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Minolta CLE die Vorläuferin der M7

jochen

Bringt häufig das Frühstück mit
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3 Apr 2004
Beiträge
1,355
Bis vor kurzem hatte ich eine Minolta CLE, nun ist sie leider kaputt. Minolta repariert diese Kamera nicht mehr. Es sollen aber noch Werkstätten geben, die eine Reparatur durchführen können. Ich wäre euch dankbar, wenn ihr mir bei meiner Suche nach einer geeigneten Werkstatt helfen könntet! Man sieht hier wieder einmal, dass die Firma Leica offensichtlich zu älteren, ausgelaufenen Modellen eine andere Einstellung hat als die Firma Minolta.

Dieses persönliche Erlebnis soll aber nicht der Grund für meinen Beitrag sein. Ich möchte euch diese Kamera als Vorläuferin der M7 vorstellen.

Obwohl die CLE (= Compact Leica Electronic) schon 1980 auf den Markt kam, ist sie die eigentliche Vorläuferin der M7. Trotz ihrer Fortschrittlichkeit wurde sie zu ihrer Zeit nur wenig beachtet, so dass sie schon 1984 wieder vom Markt verschwand.

Sie ist die erste Messsucherkamera mit einem elktronisch gesteuerten Verschluss, der sogar noch während der Aufnahme Korrekturen vornimmt. Die Kamera besaß damit einen Zeitautomat. Diese Idee wurde bei Leica erst 21 Jahre später mit der M7 aufgegriffen.

Die CLE hatte schon damals einen TTL-Blitzbetrieb. Auch wenn er etwas einfacher wirkte, als man es heute gewöhnt ist. So wurde der Blitz nur dann ausgelöst, wenn das Blitzen aufgrund sonstiger Unterbelichtung unbedingt notwendig war. Übrigens gab es ein kleines leistungsfähiges CLE-Blitzgerät. Bei Leica wurde der TTL-Blitzbetrieb erst 1998 (also 18 Jahre später) durch die Einführung der M6 TTL realisiert.

Die CLE kann bezüglich der TTL-Belichtungsmessung auch als Vorläuferin der M6 Classic (ab 1984) angesehen werden. Denn die Messmethode ist mit ihr durchaus vergleichbar.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die CLE sehr leicht und klein ist.

Die Minolta CLE ist sicherlich eine bemerkenswerte, in ihrer Zeit zukunftsweisende Kamera; kann man sie etwa als gleichwertig zu einer M7 ansehen?- Wohl kaum.

Die CLE hat nicht nur zukunftsweisende Features.

Beispielsweise fehlt der Bildfeldwähler.

Außerdem sind die Leica M-Objektive nicht voll kompatibel. Adaptiert man beispielsweise ein 35mm-Objektiv von Leica an die CLE, so wird der 28mm-Rahmen angezeigt. Bei Verwendung eines 50mm-Objektivs wird ein 40mm Rahmen angezeigt. Nur ein 90mm-Objektiv lässt sich kompatibel adaptieren. Für 35-, 50-, 75- und 135mm-Objektive ist bei der CLE kein Leuchtrahmen vorgesehen. Benutzt man diese Leica-Objektive, lässt sich zwar die Entfernung messen, allerdings muss man den Sucherausschnitt über einen zusätzlichen Sucher beurteilen.

Die CLE hat keinen Messwertspeicher. Wenn beispielsweise die Belichtung des Bildes mit der Belichtung der Bildmitte nicht übereinstimmt, muss man auf manuellen Betrieb umstellen, bei dem keine Belichtungsmessung möglich ist. Das heißt, die im Automatikbetrieb ernittelten Daten werden dann manuell übertragen (Zeit + Blende).

Die CLE hat keine mechanisch gesteuerten Verschusszeiten. Das bedeutet, dass nichts mehr läuft, wenn die Batterien leer sind. Von vielen Fotografen wird dies als sehr wichtigest Argument gegen eine solche Kamera angesehen. Ich selbst finde das nicht so wichtig, da man sich ja vorher mit mehreren Batterien eindecken kann.

