Hallo Kai,
Fetischismus entsteht oft aus Missverständnissen. Grosse Sonnenblenden machen in einigen Situationen Sinn, in vielen nicht. Gerade lichtstarke Objektive neigen dazu, auch sehr empfindlich auf Streulicht zu reagieren. In unkritischen Alltagssituationen ist dies meist unwesentlich, aber gerade bei der Available-light-Fotografie können mit einer Sonnenblende störende Einflüsse beispielsweise von in der Nähe stehenden L&en ausgeschaltet werden. Bei langen Brennweiten sieht man oft besonders lange Sonnenblenden. Dies ermöglicht dem Fotografen, nahe an störenden Lichtquellen vorbeizuzielen, ohne dass sich diese im Bild bemerkbar machen.
Bei Weitwinkelobjektiven ist die Sonnenblende oft unverzichtbar, da die teilweise weit nach aussen gewölbten Frontlinsen dieser Objektive besonders anfällig auf Reflexionen sind.
Natürlich sollte eine Sonnenblende auch gefällig aussehen. Das haben die Designer schon längst erkannt, darum dürfen wir recht professionell aussehende, rechteckige Sonnenblenden auf unsere WW-Objektive klemmen. Eine sehr angenehme Lösung sind im Objektiv integrierte, ausziehbare Sonnenblenden, eine andere, praktische Lösung sind einschraubbare Sonnenblenden aus Gummi, die einfach zurückgestülpt werden können. Letztere bieten dem Objektiv auch einen guten Schutz bei unvorhergesehenen Kontakten.
An SLR-Kameras ist das Einschränken des Sucherfeldes kein Thema, beim Kauf einer Sonnenblende sollte die Kamera aber auf jeden Fall mitgenommen werden. Eine falsch gewählte Sonnenblende kann das Bild aussen abdunkeln.
Bei den Sucherkameras ist das Dilemma, dass gerne lichtstarke Objektive eingesetzt werden, welche wiederum entsprechende Sonnenblenden mit sich bringen. Das Durchbrechen der Sonnenblende scheint mir aber eine recht ansprechende Lösung zu sein, die eine ordentlich professionelle Ausstrahlung besitzt.
1 Gruss, Tante I.