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Welche Hasselblad passt

Canonfantom

Bringt häufig das Frühstück mit
Mitglied seit
1 Okt 2003
Beiträge
1,367
Hallo liebe Fotofans,
als langjähriger Nutzer im Nachbarforum habe ich heute den Sprung hierher unternommen, weil es mich wieder gepackt hat. 1969 habe ich mit einer Agfa-6x9-Box angefangen, seit 1979 fotografiere ich mit Canon auf Kleinbild und seit etwa 1988 mit Yashicamat 6x6 und zuletzt einer zweiäugigen Rolleiflex von 1951. Vor einigen Tagen hatte ich dann auch eine wunderbare Hasselblad in der Hand (auf den Typ hab ich nicht geachtet, weil ich damals ausschloss, mich auch damit noch zu belasten), doch seit der letzten Fotobörse komme ich nicht mehr los davon. Solange es die Kameras und die Filme noch mit einigermaßen vertretbarem Aufwand gibt, möchte ich mir eine (!) Hasselblad zulegen, um endlich beim Fotografieren wiedeer zur Ruhe zukommen.
Leider habe ich 30 Jahre lang alles zum Thema Hasselblad nur im Vorbeilesen aufgenommen, meine kenntnisse sind also nur latent vorhanden und entsprechend unentwickelt.
Jetzt meine bewusst schwierige Frage: Welches wäre für mich das richtige Modell, wenn ich eine typische Hasselblad möchte (alter egal), die sich brauchbar händeln lässt, die keine typischen Schwachstellen hat, wo man sozusagen nichts falsch macht und mit 100 Prozent Hasselblad fotografiert. Könnt ihr mir ein zwei Typen empfehlen? Als ich beim großen Auktionshaus den Suchbegriff Hasselblad eingab, wurde ich beinahe erschlagen, weil ich Hasselblad nun gar nicht kenne, mich 6x6 (größer sollte es wegen der Verarbeitung nicht sein)aber immer noch fasziniert.
Allein vom Aussehen gefallen mit sehr die 500 EL/M und die 500 CM, aber da liegen ja offenbar auch schon Welten dazwischen. Motor muss übrigens nicht sein, hatte ich bei einer (geliehenen) RB 67 auch nicht, die mir für (gelegentlichen) Handbetrieb aber zu unhandlich ist.
Wegen der Verstellbarkeit (Shift, Rückteil) liebäugele ich ja auch noch mit einer Linhof Technika (ich hab früher nur leihweise damit gearbeitet), oder gibt es eine Firma, die eine Kreuzung aus Linhof/Hasselblad darstellt?
Ich bin dankbar für jeden Tip.

LG Thomas
 
Hallo Thomas
Zu Deiner letzten Frage: Gar nix gegen Hasselblad, aber vielleicht wäre Dir mit einer Rollei SL66 eher besser gedient. Aber Jan Böttcher wüsste da sicher mehr.
Ernst
 
Das kann ich nur unterstreichen.

Ich wollte immer eine Zweiäugige besitzen, bis ich sie mir vor einigen Jahren tatsächlich gekauft habe. Eine tolle Kamera, wenn man sich nicht allzu schwer bepackt auf Tour begibt, jedoch etwas eingeschränkt in den Möglichkeiten.

Allerdings hat da der Mittelformatvirus voll zugeschlagen. Dieses Jahr habe ich mir eine SL66 inklusive Zubehör geleistet, weil ich im Studium mit dieser Kamera Produktfotos gemacht hatte und sie damals, als mit fotografieren nicht im mindesten interessierte, doch recht gut fand.

Heute ist das was anderes: ich bin völlig begeistert von dieser Kamera. Ich bedaure den Kauf keine Sekunde. Allerdings habe ich fast ein dreiviertel Jahr nach der richtigen gesucht.

