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"Anleitung" für die Blaue Stunde

Juergen64

Da fällt uns kein Titel mehr ein
Mitglied seit
14 Jul 2012
Beiträge
12,289
Hallo Leute,

in der Vergangenheit wurde ich schon ein paar Mal gefragt nach Anleitungen für die Blaue-Stunde-Fotografie. Ich weiß zwar nicht warum ausgerechnet ich? Schließlich haben wir hier in jüngster Zeit einige Beispiele anderer Nutzer gesehen die das meines Ermessens besser können als ich.

Dennoch, gestern Abend war es wieder mal so weit: ich war in Saarbrücken unterwegs, hatte beim letzten Kunden etwas länger gebraucht als geplant, und wollte dennoch schnell etwas von der blauen Stunde mit dem Sensor einfangen. Es war eigentlich schon zu spät, ich war schon mitten in der blauen Stunde als ich beim Kunden rauskam, und die Kamera lag noch im Auto. Also blieb mir leider nur, vom üblichen Plan abzuweichen und relativ spontan ab in die Stadt, Kamera mit 16-35 um den Hals und Stativ geschultert, und schauen was sich noch machen lässt? Umso mehr habe ich mir Gedanken über meine übliche Vorgehensweise gemacht und beschlossen, die mal für Interessierte hier niederzuschreiben:

  1. Motivsuche in der fremden Stadt
    Zuerst einmal schaue ich in Google Bildersuche, Wikipedia und ähnlichen Quellen, was andere schon fotografiert haben. Auch Hinweisschilder auf Sehenswürdigkeiten sollte man nicht außer Acht lassen, und manche Städte protzen auch gerne auf ihrer eigenen Website mit ihren Highlights. Gerne willkommen sind Motive, von denen ich nur Handyaufnahmen bei Tag finde! Aus dieser Liste filtere ich zuerst die heraus, von denen ich feststellen kann dass sie bei Nacht beleuchtet sind. Dann schaue ich mit Google Maps, aus welcher Himmelsrichtung ich die fotografieren kann, denn das tiefste Blau finde ich gegenüber der untergehenden Sonne. Ergo fotografiere ich meist von West nach Ost. Die meisten Kirchen scheiden daher aus, da Kirchen genau andersrum gebaut werden (Turm im Osten, Altar im Westen). Habe ich dann mein Motiv gefunden, schaue ich noch mithilfe der Satellitenaufnahmen wo ich fotografieren kann und wenn es zeitlich knapp wird noch ob ich da auch in der Nähe parken kann. Dann nix wie hin.

  2. Am Motiv
    Mit der Kamera immer wieder vor's Auge gehalten, gehe ich erst einmal eine Runde von Süd über West nach Nord, schaue nach dem idealen Blickwinkel. Wenn ich zeitig genug da bin, also noch deutlich vor Sonnenuntergang, nehme ich mir dafür auch viel Zeit, merke mir mehrere Positionen. Bei Tageslicht dort einzutreffen hat auch den Vorteil Testaufnahmen machen zu können und gleich zu beurteilen ob da noch irgendetwas Störendes ins Bild ragt. Für die Testaufnahmen habe ich mein Moduswählrad auf U2 stehen. Dort lasse ich der ISO freien Lauf, Blende steht auf 8, Verschlusszeit auf 1/40; alles andere lasse ich die sehr gute Automatik machen was sie will. Die Testaufnahmen lösche ich übrigens wieder, denn bei Tageslicht sieht man zu viel Unschönes in den Städten. Bei Nacht wird halt wirklich nur das Sehenswerte beleuchtet!

  3. Die Entspannung
    Habe ich dann mal so ein knappes Dutzend auf den ersten Blick interessanter Standpunkte gefunden, entspanne ich bei einer Tasse Kaffee (an den meisten Sehenswürdigkeiten findet sich Gastronomie), warte auf den richtigen Zeitpunkt, und schaue mir dabei nochmal die Testaufnahmen ganz genau an. Da fällt dann nochmal das Eine oder Andere raus. Mehr als 2-3 gute Aufnahmen lassen sich in der kurzen blauen Zeit eh nicht realisieren, eher weniger! Beim Kaffee überprüfe ich nochmal meine Einstellungen auf U1: ISO 100, Blende 8, Belichtung -0,7, Farbtemperatur 4000K (vergesse ich manchmal, ist aber bei RAW nicht schlimm), elektronische Helferlein wie Rauschunterdrückung und so alle aus, Spiegelvorauslösung 2 Sekunden, Stabi aus, ...

