiner Beobachtung ist das Elmarit neuester Bauart (4-Linser, E46) ein ganz hervorragendes
Objektiv (auch und vor allem bei offener Blende) und sehr gutmütig in der Handhabung, will heißen, wenn die Bilder verwackeln liegt's bestimmt nicht am Objektiv.
Wenn mich etwas stören könnte (wenn ich wollte), dann das etwas hohe Gewicht im Verhältnis zur Größe.
Für kurze Zeit besaß ich mal die letzte Variante des Tele-Elmarit, das zwar schön klein ist, aber optisch nicht mithalten kann. Auch die Mechanik ist nicht auf dem Niveau, das man sonst von M-Objektiven gewohnt ist.

Zum 35er Summicron (ohne ASPH) kann ich nur sagen, daß das Objektiv zwar sehr scharf ist, aber es ist zu streulichtanfällig, praktisch bei jedem Gegenlichtfoto mit starkem Punktlicht hab' ich rote oder blaue Schlieren in der Aufnahme (kann ja nicht vorher im Sucher überprüft werden); seit zwei Monaten hab' ich jetzt noch das Tri-Elmar, dieses ist bei 35mm deutlich unanfälliger (auch in Bezug auf Vignettierungen).
Insgesamt eine große Bereicherung der M- Objektivpalette.

Soviel zu meinen Erfahrungen.

Grüße aus dem schlafenden Stuttgart
Stefan
 
Hallo Helmut,

ich habe wie du das gleiche Objektiv (von 1960). Ich kann allerdings nichts Negatives darüber sagen. Sicher ist es schlechter als mein Summilux 1,4/75mm, was mich aber nicht wundert.

Dass ein 90mm-Objektiv leichter verwackelt als ein 35mm-Objektiv, ist bekannt und normal. Aus freier Hand kann ich folgende Brennweiten verwacklungsarm halten: 35mm 1/8s, 50mm 1/15s, 75mm 1/30s, 90mm 1/50s.

Die Leica AG hat bezühlich Objektiventwicklung ab etwa 1988 einen "Quantensprung" vollzogen, so dass moderne Rechnungen wirklich deutlich besser sind, wie auch Stefan feststellt.

herzlichen Willkommensgruß aus dem Westerwald
Jochen
 
Hallo Jochen,
ich glaube objektiv nicht, dass das 90mm Elmarit-M schlechter ist als das 75mm Summilux-M. Im Gegenteil, es ist sogar wesentlich besser von der Abbildungsleistung, Auflösung und ganz wichtig - Bildfeldebnung her !!
Es ist nur das mehr oder weniger auftretende Unvermögen des Fotografen, Verwacklungsunschärfen zu vermeiden. Ein direkter Vergleich ließe sich nur herstellen, wenn das 75er auf Blende 2.8 abgeblendet würde.
Wolf König (Leicafan) aus dem verwunschenen Harz.
 
Hallo Wolf,

deine Anmerkungen waren für mich sehr überraschend. Sie stimmen auch nicht mit meinen Erfahrungen überein. Daher habe ich sofort in meinen Unterlagen (Erwin Puts) nachgeschaut, die deine Aussagen nicht bestätigen. Nach meinen Unterlagen hat das Summilux eine hervorragende Leistung bei Blende 2,8, was für das Elmarit nicht gilt. Über die Bildfeldebnung habe ich nichts gefunden. Allerdings magst du in dieser Beziehung Recht haben, denn kürzlich hat auch Klaus (oder war es Uwe Klein?) mir ähnliches über das Summilux gesagt.

Viele Grüße in den schönen Harz, in dem ich zehn Jahre gelebt habe (ist aber lange her),
Jochen
 
Hallo Stefan, Jochen
und Wolf Jürgen

zuerst einmal vielen Dank für die Kommentare.

Vielleicht sollte ich meine Gedanken noch etwas präzisieren.
Es gibt rein technisch physikalische Dinge wie Schärfe, Modulations- und Kontraskruven etc. und es gibt die Nutzung in der Praxis.
Dann zuerst mal das Messbare. Aus dem Kommentar von Jochen Kriegesmann entnehme ich, das über die Objetive Messkurven verfügar sind. Sind das frei zugängliche Quellen oder "geheimdienstliche " Daten?

