Genauso sehe ich das auch. Sind wir in den Foren zu kritisch bzw. zu überheblich?
Überheblich? Ich denke, nein. Aber
Oder fehlt uns der Blick für die künstlerische Qualität? Wo liegt unser "Amateur-Fehler"?
Foren sind gewöhnlich einfach zu techniklastik. Zuviel Pixelgepipe: Ein bißchen zuviel Rauschen, keine Knackizität, stempel da mal einen Ast weg etc. pp....
Bilder wollen
ganzheitlich betrachtet werden, damit die Aussage rüberkommt und die Stimmung wirkt. Sich isoliert auf technische Feinheiten zu kaprizieren ist da kontraproduktiv. Mir ist ein verrauschtes, vielleicht bei 100% (sic!) nicht mal ganz scharfes Bild,
das mich emotionell richtig packt, alleweil lieber als ein perfekt gestylter Langweiler, der zwar technisch ein "Ooooooh, wie toll! Super Schärfe, super Farbe und genau den Goldenen Schnitt getroffen!" produziert, aber eigentlich nur steril ist.
Bei den diesjährigen Preisträgern ist tatsächlich nur eines bei, das mich
emotionell anspricht und das ist eben der Puma. Sich von Lichtermeer der Metropole abwendend steht er für das verzweifelte Rückzugsgefecht der amerikanischen Beutegreifer, die in Scharen abgeschlachtet werden, damit mehr Platz für Rindviecher, Elks zum Schießen (Elk-Mästerei, ein eigenes Kapitel) und eben Städte da ist. Vielleicht sehe ich das auch nur, weil ich den entsprechenden Background habe. Kann ja sein...

Ein paar Typen, die am Strand ihr Mobiltelefon anbeten, sind für mich nicht preiswürdig (der zugegebenermaßen gut gelungene Blaue-Stunde-Handyleuchten-Effekt ist mir zu oberflächlich: Das erinnert mich fatal an ein "Aaah & Oooh"-FC-Bild!), der Rest fällt für mich unter ordentliche, journalistische Photographie, aber eben nicht mehr. Ich habe schon wesentlich bessere Ergebnisse bei diesem Kontest gesehen, die auf das "Herz" des Betrachters abzielten. Diese Bilder hier lassen mich mehrheitlich kalt.
Gruß
Wolf