Gruß

Frankg
 
@ Frank: Die Frage nach der richtigen Hasselblad mit SL66 zu beantworten hilft Thomas ja echt weiter ;o)
Ich habe mich übrigens auch (wenn auch schweren Herzens) für die SL66 entschieden - letztlich aus einem einzigen Grund: die TTL-Belcihtungsmessung (in meinem Fall sogar mit Spot). Bei Negativen scheint das vielleicht überflüssig, bei Dia & Makro kann man meines erachtens nicht darauf verzichten.
Die Hassi scheint besser zu bedienen zu sein, schnuckliger (sprich kompakter) ist sie mit Sicherheit, bei Rollei haben die Konstrukteure scheinbar 3 Hände ;o)
Ein weiterer Vorteil, den ich an der SL66 aber immer mehr zu schätzen lerne: es passen Großformatoptiken & Makrosachen dran ... die HFT -Optiken (also die mit der modernen Vergütung) sind selten & oft sehr teuer. Da verzichte ich doch gerne auf die Springblende & fotografiere mit modernsten APO's von Schneider, Rodenstock etc (darf auch gerne Sinaron draufstehen ;o)

Tilman
 
Hallo Tilman,

ohne den Fred jetzt kapern zu wollen. Ich finde dass die SL66 die bessere Hasselbald ist:-)
Allein der Balgen für die Scheimpflugverstellung ist unique.
Dazu die Retrostellung der Objektive.
Mit der Größe, bzw. Handhabung habe ich nicht die mindesten Probleme. Ich finde sie sogar recht kompakt.
Wie Du richtig anmerkst: sie ist vielseitiger, die Hasselblad etwas handlicher, aber dass muss man selbst ausprobieren.
Ich finde Hasselblad im Vergleich nur zu teuer, denn die Rolleis sind mindestens gleich gut. Nur aus irgendwelchen Gründen nicht ganz so gefragt.

Die Hasselblad 500C ist wohl der Klassiker, alles andere sind Ableitungen des Grundkonzeptes. Daher wäre es wichtig zu wissen auf welche Eigenschaften, z.B. wechselbare Mattscheibe Du Wert legst. Dann könnte ein Hasselblad-Profi sicher kompetent Rat geben:-)

Gruß

Frankg
 
Hehehe,
also dann muß ich wohl für die Hasselblätter Partei ergreifen ... aber ich habe so gut wie keine Ahnung von den einzelnen Modellen.

Gegenüber den Rollei 6x6 SLR Kameras dürften die 500er und 2000er alle kompakter und leichter abschneiden (die EL/M mal außen vor).

Die Objektive zur Hasselblad sind (ebenso wie für Rollei) alle top, und es gibt ein paar mehr als für Rollei.

In der Bedienung reichen bei den Hassies zwei Hände, eine Zweiäugige oder SL 66 erfordert eigentlich (wie oben erwähnt) immer drei Hände (oder propellerartige Bewegungen mit zwei Händen und/oder ein Stativ. SLX-6008 geht mit zwei Händen).

"Klassisch" wäre wohl eine 500er ohne Motor ... je neuer, desto besser (bessere Antireflex-Beschichtung innen, irgendwann der bessere Faltlichtschacht (mit der Rollei-Kinematik statt der vier Klappen), schöne Acute Matte Einstellscheibe, ...).

Ein dunkler Fleck in meinem Hassl-Wissen: ob es eine 500er mit Rückschwingspiegel gibt ... das wäre für mich ein relevantes Kriterium. Bei Pentacon Six ist nach dem Schuß erstmal zappenduster, das gefällt mir nicht. Bei einer Billig-Canon (EF-M?) habe ich mal erlebt, daß der Spiegel scheinbar erst vom Transportmotor wieder runtergezogen wird (statt von einer Feder getrieben sofort zu schnappen), das mag OK sein, wenn man eh eine 15er Valium intus hat, mich hat es aber gestört.

Tip: nicht blind kaufen, sondern erstmal anfingern; sei es bei einem Freund, in einem Laden oder auf einer Börse.

