Hallo in die Runde,
ich bedanke mich zunächst beim "harten Kern" für die rege Teilnahme und das Ihr mich teilhaben ließet an Euren schönsten Urlaubserinnerungen. Nun ist es nicht gerade leicht, die Lieblingsbilder anderer Fotografen zu bewerten. Aber das war ja mein selbstgewähltes Leid. Eigentlich hätte jeder von Euch auch eine Begründung in 3 Sätzen schreiben, warum gerade dieses Bild das schönste, eindrucksvollste oder erinnerungswürdigste von allen für ihn sei. So werde ich also meine persönliche Meinung zu den Bildern kundtun und die für mich eindrucksvollsten Bilder aus der Sammlung küren.
Uwe
Bild 1: Sonnenaufgänge an der See haben immer was eindrucksvolles und dieser ist gut eingefangen, auch wenn die Sonne noch oder schon wieder in den Wolken steckt. Als Schönheitsfehler stört mich hier der zu mittige und leicht schiefe Horizont - nicht viel aber doch zu bemerken.
Bild 2: Hier gefällt mir der Bildaufbau gut. Mal eine andere Art von Durchblick. Das Bild kann ich mir auch gut bei wärmeren Licht vorstellen - aber man kann nicht alles haben. Insgesamt eine interessante Bildidee.
Bild 3: Als "Inselkind" an der Ostsee aufgewachsen mag ich solche Stimmungen besonders. Mein Archiv ist auch gut bestückt mit solchen Motiven. Das Schwarz-Weisse bringt die Dramatik des Wetter sehr gut rüber. Aber auch hier liegt mir der Horizont zu nahe an der Bildmitte. Ich kann die Schwere der Entscheidung nachvollziehen - mehr Himmel weniger Wasser vorn oder mehr Meer und Strand und hinten weniger Himmel. Ich hätte mich beim Schnitt zu Gunsten des Himmels entschieden und so die große Weite und Höhe des Himmels vor Ahrenshoop eingefangen. Die wellenbrechenden Granitsteine wären für mich schon Vordergrund genug gewesen.
Andreas
Bild 1: Ein Blick ins Gebirge - ähnlich dem von Uwes #2 und doch anders. Die weißen Gebäude in der Bildmitte korrespondieren schön mit den Berggipfeln und die mehr oder wenigen weißen Wolken, was den Blick des Betrachters ins Bild hinein zieht. Der Vordergrund ist unaufdringlich und wer genau hinsieht, der findet auf den zweiten Blick auch das Wassergeflügel. Kann ich mir auch gut als Kalenderbild vorstellen, das man gerne einen Monat an der Wand sieht.
Bild 2: Wieder ein Schwarz-Weiss Bild mit Wasser, Wolken und hier dazu noch vielen Booten. Auf den ersten Blick wirkt das ganze etwas überladen, aber wenn man sich Zeit nimmt, kann man auch in dem Bild spazieren gehen mit den Augen. Da sind die verschiedensten Bootstypen und -rümpfe, natürlich die Unzahl der Masten und nicht zuletzt die Spiegelungen im Wasser. Man fragt sich, wie diese Boote alle "eingeparkt" haben und wie sie wieder heraus kommen wollen aus dieser Enge , ohne einander zu beschädigen. Die Wahl der Grautontechnik sehe ich hier als gelungen und berechtigt - ein "buntes" Bild hätte noch überladener gewirkt.
Bild3: Hier steht die Farbigkeit im Vordergrund und die Bearbeitung im Stile von Monet sehe ich als gelungen an. Warum nicht mal ein Motiv der Klassiker der Bildkunst aufgreifen. Interessant, das es diesen Blick nahezu unverändert noch so gibt. Eine eindrucksvolle "Bildbearbeitung" im wahrsten Sinne des Wortes. Hast du das Bild mal als Leinwandruck probiert?
Micha
Bild 1: Wieder ein Blick auf die Ostsee, die aber hier in den Hintergrund tritt. Die Silhouette des Strandbesucher bestimmt den Schwerpunkt des Bildes und gibt dem Betrachter Raum zur Deutung und eigenen Erinnerungen. Ist es ein Abschied vom Urlaub oder ein erstes Begrüßen der See? Wie oben schon gesagt, mein erster und letzter Gang geht auch immer an den Strand, wenn ich mal "nach Hause" komme. Sehr schön auch die "Rahmung" des Hauptmotivs durch die Pfosten der Begrenzung des Dünenüberganges links und rechts und der Unschärfeverlauf im Vordergrund.
Bild2: Die Abendstimmung vor Funchal wirkt auf mich zu trübe und farblos. Klar, die Nebelberge der Insel sind eindrucksvoll, aber für eine Abendstimmung hätte ich vielleicht auf etwas mehr Licht in der Stad gewartet. Gelungen ist die Bildgestaltung mit dem Segler im Vordergrund, dem Mittelgrund mit der Stadt und dem Hintergrund mit den Nebelwolken.
Bild 3: Hier ist mehr Farbigkeit als in Funchal - eine schöne Abendstimmung, bei der die Lampe am Ende der Brücke fast die untergehende Sonne darstellen könnte. Sie gibt dem Bild auch die Tiefe und den Blickpunkt. Aber - das alte Leiden auch hier - der Horizont. Er läßt so mittig das Bild praktisch in zwei Hälften zerfallen. Ein Beschnitt ins Format 16:9 mit etwas ins obere Drittel gezogenem Horizont und dann so, das die beiden Brückengeländer genau aus den unteren Bildecken kommen, würde das Bild spannender machen.
Robi
Bild 1: Das ist doch Urlaubsstimmung am Meer pur. Hier ist die Bildaufteilung für mich perfekt. Der mittige Steg für den Blick ins Bild hinein auf die Hütte im Mittelgrund und Meer und Wolken schaffen den perfekten Hintergrund.
Bild 2: Das Bild hat Dynamik, Dramatik und einen technisch perfekten Bildaufbau. Das Licht ist super und das ganze Bild erzählt eine Geschichte. Perfekt!
Bild 3: Auch hier geht mein erster Blick wieder auf den Horizont, der sehr nahe der Mitte liegt. Doch die genauso waagerechte Linie der unteren Wolkenschicht kaschiert hier die Mittigkeit und zieht den Horizont optisch mehr ins obere Drittel. Die Brennweite ist gut gewählt und die erdige Farbigkeit der Vulkankegel gibt einen warmen und stimmigen Eindruck der Insellandschaft in einer panoramahaft anmutenden Sicht. (Oh, Mann - der letzte Satz klingt ja fast wie eine Bildbeschreibung aus der KI )
Ja- nun meine Wertung: Ich vergebe zwei dritte Plätze. Bei nur vier Teilnehmern soll der vierte sich nicht als Letzter fühlen.
Platz 3: Bild 3 von
Uwe Platz 2: der "Monet" von
Andreas Platz 1: Bild 2 von
Robi
Herzlichen Glückwunsch
Bild 1 von
Micha
Eine schöne Restwoche noch

und ich bin gespannt auf das nächste Thema von Robi.
Karl