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Bilder scannen ganz generell

tante_ilse

Läuft öfters hier vorbei
Mitglied seit
11 Jan 2008
Beiträge
427
Hallo alle,

ich habe mal eine Frage. Wenn ich digitale Bilder haben will, dann kann ich doch auch einfach analoge Papierabzüge auf einem guten Scanner einlesen. Warum lachen mich immer alle aus, wenn ich das sage ? Leidet die Qualität ? Bin ich neben den Schuhen ?

ein Gruss, leicht ratlos
Oliver
 
Interessante Frage, aus Gründen des helvetischen Beistandes antworte ich besonders gern. Grundsätzlich ist es keine schlechte Idee von einem guten Papierbild einen Scan zu machen. Ob die Qualität leidet hängt sehr stark vom Verwendungszweck ab. Soll das Bild gedruckt werden und ist es gleich gross oder sogar grösser als der Druck dann ist dagegen nichts einzuwenden. Willst das Bild aber zum Bearbeiten benützen, also gewissermassen als Ausgangsprodukt dann gibt es einige Einschränkungen.
Es ist so, dass ein Papierabzug immer eine Interpretation eines Negatives (oder eines Dias) darstellt. Wenn Du noch einmal den Scan bearbeitest dann machst Du eine Interpretation einer Interpretation mit den bekannten Folgen. Ist etwa so als ob du einen Fotokopie fotokopierst. Scan direkt ab Negativ gibt Dir also eine viel grössere Flexibilität und Kontrolle über das Resultat.
 
Das Auflösungsvermögen eines Scans/ Ausdruckes richtet sich immer nach dem schwächsten Glied in der Produktionskette.

Ein Papierbild hat als "Datenträger" eben nur Papier. Das bedeutet, Du hast ein Bild mit 300dpi maximaler Auflösung. Mehr gibt kein normales Papier her. Diese 300dpi des Papiers sind nicht zu verwechseln mit Druckerauflösungen, die sich anders errechnen (bis zu 1440 und 2880).

Wenn Du dieses Bild einscannst - egal mit welchem Scanner, wirst Du nie ein besseres Resultat bekommen als das Original. Und das Original ist in Deinem Fall ein Bild mit 300dpi.

Wenn man, wie von Christoph erwähnt, jetzt einen Scan macht, wird der Scan wie beim Kopieren in der Quailität immer schlechter als das Original. Man kann es auch mit einem Friseur vergleichen. "Länger schneiden" gibt es nicht
happy.gif


Bei sehr guten Scannern wird der Scan nur wenig schlechter, bei anderen deutlicher. Aber die Limitation ist immer die Auflösung des Papierbildes als Originaldatei.

Du bekommst also maximale Ergebnisse nur in der Grösse des Originalbildes. Und selbst diese sind schlechter als das original Papierbild.

Anders ist es bei Negativ und Diafilmen. Diese haben eine deutlich höhere Auflösung als ein Papierbild. Somit bekommt man auch beim Scannen ein besseres Ergebnis. Hier ist eher der Scanner das Nadelöhr in der Kette. 4000 ppi sind da schon sehr gut, Profitrommelscanner aber noch besser. Und das bei jeder Ausdruckgrösse. Man sieht das vor allem in den "schwierigen" Bereichen eines Bildes: Schatten und Lichter, die nur bei Top-Scans noch Zeichnung und Differenzierungen zeigen - vorausgesetzt das Original hat es auch.

Dann ist natürlich noch der Drucker/ Druckmaschine, das verwendete Fotopapier und der Farbraum, in dem Du arbeitest (Scanner vs. PC vs. Drucker) wichtig. Alles muss sorgfältig ausgewählt werden, abhängig von dem Original und dem angestrebten Endresultat (zu Hause oder Zeitschriftendruck, S/W vs. Farbe etc.)

Aber hierüber gibt es sehr viele Bücher. Schaue Dich einfach einmal bei einer Buchhandlung um. Suche Dir ein Buich aus, daß auch verständlich geschrieben ist, was leider selten der Fall ist. Ich habe jedenfalls noch keines gesehen
happy.gif
 
Hallo Christoph und Dirk,

vielen Dank für Eure Beiträge. Jetzt fühle ich mich etwas sattelfester. Und wenn ich ganz richtig verstanden habe, würde ich wohl am Besten auf Dias umsteigen. Solange ich noch gut sehen kann, möchte ich von der Schärfe meiner Bilder voll profitieren.
Das andere angenehme ist, dass ich jetzt weiss, wie ich zu guten digitalisierten Bildern von meiner Leica komme, ohne gleich eine neue R9 mit Digitalrückwand zu kaufen.
Das ist sehr beruhigend zu wissen.
Ich habe nur sehr niedrige Ansprüche an digitale Bilder, ich muss sie lediglich per Email verschicken können. Da spielt die Qualität keine grosse Rolle, es genügt, wenn man das Wesentliche erkennen kann. Bis jetzt hat das auch mit einer fünfjährigen Mavica bestens geklappt.
Ich bin Euch sehr dankbar für Eure Tips und Informationen.

