Hallo Denis,
nach einer NEX-5 wollte ich unbedingt die NEX-7 haben und bin heute froh, dass damals Lieferschwierigkeiten bestanden und ich auf die NEX-5N umgestiegen bin. Mit einem reinen Display als Sucher komme ich nicht zurecht. Scheint die Sonne sieht man nichts, und da früher oder später die meisten von uns an Presbyopie (Altersweitsichtigkeit) leiden (werden) ist ein Sucher (optisch oder elektronisch) dringend ratsam. Die NEX-5 hatte da keine Möglichkeit, die NEX-7 hat einen eingebauten EVF und für die NEX-5N gibt es einen aufsteckbaren EVF als Zubehör, den habe ich angeschafft.
Sensor und Bildprozessor aller Nexen sind von hohem Standard und mit den „richtigen“ Objektiven ist eine Bildqualität zu erzielen, die denen von DSLR bis in die gehobene Amateurklasse gleich kommt.
Durch das kurze Auflagemaß von nur 18mm lassen sich fast alle Wechselobjektive dieser Welt über einen Adapter verwenden (allerdings sollten sie eine manuelle Blendenverstellung erlauben).
Die Objektive von Sony selbst sind für meine Anforderungen alle nicht gut genug. Ich habe mich daher entschieden, einen Adapter für das Leica-M Bajonett zu verwenden dafür gibt es exzellente Objektive von Voigtländer, Leica und Zeiss. Außerdem habe ich einen Nikon Adapter und kann alle Objektive mit F-Bajonett verwenden. Die M-Objektive werde ich behalten, sie sind mein zweiter Standard. Gehäuse kommen und gehen, und wenn Fuji oder Canon etwas besseres im APS-C Format zu bieten haben, ist nur der Adapter auszutauschen.
Ein großes Problem für kurze Auflagemaße und große Sensoren sind die Einfallswinkel der Randstrahlen bei Weitwinkelobjektiven. Die NEX-5N hat einen Sensor mit Mikrolinsen, die das weitgehend korrigieren. Die NEX-5 (ohne N) und die NEX-7 zeigen nicht nur starke Abschattungen sondern auch noch Farbverschiebungen zu Magenta unterhalb von 35mm Brennweite.
Hier im Reisebericht Irland sind fast alle Aufnahmen aus Dublin mit der NEX-5N und einem 25mm Zeiss sowie einem 12mm Voigländer entstanden.
Die Kamera stand fast immer auf f/8 und 3m Entfernung, dann kannst Du das Scharfstellen vergessen. Ansonsten funktioniert die Fokussierung bei manuellen Objektiven recht gut mit der Peak-Focus-Funktion (scharfe Bereiche werden rot oder gelb hervorgehoben) oder mit der Suchervergrößerung.
Mit der NEX-5N verbindet mich so etwas wie eine Hassliebe, ich liebe die kleine, leichte Kamera, die traumhafte Qualität mit dem 2,8/25 Zeiss Biogon abliefert (oder auch mit einem Nikkor 4/300), und ich hasse die menülastige Bedienung mit der Überfrachtung von allerlei blöden Features, die kaum ein ernsthafter Fotograf verwenden wird und die sich leider nicht entfernen lassen.
Für die Zukunft: ich hänge nicht an Sony fest sondern an meinen Objektiven. Die Innovationszyklen der spiegellosen Kompakten sind schnell. Wenn ein Kandidat kommt der klein, kompakt, mit Sucher ausgestattet und wichtige Funktionen bedienerfreundlich auf Knöpfe und Räder legt, dann findet ein Austausch statt. Übrigens könnte ich auch jederzeit ein Leica Gehäuse an meinen Objektiven verwenden. Zur Zeit stürzt gerade der Preis der M9 was wohl auf eine M10 zur Photokina schließen lässt.
Noch eins: auch die HD Videofunktion der NEX ist ganz hervorragend.
Viele Grüße
Klaus