Ein wichtiges Argument gegen die CLE ist die sehr kleine effektive Messbasis von nur 28.8mm (M 0,58x = 40,2 mm; M 0,72x = 49,3; M 0,85x = 59,1mm), so dass lichtstarke Objektive nicht präzise fokussiert werden können. Ich hatte mit meiner CLE deutlich Fokussierungsprobleme.

Gruß Jochen
 
Lieber Jochen,

ich kann nur weitergeben, was ich gelesen habe und mir merkte, falls ich doch einmal die CLE erwerben sollte. Das wichtigste: Die Elektronik soll baugleich mit der zeitgleich SLR MINOLTA XL / XT (müsste ich nachlagen) sein! Gebrauchtpreis wohl 100 EUR... Eine Firma in Hamburg baut m. W. um.

Für mich war ein Kaufargument die Sucherbasis, über 25% besser als bei CL, damit können längdre Brennweiten "offener" genutzt werden (135 bei 5,6/6,4; 90 bei 2,8/3,5, 75 bei 2,4; 50 bei 1,4 - jen nach Entfernung). Aber: das wunderschöne 1,4/35 classic (ohne APSH-Technologie) lässt sich ohne Demontierung des Hinterrings nicht ansetzen.

Die Nachteile hast Du bereits genannt, die ich auch so beurteile.

Welche Erfahrungen hast Du mit den Muli-Coating-Linsen der CLE im Vergleich zum Single-Coating aus Wetzlar?

Grüße in den zweiten Advent aus einem trüben Potsdam-Tag!

Giselher
 
Hallo Giselher,

ich bin dir noch eine Antwort auf die Frage nach den Multi-Coating-Objektiven der CLE schuldig. Ich hatte in den letzten Tagen sehr viel zu tun. Daher kann ich auf deine Frage erst jetzt eingehen.

Leider kann ich dir keinen Vergleich liefern, da ich niemals Vergleichstests durchgeführt habe. Ich war mit den Rokkor-Objektiven besonders mit dem 40er eigentlich immer zufrieden. Bei dem 90er war ich nicht so begeistert, diese fehlende Begeisterung kann ich aber nicht begründen, sie kann auch auf emotionalen Empfindungen basieren, weil ich die ursprünglichen Leica-Objektive lieber mag als die von Minolta. In den letzten Jahren war die CLE meine "Drittkamera" (neben der M6 und der Bessa T). Ich habe in den letzten Jahren nicht mehr das 90er verwendet sondern lieber (ein älteres) Elmarit 2,8/90mm. Ich bildete mit sogar ein, dass die Bilder mit diesem Objektiv schärfer seien als mit dem Rokkor.

Wir haben uns kürzlich als Ersatz für die defekte CLE eine Leitz-Minolta CL mit einem Summicron 2/40mm zugelegt. Wahrscheinlich werden wir dieses Objektiv behalten und das Rokkor-M 2/40mm verkaufen, obwohl das letztere ja eigentlch wegen der besseren Vergütung und dem vorhandenen Leica-typischen Schneckengang das modernere ist.

Ich habe hierzu noch eine Frage an dich! Ich habe gehört, dass die Minolta-Objektive nur geklebt, während die Leica-Objektive geschraubt seien. Stimmt das?

Ich habe übrigens die CLE 1996 für meine Frau auf einer Fotobörse gekauft, die damals im Fotografieren noch Anfängerin en war. Aus dem Grunde habe ich damals die Kamera mit dem Zeitautomat (CLE) der manuellen Kamera (CL) vorgezogen. Hätte ich die Kamera für mich gekauft, kätte ich mir gleich eine CL zugelegt.

Heute ist die Situation aber ganz anders. Meine Frau hat inzwischen eine wesentlich größerere Ausrüstung als ich und fotogrfiert auch besser (schluchts!).