  4. Die Aufnahme
    Rechtzeitig bevor es soweit ist ziehe ich mit meinem Geräppel zum ersten Standort. Dort baue ich Stativ und Kamera auf, probiere eventuell nochmal verschiedene Blickwinkel. Dann wird erst mal das Stativ möglichst präzise ausgerichtet, anschließend die Kamera genau in die Waage gebracht. Tja, und dann warten aufs richtige Licht und Knöpfchen drücken. Das war's!
Ich hoffe, damit dem einen oder anderen Anreiz gegeben zu haben das auch mal zu probieren? Wichtig ist die Zeit und die Tasse Kaffee, sprich die Entspannung am Ende eine Arbeitstages. Da kann ich mich dann voll auf meine Aufnahme konzentrieren und damit abschalten vom Stress des Tages. Habe ich auch nur eine gute Aufnahme im Kasten, bin ich zufrieden. Habe ich keine, dann habe ich wenigstens zwei entspannte Stunden hinter mir und kann auch zufrieden heimfahren!

Wenn jetzt einigen von Euch noch etwas fehlt, seien es Fragen weil ich was übersehen habe niederzuschreiben, oder eigene Anregungen wie Ihr es anders macht, dann nur zu!!!


Gruß
Jürgen
 
oder eigene Anregungen

Moin Jürgen :)

anders mache ich das auch nicht, ergänzen kann ich nicht wirklich viel, nur Details :)

Zeit und Standort:

Was (mir) dabei oft hilft ist der Dämmerungsrechner, denn es gibt zwei Gründe, die mir wichtig sind dabei:

1. Viele Orte eignen sich nur dann besonders, wenn die Sonne hinter oder neben dem Motiv untergeht.
2. Die genaue Zeitangabe und Dauer des Sonnenuntergangs mit anschließender Blauer Stunde hilft bei der Motivplanung und Standortwahl sehr.

Zusätzlich hab ich immer etwas "schwarzes" dabei, das hilft mir manchmal plötzlich auftauchende Lichter zu vermeiden, die mitten in das Objektiv strahlen, wie z.B. hier am Kanal in Oberhausen, wo der Suchscheinwerfer des Schiffs mich auf der Brücke erfassen wollte, das Foto brauchte 150 Sekunden bei F11 und man sieht in der Lichtspur den Suchscheinwerfer am Anfang hell, dann fehlt ein Stück der Linie, die der Scheinwerfer gezeichnet hat und danach geht es weiter. In das "Loch" in der Lichtspur hatte ich ein Stück schwarzen Stoff vor die Frontlinse gehalten:

_K525451-1.jpg


Spiegelungen:

Hinzu käme noch die Komponente "Wasser", die Spiegelungen ermöglicht, hierbei kann man zusätzlich Planen - nämlich (wie auch sonst) mit der Wettersituation. Für Wasser braucht man keinen Wind - im Gegenteil - Wind ist blöd, macht das Wasser strubbelig und das macht Spiegelungen diffus. Für das Wetter nutze ich einfach die Seite des DWD, das Regionenwetter darauf stimmt ziemlich oft und ziemlich genau. Bringt zusätzlich Infos zur benötigten Ausrüstung ;) und wenn man das alles hintereinander bekommt geht auch alles gut.

Hilfslichter / Hilfsmittel:

Es gibt Momente, wo man einen extremen Dynamikumfang bewältigen müsste, quasi bei völlig dunklen Gebäuden mit punktförmig, starken Lichtern, dabei hilft mir oft eine dieser sehr starken LED-Taschenlampen, damit kann man quasi die dunklen Stellen hell malen. Besonders gut geeignet sind die Modelle mit Cree6 LED und den 18650er Lithium-Akkus, selber verwende ich ein Pila IBC-Ladegerät für etwa 55 Euro und Akkus von Samsung, die eine Schutzschaltung haben (ca. 10 Euro) und die günstigen Cree6-Taschenlampen von Trustfire (ab etwa 8 Euro) und in dem Rucksack ist eine ganz einfach LED-Leuchleiste angeklettet, oft belächelt, trotzdem extrem hilfreich in der Finsternis - hier das BEispiel, was man damit machen kann:

