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Nachdem das natürlich nicht Platz hatte...... nun öffentlich.

Auf die hier kurz aufgetauchte Auflösungsgescichte gehe ich wohl besser nicht ein, nur soviel. Wie schon erwähnt komme ich
aus dem Graphischen Gewerbe. Dort war dieses Thema zwingend, wegen der Qualität. Das einzig bindende war dort das was
der Filmbelichter konnte. Danach wurde sie Auflösung berechnet, da kamen manchmal krumme Zahlen raus, zwar alles in der
Nähe von 300 dpi, aber noch mit Nachkommastellen.
Auch ich habe viel mit dem grafischen Gewerbe zu tun: Viele meiner Fotos werden im Offsetdruck vervielfältigt, da spielt die Auflösung natürlich eine Rolle - 300 dpi sind dort das Minimum.
 
Ich habe mir sehr lange überlegt, ob ich folgendes schreiben soll, und es mir nicht leicht gemacht, denn es ist ziemlich herb...

was sind denn "kameraspezifische Bilder"??
Auch in deinem Beitrag heißt es doch "Bilderdiskussion" - und um nichts anderes geht es. Hier werden meiner Erfahrung nach Bilder diskutiert auf Ebene des Bildes und nicht danach mit welcher Hardware das Bild gemacht wurde.
Hmmm, ich habe mir den Thread noch mal gründlich durchgelesen und auch im Forum was zurückgeblättert um mir ein Bild zu machen...
Dieters Antwort hier bringt es auf den Punkt. Ein Bild ist ein Bild ist ein Bild und das kann gut sein oder schlecht. Das benutzte Equipment darf niemals als Entschuldigung gelten, nicht wenn man als Profi arbeitet. Wer professionell unter extremem Zeitdruck an sehr flüchtigen Motiven arbeitet (das ist halt typisch für viele Reportagen), muß sich halt entsprechend ausrüsten. Nicht umsonst heißt es in unserer Branche: Nikon, Canon, das war's...

Auch wenn ich mich vielleicht fürchterlich in die Nesseln setze, einige Punkte will ich doch aufgreifen, die mich... nein, nicht ärgern, das wäre das falsche Wort... die mich, sagen wir mal, verwundern:
Und Reporterfotos sind Situationsbilder ohne künstlerischen Anspruch - ich halte die Situationen fest, in der sich Menschen gerade befinden.
Das kann ich in dieser absoluten Form nicht stehenlassen, denn das klingt mir zu sehr nach Entschuldigung. Das eine schließt das andere keineswegs aus, was hochkarätige Bildjournalisten rund um den Globus immer wieder beweisen. Perfekte Beispiele sind z.B. James Nachtwey, Michael Kamber oder aus der alten Generation z.B. Tom Höpker. Auch die Bildstrecken des Boston Globe sind immer wieder eine Offenbarung und zeigen Reportagephotographie vom allerfeinsten, schnell, spontan, auf den Punkt.

Die Kleine hätte nicht gewartet, bis ich in Position bin, bis ich das Licht korrigiert hätte, die Stühle im Hintergrund weg geräumt usw. Ich musste einfach draufdrücken
Bis... bis... bis... Sorry, aber Ausrede! Eine blitzschnelle Veränderung der Brennweite und etwas aufblenden, ein einziger, synchroner Handgriff (Zoomring und Daumenrad) hätte das Bild konzentriert und durch die Veringerung der Schärfentiefe den HG entschärft.
Mit den Beispielfotos sollte keine Schärfedemonstration durchgeführt werden, sondern nur Beispiel für spontane Fotos gezeigt werden.
Zu der Wahl des Fokuspunktes in "Mutter und Tochter" habe ich ja schon was gesagt. Auch hier: Ausrede!

Professionelle Reportagarbeit heißt schlagartige Erfassung der Situation samt Visualisierung und Reaktion, die Bedienung des Equipments muß ohne nachzudenken laufen und für Cam und Linsen gilt Speed, Speed, Speed; Nicht im Sinne von Bildfrequenz, denn die Arbeit auf den Punkt ist wichtiger) , sondern z.B. hinsichtlich eines schnell und verläßlich zupackenden AFs und einer intuitiven Bedienung. Diven, die bei harschen High Lights o.ä. rumzicken, kann man dafür nicht brauchen.
Ich habe es fast selbst tagtäglich mit High Speed Motiven unter oft lausigen Lichtbedingungen zu tun (wie gesagt, dagegen bewegen sich Menschen in Zeitlupe) und trotzdem arbeite ich grundsätzlich auf geschlossene Bildkomposition und nicht auf obligaten Beschnitt.

