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NovoflexSchnellschussObjektive an Leica R und M

bsfroeschl

Kennt den Türsteher
Mitglied seit
12 Jan 2008
Beiträge
882
Hallo,

wollte einfach nur mal fragen, ob jemand, wie ich, mit Novoflex-Schnellschuss-Objektiven fotografiert bzw. Erfahrungen gesammelt hat. Interessieren wuerden mich Aussagen zu den Objektiven mit Noflexar 400, Noflexar T-400, Telyt 400 (Leitz-Kopf), Telyt-560 (auch Leitz) und dem Noflexar 600/640 -Linsenkopf.
Auch Vergleiche in der Handhabung Novoflex- zu Leicaschnellschussobjektiven wuerden mich interessieren.

Nun schickt mir viele Kommentare, ich freue mich auch in Tschechien drauf, wo ich gestern mit meinem Novo 400 unterwegs war.

Gruesse

Wolfgang
 
Lieber Wolfgang,

ich kann jetzt nicht nachschauen, aber einiges ist im Forum schon gesagt worden; auch halte ich die Transmission des 6,8 Telyt fuer enorm!

Bei Novoflex-Schnellschuss-Objektiven habe ich einige Erfahrungen mit dem Zweilinser gesammelt - wahrlich nicht schlecht! Die Noflexar T-400 ist als 3-Linser besser korrigiert (Papierform), mit den teuren Telyt 400 und 560 ist es ein Geheimtipp, weil Novo fuer alle Anschluesse (leider nicht fuer Leica M) Anschluesse bereitstellt.

In der Praxis hat mich gestört, dass ich in der "Ziel"-Hand Verspannungen bekam, wenn ich ueber laengere Zeit fokussieren musste. Da ist das Televit-System der 6,8/400 bzw. 560, auch fuer M-Visoflex, wunderbar.

Was bei Novo fantastisch war, war die Naheinstellung durch den eingebauten Balgen!

Uwissenschaftlich "geschaetzt" - mein Eindruck war, dass das Novo im Feld (ausser in den Ecken) fast die gleiche Leistung hat wie im Zentrum und vergleichbaren Kontrast wie das x-mal teuere Leica-Produkt. Das Telyt hat jedoch eindeutig mehr "Biss" in der Bildmitte: Schaerfe und Kontrast sind in diesem Bereich einfach nur wunderbar - bei offener Blende! Und durch Leica-Extender-Einsatz wird der "gute" Bereich genutzt (auch 1,4 APO ist moeglich).

Der Extender des Novo (unbedingte Empfehlung!) ist m.E. optimal angepasst und hat ebenfalls sehr gute Transmission und kaum Schärfeverluste. Abblenden ist nicht noetig (geht meist auch kaum).

Zusammengefasst: Empfehlung und viel Spass! Giselher
 
Hallo Giselher,

freue mich ueber deine Reaktion auf mein Posting - du hast ja damals schon auf meinen Novoflexsatz reagiert. Schade, dass wir uns in Koeln nicht persoenlich kennenlernen konnten - aber vielleicht demnaechst in Berlin.

Zum Anschluss des Novoflex mit Leicalinsen am Visoflex:
Meineswissens koennen mit dem Adapter VISBA oder VISA (weiss ich gerade nicht genau, da ich meine Visoflexteile nicht mit in Tschechien habe - kann ich dir aber nachmelden), verbunden mit dem PIGRIF B und dem Blendenring Modell D die Leica-Telytkoepfe, die ueber Novoflex vertrieben werden, adaptieren. Lediglich auf das geniale Balgengeraet muss verzichtet werden.
Publiziert wurde das wohl deswegen nie, da die Produktion des Visoflex bereits einige Jahre eingestellt war, als Novoflex fuer sein System die Leicalinsen anbot.

Gruesse aus dem sonnigen Tschechien

Wolfgang

PS: Wie du sagst - die Rohre machen tierisch Spass - und da ich mein Novo auch an der CL einsetzen will, interessiert mich dein Visoumbau.
 
Hallo Wolfgang,

wo Du mich so nett gebeten hast, will ich was dazu sagen.

Also ich hatte ein richtiges Leckerli: Novoflex Noflexar 5,6/400 Schnellschußobjektiv mit 1,5-fach Konverter, UV-Filter, drehbarem Polfilter und Elektroauslöser für die R 7. Das Ganze in einer Original Novoflex Tasche, in der das sperrige Teil (ähnlich den Hassi-Taschen) exakt Platz fand.

Das Scharfstellen empfand ich als genial einfach, die Naheinstellgrenze war durch den Auszug einfach sensationell, fast als Makro zu benutzen! Die Linse neigt zu einem warmen Farbstich, der aber nicht unangenehm war und einem KR 1,5 bis 2 entsprach. Keinerlei CA's, Vignettierungen o.ä.
Die Schärfeleistung war schon bei offener Blende (5,6 sic!) beeindruckend bis sensationell. Ich habe damit im Zoo einen Flamingo abgelichtet, der trotz Drogeriekettenvergewaltigung (damit habe ich mich jetzt auch geoutet) eine Schärfe und Plastizität im Gefieder an den Tag legte, daß es mir den Atem verschlug.