Hier auf dem ersten Foto (hat der Uwe beim Pottleuchten gemacht) hab ich mit der Taschenlampe auf der Halde Haniel in Bottrop die völlig unbeleuchteten Totems angeleuchtet um dann letztendlich diesen Effekt zu erreichen, den man auf dem zweiten Foto sieht, die Totems sind erhellt - je nach Belichtungszeit konnte ich sogar mit der Taschenlampe direkt vor den Totems herlaufen. Wichtig dabei ist die ständige Bewegung des Lichtstrahls und das möglichst oberhalb vom Objektiv, das bringt bei Partikeln in der Luft wesentlich bessere Möglichkeiten das nachträglich per EBV zu kompensieren.
IMGP6014%252B.jpg
_K527068-1.jpg

(c) Uwe1904

Ohne diese Lampe wäre es sicherlich wie ein schwarzer Kamm aus Halde und Totems geworden vor einem hellen Ruhrpott-Panorama, quasi ein Scherenschnitt vor einem bunten Hintergrund, sicherlich auch durchaus interessant, aber nicht gewollt.

Weitere Hilfsmittel sind bei mir "Endlosklettband" um auch mal ein Stativ an einem Zaun zu befestigen, und eine herausziehbare Mittelsaüle um auch mal ganz anders zu arbeiten, so macht es der Uwe beim Pottleuchten auch schonmal ;) hier auf der Halde Hoheward, wo wir mit einem Bauzaun zu kämpfen hatten, der sich dann trotzdem als nützlich erwies :)
IMGP6347-800.jpg



Sicherheit:

Was mir persönlich in der Blauen Stunde und danach geholfen hat, grade in der Industriekultur, gibt es hier nachzulesen: Sicher (auch) durch die Nacht...


Grade die Blaue Stunde ist echt kurz, man muss sich die Gedanken vorher machen, da hat der Jürgen recht :daumenhoch_smilie:

:z04_bier01:
 
Danke für Deine Ergänzungen, Dirk! Ich hoffe da kommt noch mehr? Auch andere dürfen sich gerne einbringen!!!

Was (mir) dabei oft hilft ist der Dämmerungsrechner

Den nutze ich auch. Sorry, hätte ich auch schon verlinken können, aber den hab ich nur auf meiner Tablette als Dauerseite eingefügt, nicht am Desktop.

Gruß
Jürgen
 
Hab auch etwas wichtiges : Das Sucherokular sollte abgedeckt werden bei solch langen Öffnungszeiten.


Gruß, Stefan
 
Wirst lachen, Stefan, aber ich nutze die Abdeckung so gut wie nie! Nur wenn eine Laterne hinter mir ist, halte ich die Hand so vor den Sucher (ohne die Kamera zu berühren), dass der Sucher grob abgeschattet ist - kein Problem bislang. Hätte ich allerdings eine D8xx, dann würde ich schon das Hebelchen betätigen.

Gruß
Jürgen
 
Hallo Jürgen und Dirk, superinformativ! Danke... Nur bei den Kirchen hast nicht recht, Jürgen: Apsis mit Altar und Chor immer im Osten und Eingangsportal und Haupttürme im Westen (Zusätzliche Eingänge und Türme kann es natürlich auch noch an den anderen Seiten geben)...

Gruß Andreas
 
Hab gerade nachgeschaut, Andreas (in Google Maps, Satellitenaufnahmen):

Scheint regional unterschiedlich zu sein? Hier in meiner Heimat stehen alle Kirchen mit Tür im Osten (Beispiel: Polch, schau nach, aber auch die umliegenden Gemeinden. Habe zwischen Wohnort und Heimatort gerade stichprobenartig nachgeschaut), deswegen habe ich das vermutlich von meinem Vater auch so gelernt. Der Kölner Dom aber steht wie Du das schreibst! Danke für den Hinweis!

Gruß
Jürgen
 
Nö Dirk, auch da müssen Hauptaltar und Eingang ihren Platz in einer Himmelsrichtung haben...

