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Kamera von Dr August Nagel

Powerford

Mitglied
Mitglied seit
11 Jan 2008
Beiträge
14
Hallo,

mein Name ist Christ


Hallo,

mein Name ist Christian und ich fotografiere für mein Leben gern, zeitgemäß natürlich digital.

In meinem Besitz sind aber auch noch 4 alte Kameras meiner Großeltern. Eine davon eine Nagel No. 28 Plattenkamera. Diese möchte ich gern reaktivieren. Dazu habe ich aber einige Fragen:

- woher bekommt man Film dafür?
- wie funktioniert das Einlegen / Herausnehmen
- wer entwickelt sowas dann (bin Nähe Linz / Österreich daheim)
- Filmgröße müßte 9 x 12 sein
- wo im Internet findet man Beispielfotos, die mit so einer Kamera gemacht wurden

Fragen über Fragen - vielleicht kann einer der Profis hier helfen?

Hier ein kleines Bild der Kamera:



7784.jpg


Vielen Dank im Voraus,

lg
Christian

Mod-Edit: Bitte keine Links auf andere Seiten. Siehe auch unser AGBs. Wir wollen so die Threads dauerhaft lesbar halten, was bei externen Verlinkungen nur schwer möglich ist.
 
Hallo Christian,
erst mal ei


Hallo Christian,
erst mal ein herzliches Willkommen hier im Forum. Es tur mir Leid, dass ich bereits deinen ersten Beitrag editieren musste, aber in unseren AGBs wird deutlich darauf hingewiesen, dass wir keine externen Links zulassen. Ich hoffe, du hast dafür Verständnis.

Zu deinen Fragen:

Ich kenne deine Kamera nicht persönlich und habe jetzt auch nicht eins meiner zahlreichen Fachbücher befragt. Da du sie als Plattenkamera beschreibst, wird es vermutlich schwierig, denn nach meiner Kenntnis gibt es keine Glasplatten mehr am Markt. Das Filmformat selbst ist unproblematisch, da 9x12 ein gängiges Filmformat in Fachkameras ist. Wird dann aber auch ein etwas teurerer Spaß. Das Problem bei der Sache ist aber, dass die Glasplatten dicker als moderne Filme waren, was zu eine Fokusdifferenz führen würde. Ich selbst habe eine Certo-Kamera die für Platten und Film ausgelegt ist, bei der es an der Objektivstandarte extra einen Wahlhebel gibt, mit dem man dies Differenz ausgleichen kann.

Entwicklung von 9x12 Filmen ist in jedem Fachlabor möglich. Alternativ geht natürlich auch eine Dosen- oder Schalenentwicklung im Heimlabor.

Filmeinlegen geht in der Regel bei Plattenkameras in der Dunkelkammer oder im Wechselsack. Der Film/ die Platte wird dort in eine Filmkasette mit einem Schieber gesteckt. Wenn die Kassette in der Kamera ist, wird der Schieber für die Belichtung entfernt und dann wieder eingeschoben. Im Labor wird dann der Film wieder entnommen. Ist eine recht aufwendige Sache und ist so kaum für ausgiebige Fototouren bei hoher Bildzahl geeignet.
Wäre sicher mal ein spannendes Experiment, regelmäßig würde ich mit so einer Kamera aber nicht mehr arbeiten wollen.
Bezüglich der Bildbeispiele habe ich keine Kenntnis. Aber googeln hilft meistens. Macht halt Arbeit...

Gruß Uli
 
Hallo Uli,

danke für d


Hallo Uli,

danke für die fixe Antwort! Tut mir leid wegen der externen Verlinkung, kommt nicht wieder vor. Ich werde die restlichen Fotos später hier hochladen und zeigen, ich finde die Kamera sehr interessant.

Für die Kamera sind noch Planfilmkassetten vorhanden (ich glaube 4 oder 5 Stück), die man mit Film bestücken kann. Ich muß sie erst suchen und genauer untersuchen, diese waren aber auf alle Fälle bei der Kamera dabei. Ich werde diese dann auch fotografieren und hier zeigen, vielleicht kann man die Kassetten anhand der Bilder ja beurteilen.

Danke auch für die Funktionsbeschreibung der Kassetten, jetzt weiß ich wie das funktioniert. Das Prozedere ist zwar aufwändig, aber sicher wert, es zu versuchen. Für den täglichen Gebrauch bzw. ausgiebige Fototouren kommt sowieso meine Sony A700 DSLR zum Einsatz
happy.gif
Ich möchte es aber auf alle Fälle versuchen, denn ich möchte gern mal S/W Bilder damit machen - irgendwie steh ich auf die Fotos im alten Look ;-)

Eine Entwicklung werde ich dann dem Fachlabor machen lassen, sodaß zumindest dieser Part professionell wird, wenn schon ein Laie - auf die alte Kamera bezogen - hinter dem Auslöser stand.