Wie gesagt, wahrscheinlich setze ich mich gründlich in die Nesseln, aber für einen Profi gilt: Steht das Equipment im Weg, ist es falsch gewählt. Punkt! Wenn ich eine Aufnahme oder gar eine Bildsequenz versiebe, habe immer ich die Schuld, niemals meine Ausrüstung...
Ginge es in diesem Thread um Hobbyphotographie, hätte ich dazu gar kein Wort verloren, denn da steht der Spaß (auch an der Ausrüstung) im Vordergrund und nicht der Druck, zu "liefern". Wer sich jedoch Profi nennt, muß sich an einer anderen Liga messen lassen. Für einen Professional gibt es keinerlei Ausreden und kein Redakteur oder Artdirector interessiert sich für sein Equipment und warum irgendwas nicht optimal ist. Er muß nur eines: Gute Bilder liefern ohne wenn und aber!
Oder um's mit Meister Yoda zu sagen: "Try not! Do or not! There is no try!"

Just my two cents

So, und nun könnt Ihr draufhauen. Ich hab breite Schultern... :rolleyes:

Gruß
Wolf
 
... und trotzdem arbeite ich grundsätzlich auf geschlossene Bildkomposition und nicht auf obligaten Beschnitt.
... meine (Tier)Naturfotos, die ich hier (als Amateur) ins Board stelle, entstehen unter ähnlichen Bedingungen (nix Zoo. Meine Tiere können weglaufen :lol:) . Reptilien z.B. nehmen eher ungern Regieanweisungen an. Da kann man nicht warten, bis das Licht endlich da ist, oder drei - viermal überlegen, ob ich wegen "weiß ich was auch immer" zwei Zentimeter eher links, oder rechts die Achse ansetze etc. Erfassen, entscheiden, auslösen. Punkt. Beim Filmen ist die Angelegenheit (ob News oder Tierfilm) noch komplizierter. Du hast oft nur die eine Chance. Du hast nur die Blendenwahl (Zeit ist eh´ vorgegeben). Bei Profikameras ziehst du die Schärfe per Hand. Der Sucher ist schwarz-weiss und dann mußt du evtl. noch vom Rückenlicht ins Gegenlicht schwenken. Auch die spätere Schnittmöglichkeit sollte man - just in time - im Hinterkopf haben (man kann z. B. keine gegenläufigen Schwenks montieren) und zu guter Letzt, ist da auch noch der gute, alte Ton. Der will auch mit in den Film ...
Ach ja und hinterher das Format beschneiden ... ha, ha, ha, ich lach mir gleich ´nen Ast ... :D
Das ist halt alles ein wenig anders, als im Garten die schöne Blume zu fotografieren (vllt. hält Mutti noch ´ne Styropor-Platte fürs Licht) und hinterher das Bild beschnippeln und durch die EBV-Waschküche jagen.

P.S. Bei authentischen Filmaufnahmen wird auch nix künstlich arrangiert. Es gibt allenfalls ein Colour-Matching, um verschiedene Kameras (Farben) für einen Film (bei 45 minütigen Tierfilmen waren oft mehr als zehn verschiedene Kameraleute am Werk) zu synchronisieren. Ich rede hier nicht von ScienceFiction-Filmem. Das ist nicht mein Thema ... :rolleyes:
 
Moin Wolf,

Danke für Deinen imho interessanten Beitrag! Ich finde vor allem klasse, wie Du wertfrei (wäre jetzt ein "Sic!" angebracht? Habe ich immer noch nicht gerafft ;)) die Differenzierung zwischen Hobby- und Berufsphotographie vornimmst.

Und Du räumst auf mit der romantischen Vorstellung, die einige, die das Hobby zum Beruf machen wollen, sicherlich haben.

