Beim R-System herrscht das Problem, dass die meisten <90mm-Optiken veraltet sind. Sie sind nicht schlecht, aber fallen angesichts ihres Preises und im Vergleich zu den aktuelleren M-Rechnungen zurück. Im Weitwinkel-Bereich bestehen zusätzliche Probleme aufgrund des hohen Auflagemaßes.
Unter diesem Gesichtspunkt kann tatsächlich ein Wechsel auf M interessant sein, falls man solche hochauflösenden Aufnahmen machen möchte.
Allerdings ist dafür kein Ikon-Objektiv notwendig, ganz im Gegenteil, die aktuellen Leica-M-Optiken sind praktisch durchgängig die besten Vertreter ihrer jeweiligen Klasse und spätestens mechanisch rechtfertigen Sie ihren Mehrpreis.
Ich würde allerdings ersteinmal mit Stativ und den vorhandenen R-Optiken (Blendenreihen: zu offen = zu viele Abbildungsfehler, zu kleine Blende = Beugungseffekte) einen Dokumentenfilm ausprobieren und sich selbst von den Möglichkeiten /Notwendigkeiten solcher "Erbsenzählerei" überzeugen.
Ich arbeite häufiger mit diesen niedriegempfindlichen Dokumentenfilmen (früher Technical Pan, jetzt Imagelink + Spur), welche diese irrsinnigen Auflösungen erreichen sollen. Selbst bei sorgfältigstem Arbeiten auf Stativ, ist bei den aktuellen M-Optiken auflösungstechnisch die Grenze der Photograph oder sonstige Einflüsse - meines Erachtens ist da nichts mehr zu holen. Obwohl ich natürlich nicht mit verheißungsvollen Messwerten wie 100lp/mm oder 1000lp/mm aufwarten kann.
Hier ein 4000dpi-Trommelscan (~20MPixel) eines fürchterlichen Gigabitnegativs (1/500s, Hand, 1,4/35Asph ~f2,8, roter Kasten zeigt Ausschnitt):
Und der 100% Ausschnitt:
Nun gut, viel hat das Forum nicht übriggelassen, aber ich denke an den Ästen kann man schon erahnen, dass dort teilweise pixelgenau getrennt wird.
Ich persönlich bin davon begeistert, was eine solche Kombo an meinem alten Focomat V35 auf 40x60cm zaubert - muss aber jeder letztlich für sich entscheiden, 25ASA sind quälend unempfindlich.
P.S.
Leider muss ich der Marketing-Abteilung eine bisher Zeiss-untypisch polemisch/reißerische Aufmachung unterstellen. Man sollte zumindest die Angaben aus Cosina-Sektion nicht ernster nehmen, als eine Microsoft-Anzeige.
Hohle Sprüche wie "einzigartige" Bildqualität der Cosina-Ikon-Optiken, welche natürlich eine Neukonstruktion eines Gehäuses erforderlich macht, hatte Zeiss eigentlich nie nötig...