Fotofabrikator
Hat vergessen, wo er wohnt
- Mitglied seit
- 14 Mai 2006
- Beiträge
- 3,729
Hallo zusammen,
Farbräume sind ja immer wieder ein Thema in Foren. Viele können sich vielleicht nicht vorstellen was das ist und was "groß" und "klein" in diesem Zusammenhang bedeutet. In einem anderen Thread habe ich es schon mal anklingen lassen welche Farbräume für was gedacht sind. Es gibt Gerätefarbräume, die beschreiben was der Drucker oder Monitor darstellen können, bzw. was die Kamera sehen kann und es gibt Arbeitsfarbräume, in denen die Bilder abgelegt werden und von dort zum Ausgabemedium in den entsprechenden Gerätefarbraum konvertiert werden. Auch dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Hier nur als Stichworte: Perzeptiv, relativ farbmetrisch oder absolut farbmetrisch. Das soll aber hier nicht das Thema sein.
Wichtig ist, dass die Farbräume ziemliche Eier sind (siehe unten) und selten vollständig ineinander liegen. Nutzbar in einer Verarbeitungskette von Eingabefarbraum (Kamera) - Arbeitsfarbraum (sRGB, AdobeRGB, BetaRGB) und Ausgabefarbraum (Monitor, Drucker) ist eigentlich nur die Schnittmenge! Und die kann schon mal ziemlich klein sein wenn die Farbräume ungünstig liegen. Ein Bespiel folgt unten.
Anhand einiger Bilder möchte einge Farbräume anschaulich machen. Wer einen Mac hat kann das mit dem ColorSync-Dienstprogramm (gehört zum System) selber ausprobieren. Für Win wird es ähnliche Tools geben; kenne ich aber nicht.
Schauen wir uns zuerst einmal die Arbeitsfarbräume BetaRGB, AdobeRGB und sRGB im Vergleich an. Der zuerst genannte ist immer das Gitter, der zweite die farbige Darstellung
AdobeRGB - sRGB
BetaRGB - AdobeRGB
BetaRGB - sRGB
Die Bilder sprechen wohl für sich.
Vergleichen wir nun einmal AdobeRGB und sRGB mit einem normalen iMac-Monitor aus dem Jahr 2012. Also nicht das schlechteste, vorallem aber lange nicht das Beste am Markt:
iMac27-2012 - sRGB
Der Monitorfarbraum ist etwas größer als sRGB. Wer also sein Bild auf sRGB von vornherein beschneidet verliert schon etwas.
AdobeRGB - iMac27-2012
Hier sieht man deutlich, dass ein teurer Monitor mit AdobeRGB sicherlich mehr darstellt als ich derzeit sehen kann. Mein Monitor macht das einfach nicht mit.
Noch erschreckender sieht es bei einem 6 oder Jahren alten MacBook aus. Genau weiß ich es nicht mehr wie alt es ist.
AdobeRGB - MacBook (2007?)
Bildbearbearbeitung sollte man hier sein lassen, sofern es um Farben geht.
Vergleichen wir jetzt einmal die Arbeitsfarbräume sRGB, AdobeRGB mit einem Epson7900/9900 mit Phototinte auf entsprechendem Papier.
Epson7900 - sRGB
Die Kartoffel ist der Drucker! Der Farbraum ist in weiten Teilen erheblich größer als sRGB, in anderen kleiner. Ein sRGB-Bild auf diesem Drucker ausggeben hat nur noch die Schnittmenge beider Farbräume zur Verfügung. Das ist erschreckend wenig.
Epson7900 - AdobeRGB
Die Übereinstimmung ist schon wesentlich größer, aber keinesfalls optimal.
Zuletzt noch eine Meinung, die oft höre: Ich drucke nicht auf Papier mit einem Tintenstrahler, sondern lasse auf Fotopapier belichten. Das Ergebnis im Falle SaalDigital sieht so aus.
Epson7900 - SaalDigital (Profil von Saal Webseite)
Der kleine farbige Würfel ist Saal, das Gitter der Tintenstrahler.
Aus den obigen vergleichen ergibt sich sehr schnell, dass es sich lohnt die Bilder nicht von vornherein auf sRGB zu beschneiden und ein teurer Monitor durchaus seine Berechtigung hat. Das ist etwas was man sehen kann. Das beantwortet natürlich nicht die Frage ob man das für seinen persönlichen Gebrauch benötigt und unbedingt ausgeben möchte. Sinnlos ist es jedenfalls ganz und gar nicht.
