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Erfahrungsbericht G2

  • Ersteller Ersteller Berndklein
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Berndklein

Erfahrungsbericht QV-4000 und

Erfahrungsbericht QV-4000 und Canon G2

Mein Profil:
Vor der Digitalfotografie setzte ich die Nikon SLR FM-2 (rein manuell und mechanisch) und FE (Zeitautomat) und die Objektive Micro Nikkor 2,8/55 bzw. 4,0/200 und ein Sigma Zoom 28-80 3,5-5,6 ein. Die Motive meiner Wahl waren und sind: Makrobereich, Landschaft, außergewöhnliche Sichtweisen und Reisefotografie im weitesten Sinn.

Ich kenne die Zusammenhänge der optischen Abbildung (Zeit/Blende/Schärfentiefe etc.) und die Auswirkung von unterschiedlichen Filmmaterialien.
Bisher benutzte ich Fuji 100-ASA-Diafilme. Ich mag die starke, aber nicht übertriebene Farbabbildung. Ich benutzte einen Polfilter zur Farbverstärkung auf allen nichtmetallischen Flächen.

Pro Reise fotografierte ich zwischen 500 und 3000 Dias. Nach der Sortierung blieben max. 10 % davon übrig.

Einige meiner Bilder wurden veröffentlicht, z. B. in Color-Foto.


CASIO QV-4000
Meine Casio QV-4000 wurde im April 2002 von mir erworben und hatte die Firmware Ver. 1.01.
Ich besaß und benutzte den „Conversion Lens Adapter LU35“ und einen Polfilter Heliopan circular Slim ES 58.

Entscheidung für Digitalfotografie und zunächst die Casio QV-4000
- leicht und handlich (mit allem Zubehör incl. Tisch-Stativ statt 6 nur 1kg!)
- Bilder sofort überprüfbar, wichtige Bilder können bei Fehlern sofort wiederholt werden
- Infrastruktur war vorhanden (PC, LapTop, Foto-Drucker)
- Manuelle Einstellung, vor allem beim Weißabgleich, aber auch kpl. manuelle Belichtung möglich
- Gitternetz einstellbar
- Dioptrienausgleich (auch wenn er meine gegen meine "Blindheit" nicht ausreicht)
- Immerhin vorhandener externer Blitzanschluss
- Große Lichtstärke, dadurch 100 ASA fest für mich kein Problem
- Spiegelreflex-„Effekt“ durch LCD-Bildschirm
- Möglichkeit der für mich einfachen Nachbearbeitung
- AA-Standard-Akkus
- Compact Flash
- Gute Tests
- Gute Beispielbilder im Internet
- Gutes Forum
- Guter Preis (Camera Discount, EUR 605)

Praxis QV-4000
Vorteile im Vergleich zur vorherigen SLR-Praxis und zu anderen Digital-Kameras
- Gute Einstellmöglichkeiten, auch für Kamera-Internas, wird nur von Nikon CP 4500/5000/5700 und Canon G2/G3 übertroffen
- Sehr gute Bedienbarkeit mit und ohne Menü
- LCD-Bildschirm: Gute Abbildungsleistung (aber nur im Innenbereich!)
- Aussagefähige und komplette Anzeige zum jeweiligen Foto
- Gute Menüsteuerung
- Besonderer Vorteil: Beeinflussung der Einstellungen beim Kamera-Start
- Grandiose, nur manchmal störende Schärfentiefe (kommt vom im Vergleich zum Kleinbildfilm wesentlich kleinerem CCD)
- Durch geringe Abmaße (im Vergleich zur Leistung) seit dem Kauf fast immer dabei
- Noch akzeptable Auslöseverzögerung (mindestens bei Vorfocus)
- Relativ schnellere Fotobereitschaft bis zum „Schuss“
- Gute Schärfe, gute Farben: Ich benutzte immer den 2x3-Modus (2256x1504) und die Qualität Hoch (Fine)
(Empfehlung: Immer ein z. B. A5 großes Stück weißes Papier für den manuellen Weißabgleich dabei haben)
- Wenig bis keine Artefakte, auch nicht bei großen Helligkeitsunterschieden und starken Farbkontrast (Beispielbilder auf Wunsch verfügbar)
- Wenig Vignittierung (Abschattung an Bildrand), relativ wenig Verzeichnung (Tonnenförmig bei 34 mm)
- Auch nach dem Foto noch alle Informationen über die Belichtung, die Aufnahmezeit incl. Histogramm verfügbar
- Compact Flash als Speichermedium: ist zwar etwas groß, aber durch Controller in der Karte in der Speichergröße nach oben offen, preiswert, ich benutzte 1 x Memorex 96 MB = 61 Bilder (EUR 50 und Aldi (Medion) 128 MB = 67 Bilder (EUR 59,90), preiswerte Lesegeräte, auch PCMCIA, bei Ebay oder Flohmarkt
- AA-Akkus: gut und preiswert, ein brauchbares, handliches Ladegerät wurde sogar mitgeliefert
- Mit dem Bildbetrachter Irfanview 3.75 (Freeware) einfache Sichtung der Bilder über den PC bereits „in der Kamera“
- Mechanisch gute Qualität
- Entgegen der Bugliste funktioniert bei mir die Einstellung des Einstellrades/Steuerkreuzes in den Modi A/S/M auch bei abgeschaltetem LCD-Display einwandfrei

