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Portrait in SW

denrock

Rookie
Mitglied seit
9 Jan 2008
Beiträge
3
Hallo allerseits,

hab noch


Hallo allerseits,

hab noch nie s/w fotografiert und will mich jetzt direkt an S/w-Portraits wagen. Ist der Ilford "FP4 plus" -Film dafür gut? soll ich mir einen orange-filter zulegen? und hat jemand einen Tip für den Blitz (wie kriege ich so einen "soften" Blitz hin)?

Dennis
 
Hallo Dennis,
das mit dem Ora


Hallo Dennis,
das mit dem Orangefilter ist eine gute Idee. Denn anders als bei Farbfotos treten bei Schwarzweißfotos die Hautunreinheiten stärker hervor. Wenn das nicht passieren soll, kann ein Orangefilter die hautunreinheiten verschwinden lassen oder mildern. Beim Gelbfilter ist der effekt schwächer, ein Rotfilter entfernt sie radikal. Mit Rotfilter kann man auch die gesamte Haut aufhellen, allerdings wird das nicht jeder mögen, der sich unter Sonne oder Solarium aufwändig gegrillt hat.
Mit einem Grünfilter lässt sich das Braun (nach wie vor natürlich nur bei Schwarzweißfilm) sogar noch dunkler machen (Ein Grünfilter scheint mir besser geeignet als ein mittleres Gelbfilter bei hochempfindlichen Filmen wirken Augen Haut und Lippen sehr natürlich).
Bei einem orangefilter werden allerdings die Lippen ungewöhnlich hell (dagegen hilft ein blauer Lippenstift). Blaue Augen fallen mit Orangefilter sehr dunkel aus.

Der FP4 ist ein mittelempfindlicher Film, der sich für viele Zwecke eignet. Entscheidend ist eigentlich, ob der Film anschließend auch im richtigen Entwickler verarbeitet wird. Die Kornstruktur fällt nach meinen Erfahrungen sehr unterschiedlich aus, wenn man beispielsweise Ilford-Film in Kodak-, Agfa- oder Ilford-Chemie entwickelt, vor allem, wenn man sich an die richtigen Zeiten halten wil.
Soll das Filmkorn zur Verfremdung gröber werden (und das Bild weniger hart) ist sogar noch ein 400er oder 800er Film sinnvoll, wird auf feines Korn wert gelegt, sogar ein 50 oder 25 ASA Film, die aber leicht zu hart werden für Porträts und extrem genau entwickelt werden müssen.

Zum Licht: Interessant ist natürlich indirektes Blitzen, wenn man einen größeren Abstand wählen kann (sonst werden die Augen zu dunkel). Man muss nicht gegen die Decke Blitzen, man kann auch die Wände, den hellen Fußboden oder einen pappkarton verwenden. Zudem lässt sich das Licht durch Kunststoffaufsätze oder simple Taschentücher streuen.
Gut ist es auch, den Blitz von der kamera zu trennen (mit Kabel oder Servoauslöser). Canon beispielsweise hat mit dem 550EX und dem 420EX zwei Blitze im Sortiment, die drahtlos und vollautomatisch mit allen möglichen Einstellmöglichkeiten funktionieren, aber auch ihren Preis haben.
Gute Porträtbeleuchtung liefert auch natürliches Licht am Fenster, die Schattenseite lässt sich mit einem weißen Karton , Tuch oder Silberfolie aufhellen, die das Licht dorthin reflektieren.

Vielleicht hilft Dir das etwas.
Gruß, Thomas
 
Danke für die Tipps! Vor

Danke für die Tipps! Vor allem das mit dem Taschentuch ist 'ne geile Idee!

Drei Dinge noch:
1: Man muss sich wohl entscheiden, für dunkle Haut (Grünfilter) oder reine Haut (Orangefilter),ja?

2:Meine Freundin hat tausende von Sommersprossen im Gesicht, würdest du, um die zu betonen, einen Orange- oder Grünfilter nehmen?

3: Wie kann ich entscheiden, welche Entwickler und so weiter, wenn ich selbst nicht die Abzüge machen kann? Kann man das im Fotofachgeschäft sagen, wie man die Entwicklung haben will?

Danke nochmal

Dennis
 
Hi Dennis,

zu 1: Ja, beide


Hi Dennis,

zu 1: Ja, beide Filter zu kombinieren ist keine gute Idee ;)

zu 2: Grünfilter ist zum Betonen der Sommersprossen nicht geeignet. Was für eine Haarfarbe hat deine Freundin denn? Wenn sie hellrote Haare hat, wirken die durch einen Orangefilter sogar noch heller. Ich frage, weil viele Sommersprossen ja schon ein Hinweis auf rote Haare sein können.
Oh, und, kein Witz, Orangefilter und leicht grün geschminkte Lippen kommen richtig gut!