Gruß
Michael
Farbräume sind ja immer wieder ein Thema in Foren. Viele können sich vielleicht nicht vorstellen was das ist und was "groß" und "klein" in diesem Zusammenhang bedeutet. In einem anderen Thread habe ich es schon mal anklingen lassen welche Farbräume für was gedacht sind. Es gibt Gerätefarbräume, die beschreiben was der Drucker oder Monitor darstellen können, bzw. was die Kamera sehen kann und es gibt Arbeitsfarbräume, in denen die Bilder abgelegt werden und von dort zum Ausgabemedium in den entsprechenden Gerätefarbraum konvertiert werden. Auch dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Hier nur als Stichworte: Perzeptiv, relativ farbmetrisch oder absolut farbmetrisch. Das soll aber hier nicht das Thema sein.
Wichtig ist, dass die Farbräume ziemliche Eier sind (siehe unten) und selten vollständig ineinander liegen. Nutzbar in einer Verarbeitungskette von Eingabefarbraum (Kamera) - Arbeitsfarbraum (sRGB, AdobeRGB, BetaRGB) und Ausgabefarbraum (Monitor, Drucker) ist eigentlich nur die Schnittmenge! Und die kann schon mal ziemlich klein sein wenn die Farbräume ungünstig liegen. Ein Bespiel folgt unten.
Anhand einiger Bilder möchte einge Farbräume anschaulich machen. Wer einen Mac hat kann das mit dem ColorSync-Dienstprogramm (gehört zum System) selber ausprobieren. Für Win wird es ähnliche Tools geben; kenne ich aber nicht.
Schauen wir uns zuerst einmal die Arbeitsfarbräume BetaRGB, AdobeRGB und sRGB im Vergleich an. Der zuerst genannte ist immer das Gitter, der zweite die farbige Darstellung
AdobeRGB - sRGB
BetaRGB - AdobeRGB
BetaRGB - sRGB
Die Bilder sprechen wohl für sich.
Vergleichen wir nun einmal AdobeRGB und sRGB mit einem normalen iMac-Monitor aus dem Jahr 2012. Also nicht das schlechteste, vorallem aber lange nicht das Beste am Markt:
iMac27-2012 - sRGB
Der Monitorfarbraum ist etwas größer als sRGB. Wer also sein Bild auf sRGB von vornherein beschneidet verliert schon etwas.
AdobeRGB - iMac27-2012
Hier sieht man deutlich, dass ein teurer Monitor mit AdobeRGB sicherlich mehr darstellt als ich derzeit sehen kann. Mein Monitor macht das einfach nicht mit.
Noch erschreckender sieht es bei einem 6 oder Jahren alten MacBook aus. Genau weiß ich es nicht mehr wie alt es ist.
AdobeRGB - MacBook (2007?)
Bildbearbearbeitung sollte man hier sein lassen, sofern es um Farben geht.
Vergleichen wir jetzt einmal die Arbeitsfarbräume sRGB, AdobeRGB mit einem Epson7900/9900 mit Phototinte auf entsprechendem Papier.
Epson7900 - sRGB
Die Kartoffel ist der Drucker! Der Farbraum ist in weiten Teilen erheblich größer als sRGB, in anderen kleiner. Ein sRGB-Bild auf diesem Drucker ausggeben hat nur noch die Schnittmenge beider Farbräume zur Verfügung. Das ist erschreckend wenig.
Epson7900 - AdobeRGB
Die Übereinstimmung ist schon wesentlich größer, aber keinesfalls optimal.
Zuletzt noch eine Meinung, die oft höre: Ich drucke nicht auf Papier mit einem Tintenstrahler, sondern lasse auf Fotopapier belichten. Das Ergebnis im Falle SaalDigital sieht so aus.
Epson7900 - SaalDigital (Profil von Saal Webseite)
Der kleine farbige Würfel ist Saal, das Gitter der Tintenstrahler.
Aus den obigen vergleichen ergibt sich sehr schnell, dass es sich lohnt die Bilder nicht von vornherein auf sRGB zu beschneiden und ein teurer Monitor durchaus seine Berechtigung hat. Das ist etwas was man sehen kann. Das beantwortet natürlich nicht die Frage ob man das für seinen persönlichen Gebrauch benötigt und unbedingt ausgeben möchte. Sinnlos ist es jedenfalls ganz und gar nicht.
Gruß
Michael