QV-4000 Nachteile
- Starker Parallaxenfehler des optischen Suchers
- Zu wenig technische Information im optischen Sucher
- Der optische Sucher zeigt zu wenig vom Originalbild
- Schlechter LCD-Bildschirm bei fast allen Außenaufnahmen („spiegelt“ auch ohne Sonne)
Preiswerte und akzeptable Abhilfe: Dia-Gucki (ab EUR 2,50) für Brillenträger mit, sonst ohne Linse benutzen, oder alternativ www.hoodmanusa.com: "Markise" für rund US$ 23
- Schlechte Reaktion bei Akku-Ende, manchmal bleibt das Objektiv dann draußen. Die entsprechende Warnung erfolgt meist zu spät. Eine frühere akustische und optische Warnung wäre schön gewesen.
- Große Auslöseverzögerung und langsame Folgebilder bei Akkustand „2/3“ und weniger
- Schlechte Unterstützung externer Blitzgeräte
- Oft versehentliche Verstellung des Programmart/“Drive“-Art-Schalters
- Gelegentliche Abstürze, nur durch Akku-Entnahme zu beheben, danach störungsfreier Betrieb
- Zu wenig Blendenstufen bzw. nicht stufenlos, (aber immer noch mehr als die meisten anderen Digital-Kameras)
- Dadurch notwendig „kurioses“ Verhalten bei der Blendenautomatik: Von mir voreingestellte Belichtungszeiten werden von der Kamera einfach „überschrieben“: Bei zu hellen Szenen bis zwei Zeitschritte plus und bei dunklen Szenen bis zu zwei Zeitschritte minus.
- Fehlende „Vergrößerungslupe“ im Preview-Modus


Mit diesen Nachteilen konnte ich zunächst leben. Die Mehrinvestition von EUR 2,50 für den Dia-Gucki wegen des schlechten Tageslichtverhaltens im Vergleich zur damals EUR 300 teureren Canon PS G2 fand ich akzeptabel.

Ich habe die Casio QV-4000 bis zum Ende des August 2002 benutzt. Im Sommer 2002 fuhr ich mit der Kamera nach Griechenland. Schon auf der Fahrt und dann im gleißenden Licht auf dem Pilion nervte mich eine Sache: Der LCD-Bildschirm!. Selbst mit dem Dia-Gucki war das Bild nicht mehr 100%ig überprüfbar – schon ein bisschen Fremdlicht machte besonders für mich als Brillenträger das Sucherbild auf dem LCDisplay fast unsichtbar!

Ende August konnte ich die Casio QV-4000 mit allem Zubehör für (mich gute) EUR 650 verkaufen. Ich hatte diesen Zeitpunkt gewählt, da die neue Casio QV-5700 noch Gerücht war und deshalb der QV-4000-Preis kurzzeitig sogar anstieg. Das lag daran, dass Casio (anders als bei Canon üblich) das Modell zum Schluss nicht verramschte, sondern einfach auslaufen ließ.

Mit EUR 650 in der Tasche wartete ich dann ab. Für mich akzeptabel waren folgende Kameras:
- Casio QV-5700: Schon bald musste ich erkennen, dass der LCD-Bildschirm nicht besser war als bei der QV-4000=KO-Kriterium!
- Fuji S602 Zoom: Dabei störte mich die große Verzeichnung im WW-Bereich und die „echten“ 3,1 MP
- Olympus C5050: Moiré und Blooming!
- Canon G2/G3: Als Ex-Nikon-Fan der Name Canon!

Ende September 2002 stieß ich dann auf die Internetseite vom Fotoversand Brinker. Dort wurde die Canon G2 als „Demo-Ware“ für EUR 599 angeboten. Die Bestellung war flugs gemacht; die Auftragsbestätigung eine Stunde später in meiner e-Post-Box. Aus dem Liefertermin „sofort“ wurden dann zwar zwei Wochen, aber die Ware kam vereinbarungsgemäß bei mir an. Die G2 war nicht original verpackt, Handbücher und Software sind kopiert. Alles Zubehör wurde mitgeliefert. Die G2 ist absolut ungebraucht, das Zubehör war noch original verpackt. Die G2 hat keine Dead-/Hotpixel.

Ich hatte vorher die negativen Kritiken über den Fotoversand Brinker gelesen und war auf alle Mögliche vorbereitet. Für mich gibt es (bis jetzt) keinen Anlass zur Kritik!