Ich freue mich, ohne Druck photographieren zu können, wann und wie mir danach ist. Den einzigen Druck mache ich mir selber ;)

War jetzt OT, musste aber mal raus ;)


VG Jan
 
Beim Filmen ist die Angelegenheit (ob News oder Tierfilm) noch komplizierter. Du hast oft nur die eine Chance. Du hast nur die Blendenwahl (Zeit ist eh´ vorgegeben). Bei Profikameras ziehst du die Schärfe per Hand.
Spätestens hier wünscht man sich, ein Krake mit jeder Menge Armen zu sein. :D Und hier wird auch verständlich, warum Cine-Objektive eine Entfernungsskala haben, die keine ungefähre Empfehlung darstellt, sondern individuell kalibriert und graviert ist, weil oft genug exakt von...bis gefahren wird, ggf. durch einen Assi. Gut, das führt jetzt zu sehr in richtung Filmproduktion, aber grundsätzlich hast Du recht: Reportagearbeit muß auf Anhieb sitzen, bei Cine noch mehr als bei Standbild, bei dem man nachträglich schneiden kann, es aber natürlich nicht sollte. Ich habe jedenfalls die Erfahrung gemacht, daß mich nachträglich korrigierte Auschnitte selten wirklich zufriedenstellen, reine Layoutarbeiten mit Anpassung der Proportionen mal abgesehen. Aber die sind vorab geplant oder sollten es wenigstens sein.

Gruß
Wolf
 
So, und nun könnt Ihr draufhauen. Ich hab breite Schultern... :rolleyes:

Gruß
Wolf

Hallo Wolf,

ich werde auf jeden Fall nicht draufhauen

Deine Worte sprechen mir aus der Seele

Wenn ich eine Aufnahme vergeige liegt das zu 99% an mir, das 1% wäre eine Fehlfunktion der Ausrüstung

Viele Grüsse

Ludwig
 
Ist tatsächlich wieder interessant hier,
auch wenn ich der Auffassung bin, dass einige Kollegen sehr eng gefasste Meinungen haben.

Warum mir als Bayer jetzt die Norddeutsche Frage aufdrängt, was für einen Grog benötigt
wird, nur mit "Was muss, was soll, was kann" beantwortet werden kann, ist komisch.

Was hat das eigentlich mit Photographie zu tun? Scheinbar doch so einiges.

1. Ich muss/will ein Bild machen. Das ist bindend.
2. Die Ausrüstung/Bedingungen sollte halbwegs passen. Das ist nicht unbedingt gegeben.
3. Muss ich Abstriche machen bezüglich, Standort, Licht, Equipment? Meist unvermeidlich.

Trinkbar bleibt das ganze troztdem.:)
Das wichtigste bleibt 1, das Bild.

Nochwas fällt mir da ein.
Ein Photograph stellte mir mal die Frage; "Was ist die beste Kamera?"
Auf meinen etwas ratlosen Blick, gab er mir die Antwort.
"Die beste ist die, die man dabei hat, wenn man eine braucht"; und er ergänzte;
"Viele gute Bilder sind mit ganz einfachen Kameras entstanden".

Damit habe ich nun fast den Umkehrschwung zu EBV geschaft.:)
Schon zu Analogzeiten waren gute Labors in der Lage, aus nicht optimalen Aufnahmen noch
alles was in ihnen steckte, im Abzug, herauszuholen. Die Ergebnisse waren mehr als nur gut.
Das war bereits BV-Analog. Warum sollte man nun plötzlich zum Puristen werden?

Wer wie ManfredPAF für die Presse arbeitet, oder wie ich dort dann in der Endbearbeitung,
wird genau wissen wo die Probleme, gerade bei digitalen Bildern liegen.
Ein kleines Beispiel aus meiner Praxis.
Prospekt eines Edelstahl Armaturen-Waschbecken Hersteller. 50 Bilder wuden geliefert.
Ausgangsmaterial vom Großformat, über Mittelformat, bis zum Kleinbid, das ganze noch
auf unterschiedlichem Filmmaterial also analog. Der Scanner-Aperator kam ins rotieren,
tat aber sein moglichstes. Ich hatte die Ehre die Bilder auf farbliche Übereinstellung zu
trimmen. Das gelang mir widererwarten, trotz viel Arbeit, sehr gut. Ein schönes Präsent
des Kunden war der Lohn.

