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Tiefenschärfe

christianp

Läuft öfters hier vorbei
Hallo!

Ich habe mal eine Verständnisfrage. Die Tiefenschärfe ist u.a. abhängig von der Blende. Wenn ich jetzt ein Bild mit einem 4,5/70mm bei voll geöffneter Blende mache, hat es dann die gleiche Tiefenschärfe wie wenn ich es mit einem 2,8/70 bei voll geöffneter Blende mache? Oder sind die Bilder identisch? Kommt es darauf an, ob die Blende zu 100% offen ist, oder macht die Anfangslichtstärke einen Unterschied?

Gruß, Christian
 

kinabalu

Läuft öfters hier vorbei
Wenn du ein Potraitbild mit beiden Objektiven bzw. mit den beiden unterschiedlichen Blenden machen würdest, dann siehst du sofort den Unterschied.

Das Potraitbild mit Blende 2,8 hat ein eindeutig verschwommenen Hintergrund als mit der Blende 4,5.
Oder anders ausgedrückt, die Blende beinflußt hauptsächlich die Tiefenschärfe. Je größer die Blendenzahl, desto schärfer wird das ganze(!) Bild. Wird vor allem gerne bei Landschaften und Architektur eingesetzt, da man das gesamte Bild einschließlich den Rändern ja scharf haben will. Im Gegensatz zu Potraits, wo man nur der Kopf/Person scharf ist, aber der Hintergrund unscharf.

Klassiche Potraitobjektive sind daher das Nikkor 85/1,4mmm,..kostet aber dafür 'ne Menge Euros.


Gruß L.
 

christianp

Läuft öfters hier vorbei
Hallo!

Es ist also so, dass ein Bild aufgenommen mit einem 3.5-5.6/28-70 bei Einstellung 3.5/28 eine andere Schärfentiefe hat als das gleiche Motiv aufgenommen mit einem 2.8/28-70 bei Einstellung 2.8/28? Bei der beschriebenen Konstellation sind beide Blenden zu 100% geöffnet. Es gibt dennoch einen Unterschied in der Bildwirkung?

Gruß, Christian
 
F

Fsk

wenn du ein altes manuelles objektiv hättest, könntest du es auf dem objektiv quasi ablesen. damals (heute oft aus platzgründen wegrationalisiert) gab es noch farbliche markierungen.(zB mein nikkor 1:2,8/55mm micro)
da ist jede blende in einer anderen farbe, dazu gibt es je zwei striche in gleicher farbe an der entfernungsscale.
da konnte dann jeder ablesen:
wenn du die orange blende nimmst (32) ist alles zwischen den orangen strichen scharf: 1,5m bis unendlich.
nimmst du die blaue blende (22) dann zwischen 2m und unendlich.
nimmst du gelb (11) dann 5m bis unendlich.
ab blende 8 wurde es dann schon schwierig abzulesen ;-).
also: je kleiner die blendenzahl, desto kleiner der schärfebereich. bei blende 2,8 ist er dann minimal, bei blende 4 etwas größer.

nun zu deiner frage, die man so überhaupt nicht stellen sollte, denn du vergleichst äpfel mit birnen.
vergleiche nicht bei 2 objektiven die kleinste zahl (größte blende) sondern die gleiche.
also: beim 2,8/28-70 eingestellt auf 4/28 hast du die gleiche tiefenschärfe wie beim 3,5-5,6/28-70 eingestellt auf 4/28.
natürlich ist die tiefenschärfe bei 2,8 kleiner, ABER: 2,8 hast du bei dem billigen objektiv ja gar nicht. und wenn es dann abends schön dunkel wird und bei dir bei 3,5 schluss ist, hast du keine reserven mehr. du hast lange belichtungszeiten (nix mehr aus der hand) und mußt auf das stativ (was ich aber immer empfehle).
aber bei dem teuren = lichtstarken 2,8er hast du noch eine blende reserve.
beim billigen ist bei 4,0 und zB 1/15sec schluss mit aus der hand. beim teuren gehst du einfach auf 2,8 und kannst die 1/30sec gerade noch halten.
das alles natürlich auf kosten einer geringeren tiefenschärfe. aber die ist dir dann ja egal.

anders bei totalem sonnenschein.
die mußt erst die entscheidung fällen, welche tiefenschärfe will ich. bsp: ich will es scharf von 60 bis 80 cm, rest unscharf. dann berechnest du die dazugehörige blende. wenn das zb die blende 8 ist, hat die so ziemlich jedes objektiv und es ist dir total egal, was die größte blende ist.
immer vorausgesetzt, beide objektive haben eine gleichwertige optik.
in der regel ist es aber so, dass die lichtstarken 2,8er / 1,8er / 1,4er etc, auch die bessere optik haben.

ich hoffe, ich habe deine frage beantwortet ;-)
gruss fsk
 

christianp

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Hallo FSK!

Die Markierung mit den Farben kenne ich auch noch. Mir ist schon klar, dass bei ein und dem gleichen Objektiv ein Unterschied ziwschen Blende 2.8 und 4 besteht. Dass ein Nikkor 2.8/28-70 für 1.600 Euro eine bessere Bildualität hat als ein 160 Euro Objektiv gleicher Brennweite auch.