Canon G2 vs. CASIO QV-4000: Hier meine ersten Eindrücke:

Vorteile G2 zur QV-4000
- Herausragender LCD-Bildschirm, in Abbildung und Funktionalität (dreh- und schwenkbar) für mich allein schon ein Kriterium zum Wechsel
- Blitzschuh und Blitzunterstützung
- Drahtlose Fernsteuerung inclusive
- Fernsteuersoftware für PC (USB) im Lieferumfang
- Brauchbare bis gute manuelle Focussierung
- Besserer Autofocus bei wenig Licht
- Besseres Autofocus-Hilfslicht
- Besserer integrierter Blitz
- Schnellere Betriebsbereitschaft und weniger Auslöseverzögerung
- Gutes mitgeliefertes Software-Paket
- Besserer Objektivdeckel
- Besserer Tragegurt
- Besserer „Filmchen-Modus“, mit Ton
- Besseres LCDisplay für Kamerafunktionen ohne LCD-Bildschirm, aber leider auch nicht beleuchtet
- „Sparausschalten“ abschaltbar
- Anzeige des gerade gemachten Bildes: 2 Sek/10 Sek oder mit „Set“ so lange ich will und sofortiges Löschen möglich
-
Vorteile QV-4000/QV-5700 zur G2
- Besseres Bedienkonzept mit Sofortwahltasten und Bedienrad
- Für Anfänger herausragende „Bestshot“-Funktion
- AA-Standardakkus
- Anschluss für Filter- und Vorsatzlinsen: Gewinde aus Metall und nicht aus Kunststoff, kein verlierbares Abdeckteil
- Besserer Macro-Modus
- Besserer Abdeckdeckel und Mechanik: für CF- und Akku(s)
- Bessere Menüführung und Speicherung des Startzustandes
- Weniger Schärfungsartefakte (ich muss noch mit geringerer Schärfeinstellung experimentierten)
- Weniger chromatische Aberration (kurios: das Objektiv ist ja wohl das Gleiche!
- Automatisches Drehen von Hochformataufnahmen
- 2:3 Modus verfügbar
- Gitternetz einstellbar=weniger schiefe Bilder
- Sehr guter und schneller Service ohne Rücksicht auf „Original-Garantiekarte“, nur mit Kaufbeleg
- Sehr gutes, unabhängiges Internet-Forum mit großer fachlicher Kompetenz

Als EX-Analog-SLR-Fotograf muss ich mit bestimmten digitalbedingten Besonderheiten leben: Moiré-Bildung, Rauschen, Schärfungs- und Kompressionsartefakte (von den Schärfungsartefakten hat die G2 übrigens viel mehr) sind mir als Silberfilm-Fotograf unbekannt gewesen.

Trotzdem und mit allen speziellen (kleinen) Nachteilen der Casio QV-4000/QV-5700 und der Canon G2 möchte ich diese Kameras beide empfehlen.
Würde ich meine „alte“ Nikonausrüstung (ist schon verkauft!) bezogen auf die Bildqualität mit Schulnoten bewerten, bekäme sie die Note 2.
Die CasioQV-4000 bewerte ich mit 2-.
Die Canon G2 bewerte ich mit 2.

Beziehe ich aber alle weiteren Vor- und Nachteile in die Bewertung mit ein, so bewerte ich meine neue Art zu fotografieren mit der QV-4000 mit der Note 1-, mit der G2 vor allem wegen des LCD-Bildschirms, mit der Note 1 (beide auch wegen des größeren Spaßfaktors und unter dem Strich schnellerer und besserer Schussbereitschaft).

Ich hoffe, für einige Besucher dieses Forums war bzw. ist dieser Beitrag hilfreich. Natürlich stellt dieser Beitrag ausschließlich meine persönliche Meinung, bezogen auf meine bisherige Erfahrung dar.


Zu Information über die Bilder, die ich mit der QV-4000 fotografiert habe, könnt Ihr diesen Link benutzen:

http://www.arcor.de/palb/pub/viewAlbumFullSize.php?alb_action=viewAlbumFullSize&album_ID=26420

Dieses Canon G2 Bild hätte mit der QV-4000 nicht entstehen können:

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Die Kamera-Position ist so, dass ich mit dem Kopf nicht mehr zwischen die Kamera und dem Fotoobjekt "gepasst" hätte. Die Bildgestaltung wäre mit der QV-4000 also "Zufall" gewesen. Dank des hervorragenden Klappbildschirms der G2 war die Kameraposition und die Bildgestaltung kein Problem.


Danke für das aufmerksame Interesse an meinem Beitrag!
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Bernd Klein
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D-NRW-Paderborn-Delbrück-Ostenland

(Canon G2 mit Apacer 256 MB, Memorex 96 MB, Soligor Adapterring 52 mm, B+W Käsemann MRC circular Polfilter)
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