Grüße
Jan
 
Hi Thomas,

guckst Du hier:

http://www.stefanheymann.de/501cm/historie.htm

und hier:

http://www.stefanheymann.de/501cm/gebrauchtkauf.htm

500C ist zu alter Tobak, wurde bis 1970 gebaut, für Anwender eher uninteressant.
Ansonsten sind SL66 und 500er einfach verschiedene Philosphien:
SL66: Schlitzverschluss (Syncrozeiten sind museal langsam, geeignet für
Studio, Stills, Architektur, Macro, also alles was langsam ist ...
500 C/M (die sollte es schon mind. sein): Zentralverschluss (Objektive daher auch meist teurer), Reportage, Portrait, People etc. ... und ...
sie ist im Gegensatz zur SL66 pixeltauglich, d.h. Digibacktauglich ...
 
Hallo Jan, Ernst, Tilman,Frank, pixelpusher,

erstmal vielen Dank für die doch schon vielen und auch kontroversen Antworten. Natürlich will ich nicht blind kaufen, sondern mich erst bei MF-Praktikern informieren, deshalb bin ich ja auch hier gelandet.
Tatsächlich hat mich das zeitlose Design und das Handling (ich glaube jetzt es war eine 501C) der Hasselblad mehr angezogen als die Alternativen, die ich bisher ausprobiert habe. Vor drei, vier Jahren hatte ich mal eine Vorlage für einen geschätzt 2,50 mal 5 Meter großen Messestand zu fotografieren. Da ich nur Kleinbild und 6x6 habe (leider die Rolleiflex nur mit Festbrennweite, wo ich unbedingt Weitwinkel brauchte), hat mir ein freundlicher Fotoanalysestudiobesitzer (Wissenschaftliche Fotografie, Hochgeschwindigkeitsaufnahmen, Elektronen-Mikrofotografie etc) einige Kameras zur Auswahl geliehen. Ich zog also mit einer Linhof Master irgendwas 9x12 mit optischer Bank, einer Rollei 6008 (bin mir nicht ganz sicher), einer Mamyia RB 67, meiner Rolleiflex Automat und einer EOS los und brauchte drei Tage, bis das Motiv, die Sonne, die Wolken und eine Tierherde als Akteure so waren wie sie sollten.

Beim Arbeiten war letztlich meine KB EOS am schnellsten, am besten zu händeln war die Yashica bzw. Rolleiflex, die passendste Brennweite lieferte die RB 67, die meiste Arbeit machte natürlich die Linhof.
Das letztlich verwendete Bild kam dann aus der RB 67, wobei ausschlaggebend aber ein Motivdetail war, wofür die Kameras alle nichts konnten.

Natürlich wäre es sinnvoller gewesen, sich vorher eine Kamera auszusuchen und dann konzentriert damit zu arbeiten, aber da ich die Fremdkameras nicht kannte, musste ich mich wegen der begrenzten Zeit vor Ort damit vertraut machen, was aber recht gut klappte, da sie nicht computergesteuert sind.

Unterm Strich blieb für mich übrig: Man kann mit fast jeder Kamera gute Bilder machen, wenn man die Kamera beherrscht. Fehlende Ausstattungsdetails muss man mitunter durch Ideen wettmachen (wie hätte sonst Alfred Stieglitz vor 100 Jahren seine genialen Bilder hinbekommen, ohne Autofokus und ohne Belichtungsautomatik????)
Wichtig ist für mich: Brennweiten im Bereich 1:4, besser 5. Helles Sucherbild mit guter Einstellhilfe (bin Brillenträger), nicht zu langsame Blitzsynchronzeiten. Ermüdungsfreies Gehäuse auch ohne Stativ. Und das Design muss mir gefallen, möglichst klassisch zeitlos. Die RB 67 hat tolle Detaillösungen, aber ist unhandlich und nicht besonders elegant (früher fand ich sie ganz toll, als unser Dorffotograf damit die Hochzeiten fotografierte, aber so ändern sich die Perspektiven).