Mir geht es darum, ob eine zu 100% geöffnete Blende, was bei einem Objektiv 2.8 bei einem anderen 3.5 entspricht, bei identischer Brennweite eine unterschiedliche Tiefenschärfe verursacht.

Gruß, Christian
 

mrboogie

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wie genau die tiefenschärfe sich errechnet müsste ich jetzt auch nachsehen. in jedem fall aber hat Fsk recht.
du kannst nur die gleichen Blenden vergleichen bei Objektiven, die liefern dann auch gleiche tiefenschärfe bei gleichem aufnahmeabstand+brennweite (!). blenden sind relativ, das heißt durch eine blende 4 kommt in jedem objektiv gleich viel licht, so kann man es leicht vergleichen. ob das nun ganz geöffnet ist oder nicht spielt keine rolle. bei einem höher geöffneten objektiv hast du eben einfach reserven bezüglich der belichtungszeit und natürlich eine geringere tiefenschärfe wenn du diese blende nimmst. experimentier mal ein bisschen rum:)

Gruß, Daniel

P.S. fachliche fehler dürfen korrigiert werden:)
 

kinabalu

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Hi,

ums mal etwas direkter zu sagen, du muß diese Zahl 100% aus deinem Kopf streichen!

Es macht einen totalen großen Unterschied, ob ein Objektiv mit Anfangslichtstärke 2,8 oder ein anderes 3,5 "100%" Prozent geöffnet sind. Die 100% heißen nichts anderes, als dass die kleinste Blendenzahl, die möglich ist, genutzt wird.

Nochmal:
1.hast du ein Objektiv, dass bei 2,8 anfängt, dann hast du 100%!
2.hast du ein anderes, dass bei 3,5 anfängt, dann hast du natürlich auch 100%
3. Vergleichst du aber beide miteiander direkt, dann erreicht das 1. Objektiv (2,8) 100%, wogegen das andere 2.Objektiv (im direkten Vergleich) natürlich nur 95% Prozent, jedoch nicht weil die Blende nicht weiter aufgeht, sonder weil die Gläser anders konstruiert sind und einfach nicht mehr Licht durchlassen (etwas simpel ausgedrückt, aber so kann es grob verstehen)

4. Ein Objektiv mit 1,4 Lichtstärke hätte dann bei offener Blende (also 1,4) im Vergleich zum Objektiv 2,8 so gesehen 110% Prozent und im VErgleich zu Objektiv 3,5 sogar 120%!

(Diese Prozentzahlen sind von mir jetzt nur geschätzt und geben nicht den richtigen Wert wieder, aber ich wollte dir hier nur die Tendenz erklären!)

Wie du siehst ist diese Zahl "100%" immer nur relativ zu verstehen. Je Lichtstärke die Objektive, desto aufwendiger und meistens größer sind die Linsen konstruiert, was am Schluß sich natürlich auf den Preis niederschlägt.

Noch besser ist, du vergiß die Zahl "100%", denn Fakt ist, dass die Blendenzahl zählt und nicht ob die Blendenzahl zu 100% geöffnet ist.

Hoffentlich ist das alles verständlich rübergekommen(?), neige manchmal selbst sachen zu kompliziert zu erklären...

Gruß L.
 

kinabalu

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@Christian:

1. Es ist also so, dass ein Bild aufgenommen mit einem 3.5-5.6/28-70 bei Einstellung 3.5/28 eine andere Schärfentiefe hat als das gleiche Motiv aufgenommen mit einem 2.8/28-70 bei Einstellung 2.8/28? Bei der beschriebenen Konstellation sind beide Blenden zu 100% geöffnet.
Antwort: die 100% sind hier nur relativ zu verstehen. anders ausgedrückt im direkten Vergleich
a)28/3,5 Blende geöffnet, dann "100%"
b)28/2,8 Blende geöffnet, im Vergleich dann "110%"
(Prozente sind hier nur als Richtwerte zu verstehen)

2.
Es gibt dennoch einen Unterschied in der Bildwirkung?
Antwort: Ja, das Bild mit dem 1.Objektiv mit Blenede 3,5 ist leicht schärfer, als das Bild mit dem 2.Objektiv 2,8. Natürlich kannst du am 2.Objektiv die Blende erhöhen, sagen wir auch zu 3,5, dann hast du dieselbe Schärfe. Umgekehrt kannst du beim (billigeren)1.Objektiv die Blendenzahl nicht noch niedrigere stellen, da ja beim 3,5 Schluß ist.

Gruß L.
 

christianp

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Hallo zusammen!

Vielen Dank für eure Hilfe. Ich hab´s jetzt verstanden und die 100% aus meinem Kopf gestrichen.

Gruß, Christian
 

gs2

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Was zählt, ist verwendete Blende, Brennweite, Motivabstand und in Grenzen die Objektivkonstruktion.

Anbei ein 85mm Portait, das lediglich mit KPT6 Equalizer nachgeschärft wurde:

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lg Gerhard
 

pipaul

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