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Voigtländer Heliar vs Zeiss Biogon

burion

Mitglied
Mitglied seit
9 Jan 2008
Beiträge
37
Welche gravierende Unterschiede (außer Brennweite/MaxÖffnung) gibt es nach eurer Erfahrung mit den beiden Objektiven?
Hat schon jemand vergleichende Erfahrung mit beiden Objektiven gemacht?
Ich überlege, ob ich mir ein 28mm/25mm für die M6 zulegen soll? Aber welches? Voigtländer (viel preiswerter) oder Zeiss Biogon (viel teurer, aber vielleicht auch besser?)??
Oder doch Leica-Optik?
Ich habe einige Beiträge zu den Voigtländer-Optiken hier im Forum mal durchgelesen. Die Optiken scheinen ja recht gut zu sein, was Auflösung etc. betrifft. Aber wie stehen diese im Vergleich zum Zeiss Biogon?

HerzlGrüße
Jürgen
 
Hallo Jürgen,

ich habe zwei Voigtänder (Cosina) Objektive: das Super Wide-Heliar 4,5/15mm und das Ultron 1,9/28mm.

Das 15er nehme ich sehr gern wegen des großen Winkels. Allerdings kann ich nur einigermaßen gute Bilder zwischen Blende 5,6 und 8 machen. Das Objektiv ist in seiner Auflösung (bzw. Kontrast) überhaupt nicht mit meinem Elmarit-M 2,8/21mm asph. vergleichbar, das man bei allen Blenden verwenden kann. Das Ultron ist zwar ganz gut bei geschlossener Blende aber nicht mit meinem Summicron-M 2/35mm asph. vergleichbar. Die offene Blende kann man vergessen!

Zu den neuen Zeiss-Objektiven kann ich nichts sagen, die meisten werden auch bei Cosina hergestellt (was nichts heißen muss). Die MTF-Kurven der Zeiss-objektive sehen recht gut aus.

Fazit: Wenn ich das Geld hätte, würde ich mir ein (modernes) Leica-Objektiv kaufen. Man kann über Leica-Kameras streiten. Aber moderne Leica-Objektive sind wirklich Spitze!

Liebe Grüße, Jochen
 
Hallo Jürgen,

Ich habe zwar nicht das erwähnte Biogon, aber ich besitze ein 21er und ein 28er Biogon zu meiner Contax G2. Ich bin mit diesen Objektiven sehr zufrieden. Ich nehme nicht an, dass sich Zeiss bei den ZM-Objektiven eine Blösse geben will und sich des Anspruchs der Leica-Benutzer bewusst ist.

Grüsse
Hans
 
Hallo Jürgen,

ich hatte das 4.0/25 von Voigtländer mal. Es ist sicherlich eines der besten aus dem Voigtländer Sortiment. Bei Blende 5.6 ist es bis in die Ecken absolut brilliant. Was mich allerdings genervt hat, ist die nicht vorhandene Kupplung mit dem Entfernungsmesser. Ich bedaure aber, es verkauft zu haben. Ich habe heute das 4.0/21 von Voigtländer, dass nicht an das 4.0/25 herankommt und erst bei Blende 8 richtig gute Bilder macht. Ich würde es an Deiner Stelle mal mit dem Zeiss Objektiv ausprobieren. Wer es fertigt ist vollkommen egal. Es kommt nur auf die Rechnung und die Qualitätssicherung an.

Beste Grüße
Paul
 
Hallo und vielen Dank für die bisherigen Antworten.
Ich denke, ich werde mal versuchen, Voigtländer + Zeiss zu testen - unter Realbedingungen; also kein Labortest.
wink.gif

Mit Zeiss hab ich an meiner Hassi ja sehr gute Erfahrungen gemacht; allerdings noch nicht mit einem Biogon, sondern nur Distagons. Insofern stimme ich zu, dass sich Zeiss wohl keine Blöße erlauben kann - hoffentlich.

