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Magazin spezifische Filmjustierung

  • Ersteller Ersteller pixelpusher
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P

pixelpusher

Hi,

der gute Herr Paepke hat mir mal vorgeschlagen, meine Magazine bei "Nur-Nutzung" von einem bestimmten Filmmaterial ganau auf dieses Material mit der spezischen Schicht-/Papierstärke zu justieren. D.h. also, die Belichtungsfenster optimal auf den Film zu "verteilen" sprich: Stege und Filmanfang wie Filmende. Ich hatte mal das Problem,
dass bei einem Magazin der Anfangssteg ultrakurz war und ich Probleme hatte, da überhaupt noch eine Filmklammer (ohne die erste Belichtung zu tranchieren) anzubringen und den Film im Trockner aufzuhängen...

Langer Rede kurzer Sinn: Gibt es diese spezische Justierung oder wolte er nur einen etwas rascheligen Kunden beruhigen, der seine Kamera mit diesem Effekt gerade aus dem Service bekam?

Gruß

der pixelpusher
 
Hallo Clemens,

Zitat aus der Reparaturanleitung: "... Maß 0,30 mm darf das Tastwerk nicht auslösen. Maß 0,35 mm muß das Tastwerk auslösen."

Damals hielten sich die Filmhersteller noch an eine einheitliche Dicke für das Trägermaterial. Bis dann der Fortschritt kam ...

Somit ist die Aussage zur Justage auf ein bestimmtes Filmmaterial schon richtig. Zumindest, solange man ein Magazin für die SL 66 oder SL 66 E mit Filmtastwerk hat, immer mit dem gleichen Filmmaterial arbeitet und der Hersteller nicht die Materialstärke ändert.

Beim Magazin für die SL 66 SE ist man dagegen fein raus, da gibt es kein Tastwerk und damit auch nichts zum justieren.

Gruß

Claus
 
Jein,
das betrifft die Auslösung ... bei falscher Justage dürfte das Filmtastwerk also nie (ganzer Film geht leer durch) oder sofort (wesentlich zu geringer Vorspann, Bild 1 noch auf dem Schutzpapier)auslösen.

Ansonsten hat die Filmdicke wohl entfernt mit Durchmesser bzw. Umfang der Aufwickelspule zu tun ... wenn da was schiefging, war bei mir aber immer das Ende betroffen, nicht gerade der Anfang (kann man sich ja auch ohne Mathe-Studium in etwa vorstellen). Am Anfang x Windungen, am Ende y - also viel mehr, dann noch irgendwas mit 3,14 multiplizieren und so ...

Wenn es meine Kamera/mein Magazin wäre, würde ich mir einfach wünschen, daß es am Anfang immer funktioniert, egal, ob Velvia oder Astia (ja, ich benutze beide Arten Film ;-).

Grüße
Jan
 
Filmanfang - Filmende ? Ja, tatsächlich Filmanfang. Die Sache ist allerdings schon etwas her - ich habe mich am WE beim Scannen über das
beste belichtete aber leider ultraknapp beschnittene 1. Dia geärgert.
Anlass der damaligen Serviceeinheit war mal wieder das leidige Transportproblem. Ich habe alle Magazine mitgeschickt, vermutlich wurde nur mit einem getestet. Naja, mittlerweile frist die SL66 sowieso eher das Gnadenbrot...
 
Gnadenbrot hin oder her; ich mag es lieber,
wenn mein Gerümpel auch ordentlich funktioniert.

Immer wieder ärgerlich, wenn man schnell mal ein Foto machen will, und sich dann nicht auf die Gerätschaften verlassen kann ("Welche war jetzt noch gleich meine funktionierende Kamera?").
 
Hallo Jan,

ist natürlich richtig, evtl. schicke ich das MAG auch nochmal ein.
Im Moment hat es ein grosses Tape mit einem grossen, roten "Defekt" darauf aufgeklebt. Schief gehen kann da nicht viel. Allerdings habe ich den letzten Diafilm (mit den SL66) vor 1,5 Jahren belichtet, mein Jobo ATL hat viel Staub angesetzt und selbst die kleinen 5 Ltr. Chemieeinheiten sind mittlerweile zu viel und laufen aus der Haltbarkeit. Beamer ersetzen die Dia-AV Show, "Barytprint" ist nun ein Fremdwort, (meine) Kinder sind mittlerweile auf das Mickeymousekino an jeder Kamera konditioniert (Papa, zeig mal das Foto - dann muss ich schon mal den Unterschied zwischen TFT und Memohalter erklären ;-) und die SL66 ist Schnee von gestern und nicht Digibacktauglich...

