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Bilder des World Press Photo Contest 2014

Mir gefallen auch viele der Aufnahmen

Mit dem Siegerbild kann ich mich aber überhaupt nicht anfreunden, da gab es in dieser Bildstrecke deutlich bessere und ausdrucksstarke Bilder

Danke an Matthias für den Link

Viele Grüsse

Ludwig
 
Mit dem Siegerbild kann ich mich aber überhaupt nicht anfreunden
…da habe ich spontan Assoziationen zu "Freiheitsstatue reloaded" - vielleicht hat's deshalb viele amerikanische Stimmen bekommen. Über die Platzierung kann man sicherlich streiten, aber ich halte es auch für ein sehr vielschichtiges, aktuelles Bild, dass auch fotografisch gut umgesetzt ist.

Gruß, Holger
 
Mit dem Siegerbild kann ich mich aber überhaupt nicht anfreunden, da gab es in dieser Bildstrecke deutlich bessere und ausdrucksstarke Bilder
Geht mir auch so. Mein erster Gedanke war, wenn man in Ohrhöre kein netz hat, hat man auch keines 1/2 m höher...
Am meisten spricht mit noch das Bild des Pumas an: Hier war meine Assoziation: Er dreht sich weg von dem Ort, der einmal sein Reich war...

Gruß
Wolf
 
da sind ein paar tolle Aufnahmen dabei, auch wenn die in den meisten Fotoforen wohl eher keine Chance gehabt hätten.

Genauso sehe ich das auch. Sind wir in den Foren zu kritisch bzw. zu überheblich? Oder fehlt uns der Blick für die künstlerische Qualität? Wo liegt unser "Amateur-Fehler"?

LG Robert

Gesendet von meinem iPad mit Tapatalk HD
 
Genauso sehe ich das auch. Sind wir in den Foren zu kritisch bzw. zu überheblich?
Überheblich? Ich denke, nein. Aber

Oder fehlt uns der Blick für die künstlerische Qualität? Wo liegt unser "Amateur-Fehler"?
Foren sind gewöhnlich einfach zu techniklastik. Zuviel Pixelgepipe: Ein bißchen zuviel Rauschen, keine Knackizität, stempel da mal einen Ast weg etc. pp....
Bilder wollen ganzheitlich betrachtet werden, damit die Aussage rüberkommt und die Stimmung wirkt. Sich isoliert auf technische Feinheiten zu kaprizieren ist da kontraproduktiv. Mir ist ein verrauschtes, vielleicht bei 100% (sic!) nicht mal ganz scharfes Bild, das mich emotionell richtig packt, alleweil lieber als ein perfekt gestylter Langweiler, der zwar technisch ein "Ooooooh, wie toll! Super Schärfe, super Farbe und genau den Goldenen Schnitt getroffen!" produziert, aber eigentlich nur steril ist.

Bei den diesjährigen Preisträgern ist tatsächlich nur eines bei, das mich emotionell anspricht und das ist eben der Puma. Sich von Lichtermeer der Metropole abwendend steht er für das verzweifelte Rückzugsgefecht der amerikanischen Beutegreifer, die in Scharen abgeschlachtet werden, damit mehr Platz für Rindviecher, Elks zum Schießen (Elk-Mästerei, ein eigenes Kapitel) und eben Städte da ist. Vielleicht sehe ich das auch nur, weil ich den entsprechenden Background habe. Kann ja sein... ;)
Ein paar Typen, die am Strand ihr Mobiltelefon anbeten, sind für mich nicht preiswürdig (der zugegebenermaßen gut gelungene Blaue-Stunde-Handyleuchten-Effekt ist mir zu oberflächlich: Das erinnert mich fatal an ein "Aaah & Oooh"-FC-Bild!), der Rest fällt für mich unter ordentliche, journalistische Photographie, aber eben nicht mehr. Ich habe schon wesentlich bessere Ergebnisse bei diesem Kontest gesehen, die auf das "Herz" des Betrachters abzielten. Diese Bilder hier lassen mich mehrheitlich kalt.

Gruß
Wolf
 
Genauso sehe ich das auch. Sind wir in den Foren zu kritisch bzw. zu überheblich? Oder fehlt uns der Blick für die künstlerische Qualität? Wo liegt unser "Amateur-Fehler"?

LG Robert

Gesendet von meinem iPad mit Tapatalk HD

Hallo Robert,

zumindest bei mir sehe ich die Eigenart, dass ich schöne Fotos machen möchte. Deswegen tue ich mich auch so schwer mit Lost Places, obwohl ich die Ergebnisse hier fotografisch ganz toll gemacht finde. Da gefallen mir Bilder von unberührter Natur oder halt von Menschen perfekt gestalteten Siedlungen eindeutig besser. Oder wenn Du ein altes rostiges Auto perfekt in Szene setzt, wird mir das Ergebnis vermutlich nicht so gefallen als wenn Du den top restaurierten Delahaye, den ich gestern im Breuningerland sah, nur mittelmäßig ablichtest.

