ganesha
Läuft öfters hier vorbei
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- 9 Jan 2008
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Nach vielen Jahren Fotografie ist es wieder passiert. Ich habe mir eine neue „Immerdabei“-Digitalkamera zugelegt. Meine erste (und bisher einzige!) Immerdabei war vor Jahren eine Nikon Coolpix 950, und so wirklich „Immerdabei“ war sie nicht, weil zu groß, der Akku zu mau, zu lahm beim Auslösen, zu gering die Auflösung – kurz, nach einigen Monaten verschwand sie in meiner Aservatenkammer, irgendwo hinter einigen Magazinen für die RZ67 und Planfilmhaltern, die ich seit Jahren nicht mehr benutzt haben. Ich habe sie jetzt verkauft, auf eBay, und immerhin 50 Euro dafür bekommen. In der Zwischenzeit war viel passiert, ich war vor 2 Jahren fast komplett ins digitale Lager gewechselt. Schleppte mich tot an C-Kilogrammen, einem perfektem System für den Beruf, und etwas weniger schleppte ich an meinen Leica-Ms. Und schaute immer ganz neidvoll auf die „Adabei“-Kameras meiner Mitmenschen. Die hatten zwar nicht immer alles drauf, weil die Automatik, Dumm wie Brot, mal wieder etwas zu hell oder zu dunkel gemessen hatte oder Herr Schwarzschild zu Besuch war und leider auch kein manueller Eingriff ins Programm möglich war – aber dafür hatten sie die kleinen Kameras immer dabei, während meine Ausrüstung auch gerne mal zu Hause blieb. Frust machte sich breit. Und ich traf eine Entscheidung. Ich wollte auch eine „Immerdabei“ haben, aber eine, die manuelle Eingriffe erlaubte. Der Fotohändler meines Vertrauens lachte mich aus, als ich ihm erzählte, was ich wollte: klein, hohe Auflösung, hohe Lichtstärke, hohe Qualität, idealerweise RAW, manuelle Eingriffsmöglichkeiten. Der Fotohändler meines Vertrauens hörte auf zu lachen und kam mit etwas hinter der Theke hervor, was etwa das Gewicht eines Backsteins, die Größe einer EOS-1Ds Mark II mit 500mm Objektiv und den Preis eines Leica-M Objektivs (nicht asphärisch!) hatte. Und den Charme einer Toilettenpapierrolle. Stolz wie eine Katze, die eine Maus erlegt hatte, sagte er: Das, Herr Heidecker, ist die Lösung: eine Bridgekamera! Aha. Bridgekamera. Bridge over troubled waters. Nun, da ich bei „in die Tasche stecken“ nicht an die seefrachtcontainergroßen Koffer meiner Freundin sondern eher an meine Barbourjackentasche dachte, fand ich die Idee nicht so prickelnd. Bis ich auf die Daten der D-LUX3 stieß. Jawoll, dachte ich spontan, die will ich haben – und bestellte sie auf’s Geradewohl, ohne sie gesehen zu haben. Und nun ist sie da. Seit gestern. Es war wie damals an Weihnachten, als ich das erste Mal meinen Chemiebaukasten auspackte. Klein, schwarz und schön! Und ich legte sie nicht mehr aus der Hand! Kaum größer als eine Zigarettenschachtel (Nein, nein, nicht Cohiba, ich meine wirklich Zigarette). Ich fotografierte meine Wohnung auf und ab und war begeistert von der Qualität der Ergebnisse. Gut, die Auslöseverzögerung ist natürlich größer als bei meiner EOS und noch größer als bei einer Leica M – aber sie ist immer noch schnell genug, um alles mitzubekommen. Sie hat 10 Megapixel, ein wunderbares Display, vollmanuelle Einstellmöglichkeiten bis bin zu ISO – und sie schreibt RAW (für mich doof, weil Leica-RAW, das derzeit leider nicht von meiner Version von CaptureOne unterstützt wird) – aber mit dem mitgeliefertem Konverter geht’s ja auch und, hey, in erster Linie ist das ja eine „Immerdabei“. Nur die mitgelieferte 64 MB Karte kann man getrost in die Tonne treten, wenn man mit hoher Auflösung arbeitet (habe ich durch eine 2 GB SD Karte ersetzt). Ich weiß, ich liebe sie jetzt schon – und sie wird immer dabei sein!