Moin,
Man kauft Photoshop CS6 und hat wie bisher üblich Support für kommende Kamerasysteme, so war es bisher - und nun wird man vor vollendete Tatsachen gestellt und hat im Prinzip die Wahl jeden Monat zu zahlen um Support zu haben oder eben nicht. Macht das nun jeder Softwarehersteller, wie z.B. Nik-Software, Microsoft und so weiter, dann hängt man mit der Miete eines kompletten Softwareverbundes vermutlich schnell mal dort, wo man gut überlegen muss wie man das dann noch finanziert.
Das ist schlicht Blödsinn. Leute, bitte schaut Euch erst mal an, was überhaupt Sache ist, bevor Ihr irgendwelche Gerüchte in die Welt setzt. Weder Photoshop CS, noch Photoshop CC (also die Miet-Version) unterstützen irgendwelche Kameras. Die Kameraunterstützung ist in ACR enthalten. Dieses Modul steckt neben PS noch in Lightroom und in PSE drin. Und es wird auch weiterhin den frei verfügbaren DNG-Konverter geben. Neue Kameramodelle werden also weiterhin von Software unterstützt, die entweder kostenlos, oder günstig als Kauflizenz verfügbar ist. Niemand muss sich in irgendeine Form der Abhängigkeit begeben, nur um auch bei zukünftigen Kameras RAW photographieren zu können.
Wenn man früher z.B. PS CS3 gekauft hat, war von Anfang an klar, dass es irgendwann keine aktuelle kompatible ACR Version mehr geben würde. Das ist genau die selbe Situation, die jemand hat, der jetzt CS6 gekauft hat. Irgendwann werden die Updates von ACR nicht mehr kompatibel sein. Und dann? Dann nimmt man zum Beispiel den DNG-Konverter. (Mal abgesehen davon, dass ich nicht verstehen kann, wieso man bei einem Programm wie Photoshop eine RAW-Datei öffnen können möchte. Aber das ist wohl eine Frage des persönlichen Workflows.)
Von mir aus soll Adobe ja verdienen mit dem Support, aber bitte dann nur "on demand" - sollen die doch bei neuen Kameras einfach mal 19 Euro aufrufen für die RAW-Konverter-Anpassung, das zahle ich ja gerne dafür wenn ich es denn brauche.
Du musst doch gar nichts zahlen. Du kriegst die Unterstützung kostenlos. Warum also aufregen?
Gerade diese Vorgangsweise ist unseren modernen Arbeits- und Einkommensverhältnissen nicht mehr angepasst. Zukünftig wird es immer mehr Projektarbeit geben, d.h. dass man kurzzeitig verdient, zwischen den Projekten (und in der anschließenden Pension) jedoch wenig.
In einzelnen Branchen oder Berufen vielleicht, aber nicht generell. Wobei ich mir nicht sicher bin, wie weit diese Änderungen tatsächlich gehen werden, und wie viel davon aus irgendwelchen feuchten Träumen von Managern, Beratern und anderen Trend-Jüngern entstammt. Für meine Branche kann ich klar sagen, dass es der Tod eines jeden Unternehmens wäre, so zu arbeiten. Da geht einfach viel zu viel Know-How verloren.
Gerade in diesen "Pausen" wäre es aber sinnvoll, sich mit der Fotografie zu beschäftigen, für die ich mir in der aktiven Zeit, die notwendigen Programme besorge. Wenn aber "die Miete" über das Arbeits- und Pensionsleben gleichmäßig verteilt wird (was absolut nicht den Einkommensverhältnissen entspricht), dann wird es sich bei Vielen eines Tages nicht mehr ausgehen.
Kauf Dir PSE. Was spricht dagegen? Wenn jemand jeden Cent zweimal umdrehen muss, verstehe ich absolut nicht, dass derjenige sich dann für viele hundert Euro ein Programm kauft, dass er nur zu ganz wenigen Prozent nutzt. Ich habe hier schon mal geschrieben: Photographen sind nicht die Zielgruppe von Photoshop.
Grüße,
Heiner