Da ich mir nur eine weitere endgültige Mittelformat zulegen will und nicht wieder einen ganzen Schrank voll, soll sie möglichst alles beinhalten, und da entspricht mir die 500er Serie von Hasselblad wohl am ehesten. Vor allem, weil es da echt viele Objektive gibt (aber extrem wenige bezahlbare Systemhandbücher).
Die SL66 müsste ich mir nochmal angucken, habe aber noch nicht mal mehr Unterlagen parat.Allerdings habe ich nicht so großes Vertrauen, wie lange die Braunschweiger es noch mit dem Service für ihre Geräte halten. Nach dem vielen Auf und Ab bei der Firma ist sie ja wieder am markt, aber als ich letztes jahr bei der Nachfolgefirma anrief, gab es niemanden, der etwas über eine Rolleiflex Baujahr 1951 sagen konnte. Eine freie Werkstatt kann ich mir auch selbst suchen, sogar mit Hasselblad.

Die Seite von Stefan Heymann hatte ich übrigens schon gesehen, ganz grandiose Arbeit. Sowas habe ich für eines meiner Lieblingsthemen (frühe digitale SLR) auch vor, wenn ich mal ein halbes jahr Urlaub bekomme...
Also bis hier schon mal vielen Dank. Ich suche weiter.
LG, Thomas
 
Hallo,
Deine Beschäftigung mit der Materie ist sehr interessant zu lesen, was ich nicht verstehe ist Deine Frage, welche Hasselblad am besten zu Dir passt. Wer soll das beantworten können außer Du selbst.
Da hilft doch nur eine ausgiebige Recherche und ein Erspüren der Möglichkeiten.
Habe mich auf Grund der geringeren Investition für eine Hasselblad r.n.b. entschieden, mir geht es um Mittelformatfotografie und dem Flair und weniger um materiell hochwertige Ausrüstung. Bin da auch in den Anfängen und habe außer AgfaBox keine Erfahrung mit Mittelformat.
Diese Erfahrungen muss und will ich selber machen, das kann niemand vermitteln und im Forum schon garnicht.
Im Forum kann man meiner Meinung nach nur Kommunizieren miteinander und Berichten was man erlebt hat. Aber man kann nicht im vorhinein Erfahren wie man etwas erleben wird, vielleicht um nichts falsch zu machen, dass kann man eben nur mit Mut und Risikofreude selbst erfahren. Selbst wenn man einen Fehler macht bringt das ja die meiste Erfahrung und die beste Lehre. So gebe ich mir mühe mit der russischen Hasselblad durch Versuch und Irrtum in die Materie einzusteigen und Erfahrungen zu sammeln, natürlich nicht ohne auch Fehler zu machen. Der Preis ist ein falsch belichteter Film, Kosten mit Abzügen etwa 7,- €. Finde diese kleine Summe ist eine gute Investition um den Prozess Versuch und Irrtum zu erleben, auf das Leben angewendet ein sehr, sehr guter Prozess. So handhabe ich es auch bei der Entscheidung für eine Kamera, gegen einen Irrtum gibt es keine Garantie, dieses Risiko muss man eingehen wenn man gewinnen will.

gruß ewald
 
Klares Nein,
lieber Ewald.

Die deutlich unterschiedlichen Kamerasysteme kann man schon schön in Schubladen packen und ordnen, wenn bevor sich entscheidet. Manche gehen soweit, sich ein kostenintensives Gerät/System auch vorher auszuleihen und zu testen. 150 Euro für ein MF Experiment mag man verschmerzen und in den Ebay-Moloch zurückschleudern, 3.000, 5.000 oder 15.000 Euro sind dann doch eher sehr schmerzhafte Erfahrungen, falls unpassend.

