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Wie früher...

mattes

Hat vergessen, wo er wohnt
Mitglied seit
23 Dez 2004
Beiträge
3,569
Hallo.

Dem einen oder anderen mag aufgefallen sein, dass ich ein großer Fan der klassischen Fotografie bin. Ich habe mal ein Bild in einer Art bearbeitet, die mir persönlich - hin und wieder und für bestimmte Motive - sehr zusagt.

IMG_0442.jpg


Was meint Ihr?

Grüße
Matthias
 
Hallo Matthias,

es ist wie für mich als Autofan mit den Oldtimern: ich finde die alten Dinger schön anzusehen und teilweise auch faszinierend, was damals mit den vorhandenen Mitteln geleistet wurde ... aber fahren wollte ich damit nicht! Da lobe ich mir den Komfort und die Sicherheit heutiger Autos. Nur die Wertigkeit in der Verarbeitung, wie ich sie teilweise bei alten Nobelkarossen finde, die vermisse ich heute.

Genauso sehe ich das auch mit den Bildern: solche wirklich alten Aufnahmen und Ausdrucke, da fasziniert mich was mit der damals verfügbaren Technik teilweise geleistet wurde, welche Liebe zum Detail da reingesteckt wurde. Für mich heute erwarte ich allerdings klarere Ergebnisse! Nur leider vermisse ich heute diese Liebe zum Detail, immer wieder leider auch bei mir. Daran will ich arbeiten.

Gruß
Jürgen
 
Hallo Matthias..ich finde Deine Bearbeitung nicht schlecht, ich habe mich gestern auch länger mal beschäftigt mit dem "aus alt machen", aber das Original von mir war ein gescanntes analoges SW-Bild!

@Jürgen..genau aus Deinem genannten Grund, habe ich die alten Kameras von meinem Dad wiederbeleben lassen und mache in letzter Zeit viel mehr analoge Bilder, es bringt einfach wieder mehr Ruhe in die Fotographie! Auch die Vorfreude ist viel grösser bis man sie entwickelt hat und die Stunden bis alles trocken ist, ist kaum zu erwarten!
 
Hallo Harry,

zu dieser "Ruhe in der Fotografie" werde ich eine Situation nie vergessen: ich fing an mit einer Revue oder Praktika, ich weiß es noch nicht mal mehr (war eh die gleiche), mit M42 und 50er FB. Da ging nix manuell! Als ich von der auf die F801 umstieg, waren die ersten Filme für die Tonne! Ich hatte mich dann auf die bis dahin nie gekannten Automatiken verlassen - nein, die waren nicht schlecht, aber dadurch dass ich nur noch draufhielt achtete ich auch viel weniger auf den Motivaufbau! Ich hatte zwar mehr Bilder, aber kaum noch brauchbare. Dann zwang ich mich wieder auf manuell, und siehe da auch die Biler wurden wieder besser.

Zwar ist das meine menschliche Schwäche und nicht die der Kamera, aber seit ich das erkannt hatte verzichte ich nur zu gerne auf Automatiken. Na gut, für Schnappschüsse von den Kindern, so als Erinnerung für spontane Situationen, da sind die gut. Aber für ernsthafte Fotografie, da bin ich mit Automatik zu schwach.

Mit alt oder neu hat das aber nix zu tun. Dazu brauche ich weder eine bestimmte Technik, also weder alt noch neu, noch einen Film. Dazu brauche ich nur die erwähnte Ruhe und das Bewusstsein, was ich da gerade auf Film oder Sensor bannen will.