Gruß Andreas
 
Moin,
Jürgen, danke für Deine interessanten Ausführungen! So streng wissenschaftlich bin ich da bisher nicht drangegangen. Ich laufe immer noch einfach mit offenen Augen durch die Gegend und schau, was mir vor die Linse gerät. Allerdings habe ich die Himmelsrichtungen durchaus im Blick ;) (Kirchen kann man oft von allen Seiten aufnehmen...)
Was mir allerdings bei Naturaufnahmen schon oft geholfen hat, ist TPE, was in der Stadt für Sonnenuntergänge und Blaue Stunde sicher auch oft nützlich ist.
Dirk, eine Taschenlampe fehlt mir noch in der Tasche... Danke für den Tip!
 
Hallo,

das sind sehr interessante Ausführungen, die ich mir bestimmt merken werde. Bisher habe ich das so wie Fritzi gehandhabt. Und meist ist das auch ein Zeitproblem.
Vielen Dank für diese detaillierten Beschreibungen.
 
Ahoi :)

Vielleicht sind Quellenangaben sinnvoll :)

- Preiswerte und gute Bekleidung gibt es z.B. bei Dacathlon (da habe ich vor einigen Jahren mal Trekkingschuhe gekauft, die sind sowas von bequem - hab ich ständig an auf Tour)
- Regenschutz (Capes) gibt es auch günstig bei Decathlon in der Trekkingabteilung oder im Autozubehörhandel, liegt als Pannenzubehör bei den Warnwesten, kostet knapp 10 Euro und ist sehr klein vom Packmaß

- Taschenlampen kann ich empfehlen von Trustfire oder Ultrafire und dabei auf die Bezeichnung der LED achten, es sollte eine Cree T6 sein und ab 3 Watt Leistung haben und für 18650er Akkus geeignet sein, kosten so ab 8 Euro und sind meistens sogar heller als die deutschen Markenlampen.
- Passende Akkus gibt es von Samsung, Samsung ICR18650-26F protected mit Schutzschaltung, die sollten natürlich in die Taschenlampen rein passen, die Schutzschaltung verhindert das vollständige Entladen der Akkus
- Ladegeräte dafür kann ich nur eines empfehlen, das Pila-Ladegerät (Amazon: B007R5U56U) für 55 Euro - die anderen beiden Ladegeräte für 15 Euro hatten gequalmt.

- Endlosklettband (doppelseitig) gibt es bei verschiedenen Baumärkten als Meterstücke oder im Internet, auch bei Amazon, als Meterware um Kabel zusamenzukletten. kostet etwa 1 € der Meter

- Aktuell als Tipp für den Winter, bei Lidl gibt es von CRIVIT® SPORTS ab Donnerstag (09.10.2014) Damen und Herren-Funktionsunterwäsche, lange Unterhose für knapp 10 Euro und Langarmshirt für knapp 13 Euro, und die Teile sind wirklich sehr gut. Werde mir noch einen zweiten Satz holen.

Habbich noch wat vergessen ?

:z04_bier01:
 
Hallo,
ich mache ja auch ab und zu mal ne Blaue-Stunde-Aufnahme, und die von Jürgen und Dirk gebenen Tipps kann ich so unterschreiben. Was zusätzlich wichtiges fällt mir eigentlich auch nicht ein.
Hab auch etwas wichtiges : Das Sucherokular sollte abgedeckt werden bei solch langen Öffnungszeiten.
Bin mir nicht sicher. Warum? MMn sollte der hochgeklappte Spiegel das bisschen Restlicht, das durchs Okular einfällt, doch (fast) vollständig aus dem Strahlengang fernhalten, oder? Wenn ich den "umgekehrten" Test mache, also bei hochgeklapptem Spiegel in den Sucher schaue, kann ich bei normalen Lichtverhältnissen aber nun mal gar nix sehen, erst, wenn ich die Cam direkt vor eine starke Lichtquelle halte, merke ich eine leichte Aufhellung des Sucherbildes. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses minimale Falschlicht Bild wirksam ist, außer, man leuchtet während der Belichtung mit ner dicken Funzel direkt ins Okular... .
Zur Verdeutlichung mal eben zwei Bilder mit Objektivdeckel, aber offenem Okular:

o,8 sec bei ISO 200
_K5I0907.webp


253sec bei ISO 200, volle Raumbeleuchtung aufs Okular
_K5I0908.webp



Ich sehe da eher keinen signifikanten Lichteinfall.