Also nochmal danke für die schnelle und ausführliche Antwort. Jetzt bleibt mir nur mehr übrig, die restlichen Bilder hochzuladen, die Kassetten zu suchen, abzulichten und zu zeigen, und dann 9x12 Film zu besorgen. Dann kann's schon losgehen. Kennst Du evtl. noch eine gute Quelle für entsprechenden S/W-Film in 9x12?

Viele Grüße,
Christian
 
Hallo Uli!

Hier sind noch B


Hallo Uli!

Hier sind noch Bilder der Kassetten. Die hab ich soeben gemacht:

7788.jpg


7789.jpg


Sind die so - nach Reinigung selbstverständlich - verwendbar oder fehlt da noch was? Ich versteh das so, daß der Schieber entfernt wird, der Film dann von oben eingeschoben wird und dann der Schieber wieder geschlossen wird. Der Film wird von den 4 Klammern fixiert. Aber fällt der dann nicht nach vorne raus bzw. wölbt sich der nicht nach außen, wenn der Schieber dann in der Kamera hochgezogen wird? Oder ist der Planfilm von der Stärke her etwas dicker, daß das verhindert wird?

lg
Christian
 
Hallo Christian,
so Kassette


Hallo Christian,
so Kassetten kenne ich auch auch. Aber da wirst du mit Film nicht klar kommen. Die sind für Glasplatten, die mit der Feder genau in die Schärfenebene gedrückt werden. Film wird da krum und schief drin hängen. Die Universal-Plankassetten für Film sind dicker und und haben zwei Seiten, so dass man sie mit zwei Filmen bestücken kann. Nach der ersten Aufnahme werden sie gewendet. Zudem sind die aus Kunststoff. Passen dann aber auch nur an Kameras mit Universalrückteil, wie man es an Fachkameras findet.

Wäre höchstens zu überlegen, ob du dir eine Trägerplatte zusammen mit einem Film in die Magazine lädst. Diese sollte dann aber wirklich plan und aus lichtundurchlässigem Material sein. Bei Bedarf könnte ich an alten Platten mal messen, wie dick die waren.

Planfilme bekommst du z.B. bei Foto Brenner in Weiden. Ilford FP 4 Plus oder HP 5 Plus (25 Blatt = 39,95€), 100 Delta prof. (25 Blatt = 39,95). Wer auf Kodak T-Max steht kann den auch bekommen (50 Blatt= 64,95€). Farbnegativ und Diafilme sind auch zu haben, da liegen aber schon 10 Blatt bei 24,99 - 35,99€. Wenn du dann noch die Entwicklungskosten dazu rechnest, kannst du abschätzen, wie teuer der Spaß wird. Im Fachlabor kenne ich nicht genau die aktuellen Preise, aber ich schätze, dass man da pro Blatt 3-4,-€ rechnen muss.

Gruss Uli
 
Hallo Uli,

kann ich mir die


Hallo Uli,

kann ich mir die Trägerplatte wie einen Rahmen vorstellen, in dem der Film dann gespannt wird? Das wäre noch eine Möglichkeit.

Passende orginale Glasplatten wird's ja nicht mehr geben. Die sind wohl mit einer lichtempfindlichen Beschichtung versehen, hab ich recht? Diese entwickeln zu lassen dürfte ja noch schwieriger werden als bei Film.....

Die Kosten für die Filmentwicklung hab ich mir schon angesehen, damit hab ich aber auch gerechnet....

lg
Christian
 
Hallo Christian,

kein Rahme


Hallo Christian,

kein Rahmen, sondern eher eine Platte unter dem Film, damit der Film so dick ist wie die Glasplatte früher war und damit der Film plan liegt, sonst hast du ja völlig ungleichmäßig scharfe Bilder. Über den Federn in den Kassetten liegt der Film doch nie plan. Würde aber auf jeden Fall eine ziemliche Fummelei und ist sicher nur für Leute mit ausgeprägter Bastlermentalität zu empfehlen. Und wie gesagt, nur eine Idee und nicht erprobt.
Damit es keine Geisterbilder durch Licht, was von weiter hinten in der Kassette reflektiert wird, würde ich eine maschwarze Oberfläche für die Platte empfehlen. Dabei ist es sicherlich nicht leicht, ein Material zu finden, dass auch noch entsprechend gut plan ist und vor allem auch im Gebrauch bleibt.

Uli
 
Hallo Uli,

ich hab was von


Hallo Uli,

ich hab was von Planfilmeinlagen gelesen, die bis Mitte der 60er Jahre produziert wurden. Also eine Art Rahmen, in den man den Film einlegt / einspannt. Dann kann man diesen in die Kassette schieben. Der Tip kam aus einem Großformat-Foto-Forum....