Gruß
Jürgen
 
Mir gefällt's. Es erinnert mich ein wenig an eine Ferrotypie.
Auflösung und Klarheit sind bei weitem nicht alles und stellen nur einen Teilsaspekt der Photographie dar und nicht mal den wichtigsten. Die heutige Fixierung auf die unseelige Peeperei (noch mehr Auflösung, noch mehr Schärfe, noch mehr Detail, und wehe, das Objektiv kann nicht jeden einzelnen Pixel bedienen) führt imho in die falsche Richtung, denn technische Perfektion tritt an die Stelle künstlerischen Ausdrucks. Die moderne Photographie ist in vieler Hinsicht seelenlos, kalt und vermittelt kein Gefühl. Das Bild von Matthias sprach mich dagegen spontan an, weil es (wenn auch nicht mit den historischen Originalmethoden entstanden) lebt und Emotionen vermittelt, ohne daß die Technik zum Selbstzweck wurde, wie es bei heutigen "Kreativfiltern" ebenfalls meistens der Fall ist.

Gruß
Wolf
 
Hallo Matthias,

grundsätzlich gefällt mir der Stil sehr gut, aber das Bild (ausser dem Rand) ist mir noch zu clean, da hat es kein Korn, keine Kratzer, nichts. Dies nimmt ihm etwas den altene Charakter.

Trotzdem natürlich eine interessante Arbeit.

Gruss
Michi
 
Hab's mir jetzt ein paar mal angeschaut - die Art und Weise des digitalen "alterns" nötigt mir allen Respekt ab - insbesondere der Rand ist großartig gelungen. In der Mitte halte ich es mit Michi - da könnten ruhig auch noch ein paar Störungen zu sehen sein. Das größere Problem für mich ist allerdings das Motiv - der klinisch saubere Einschlag im Wald (links vom Baum) sieht so was von neuzeitlich auf, dass ein "echtes" altes Bild so etwas nie gezeigt hätte.

Gruß, Holger
 
In der Mitte halte ich es mit Michi - da könnten ruhig auch noch ein paar Störungen zu sehen sein.
Aber bitte kein Korn! Eine Ferrotypie (dem sieht das Bild imho am ähnlichsten mit dem dunklen Rand) ist als Unikat (Kollodium-Emulsion auf asphaltbeschichtetem Eisenblech) visuell kornlos!

Gruß
Wolf
 
grundsätzlich sehe ich es etwas zweigeteilt. Einerseits stehe ich ja auf dem Standpunkt 'erlaubt ist was gefällt'. Von daher
ist das ja auch in Ordnung. Obwohl der Stil des Bildes natürlich nicht so ganz dem Gezeigten entspricht. Denn hinter dem
Baum erahne ich eine moderne Brücke. Viel eher sehe ich hier die Schwierigkeit einer entsprechenden Präsentation. Denn
da wird's dann wohl richtig schwierig. Bilder aus der Zeit wurden wohl auch kaum mit Fotoecken ins Album geklebt.

Andererseits, und das ist für mich 'persönlich' das Entscheidende, hab Ich schon'n bißchen Schwierigkeiten, wenn man mit
modernen Mitteln etwas auf 'alt' trimmt. Es hat sich ja vielleicht schon rumgesprochen, daß ich z.T. noch meinen Lebens-
unterhalt mit dem Bau von Möbeln verdiene. Es würde mir aber nicht im Traum einfallen, mit den relativ modernen Mög-
lichkeiten, die mir zur Verfügung stehen, Antiquitäten zu bauen. Also baue ich zeitgemäße Möbel. Also fotografiere ich zeit-
gemäß. Gerade bei der Fotografie sollte zeitgemäß aber nicht mit modischen Stilrichtungen verwechselt werden. Ich nutze
die aktuellen, technischen Möglichkeiten um meine Bildvorstellungen zu realisieren. Das ist sicherlich auch der Hauptgrund
warum ich vor etwa 10 Jahren wieder aktiv angefangen habe zu fotografieren.