Was spricht nun dagegen EBV in größerem Maß einzusetzen? Der Weg zum Bild ist doch
das Ziel. Wenn wie beim Grog 2 oder 3 nicht ganz eingehalen werden können, bleibt 1 das
wichtigste. Ich habe auch schon Bildfälschung durchführen müssen!
Beispiel: Manschaftsfoto; Nicht alle konnten zum vorgegebenen Termin erscheinen. Die
fehlenden wurden bei zwei weitern Terminen aufgenommen, ins Bild montiert, fertig.
Oder: Vorführung; Bild 1, fulminante Sprühflaschen Exlosion, wenig Zuschauer. Bild 2,
dürftige Explosion, viele Zuschauer. Bild aus beiden Bildern zusammengesetzt, Schatten
korrigiert, ein perfektes Bild entstand. Wurde auch so veröffentlicht.
Sehr schnell kursierte der Spruch, traue keinem Bild das der Bert bearbeitet hat, das war
aber das war durchaus wohlwollend gemeint.:)

Ich scheue mich nicht EBV vollumfänglich einzusetzen.
Sollte ich die vorrausgegangenen Beiträge falsch verstanden haben, oder wenn ihr anderer
Meinung seid, dürft ihr mir das gerne sagen.
 
Hallo,

gegen eine Nachbearbeitung in der digitalen Dunkelkammer spricht auch nichts

Ein Foto zu veröffentlichen das aus zwei verschiedenen Aufnahmen "zusammengebastelt " wurde und das ganze als eine Aufnahme zu deklarieren stört mich dagegen ganz gewaltig

Vor einigen Jahren gab es den Fall eines bekannten Tierfotografen der aus einzelnen Tieren eine ganze Gruppe gezaubert hat, dies nie aber so angegeben hat
Die Empörung war gewaltig und danach kam die ganze Branche der Naturfotografen in einen Generalverdacht

Wenn Bildmontage dann bitte auch im Begleittext darauf hinweisen

Viele Grüsse

Ludwig
 
Warum mir als Bayer jetzt die Norddeutsche Frage aufdrängt, was für einen Grog benötigt wird, nur mit "Was muss, was soll, was kann" beantwortet werden kann, ist komisch."
Hee, ein Grog ist eine ernsthafte Sache! :D
„Rum mut,
Zucker kann,
Water bruuk nich.“


Beispiel: Manschaftsfoto; Nicht alle konnten zum vorgegebenen Termin erscheinen. Die fehlenden wurden bei zwei weitern Terminen aufgenommen, ins Bild montiert, fertig.
Oder: Vorführung; Bild 1, fulminante Sprühflaschen Exlosion, wenig Zuschauer. Bild 2,
dürftige Explosion, viele Zuschauer. Bild aus beiden Bildern zusammengesetzt, Schatten
korrigiert, ein perfektes Bild entstand. Wurde auch so veröffentlicht.
Damit wärst Du z.B. bei der NGS auf der schwarzen Liste! :D Für eine Werbeschrift ist das imho o.k., für eine Zeitschrift nicht. Da ist es eine Fälschung.

Ich scheue mich nicht EBV vollumfänglich einzusetzen.
Sollte ich die vorrausgegangenen Beiträge falsch verstanden haben, oder wenn ihr anderer
Meinung seid, dürft ihr mir das gerne sagen.
Bei Werbung geht das auch in Ordnung: Erlaubt ist, was verkauft. In der dokumentierenden Photographie ist das ein No Go, in der Pressearbeit eine Todsünde.
Übrigens, wenn ein Redakteur über eine Optimierung für den Offset-Druck hinaus eines meiner Bilder so stark verändern würde (Farbgebung z.B.), daß sich auch die Stimmung und damit der Image-Content verändert, dann bekäme er Ärger! Der Photograph bestimmt, wie sein Bild auszusehen hat, nicht irdendein Nachbearbeiter!

Gruß
Wolf
 
Übrigens, wenn ein Redakteur über eine Optimierung für den Offset-Druck hinaus eines meiner Bilder so stark verändern würde (Farbgebung z.B.), daß sich auch die Stimmung und damit der Image-Content verändert, dann bekäme er Ärger! Der Photograph bestimmt, wie sein Bild auszusehen hat, nicht irdendein Nachbearbeiter!

Gruß
Wolf

Hallo Wolf,
bitte teile mir mit, welche Zeitung sich darauf einlässt. Ich möchte mich dann dort sofort bewerben.

