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Farbsäume

leicalurch

Läuft öfters hier vorbei
Mitglied seit
9 Jan 2008
Beiträge
132
Hallo,
ich projeziere mit einem Pradovit 300P (Super-Colorplan P2).
Wenn ich nun mal, aus gründen der Oberpingeligkeit, ganz nah an die Leinwand gehe, sieht man beim projezierten Bild an starken Kontrastkanten Fabsäume. Zum Rande hin mehr als in der Bildmitte.

Was ist das für ein Phänomen? Projektor? Aufnahmeoptik? Film?

Udo
 
Das ist m.E. chromatische Abberation des Aufnahmeobjektivs - mithin ein Güteindikator für das Objektv. Durch Oberflächenvergütung versucht man die Frequenzabhängigkeit des Brechungsindex zu reduzieren; Ziel: gleicher Index für alle Wellenlängen. Das ist bei den heutigen Vergütungen zwar schon recht gut erreicht, aber wirklich perfekt kann es eben nie werden - die Physik läßt sich so einfach nicht aushebeln;-)

Nach meinem bescheidenen Kenntnisstand in dieser Hinsicht, kann man im Grunde drei Objektiv-Klassen unterscheiden: die heutigen Vergütungen lassen das Problem praktisch verschwinden (vielleicht eben noch mit der Nase auf der Leinwand erkennbar;-), die Objektive der 70er Jahre (grob), wo erste brauchbare (und bezahlbare) Vergütungen gemacht wurden und die Zeit 'davor', die uns so viele hübsche Sammlerteile beschert hat, die zum Fotografieren nach heutigen Standards eher weniger geeignet sind - um es mal vorsichtig auszudrücken;-)

Andere hier im Forum, die sich in der Historie vielleicht besser auskennen, moechten den zweiten Absatz vielleicht kommentieren,

Gruss
Werner
 
Ich vermute, das sind Effekte der Projektionsoptik (chromatische Aberration). Die dürften am Rand stärker in Erscheinung treten als in der Bildmitte. Rein technisch könnte Abblenden helfen, was allerdings bei einer Projektionsoptik nicht geht, da keine Blende vorhanden ist. Damit könnte man die Randstrahlen ausblenden, so dass das Bild nur noch von den achsennahen Strahlen aufgebaut wird.

HerzlGrüße
Jürgen
 
ich habe das mit verschiedenen P300 getestet. An einem Defekt kann es nicht liegen, höchstens an der Konstruktion des Strahlengangs selber.
(Objektivfehler scheide ich doch bei dem Supercolorplan aus, oder)
Interssant ist, das die Farbsäume unterschiedlich stark auftreten, je nach Motiv. Selbst beim 60er Macro, jedoch am stärksten beim 24er WW. Beim 135 ist das so gut wie nicht zu beobachten, warum auch immer.
Sind die Optiken etwa mangelahft, oder versagt der Film bei hohen Kontrasten? Oder darf das einfach alles so sein?

Udo
 
Hast Du die Dias mal mit einer starken Lupe direkt betrachtet - also ohne Projektion? Sind die Farbsäume auf den Dias auch drauf oder siehst Du die nur in der Projektion?
Falls die Farbsäume auf den Dias drauf sind, liegt's vielleicht wirklich an den Aufnahmenobjektiven liegen. Falls nicht, liegt's an der Projektion.

HerzlGrüße
Jürgen
 
Tja, so schlau war ich auch schon,
nur ist die Projektionvergrößerung auf 2m Breite höher als meine 15x Lupe erlaubt. Daher kann ich das mit der Lupe nicht beurteilen - jedenfalls fällt mir dabei nichts auf.
 
Hm? Evtl. könntest Du ein Dia mal mit hoher Auflösung einscannen - falls Du einen Scanner hast. Wenn Du den Scan dann in einer Vergrößerung am Bildschirm betrachtest, der dem Projektionsmaßstab nahekommt, müsstest Du eigentlich sehen können, ob die Farbsäume auf dem Dia drauf sind.
Ich vermute allerdings, dass es sich wirklich um das Projektionsobjektiv handelt, dass vermutlich "schlechter" ist als Deine Aufnahmeoptiken. Das wäre eigentlich auch kein Defekt, sondern ein normales physikalisches Phänomen.