Da ich aus der Astrofotografie komme, interessierte mich natürlich, ob (mit Konverter = 600 mm) der Mond Farbsäume zeigt, was bei zweilinsigen Fraunhofern u.ä. eigentlich Standard ist. Siehe da, nichts dergleichen. In der Astroszene wäre das Teil glatt als Apo, mindestens aber als ED durchgegangen.

Warum habe ich es verkauft?

Angestachelt durch Extremtelefotos aus Nationalparks in den Canyonlands der USA wollte ich es gleich tun. Als es dann an's Packen ging, runzelte meine Frau die Stirn und es kam zu einer ernsthaften Ehekrise : - ))
Die Vorstellung, Mittags um 14.00 Uhr am Grand Canyon zu stehen und meiner Familie klar zu machen, daß sie für das ultimativ verdichtete Telefoto noch bis 19.00 Uhr zu warten habe, weil das Licht- und Schattenspiel dann besonders reizvoll sei, ließ mich das Novoflex entmutigt wieder auspacken. So blieb es bei gelegentlichen Zoobesuchen. Bei einem Fotoprojekt in einem sozial schwachen Viertel wurde ich von Jugendlichen umringt, die erst eine bedrohliche Haltung einnahmen, weil sie dachten, ich würde eine Panzerfaust auf sie richten. Der Aufmerksamkeitswert dieser Linse ist in den Zeiten von 28-300 Plastikzooms unnachahmlich, aber für einen Fotografen vollkommen untauglich.

So wurde der Dornröschenschlaf durch eine ebay-Auktion beendet, die einen (für dieses Teil - das heute kein Händler mehr haben will) sensationellen Preis von 400,-EUR erbrachte. Wahrscheinlich lag das an dem kompletten und seltenen Zubehör.

Jetzt habe ich ein 70 - 200 Canon L Objektiv (die "Weissen", aber nicht von Kaiser's : - ))
mit dem ich schnell und unauffällig zuschlagen kann. Durch den 1,6er crop entspricht das einem 112 - 320 Zoom.

Genug der langen Rede, ich weiß, ich bin ein schändlicher Verräter, liebe ich doch alles aus dem Hause Novoflex sehr.

Matthias
 
Hallo Jungs,

ich hatte mich auch mit dem Gedanken getragen, ein gebrauchtes Novoflex zu kaufen. Bis ich dann zufällig einem wohlfeilen Telyt 5,6 400 mit Leicavit Schnellgriff begegnete. Damals glaubte ich noch an die lange Röhre und hatte keinerlei Hemmungen, sie in der Stadt einzusetzen. Das trug mir einige seltsame Blicke ein, und das wars dann auch. Interessanter und weitaus persönlicher gestaltete sich jedoch der Grenzübertritt. Nach anfänglichem Durchwinken ertönte hinter mir ein Schrei, den ich schnell einmal einem der Zöllner zuschrieb. Meine Vermutung war richtig, der Schrei galt mir, und der Zöllner hatte im letzten Moment im wegfahrenden Auto das Telyt liegen gesehen. Nun, der Zöllner war Franzose und humorvoll.
Wenn ich das Ding in beige Klebefolie wickle und gross Canon Digi draufschreibe, könnte dies die Situation entschärfen ?

Mal abgesehen vom unförmigen und bedrohlichen Erscheinungsbild machen diese Dinger nicht nur an ihren angestammten Orten wie der Tierfotografie Sinn, sie erlauben es gerade in der durch Architektur oftmals entstellten Landschaft gewisse Teile freizustellen und an Bildausschnitte zu kommen, die sonst nicht möglich wären. Dies ist allerdings ein alter Trick der "Heile-Welt-Fotografie".

Vom Handling her ist ja das MR-Telyt mein Favorit für lange Brennweiten. Das Fehlen der Blende schliesst es allerdings für Aufnahmen mit grösserem Schärfentiefebereich aus. In solchen Fällen greife ich ganz gerne aufs lange Telyt zurück. Da ich es bei Landschaftsaufnahmen sowieso meist auf dem Stativ verwende, ist für eventuelle Zuschauer der Zusammenhang mit Fotografie gegeben und ich erspare mir den Terrorverdacht.

ein langrüssliger Gruss
Oliver
 
Hallo,

mit so langen Tueten erlebt man schon manchmal tolle Dinge:
auf Veranstaltungen mit Americanern sollte man moeglichst kein Novo mitnehmen - so schnell war ich noch nie im Wuergegriff von Sicherheitsbeamten bei einem deutsch-amerikanischen Volksfest in Karlsruhe.
Ausserdem sollte so ein Teil auch moeglichst bei Grenzuebertritten nicht offen auf dem Ruecksitz liegen - nicht alle glauben an die Harmlosigkeit des Teils - speziell die Schweitzer haben mir da Probleme bereitet (erst die Angst vor einer Waffe, und dann der Vorwurf, ich wuerde mit einem Dummy provozieren).
Auf der anderen Seite das Bestaunen der Geraetschaft bei Landschafts- und Tieraufnahmen.
Und auch die Positivwirkung bei Aufnahmen bei Oldtimerrallys.

In summa habe ich aber ueberwiegend positive Erfahrungen und viel Spass mit dem Equipment.

Gruesse aus dem vernebelten Tschechien

Wolfgang
 
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