Ehrlich gesagt würde ich es erst einmal ohne Filter versuchen. Thomas hat sicher recht damit, dass die Filter praktisch sein können, aber ganz unproblematisch ist der Einsatz von Filtern auch nicht. Zudem schlucken diese Filter Licht, so dass du durch stärkeres Blitzen oder längere Belichtungszeit ausgleichen musst (bei der Blende wird sich kaum was machen lassen, die ist durch das Motiv schon ziemlich vorgegeben und bei Portraits sowieso möglichst klein (also große Blendenöffnung)). Wenn du keine Reserven bei Belichtungszeit/Blitz hast, ist es sicher sinnvoller, erst einmal keinen Filter zu verwenden.
Grünfilter nehme ich gerne bei Portraits im Freien, wenn die Sonne damit sinnvolle Zeiten erlaubt. Wird mal Zeit für einen gescheiten Blitz...

zu 3: Beim Großlabor hast du kaum Einfluss, da kannst du bei SW oft nur noch Push/Pull-Entwicklungen wählen. Auch viele Fachlabore arbeiten nur noch mit einem Entwickler (z.B. XTOL). Würdest du selbst entwickeln, würde ich dir Agfa APX100 in Rodinal empfehlen, das ist mein Favourit bei Portraits von Frauen, der FP4 ist aber auch nicht übel! Da du nicht selbst entwickelst, würde ich auch mal die SW-Filme probieren, die für den Farbnegativprozess gedacht sind, z.B. Ilford XP2 und Kodak T400CN. Vor allem der Ilford ist extrem gutmütig, was die Belichtung angeht. Beide Filme können in jedem Großlabor sauber entwickelt werden.
Naja, wenn's dir so wie mir geht, kommt eh in ein paar Monaten die eigene Dunkelkammer ;)

Gruß

Timo
 
Eine Alternative ist es, Ilfor

Eine Alternative ist es, Ilford-Filme zu verwenden und zur Entwicklung zu = Ilford einzusenden. Habe ich 2 x mit sehr guten Ergebnissen gemacht ! :-) Paul
 
> Betrifft SW-Portr=E4ts


> Betrifft SW-Portr=E4ts

Hallo Dennis, da kann ich Timo nur beipflichten. Versuchs ruhig erstmal ohne Filter, um d= ie Wirkung von SW auf die Haut etc kennenzulernen. Die st=E4rkeren Filter s= chlucken ganz sch=F6n Licht, ein bis zwei Blendenstufen, und das kann dann = fehlen, je nach Filmepfindlichkeit.

Nur falls Du mal selbst entwickelst, dann kannst Du wirklich die Sch=E4rfe = (wo man die einzelnen "Filmk=F6rner" noch erkennt) im Abzug haben, die du w= illst. Bei Farbfilmen gibts das =FCbrigens nicht mehr, weil die keine K=F6r= ner, sondern Farbw=F6lkchen in der Emulsion haben. Aber Korn oder nicht Kor= n ist Geschmackssache.

Beim SW-Film muss ich zugeben, dass ich auch den Agfapan 100 (heute APX 100= ) in Verbindung mit Agfa-Rodinal (nicht Rodinal spezial) f=FCr das ideale G= espann halte. Er ist zwar kein Feinstkornentwickler und auch nicht f=FCrs P= ushen (Empfindlichkeitssteigerung) geeignet, aber ein idealer Kompromiss, w= enn man feink=F6rnige und scharfe Bilder mit gleichm=E4=DFig abgestuften Gr= aut=F6nen haben m=F6chte. Die Kodak T-max Filme finde ich nicht so praktisc= h, weil das Fixieren da l=E4nger dauert. Den Rodinal-Entwickler gibts schon seit =FCber 100 Jahren, er ist kaum noc= h zu verbessern (ebenso Kodaks D-76, der nach meiner Erfahrung aber besser = mit Kodakfilmen (vor allem dem unverw=FCstlichen und extrem gutm=FCtigen Tr= i-X) harmoniert als mit Agfa oder Ilford). Letztlich ist aber alles Erfahrungs- und Geschmackssache. Falls Du kein Labor hast, solltest du trotzdem mal versuchen, irgendwo selb= st einen SW-Film zu entwickeln oder Abz=FCge zu machen (VHS, Fotoclubs, Sch= ulen), das ist eine ganz neue Erfahrung vom Bildermachen. So bequem die Com= puterbildbearbeitung und das Ausdrucken auch ist, ein Papierbild aus dem En= twickler zu ziehen, ist immer wieder eine spannende und =FCberraschende Sac= he. Gutes Gelingen, Thomas
 
vielen Dank für die viele

vielen Dank für die vielen hilfreichen Tipps
 
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