Anders sieht es natürlich bei der Belichtungsmessung aus, solange der Spiegel unten ist, da wirkt sich Sreulicht durchs Okular sicher wirksam aus. Die Bel. messe ich aber schon vorher, mit dem Auge am Okular bzw. stelle sie manuell nach Erfahrungswerten ein.
Aber schaden kann die Sucherabdeckung auf jeden Fall nicht ;).
Gruß
Uwe aus GE
 
Zuletzt bearbeitet:
... Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses minimale Falschlicht Bild wirksam ist, außer, man leuchtet während der Belichtung mit ner dicken Funzel direkt ins Okular... .

Eine dicke Funzel braucht's bei meiner Fuji S5 nicht unbedingt. Bei mir reichte eine .... keine Ahnung, war eine Strassenszene. Vielleicht eine Laterne, vorbeifahrendes Auto, oder so.
Nicht umsonst gehört eine Okularabdeckung zur Kameraausstattung.
Sehr wahrscheinlich ist es bei jeder Kamera etwas anders. Aber im Hinterkopf sollte man haben dass es eben sein kann ...

Gruß, Stefan
 
Zur Verdeutlichung mal eben zwei Bilder mit Objektivdeckel, aber offenem Okular:

Mal im Ernst, Uwe, die beiden Fotos oben gefallen mir vom Schnitt überhaupt nicht, finde Du solltest rechts und unten etwas schneiden, dann die Tiefen noch etwas abwedeln, dann passt es, auch wenn ich persönlich etwas zu viel Sättigung empfinde. Ansonsten wirklich schöne Fotos :D :D :D :z04_Flucht::z04_Flucht:


Spaß beiseite, wo das Thema grade offen ist, es kommt tatsächlich auf die Kamera an...

... die Okularabdeckung hat bei den unterschiedlichen Kameras eine unterschiedliche Funktion. Es gibt zudem große, dicke "Profikameras" der üblichen Marktführer, wo eine zusätzliche Klappe eingebaut wurde, die diese Funktion am Sucher gleich mitbringt. Auch bei "transluzenten" feststehenden Spiegeln könnte es durchaus sein, dass sowas passiert - weiß aber nicht ob die tatsächlich so empfindlich sind.
Einige Nikonfotografen sprachen mal über Unterschiede mit und ohne Abdeckung, hatte ich in einer Diskussion in der Fotocommunity etwas drüber gelesen.

Bei der Pentax wäre sie nach meiner Erfahrung in der Praxis nicht nötig, wenn der Spiegel hochklappt ist die Mattcheibe völlig abgedichtet, es gibt allerdings andere Mattscheiben, die mit Shims eingesetzt evtl. nicht ganz so dicht sind wie die serienmäßigen dicken Scheiben. Trotzdem schreiben andere Hersteller, dass man das Ding aufstecken sollte, vermutlich sind die nicht so lichtdicht bei M-Up.

Bei Pentax ist es anders, nach meinem Wissen soll das nur aus dem Grund erfolgen, weil die Belichtungsmessung durch dieses Licht über das Prisma das Foto beeinflussen kann, wenn der Spiegel unten ist, denn da ist der nicht lichtdicht zum Belichtungssensor:

Unbenannt.JPG


Wer in der Blauen Stunde mit dem manuellen Modus loslegt, wie ich das eh mache, wird da keinerlei Probleme mit den Pentax-Klappern haben. Selber habe ich diese Abdeckungen "irgendwo" rumliegen, nehme den Gurt oder den Daumen, wenn ich das brauche, ist praktischer so.

Trotzdem ein guter Ansatz das mal auf den Prüfstand zu bringen, bringt einen ja auch weiter :daumenhoch_smilie:

:z04_bier01:
 
Selber habe ich diese Abdeckungen "irgendwo" rumliegen,
Immerhin hast Du eine Abdeckung - bei der Kx ist gleich gar keine dabei. Hab allerdings auch noch nie Probleme gehabt. Wenn Autos hinter der Kamera herumfahren, halte ich einfach die Hand über den Sucher.
 
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