HerzlGrüße
Jürgen
 
Hallo Jürgen,

nur eine kurze Erläuterung - falls du es nicht schon weißt. Mit der Bezeichungen Distagon und Biogon werden bei Zeiss die Weitwinkelobjektive benannt. Distagonobjektive sind Retrofokuskonstruktionen, während die Biogon-Objektive (weitgehend) symmetrische Konstruktionen sind. Das berühmte Biogon 4,5/38mm für die Hasselblad ist kein Wechselobjektiv für die Hasselbald, weil das Auflagenmaß zu klein für eine 6x6-Spiegelreflecxkamera wäre.

Der Aufwand bei symmetrischen Weitwinkelkonstruktionen ist weniger groß, daher dürften in der Regel Biogone bei vergleichbaren Brennweiten kleinere und bessere Objektive sein als Distagone.

Gruß, Jochen
 
Vielen Dank, Jochen - yepp, wusste ich
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Die SWC von HaBla fehlt mir leider noch - eine wahrlich geile Kamera.
Das 30er Distagon - ein Fisheye - habe ich mir vor kurzem zugelegt. Ich liebe diesen Effekt.
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Ich weiß, es ist nicht jedermanns Sache.
Außerdem ist es ein taktiles Erlebnis, eine Hassi mit dem 30er Distagon in der Hand zu halten.
Aber auch das 40er Distagon ist ein überaus faszinierendes Objektiv. Einfach geil - ich kann's nicht anders formulieren.

HerzlGrüße
Jürgen
 
Hallo Jürgen,

ich habe mir ein russisches 30er an die Habla 1600F adaptiert. War eine kniffelige Aufgabe, ich musste relativ viel Material abdrehen, aber es funktioniert. Ich verwende es gerne in Landschaften, es ist aber trotzdem irgendwie kompakter als das 40er Distagon mit Sonnenblende (die berüchtigte Kloschüssel). Der Fischaugeneffekt hält sich in brauchbaren Grenzen, aber ich verwende trotzdem vorwiegend das 40er.

fröhliche Grüsse,
Tante I.
 
Es gibt einen interessanten Vergleichstest der neuen Zeiss ZM Linsen mit den gängigsten Leica Linsen auf einer japanischen Website. Der Test liegt mir in einer knappen englischen Zusammenfassung vor. Insgesamt lässt sich sagen, dass sämtliche Zeiss Linsen einen etwas wärmeren Ton in der Farbwiedergabe haben als die Leica Linsen. Die Leica Linsen hätten einen eher technischen Touch während die Zeiss Linsen eher für Portrait geeignet seien. Das einzige Objektiv das einem Leica Objektiv nach diesem Test tatsächlich überlegen sei, soll übrigens das 2.0/50 Planar sein. Ich habe mir im übrigen soeben ein Biogon 35 für meine M bestellt.Ich bin gespannt auf die Leistung. Seit anfang April kann man die Zeiss Ikon Produkte übrigens auch direkt bei Zeiss bestellen. Wobei mich lediglich die ein oder andere Linse als kostengünstigere Erweiterung interessiert. Über die Leica Gehäuse geht nichts. Die ZM Linsen passen vom Design übrigens auch bestens zur MP. Tschö, Uwe Hofacker
 