Ich sehe es aber genauso wie Wolf. Man muß nicht jeder neuen Kamera hinterher laufen. Man muß nicht ständig neue Auf-
lösungsrekorde erreichen. Die Kamera ist ein Werkzeug. Wenn jemand nicht mit dem Werkzeug umgehen kann, nützt es
ihm auch nichts, wenn das Werkzeug absolute Spitzentechnik ist. Gerade heute früh habe ich beim Durchblättern der neuen
Naturfoto wieder daran gedacht. Da ist ein tolles Bild von einem Koyoten zu sehen. Gemacht mit einer D80 und einem
18-200 er Suppenzoom. Wenn man einschlägigen Foren glauben darf, kann man mit den Dingern ja nicht mal fotografieren.
Tja, was soll ich sagen, das Bild ging über fast 1 1/2 Seiten und war einfach klasse. Technisch und gestalterisch.
 
Hallo

und vielen Dank für Eure Kommentare. "Retro" ist ja gerade groß in Mode, bis hin zur Rückkehr der elendigen Polaroid-Plastikkameras. Das ist mir zu "hip", oder vielleicht bin ich dafür auch einfach zu alt.

Was mir hingegen sehr gefällt, ist der Look der Nassplatten-Fotografie. Den nötigen Aufwand (in jeglicher Hinsicht) kann und will ich aber nicht betreiben, daher versuche ich, mit modernen Mitteln möglichst nah heran zu kommen. Sehr faszinierend finde ich dabei die Arbeiten von Ian Ruther (http://ianruhter.tumblr.com/).

Nach den positiven Kommentaren werde ich meine Versuche auch hier öfter zeigen und hoffe auf einen regen Ideenaustausch.

Viele Grüße
Matthias
 
Moin Matthias,

Bearbeitung ist ja oft so eine Sache, speziell irgendwelche Rahmenversuche scheitern oft im Gesamtbild dann. Das sehe ich hier definitiv nicht so, das Foto und die Umsetzung ist klasse, die Tonung passt optimal und das Foto wirkt authentisch. Würde mal sagen - perfekt gemacht :daumenhoch_smilie:
:z04_bier01:
 
Moinsen Matthias,

das passt. wirklich sauber umgesetzt. Ich finde es auch nicht verwerflich alte Stile/Techniken zu imitieren, wenngleich ich es eigentlich schöner finde, nicht den Umweg über digital zu gehen, sondern gleich analoge Unikate zu fertigen. Wenn es finanziell mal passt, möchte ich mal einen Workshop zum Thema Kollodium-Nassplatte machen, aber das ist ein anderes Thema ;)

Einziger Kritikpunkt zu Deiner tollen Arbeit: Auch für mich mögen die "modernen" Photoecken nicht ganz zum Gesamtbild passen, die hätte ich mnir gespart. Das tut aber dem Ergebnis Deiner EBV-Akrobatik keinen Abbruch :daumenhoch_smilie:


Beste Grüße, Jan
 
wenngleich ich es eigentlich schöner finde, nicht den Umweg über digital zu gehen, sondern gleich analoge Unikate zu fertigen.
Geht leider sehr ins Geld. Ich habe auch eine Schwäche für alte Edelverfahren (Platindruck z.B.), aber ohne garantierten Absatz werde ich mich auf das Abenteuer nicht einlassen.
Wenn Dich Edelverfahren interessieren, dann schau mal hier rein:
http://www.dmuenzberg.de/INDEX.PDF

Gruß
Wolf
 
Moin Wolf,

Danke für den Link, werde ich mir mal in Ruhe anschauen.


aber ohne garantierten Absatz werde ich mich auf das Abenteuer nicht einlassen.

Das ist dann halt wieder der Hobby-Vorteil: einfach nur für mich, aus Spaß an der Freude. Auch der Grund, warum ich mich gerade durch den Weidner mühe, um auf Rügen mit der Linhof adäquat nach Zonensystem, inkl n+/n- Entwicklung arbeiten zu können ;)

Aber die Nassplatte reizt mich wirklich sehr, so ein Workshop schlägt schon mit >300 Euro zu Buche...

Sorry, Matthias, für OT...


VG Jan
 
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