In meinen Verträgen als freier Mitarbeiter steht sinngemäß, dass ich mit dem Verkauf der Fotos an die Redaktion/Zeitung/Verlag auch ALLE Rechte verkaufe; das Bild gehört dann der Zeitung Wenn ich dagegen motzen würde, könnte ich kein Bild verkaufen, dann käme ein anderer Fotograf zum Einsatz - so einfach ist das in dieser kapitalistischen Welt.
 
bitte teile mir mit, welche Zeitung sich darauf einlässt. Ich möchte mich dann dort sofort bewerben.
Erwartest Du darauf ernsthaft eine Antwort? :D

In meinen Verträgen als freier Mitarbeiter steht sinngemäß, dass ich mit dem Verkauf der Fotos an die Redaktion/Zeitung/Verlag auch ALLE Rechte verkaufe; das Bild gehört dann der Zeitung Wenn ich dagegen motzen würde, könnte ich kein Bild verkaufen, dann käme ein anderer Fotograf zum Einsatz - so einfach ist das in dieser kapitalistischen Welt.
So einen Knebelvertrag würde ich niemals unterschreiben, zumal "alle Rechte" gar nicht geht, weil das Urh-Recht personengebunden ist und gar nicht abgetreten werden kann (das amerikanische "Copyright" ist was ganz anderes). Eine Entstellung des Werkes ist nach §14 UrhG verboten, es sei denn es wird schriftlich was anderes fixiert. Es kann als nur um Nutzungsrechte gehen. Eine Buchung auf Tagessatz-Basis ist was anderes. Da wird pauschal abgerechnet, nur selektiert nach Reichweite, also DACH, Europa, englischsprachig oder weltweit.
Ich selber verkaufe meine Bilder und Beiträge grundsätzlich nur lizensiert für einen dezidierten Anwendungszweck. "Alle Rechte", also pauschales Nutzungshonorar würde dann äußerst teuer... Ansonsten mache ich als Freelancer alles mögliche mit zunehmendem Schwerpunkt Hunde und Natur/Umwelt von Editorial bis Advertisement.
Stellt mir einer unannehmbare Bedingungen, lehne ich ab. Das ist eine Frage der Selbstachtung. Sich selbst veröffentlicht sehen um jeden Preis? Nicht mit mir! Wer meine Bilder unbedingt will, zahlt halt mein Honorar. Zumal man, wenn man einmal nachgegeben hat, nie wieder aus der Billigheimerschiene rauskommt. Übrigens weiß ich von Photographen, deren Angebot bei Werbeagenturen abgelehnt wurde, weil sie zu billig waren. Der Gedanke dahinter ist schlüssig: "Der ist von seiner Arbeit so wenig überzeugt, daß er sich mit Dumpingangeboten 'ranschmeißt'".
Wem das nicht paßt, bitte sehr. Es gibt genügend Hobbyisten und Leserreporter, die's für die "Ehre" machen. Nur Qualitätsarbeit kann man dann nicht erwarten, denn eine teure Kamera macht noch keinen guten Photographen. Den Job muß man gelernt haben, auf die eine oder andere Weise.

Gruß
Wolf
 
Es ist aber nur dann sinnfrei sich Edelkochgeschirr zu kaufen, wenn man keinerlei Kochgrundlagen beherrscht und gleichzeitig ein Restaurant besitzt ;)

:z04_bier01:
 
Werde nun mal zu der "Bilderfälschung" Stellung nehmen.

Bei Werbung geht das auch in Ordnung: Erlaubt ist, was verkauft. In der dokumentierenden Photographie ist das ein No Go, in der Pressearbeit eine Todsünde.

Als was würdest Du einen Rechenschafts-/Jahresbericht einer Feuerwehr bezeichnen? Werbung, Doku?
Ich würde sagen es ist beides. Der Auftrag stammte von der Stadt. Die sagt was gemacht wird. diese Leute wählten aus unserer Vorauswahl die entsprechenden Bilder aus, Ferner machten sie mirerforderliche Bilder zugänglich. Ich war damals bei dieser Wehr für die Dokumentation, und das Archiv zuständig. Heißt ich fotografierte/filmte viel selbst. Persönlichkeitsrechte, und unzumutbare Bilder sind mir bestens bekannt.
Dass aus veröffentlichten Bildern Autokennzeichen zu entfernen sind dürfte bekannt sein. Dass bei Unfallfotos, eines tödlich verunglückten Politikers, die Sonderermittler zu entfernen, oder zumindest unkentlich zu machen sind, dürfte ebenfalls klar sein. Wenn auf Fotos Leichenteile herumlagen, das Bild aber ansonsten perfekt war, wurden diese Teile für die Veröffentlichung manipuliertt. Wir sind hier nicht in den USA!