Weiterhin der Vergleich
Ein uraltes Elmarit gegen neues Summilux antreten zu lassen ist nicht ganz fair. Es wäre ja schlimm wenn in Wetzlar und Solms über mehrer Jahrzehnte ein ganzer Haufen von Physikern und Ingenieuren beschäftigt war ohne dass was passiert wäre. Also das ein frisches Summilux speziell bei offener Blende Vorteile bietet hatte ich schon irgendwie angenommen.
Dennoch bleibt ein Praxisproblem:
Ich habe mit dem alten Elmarit schon tolle Aufnahmen hingekriegt. Wenn man aber den Fall einer raschen Reise annimmt, dann bleibt weder Zeit noch Platz für eine wuchtige Ausrüstung (Bsp. meine R- mit den Summicron 90, --- die ich viel besser beherrsche als die M mit dem Elmarit,---- Stativ, Extender etc.). Unter diesen Bedingungen habe ich immer wieder mit der Ergonometrie etwas Probleme gehabt. Das alte Elmarit ist sehr lang, dünn und leicht. Das Gewicht leigt mehr in der rechten Hand und man hat zur ersten Linse einen tollen Hebelarm.
Alle Neukonstruktionen sind kürzer bei ähnlichem Gewicht. Das sollte ein Vorteil sein. Weiterhin sollten natürlich Neukonstruktion ohnehin optisch mehr drauf haben.
Wenn ich das richtig interpretierte hat Stefan genau diese Erfahrungen gemacht.
Ab welcher Seriennummer sind den die "Quantensprungobjektive" zu finden und wo läge denn ein Marktpreis?


Mit besten Grüßen aus Berlin ( 18°, grau leichter Nieselregen, Bürotag)

Helmut Schubert
 
Hallo Helmut,

es gibt natürlich eine Menge Literatur über Leica-Objektive. Aber es gibt nur de beiden Bücher von Erwin Puts und seine Darstellungen im Internet über die Leistungsfähigkeit von Leica-Objektiven. Seine Aussagen sind sehr umstritten, da hierdurch ein Vergleich von Leica-Objektiven aus unterschiedlichen Zeiten möglich wird. Ich kann dir diese beiden Bücher
1. E. Puts: Leica Lens Compendium (engl.), Hove Books,2001
2. D. Laney, E. Puts: Leica Taschenbuch, 7. Auflage, Lindemannsverlag, 2002
sehr empfehlen. Beide Bücher ergänzen sich. So fehlen im ausführlicheren 1. Buch die MTF-Kurven, die aber im zweiten vorliegen. Ich könnte dir natürlich diese Kurven im speziellen Fall kopieren, ist aber rechtlich nicht möglich.

Noch eine Information zur Konstruktion des alten Elmarits. Es handelt sich (wie auch das genannte Summilux 75) nicht um eine Telekonstruktion. Moderne Telekonstruktionen für 90mm Brennweite können deutlich kürzer sein als 90mm.

Ich halte übrigens das alte Elmarit für ein gutes Porträtobjektiv, da es bei Blende 2,8 etwas weich zeichnet. Andererseits bin ich nicht wie viele der Meinung, dass es falsch wäre sich ein 90er mit einer modernen Rechnung zu beschaffen, weil es bei offener Blende so scharf zeichnet. Ich gebe nämlich zu, dass ich mir auch ein modernes 90er wünschen würde, aber ich möchte das Geld dafür (noch) nicht investieren.

Meiner Ansicht nach hat die bessere Beherrschung deiner R-Objektive einfach damit zu tun, dass du möglicherweise diese Kamera und ihre Objektive häufiger benutzt.

Ich fotografiere auch ab und zu mit einer R-Leica, aber ich beherrsche aus Gewohnheitsgründen die M-Leicas doch besser.

Die jüngste (vierte) Periode der Leica-Objektive begann mit der Übertragung der Leitung der optischen Abteilung an Lothar Kölsch. Sein erstes Objektiv war das Summilux-M 1,4/35mm aspherical, das wirtschaftlich gesehen wenig erfolgreich war.

Grüße aus dem trockenen Westerwald
Jochen
 
Lieber Jochen

der Trainingszustand ist immer eine problematische Sache. Ich habe berufsbedingt nicht die Möglichkeit ununterbrochen Filme durchzuziehen. Es gibt immer wieder charakteristische Macken nach einer Fotopause. Bei der R erzeugt die Suchermitte immer eine "Psychologie", mit der Motive oft im falschen oder ungeschickten Bildaufbau erscheinen. Mit der M kann ich neutraler, nüchterner "einen Rahmen setzen".
Ich habe auf der M 2/35 und 2.8/90mm, auf der R 2.8/35 und 2.0/90, (sowie ein 60er und 180er). Es ist immer wieder erstaunlich wie unterschiedlich die Bilder bei gleicher Brennweite rauskommen. Mit der M werden ca 3/4 aller Aufnahmen mit der 35er gemacht, bei der R is es umgekehrt.

Vielen Dank für die Tips.
Jetzt bin ich beruflich erst mal für eine Woche in Tehran und danach werden ich weitersehn.

Beste Grüße

Helmut
 
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