Trotzdem eine ist sie noch eine tolle Knipse...;-)

Gruß

Clemens
 
Hallo Clemens,

die Diskussion wird richtig spannend. Wie Jan schon sagt, das Filmtastwerk ist dazu da, den Anfang des Filmes zu finden. Findet es ihn nicht, kann man den ganzen Film durchspulen. Was mir in rund 20 Jahren allerdings noch nie passiert ist: dass das Tastwerk schon auf dem Papier auslöst.

Du schreibst, der Anfangssteg ist zu kurz. Das heißt, das Tastwerk löst sehr wohl aus. Und zwar am Filmanfang und nicht schon auf dem Papier. Dafür kann es mehrere Gründe geben. Die wahrscheinlichsten:

1. Magazin und Magazineinsatz sind aufeinander justiert (deshalb auch numeriert und nicht untereinander austauschbar). Hat der Magazineinsatz zu viel Spiel (wenn man den Einsatz bis zum Anschlag hineindrückt, kann man ihn etwas nach oben oder unten verrücken, das hört man klappern) dann kann das Tastwerk den Filmanfang nicht sauber erkennen. Effekt wie bei Dir beschrieben. Die Abhilfe ist sehr einfach. An der Unterseite des Magazins gibt es unter der Belederung zwei kleine Schrauben, die man gefühlvoll so weit eindreht, bis der Magazineinsatz kein Spiel mehr hat, sich aber noch leicht einsetzen lässt. Am besten mit einem kleinen Tropfen Nagellack sichern, dann hat man Ruhe.

2. Das Filtastwerk ist zu sensibel eingestellt. Dann löst es schon aus, wenn der Klebestreifen vorbeigezogen wird und nicht erst, wenn der Film anfängt. Auch dann wird der Anfangssteg zu kurz.

Auf den Steg zwischen den einzelnen Aufnahmen hat das alles keine Auswirkung. Jan hat Recht, das hat was mit dem Aufwickeldurchmesser zu tun. Aber der wird im Magazin durch einen anderen Teil des Getriebes ausgeglichen...

Lange Rede, kurzer Sinn, die Justage durchführen zu lassen ist technisch sinnvoll, kaufmännisch allerdings nicht. Eine Komplettjustage kostet bei einem namhaften Techniker ca. 180,- Euro. Üblicherweise ist die Justage nicht dauerhaft. Sieht man, was ein Magazin für die SL 66 SE (ohne das anfällige Tastwerk) in der e-Bucht kostet, fährt man damit wirtschaftlich besser.

Ansonsten teile ich Deine Meinung, die SL 66 ist schon eine tolle Kamera. Und das pantschen in der Dunkelkammer hat auch etwas Sinnliches.

Gruß

Claus
 
Hallo Claus,

danke für Deine ausführlichen Erklärungen. Bei Gelegenheit werde ich die Justage Einsatz/Magazin mal unter die Lupe nehmen.
Der Rat, eher ein SE Mag zu kaufen anstatt reparieren zu lassen, ist bedenkenswert...

Gruß

Clemens
 
Hi,
also wenn Ihr mich fragt, ist das SE-Magazin die bedingungslose Kapitulation, der Rückschritt in die photographische Steinzeit.
Das (funktionierende) Tastwerk ist es, was eine Rolleiflex vom Elend mit der Einlegemarke abhebt.
Grüße
Jan
 
ABSOLUT! Nur manchmal zwingt das Budget halt auch zum Pragmatismus ...

Grüße
Claus
 
Och, ging doch zuerst um das, was früher mal "Gewährleistung aus Werkvertrag" hieß ...

Ab da stellt sich dann die Frage, ob man fürs gleiche Geld ein SE-Magazin oder drei SL 66 Magazine kauft ...

Grüße
Jan
 
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