Das ist Bildmanipulation die notwendig ist, und nicht den Verkaufszahlen unterliegt.

So einen Knebelvertrag würde ich niemals unterschreiben,...........

Deine Bemerkung werde ich auch nicht unterschreiben. Sie zeugt nur davon, dass du von dieser Brache keine Ahnung hast. Hast du schon mal für Bildagenturen gearbeitet? Ich habe bewusst keine dorthin verkauft, aber ich habe genügend Bilder von Agenturen bekommen mit expliziten Vorgaben was damit zu geschehen hat, Bildmanipulation inbegriffen. Ver- Entzerrungen, Entfernung störender Werbung, Personenentfernung, Farben auswechseln, usw, usw. Ziel waren z.B. Beispielbilder für Printmedien oder das INet, Werbung war auch dabei.
Also simme ich ManfredPAF,s Beitrag voll zu.

Ich habe keine Probleme mit massvoller, sinnvoller Manipulation. Was dem Bild dient ist erlaubt.


Hee, ein Grog ist eine ernsthafte Sache! :D
„Rum mut,
Zucker kann,
Water bruuk nich.“

So kenn ich das, aber ich werde mir doch nicht anmaßen, als Bayer, wie ein Nordlicht zu reden.
Apropo Licht, das Licht im Norden hat durchaus seine fotografischen Reize, ist teilweise sehr weich. Da darf ein Grog auch mal härter sein.:D
 
Deine Bemerkung werde ich auch nicht unterschreiben. Sie zeugt nur davon, dass du von dieser Brache keine Ahnung hast. Hast du schon mal für Bildagenturen gearbeitet?
Hier mußte ich jetzt doch mächtig schmunzeln. Ich mache den Job erst seit einem viertel Jahrhundert... :rolleyes:
Wie gezeigt, ich unterschreibe keinen Knebelvertrag, der dem Photographen alle Nutzungsrechte nimmt und Sekundärverkäufe des Kunden ermöglicht ohne den Photographen angemessen zu beteiligen. Wenn ich ein Bild für Editorial liefere, ist das ganz exakt lizensiert, gewöhnlich zum einmaligen Abdruck.
Schon mal für eine Agentur gearbeitet? Och ja, nur für eine größten der Welt... Da war alles bei, vom Schulbuch bis zur Illustration einer kompletten Industriebroschüre.

Übrigens, Autokennzeichen müssen m.W. nicht entfernt werden, es sei denn, es hat sich kurzfristig was geändert, was mir entgangen sein könnte, da sich mein Arbeitsschwerpunkt verschoben hat. Dieser vorauseilende Gehorsam hat sich hier einfach eingebürgert...
http://www.fotorecht.de/publikationen/cadillac-pp.html (Absatz "Datenschutz und Kennzeichen")

Gruß
Wolf
 
Hier mußte ich jetzt doch mächtig schmunzeln. Ich mache den Job erst seit einem viertel Jahrhundert... :rolleyes:
Wie gezeigt, ich unterschreibe keinen Knebelvertrag, der dem Photographen alle Nutzungsrechte nimmt und Sekundärverkäufe des Kunden ermöglicht ohne den Photographen angemessen zu beteiligen.
Gruß
Wolf
Also wenn du seit 25 Jahren in dieser Richtung arbeitest, dann ist klar wenn du einen Vertrag hast du sehr wohl darauf verzichten wirst diesen zu verändern bzw. daraus einen Knebelvertrag zu machen bzw. zu unterschreiben.:D
Das Problem heutzutage ist, jeder der eine Digi Cam nur annähernd halten kann ist ein "Fotograf" und in der Regel - bis auf ganz wenigen Ausnahmen - unterschreiben solche Leute auch JEDEN Vertrag, ohne vorher das Hirn einzuschalten oder die Advocard Einzahlung zu überprüfen - soeben behauptetes nennt man "Informationszeitalter".
Dies macht es auch nahezu unmöglich sich von einer handwerklich guten Fotografenarbeit hauptberuflich zu ernähren - irgendein Fuzzi macht das schon.
Die Qualität und Niveau der Bilder, bis auf besagte Ausnahmen, ist sowohl in der Werbung als auch in den Dokus seither erheblich gesunken.
 