Meine Entscheidung war z.B.aber auf ganz anderer Grundlage: als armer Azubi hatte ich damals Zugriff auf viele SL66 Objektive und Zubehör, folglich MUSSTE eine SL66 her, obwohl alle "coolen" Fotofreaks 'natürlich 'ne 500C/M hatten. Tja, die SL66 war eher was für Hut- und Hosenträger- Träger.
Trotzdem hatte ich Sie dann fast 20 Jahre lang ;-)

Gruß

Clemens
 
...och nö, es ist müssig pixelpuscher. Wer kauft sich Equipment für 15000 € und holt sich den Rat dafür im Internetforum wie diesem. Muss doch ein sehr leichtsinniger und dummer Mensch sein. In Internetforen gibt es nur Trallala, egal ob über Digicam oder Hasselblad.(bin auch im Hassi-Forum gewesen)
Wer wirklich etwas für sein Leben bewirken will muss die virtuelle Welt verlassen und reale Erfahrungen machen. Das geht nicht ohne Scheitern und Risiko.
Das Forum dient der kurzweiligen Kommunikation und dem Formulieren der Gedanken.

gruß fluuu
 
... och nöö ... Gelaber und ernstgemeinte Ratschläge oder Hilfestellungen sind wirklich zwei verschiedene Stiefel; aber ich meine, hier doch schon Nützliches gelesen zu haben. Natürlich habe ich als Praktiker nichts gegen Praxis. Nur, warum sollte ich nicht auch auf diesem Wege etwas lernen können? Nach jahrzehntelangem Fotografieren mit vielen Kameras weiss ich noch immer nicht alles. Leider.
Ernst
 
@Ernst:

...'mal etwas ganz anderes: Dein November Waldboden-Stilleben finde
grosse Klasse!

Gruß

Clemens
 
...weiß ja, meine Worte wahren barsch, natürlich kann man immer etwas lernen und wenn man techn. in der Klemme ist, lässt sich per Forum meist eine Lösung finden. Nur trenne ich ganz klar zwischen virtuell und real, das aus gutem Grund, es geht nichts über eine reale Erfahrung die man dann sehr gut virtuell mitteilen kann aber es gibt kaum virtuelle Erlebnisse die in der Realität eine größere Bewandnis haben.
So lassen sich doch mit der Mittelformatkamera nur real Erfahrungen sammeln über die man sich dann im Forum austauschen kann.
Ein November Waldboden-Stilleben von Ernst habe ich nicht gefunden...???

gruß ewald
 
...ach das, ja das ist wunderbar, so schön chaotisch und fast schon abstrakt anmutend und die reine Natur. Leider habe ich nur dieses Eine auf der Website gefunden in dieser Art, war es ein Zufall...?

gruß ewald
 
Hallo Ewald,
danke für die Reaktion, habe jetzt erst Zeit zum Antworten.
"Welche Kamera passt?" war natürlich absichtlich etwas provokativ formuliert als Überschrift. Angefangen habe ich auch mit einer Agfa Box 6x9, die passte damals auch. Mir geht es darum, etwas über die versteckten Fehler, Anfälligkeiten und Besonderheiten der Kameras zu erfahren, die nicht in der Bedienungsanleitung stehen, sondern sich erst nach einiger Praxis zeigen, wenn man sich wiedrholt darüber ärgert. Oder wenn zum Beispiel bestimmte Zubehörteile nicht mehr zu bekommen sind oder Ersatzteile fehlen.
Ich hätte natürlich nichts gegen intensives Üben einzuwenden, doch leider kenne ich hier nicht soviele Leute, die die entsprechenden Ausrüstungen mal ausleihen würden.
Vom Handling her habe ich mir mein Urteil schon weitgehend gebildet und ich brauche auch nicht unbedingt eine Belichtungsautomatik, auch wenn die (Gerade bei Telebrennweiten) die Erfolgschancen erhöht.
Ich bin auch etwas ein Feinmechanik-Fan und habe, angefangen mit einer Seagull 6x6 (die auch 4,5x6 beherrschte, aber die Filme zerkratzte) über die Yashica-Mat 124 G schließlich zur Rolleiflex gefunden, weil da einfach alles stimmte und perfekt war. Aber da die jetzt eine Macke hat, möchte ich noch etwas anderes erleben - und die Hasselblad eines Bekannten sagte mir sehr zu. Schöner wär natürlich eine verschwenk- und verschiebbare Kamera wie die Linhof Technika, aber das ist wieder eine andere Geschichte, vor allem Formatmäßig. Ich wills ja nicht übertreiben und Fotografieren soll weiter Spaß machen.
Morgen kann ich mir eine weitere Hassi ansehen und ich berichte mal, ob es mich voranbrachte.
LG Thomas
 
Hallo Thomas,
dass freut mich, dass Du nicht geknickt bist und die Provokation zugibst, dann darf man auch etwas emotionaler antworten.