Hallo Uwe,

vielen Dank für deinen Bericht. Ich möchte ihn aus meiner Sicht noch etwas ergänzen bzw. kommentieren.
Dass das gegenwärtige Summicron-M 2/50mm trotz seines ausgezeichneten Rufs schlechter wegkommt, als das Planar 2/45mm wundert mich nicht. Die Konstruktion des gegenwärtigen Summicron ist eine konventionelle Doppel-Gaußkonstruktion aus dem Jahre 1976. Auch Erwin Puts sagt schon, dass dieses Objektiv "in die Jahre" gekommen ist.
Viele modernen Objektive für die M-Leica verwenden asphärische Flächen, wodurch der Konstruktionsaufwand verringert werden kann. Zeiss hat bei den ZM-Linsen diese Technologie nicht verwendet, was mich doch sehr gewundert hat.
Ich hatte mir vor zwei Jahren lange überlegt, ob ich mein Summaron 2,8/35mm durch das Biogon 2/35mm ersetzen sollte. Zwei Gründe haben mich schließlich davon abgehalten:
1. Die Ablehnung der zeitgemäßen Asphärentechnologie durch Zeiss
2. Die Fertigung der Objektive durch Cosina, einer Firma, von der ich immer weniger halte.
Ich habe mir dann schließlich bei Ebay ein gebrauchtes aktuelles Summicron 2/35mm asph gekauft, ich habe dafür 1000 € bezahlt, das war genau der Preis, den ich für ein neues Biogon 2/35mm auch hätte zahlen müssen. Ich habe meine Entscheidung bis jetzt nicht bereut. Das asphärische Summicron hat mich in seiner Abbildungsleistung in einem unvorstellbar hohem Maße überzeugt. Ich bin ganz sicher, dass es mein bestes Leica-Objektiv ist, das ich besitze.

Gruß, Jochen
 
Hallo, Jochen! Ich kann dir weitestgehend zustimmen. Das Summicron wird besser sein. Warum ich trotzdem das Biogon bestellt habe? Ich habe im vergangenen Jahr mit gebrauchten Ebay Sachen enormen Schiffbruch erlitten. Ich kauf da nichts mehr. Auch auf der Solmser Fotobörse haben ein Fotofreund und ich unabhängig voneinander in die Sch.... gegriffen.Und das obwohl wir nicht unerfahren sind. Beide konnten wir die Objektive umtauschen. Beide wurden wieder in die Verkaufsvitrine gestellt. Neu kostet das 35er dank der wöchtentlichen Preiserhöhungen von Leica inzwischen 1950,00 Euro. Da ist das Biogon halt verlockend. Außerdem habe ich es zu einem guten Preis bekommen, so das ich es bei nichtgefallen verlustfrei weiterveräußern kann. Was deine Meinung mit den Asphären anbelangt, stehst du im Widerpruch zu der Leica Linie. Es war von deren Seite schon häufig zu lesen, dass man sehr wohl hervorragende Linsen ohne ASPH bauen kann. ASPH dient Leica halt auch als Verkaufsargument. Ein neues 50er Summicron ohne ASPH würden die wenigsten kaufen. Auch wenn es besser wäre als das jetzige. Ein ASPH Summicron würde gehen wie geschnitten Brot. Zeiss hat einen hohen Anspruch an die Qualität der Objektive. Die können schon was. Ich weiss nicht ob das allgemein bekannt ist, aber Leica bezieht mitlerweile fast alle Linsen außer den Asphären von japanischen Zulieferern. Aber wie gesagt, es ist ein Versuch. Tschö, uwe
 
Hallo Uwe,

dass Leica keine asphärischen Linsen herstellt, ist mir schon bekannt. Leica schmilzt auch keine Gläser mehr ein, sondern schleift nur die Rohlinge. Ich weiß es deswegen, weil ich Anfang der 90er Jahre bezüglich Blankpressen einmal für Leica beratend tätig gewesen war. Als das Glaslabor noch existierte, haben wir Entwicklungsarbeiten zum Blankpressen durchgeführt. Wir haben dann ein Patent (für Wild-Leitz) angemeldet, das leider nicht in Japan bewilligt wurde.

Durch asphärische Linsen kann man die sphärische Aberation verringern. Für eine asphärischen Fläche kann man etwa eine Linse einsparen. Die Weitwinkelobjektive der M-Kameras sind wesentlich schlanker und leichter gebaut. Daher setzt man besonders dort asphärische Linsen ein.

Zeiss hat sicherlich einen hohen Anspruch an Objektive. Trotzdem hat Leica in den letzten Jahren eine aggressivere Objektiventwicklung betrieben als Zeiss.

Leider hab ich jetzt keine Zeit mehr, weiter zu erzählen.

Gruß, Jochen
 
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