Den Unterschied zwischen einem Freak (Profi verwende ich hier absichtlich nicht), einem Amateur, und einem Laien sehe ich daher so:
- Der Laie sieht das Motiv mit deutlichem Vorrang, lediglich grobe fotografische Fehler fallen ihm auf.
- Der noch nicht verdorbene Amateur oder Profi achtet zwar auf perfekte fotografische Umsetzung, verliert aber dabei die Zielgruppe der Betrachter nicht aus den Augen.
- Dem Freak ist das Motiv zweitrangig bis egal, Hauptsache das Motiv wurde nach allen Regeln der Kunst gestaltet und technisch perfekt umgesetzt.

Gruß
Jürgen
 
Sich von Lichtermeer der Metropole abwendend steht er für das verzweifelte Rückzugsgefecht der amerikanischen Beutegreifer

Interessante Reaktion, denn die Realität sieht zur Zeit ganz anders aus. Und gerade dieses Bild symbolisiert das auch deutlich. Steve Winter hat das Photo für eine Reportage für den National Geographic gemacht, in der es darum geht, wie die Pumas in Nordamerika aktuell ihr Verbreitungsgebiet und ihre Population vergrößern. Früher lebten sie hautsächlich in den Gebirgen im Westen der USA, mittlerweile wandern sie zunehmend gen Osten, einige sind schon bis Maine und Connecticut gekommen, also bis an die Ostküste. Die Pumas sind eben nicht im Rückzug, sondern erobern zunehmend Gebiete, in denen Menschen siedeln. Der Puma auf dem Bild trägt ein Funkhalsband und lebt im Griffith Park bei LA. Das ist der Park, in dem auch der "HOLLYWOOD" Schriftzug steht; ein beliebtes Naherholungsgebiet, in dem Menschen Rad fahren, Joggen oder mit ihren Hunden spazieren gehen. Auch ein Friedhof ist dort oben.

Man könnte also viel eher sagen, dass sich der Puma nicht verzweifelt von der Stadt abwendet, sondern stolz zeigt, dass er trotz Stadt und Lichtern hier lebt und es ihm gut geht.

Das Siegerbild hat mir übrigens schon gefallen, als ich den Artikel in NatGeo gelesen habe.

Grüße,

Heiner
 
Interessante Reaktion, denn die Realität sieht zur Zeit ganz anders aus.
wikipedia schrieb:
Pumas waren früher über den größten Teil Nord- und Südamerikas verbreitet. [...] Heute ist der Bestand stark ausgedünnt und auf von Menschen schwach besiedelte Gebiete reduziert. In den USA überlebten Pumas die Ausrottungswellen nur in den Rocky Mountains, Cascade Range, Coast Mountains, in den Wüsten und Halbwüsten des Südwestens und in den Everglades-Sümpfen Floridas. Durch Schutzmaßnahmen hat sich das Verbreitungsgebiet wieder erweitert, inzwischen gibt es beispielsweise auch im Gebiet der Großen Seen wieder Pumas. In manchen Regionen des US-amerikanischen Westens scheuen Pumas auch die Nähe von Städten nicht mehr.
Toll. Man gibt ihm also "großzügig" einen kleinen Bruchteil seines ursprünglichen Lebensraumes zurück. Die Unterart des Florida-Pumas ist z.B. fast erloschen, gnadenlos zusammengeschossen (Anfang der 1990er auf ~25 Tiere, heute um die 100) und tief im genetischen Flaschenhals.
http://www.defenders.org/mountain-lion/basic-facts
Gegen die Wölfe, ein weiterer der großen Beutegreifer Amerikas ist übrigens derzeit ein regelrechter Genozid im Gange! Sorry, aber das ist ein Thema, bei dem ich "so einen Hals bekomme"...
Egal, die Symbolik des Bildes wird auch durch den Betrachter geprägt und hat auf mich die beschriebene Wirkung.

Gruß
Wolf
 
Egal, die Symbolik des Bildes wird auch durch den Betrachter geprägt und hat auf mich die beschriebene Wirkung.

Das ist ja völlig in Ordnung. Ich habe nur gesagt, dass die Wirkung auf mich - auch aufgrund meines Hintergrundwissens - eine völlig andere ist.

Es geht hier nicht um die Photographie um ihrer selbst willen, sondern um eine Botschaft!

Das ist richtig. Nur ist dieses Forum nicht der geeignete Ort, um solche Themen unvoreingenommen und sachlich zu diskutieren. Aber immer schön zu sehe, wie hier die Reflexe im Forum funktionieren ...
 
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