Bei Deinem Tip mit einer Platte als Auflagefläche für dem Film hab ich Bedenken, daß ich den Film mit dem Schieber beschädige, wenn dieser nach dem Laden des Filmes runtergeschoben wird. Da streift der Schieber doch sicher am Film..... hierzu werde ich mir mal eine Testanordnung mit einer Halteplatte und einem Blatt Papier basteln, und dies in die Kassette laden. Ich bin ziemlich sicher, daß der Schieber über das Papier schabt. Dann wäre ein eingelegter Film schon kaputt bevor ich zum Auslösen komme
sad.gif


Ich hab auch noch alte Rollfilm-Kameras, aber da sieht's mit der Funktion der Mechanik nicht ganz so gut aus.... :-(

lg
Christian
 
Hallo Christian,

ich kann d


Hallo Christian,

ich kann deine Bedenken nachvollziehen. Aber bei den noch aktuellen Kasetten für Fachkameras ist das eigentlich auch so, dass der Schieber daran vorbei geschoben wird. Wenn ich es richtig im Kopf habe ist die Enulsionsseite ja auch zu Objektiv hin und die wird wohl ganz feine Kratzer ohne Probleme überstehen. Bei der Entwicklung wird die Emulsion ja sowieso entfernt. Das Trägermaterial bleibt dabei ja kratzerfrei. Sicherlich sollte natürlich der Schieber der Kasette frei von Rost und Patina sein. Dann dürfte der auch gar nciht groß kratzen.

Ob es mal Planfilm einlagen gab, weiß ich so spontan nicht, aber ich kann es mir gut vorstellen, dass es Lösungen gab, als die Produktion von Glasplatten eingestellt wurde. Aus Erbmasse meines Großvaters habe ich übrigens noch ein paar unentwickelte Glasplatten mit der Emusion. Natürlich nicht mehr nutzbar, da mehrfach dem Licht ausgesetzt. Sind aber zur Anschauung ganz interessant.

Alternativ gab es übrigens Rückteile für Rollfilm, die statt 9x12 das Format 5,6x8,4 auf Rollfilm 120 boten. Ich habe so ein Teil mit der Aufschrift Rollex-Patent. Muss mal bei Gelegenheit ein Bild davon machen und hier einstellen. Dann kann ich auch mal einen Kasette mit unbelichteter Glasplatte abbilden. Mit etwas Glück schaffe ich das noch die Tage... Bin etwas im Stress mit anderen Fototerminen.
So ein Rollfilm einsatz wäre sicher ein kostengünstige Variante. Leider wird dann nicht das ganze Format genutzt. Den Anschaffungspreis hätte man aber ruckzuck wieder eingespart...

Gruß Uli
 
Hallo Uli,

über das DS


Hallo Uli,

über das DSLR-Forum habe ich jetzt einen Kontakt, welcher mir am Sonntag bei einer Fotobörse wegen der Planfilmeinlagen schaut - die gibt es wirklich, und er versucht welche zu bekommen. Zudem hat dieser Kollege auch einen Rollfilm-Rückteil, welchen er mir ebenfalls verkauft.

Somit wird es wohl in nächster Zukunft mal Bilder geben *freu*

Es gibt übrigens auch Glasplatten nachzukaufen, hab ich rausgefunden. Ich habe Dir hierzu eine private Nachricht mit den beiden relevanten Links geschickt.
z04_yes.gif


Gruß,
Christian
 
Hallo Christian,
dass ist ja


Hallo Christian,
dass ist ja interessant, dass esimmernoch Glasplatten gibt. Naja die Nachfrage bestimmt das Angebot auch schon mal. Laß mal hören, was für Erfolge du damit hast. Ich selbst habe da nicht so recht Bedarf, da meine Kameras in der Sammlung mit Platte nicht so spannend sind, dass ich sie jetzt unbedingt ausprobieren wollte. Un ich bin ansonsten eher mit Studioportraits beschäftigt. Da ist mir (bitte nicht schimpfen
z04_2171.gif
) doch die D-SLR lieber. Bei über 1000 Aufnahmen bei einem Shooting gehe ich sonst pleite.
Spannender fände ich die Erfahrungen mit dem Rollfilmadapter.

Gruß Uli
 
Hallo Uli,

die Glasplatten


Hallo Uli,

die Glasplatten sind mir auch erheblich zu teuer. Ich wollte es Dir nur zeigen, da wir ja in einem Classic Camera Forum sind, und eventuell mal Interesse daran besteht, auch von anderen Usern. Solche Infos sind immer wertvoll
z04_smoker00.gif


Im täglichen Gebrauch ist auch meine DSLR im Einsatz, aber die alten Dinger haben eben auch Charme. Und da ich gern mal so wie Opa fotografieren möchte, werde ich den Versuch wagen, sei es mit dem Planfilm oder dem Rollfilmadapter
z04_smoker00.gif


Gruß
Christian
 
Planfilmeinsätze 9X12

wenn Du unter Google "Planfilmeinsatz 9X12" eingibst, wird ganz oben (m)ein Eintrag aus der fotocommunity angezeigt - da wird das Prinzip deutlich !

Ich würd´s ja verlinken - aber bevor ich Ärger kriege ....:z04_Flucht:

gruß

Friedrich
 
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