HerzlGrüße
Jürgen
 
Was spricht eigendlich dagegen, Aufnahmeoptiken zum Projezieren zu benutzen ? Genügend Lichtstrom vorrausgesetzt, könnte man sogar abblenden. Bei den gebräuchlichen Brennweiten (bei KB > 80mm) sind auch keine Kit tgruppen vorhanden, die durch den evtl. auftretenden Wärmeeintrag Scha den nehmen könnten. Die mechanik sollte mit einem alten Zwischenring als Anschluss kein Problem darstellen ...
 
So,
habe noch mal nachgedacht.
Ich werde heute Abend mal ein Stück Alufolie in ein Diarähmchen heften und als Hoch- bzw. Querformat projezieren. Vermutlich werden die Farbsäume wesetlich geringer ausfallen als das bei den Dias der Fall ist.
Dann wäre das Ganze entweder ein Fotochemisches/physikalisches Phänomen oder es liegt wirklich an der Aufnahmeoptik.

Udo
 
fotochemisch ist m.E. auszuschließen, der beste Tip kam schon mal weiter oben: einscannen und am Bildschirm vergrößert betrachten, dann ist klar, ob's die Aufnahme oder die Wiedergabe ist. Evtl. Aufloesungsverluste beim Scannen sind irrelevant - der Farbsaum bleibt trotzdem sichtbar,

Gruss
Werner
 
Guten Morgen allerseits,
die Untersuchungen haben folgendes ergeben:
Der Test mit Alufolie ergab: Äußertst minimale Restfehler in der Bildmitte, etwas "größere" unschärfen und Farbsäume am Rand.
Nochmals: Auf 1.80 m Breite Projeziert und mit 15 cm Abstand von der Leinwand betrachtet! Hier spielt auf jedenfall der Projektor und oder die Projektionsoptik eine Rolle. Möglich, daß ein HighEnd Projektor da noch besser ist, irgendwo muß das der Preis ja gerechtfertigt sein.
Hinzu kommen noch andere"Fehler". Die Qualität des Aufnahmeobjektivs scheint nicht ausschlaggebend zu sein. Ich habe nämlich bei Vergleichsaufnahmen des selben Motives unmittelbar nacheinander fotografiert, mit dem alten und neuen Elmarit 2,8/28mm jeweils das identische Phänomen gehabt.
Ich vermute, daß das immer dann Auftritt, wenn die Details nicht absolur exakt in der Schärfeebene liegen. So ganz erklären kann mir das aber noch nicht. Zumal es bei Weitwinkelaufnahmen stärker zutage tritt. So werde ich als nächsten Schritt das ganze mal einscannen. Soweit -

Nun denn, ist vielleicht Haarspalterei - aber ich habe Spaß daran.

Udo
 
Ich kenne Deinen Projektor nicht, daher die Frage: Wie ist der Strahlengang vom Leuchtmittel bis zur Optik? Gibt es einen Kondensor? Wenn der Kondensor nicht absolut exakt im Strahlengang justiert ist, könnte es ebenfalls zu Farbsäumen kommen. Ganz extrem tritt dies bspw. bei Overhead-Projektoren auf: auf der einen Seite bläuliche, auf der anderen Seite ins gelb-orange neigende Farbsäume.

HerzlGrüße
Jürgen
 
Nun, wie eingangs erwähnt habe ich das bei zwei Pradovit P300 beobachtet. Allerdings mit dem selben(!) Objektiv.
Wie gesagt, vermutlich wird ein noch hochwertigerer Projektor (Pradovit 600 oder RT) auch ein noch besseres Kondensorsystem haben.

Udo
 
So,
ich habe mal einen Ausschnit mit meinem bescheidenen Scanner eingescannt. Es kommt zwar nicht so deutlich rüber, wie bei der Projektion, aber eindeutig auch hier der Farbsaum an der dicken hell/dunkel Kontrastkante des Werbeschildes "Geers".
Zusammenfassend kann man sagen, daß es an der Aufnahmeoptik liegt.
Der Effekt ist, wie schon erwähnt, beim alten Elmarit R-2,8/28 haargenau der selbe wie bei der ganz neuen Version (habe die mal direkt verglichen, s.o.).
Weder bin ich in der Lage das zu erkären, noch kann ich bewerten, ob es typisch für "Leica"- Weitwinkel ist.
Zumindest entdecke ich solche Farbsäume bei alten Aufnahmen mit Nikon Objektiven nicht ...

Udo
30589.jpg
 
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