Dies macht es auch nahezu unmöglich sich von einer handwerklich guten Fotografenarbeit hauptberuflich zu ernähren - irgendein Fuzzi macht das schon.
Das merkt man heute an allen Ecken und Kanten, weshalb man sich spezialisieren sollte und Kenntnisse einbringen, die andere nicht haben. Mit dem Motto "man muß verstehen, was man photographiert!" plus entsprechendem, photographischem Können bin ich immer gut gefahren!

Die Qualität und Niveau der Bilder, bis auf besagte Ausnahmen, ist sowohl in der Werbung als auch in den Dokus seither erheblich gesunken.
Das ist leider nur zu wahr. Vieles, womit sich die Leute heute "wie der King" vorkommen, würde ich in die Rundablage feuern: "Sch**** aber auch, schlechten Tag gehabt, mit dem linken Fuß zuerst aufgestanden, am Kaffee die Schnute verbrannt und zum Glück hat's keiner gesehen..." Auch als Quereinsteiger ist Photograph ein Ausbildungsberuf. Wenn ich all die Zeit, die ich investiert habe, aufsummiere, komme ich auf etliche Jahre Ausbildung und das Lernen hört niemals auf, ein ganzes Photographenleben lang... Ein gute Cam macht ebenso wenig einen guten Photographen wie der Besitz eines Steinway-Flügels einen begnadeten Pianisten oder der nobler Kupfertöpfe einen Sternekoch... Die Rechnung für die Cam ist nun mal kein Meisterbrief, auch wenn viele das nicht begreifen wollen...

Gruß
Wolf
 
Eine hochinteressante Diskussion, die hier bisher stattfindet.

Ich habe keine photographische Ausbildung - und ich habe auch nicht die Absicht, mit meinen 60 Lenzen nochmal was als Laienreporter auf den Weg zu bringen. Ich schaue regelmässig sky-Sender... und staune, was mit "Können und Technik" möglich ist.

Zwei - drei Kameras mit halbwegs tauglichen Objektiven kann ich mein Eigen nennen - aber mit mal eben um die Ecke knipsen - geht bei mir irgendwie nicht.

Selbst unser Junior, dem ich zu Weihnachten meine 600 d mit einigen Objektiven geschenkt habe, hat wohl mittlerweile den Unterschied zwischen einem guten Handy und einer "Anfängercam" schon herausgefunden.

Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass eine Sigma tolle Aufnahmen macht. Derzeit übe ich mit einer 5d Mark II - schaun mer ma :D
 
Hallo Forum,

nur damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich habe nie die Absicht geäußert, künstlerisch wertvolle Fotos zu produzieren, die sich mit den Spitzenfotografen, von denen es ja hier nur so wimmelt, messen können. Das liegt mir als kleiner Reporter nicht und das ist beileibe nicht mein Ziel. Ich strebe also auch nicht die höheren Weihen einiger Forenbesucher an und bin auch nicht bei einer Fotografenolympiade.

Wenn ich an einem Tag erst über eine Kindergarteneinweihung, dann von einem schweren Verkehrsunfall, anschließend von einer Spendenübergabe der örtliche Sparkasse, danach über den Baufortgang bei der Schlaglöcherbeseitigung, anschließend von einer neuen Hackschnitzelmaschine und über einen Zimmerbrand im Seniorenheim bis zum Orffkonzert der Vorschulkinder in Wort und Bild berichte, dann steht das perfekte Foto nicht ganz oben. Und wenn diese Tatsachen hier als Ausrede angesehen wird, ist mir das Schnurz. Meist zeitbedingt und oft auch aus örtlichen Unzulänglichkeiten (enge und überfüllte Räume, kein Platz zum Objektwechsel, Gerangel mit der Security, rempelnde Zuschauer) ist das einfach nicht möglich, denn die Druckmaschinen drehen sich oft schon, wenn ich die Bilder noch aus der Kamera sauge. Außerdem muss der investierte Zeitaufwand in einem angemessenen Verhältnis zum Honorar stehen. Bei Aufträgen für ein wöchentliches politisches Hochglanzmagazin sieht das dann schon wieder ganz anders aus.

Die Welt ist schnelllebig, meine Bilder sind es auch: Die Fotos von gestern, die heute in der Zeitung waren, werden morgen in die Tonne getreten und sind übermorgen bei mir gelöscht.
 
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