Gehst Du wirklich so an eine Neuanschaffung einer alten Kamera, dass Du alle Eventualitäten vorher abklären und möglichst aus der Welt schaffen willst? Da bist Du aber sehr gewissenhaft, korrekt und planend.

Bei meiner Hasselblad r.n.b. wie ich sie gerne nenne läuft das ganz anders. Viele bescheinigen ihr Probleme, Fehler und Pannen, hab sie genommen mit der Überzeugung, dass diese Fehler nicht auftreten werden, bei Meiner Einstellung wird alles funktionieren und wenn nicht ist es ein Abenteuer sie trotzdem zum qualitativen Aufnehmen von fotografischen Bildern zu bringen. Für mich liegt darin der Reiz.

Ansonsten war ich heute bei einem Fotografenmeister mit großem Studio, er hat auf digital umgestellt, bekomme Rollfilme usw., er hat mir einen Hasselblad-Body angeboten. Wenn ich auf Grund dieser Gelegenheit das Teil günstig bekomme, nehme ich es und frage dann erst nach Bauart, Ausführung und Seriennummer. Auf Grund dieser Begebenheit passt es auf jeden Fall. Sich dann an die Kamera gewöhnen und zu lernen miteinander umzugehen ist eine Aufgabe. Das schlägt sich mit Sicherheit auf die Qualität der Bilder nieder, wie die Beziehung zur Kamera entstanden ist und gepflegt wird. Aus meiner Sicht hat das mehr Einfluss auf Qualität als die technische Seite, sie lässt sich mit dem Sachverstand erlernen und beherrschen aber das Gefühl zur Kamera entwickeln entsteht durch menschliche Aspekte.

gruß ewald
 
Ewald schrieb am 06. Dezember 2007 - 23:13 Uhr:

'Das schlägt sich mit Sicherheit auf die Qualität der Bilder nieder, wie die Beziehung zur Kamera entstanden ist und gepflegt wird.'

"Genau mit dieser Frage habe ich mich in meinen Fotografien immer wieder beschäftigt, vor allem auch in meinen großen Collagen, die aus zahlreichen Varianten desselben Motivs bestehen und die Perspektive und Lichteinfälle spielerisch zu erfassen versuchen. Ich habe zwanzig Jahre lang leidenschaftlich mit Linsen und Kameras experimentiert. Nun weiß ich, daß es nicht mehr nötig ist. Ich glaube, daß wir lernen müssen, uns von ihr zu lösen. Fotografie ist ganz gut. Aber nicht gut genug. Viele Jahrzehnte lang haben wir gelernt, so zu schauen, als seien wir eine Kamera. Weil wir auf die Wirklichkeit nur noch mit Kamera, Digitalkamera und Handykamera schauen, fangen wir an, wie eine Kamera zu schauen. Wir sehen nur noch Bilder, die aussehen, wie die Bilder, die wir von diesen Fotografien kennen. Mit diesen Lichteffekten, diesen Schatten, diesen Eigentümlichkeiten. Ich glaube, wir müssen neu lernen zu schauen, zu sehen, wie die Wirklichkeit ist. Wir müssen lernen, die Spiegelreflexkamera in unseren Augen zu überwinden. Ich habe in den letzten Jahren versucht, meine Augen wieder neu zu trainieren - und nicht zu schauen wie eine Kamera. Glauben Sie mir, das ist verdammt schwer."
David Hockney, Dezember 2005

Gruß
pixelpusher
 
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