Viele Grüße aus dem Westerwald

Jochen
 
Lieber Jochen,

zumindest für die Zeit der LEITZ-MINOLTA CL (einer offensichtlich baugleichen CL-Version für den japanischen Markt) gibt es ein Unikum:
Ein ROKKOR, das mit Made in Germany graviert ist... Es wurde nach der vorliegenden Literatur bei Leitz hergestellt und in Japan verkauft - ein Unikum! (Leica-Kritiker sehen ja oft einen umgekehrten Weg: R 24mm sowie 3,5/35-70m, 1. Version = MINOLTA, R 28-70, 1. Version = SIGMA usw.)

Die Rokkore sehen halt anders aus, als die klassische Familien-Design-Linie von Leitz/Leica, die sich unmerklich zur Gegenwart hin verändert, abe rnun einmal unverwechselbar ist, auch im handling / feeling.

Mit Reparaturen kenne ich mich nicht aus: Im Reparaturhandbuch meine ich den klassischen Aufbau des C-Summicrons gesehen zu haben, mit vielen Schrauben... Aber das sind andere berufen!

Abendliche Grüße aus dem sich abkühlendne Berlin!
Giselher
 
Hallo Giselher,

handelt es sich bei dem von dir genannten Objektiv nicht um ein Objektiv der Leitz-Minolta CL?

Ich habe gelesen, dass die Kamera der Leica CL Gruppe (Leica CL, Leitz Minolta CL und Minolta CL) in Japan hergestellt wurden, dass aber sämtliche Objektive in Wetzlar (für die Leica CL: Elmarit-M 2,8/40mm, Summicron-M 2/40mm, Elmar 4/90mm; für die Leitz Minolta Cl bzw. Minolta CL: Rokkor-M 2/40mm und Rokkor-M 4/90mm) gefertigt worden seien. Hier gibt es weder zur Konstruktion noch zur Vergütung Unterschiede zwischen den von Leitz und den von Minolta verkauften Objektiven. Ob diese (zwischen 1974 und 1976 hergestellten) Rokkore wie die entsprechenden Leica-Objektive aussehen, ist mir nicht bekannt, könnte ich mir aber vorstellen.

Die später (zwischen 1981 und 1984) hergestellten Rokkor-Objektive haben die bessere Vergütung und das Minolta-typische Design. Sie wurden alle in Japan hergestellt. Das Rokkor-M 2,8/28mm ist übrigens das einzige dieser Objektive, dass nicht von Leitz gerechnet worden ist.

Gruß Jochen
 
Lieber Jochen,
die Rokkore der CLE-Zeit haben veränderte Filtergewinde, das Multicoating und vor allem die traditionelle Übertragung der Entfernungseinstellung im Objektiv auf die E-Messerrolle der Kamera. Auf diese genaue Methode hatte man bei Leitz verzichtet, entweder aus Gewichts- und Kostengründen oder (wie Kritiker anmerken) um durch volle Kompatibilität mit den M-System den Absatz der teureren 35mm-Objektive nicht zu gefährden.
In der CL-Zeit gab es daher beim 90er die Drehung von nur 120 Grad von "unendlich" auf "nah", die mit einer steil ansteigenden Kurve in die Kamera übertragen wurde.
So muss man schmunzeln, wenn wiederum erst die Japaner beim Rokkor die genauere Leica-Entfernungsübertragung im Objektiv eingebracht haben. Ich habe übrigens keine Informationen, ob in dieser Phase auch die optische Rechnung gegenüber der ersten Leitz-Version verändert worden ist. Was mich noch interessiert, ist die Frage, ob das Multicoating tatsächlich eine Verbesserung dieser Optiken darstellt.
Grüße aus Berlin - Giselher
 
Lieber Giselher,

vielen Dank für deine Informationen. Ich habe gehört, dass sich die optischen Rechnung bei der zweiten Generation der Rokkore nicht geändert hat. Zu der Frage der Vergütung sollten wir vielleicht einmal Erwin Puts anmailen, der müsste das doch wissen!

Gruß Jochen
 
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