macht nur so weiter....
Oliver
 
Hallo Leute,
auf Uwes Apell hin hier eine seriöse und thematisch passende Frage. Ich experimentiere in letzter Zeit etwas herum, in welcher Reihenfolge man am besten beim Scannen vorgeht. Ich habe den Eindruck, dass es am besten geht, wenn ich zunächst das gescannte Bild auf die beabsichtigte Pixelgröße reduziere, meist mit anti-alias, bei Bildern mit ausgesprochen wenig geraden Kanten auch ohne anti-alias. Dann nehme ich die Kontrast-Helligkeit-Intensität-Optimierung vor. Dann erfolgt das Nachschärfen und ganz am Schluss der Export ins jpeg-Format. Die Unterschiede sind z.T. so gering, dass ich mir aber nicht sicher bin, ob dies wirklich die geeignetste Reihenfolge ist. ALlerdings habe ich auch den Eindruck (wie Jörg, glaube ich), dass man sw-Bilder am besten als Colorfotos scannt und erst später in sw konvertiert, um den Farbstich wegzukriegen. Außerdem lassen sich hochwertige Farbabzüge besser scannen als Dias, aber das wird sicherlich am Scanner liegen (der bis 1200 dpi schafft).
Vielleicht habt Ihr ja noch Tipps für mich.
thematisch-seriöse Grüße,
auch an Uwe (der ja Recht hat)
Nils
 
Hallo Nils,
ich scanne grundsätzlich in RGB und speicher in tiff.
Bei der Bildbearbeitung habe ich fokgende wesentliche Reihenflge:
wandeln (beim sw-negativ), entzerren (wenn erforderlich), beschneiden (oder Freistellen), Farbe- + Kontrasoptimierung im Auto-Modus, Evtl. hier schon bestimmte Bildbearbeitungen in SW (vergleichbar dem Abwedeln/Nachbelichten usw.) danach Tonwertkorrekturen (weniger die Bearbeitung von Helligkeit/Kontrast), Reduzierung der Farbe (bei SW), Entfernen von Störungen (Fussel, Flecken usw.), Scalieren (also auf die richtige Bildgröße bringen, Schärfen (normales Schärfen oder unscharf Maskieren in PS), abspeichern (jpeg)und auf ca. 250 kB komprimieren (in PS).
Hört sich nach viel an, geht aber ratz fatz.
Gruß Jörg
 
Hallo Jörg,

das ist eine gute "Gebrauchsanweisung", die ich mir für Bedarfsfälle ausgedruckt habe.

Dafür 4 Sterne aus Bonn

Monti
 
Hallo Freunde, wichtiger Hinweis: Beim Rohscan sollte man so wenig wie möglich manipulieren.
Ich bleibe bei SW-Bildern grundsätzlich im RGB-Modus und wandle Fotos nicht in "Graustufen", denn das verschlechtert die Qualität. Wenn die SW-Bilder einen Farbstich haben, immer zuerst über "Farbton/Sättigung" die Farbe vermindern, d.h. im Normalfall Sättigung auf Null. Auch Jörg macht das so! Und Finger weg von der Einstellung "Helligkeit/Kontrast"! Damit läßt sich beim besten Willen keine feindosierte Bildbearbeitung vornehmen. Immer über die "Tonwerte" gehen. Die Festlegung der Bildgröße kommt als vorletzter Schritt, dann erst das Schärfen über "Unscharf maskieren".

Mag sein, dass meine Ausführungen redundant erscheinen, aber es gibt einige Möglichkeiten im Photoshop, die das Ergebnis nur verschlimmbessern.

Gruß aus dem sonnigen, aber verschneiten Berlin
Peter
 
Hallo (Bildbe-) Arbeiter,

für SW gibt es einen schönen Trick, um kontrastreiche Bilder zu bekommen, was mit dem Zonensystem zu tun hat. Ich gehe (im Menu Gradationskurven) mit der weißen Pipette auf die Stelle, die die hellste Stelle sein soll und mit der schwarzen auf die gewünschte dunkelste Stelle. Auf diese Weise kann ich die gewünschtw Gradation einstellen und damit den Kontrast selbst festlegen.

Gruß Jochen
 
Hallo Jochen,
da ich weder von PS noch von Silverfast die Vollversion habe (nur die abgespeckten Versionen) , kann ich dies leider nicht machen, sonst würde ich auch so verfahren, weil es genauer ist.
Eine wesentliche Verbesserung des Scann in Silverfast, ist die Anpassungen vor dem eigentliche Scann neben Grau auch in den RGB-Kanälen. Wie oben schon beschrieben erfolgt die Wandlung vom Negativ erst in PS, egal ob ich ein Farb- oder SW-Negativ scanne.
In älteren LFI-Ausgaben war es mal sehr gut beschrieben, daran orientiere ich mich
Gruß
Jörg
 
@jörg,

kannst du mir bitte die ausgabe der LFI nennen, damit ich mir diese besorgen könnte..

oliver
 
Hallo Jochen,
diese Methode kannte ich noch gar nicht. Habe auch die Vollversion von Photoshop und es gerade ausprobiert, funktioniert super! (Es sind ja 3 Pipetten zu sehen, eine ist sicher für die Mitteltöne - benutzt du diese auch?)
Besten Dank für den tollen Tipp!

Gruß Peter
 
Hallo Leute,
danke für die Hinweise. Es hört sich zwar viel an, Jörg, ist es aber eigentlich nicht. Ich mache ja alle diese Schritte, hatte bisher nur eine teilweise andere Reihenfolge (nach dem Beschneiden erst die Bildgröße verändert, dann den Rest).
Also, danke, als Resultat stelle ich heute abend vielleicht noch ein neues Bild ein.
Gruß aus dem kalten und weißen Remstal,
Nils
 
@Oliver G.
muß ich raussuchen, kann nicht versprechen, daß es heute noch klappt. Wenn, dann in den nächsten Tagen.
Gruß Jörg
 
Hallo Peter,

ich kenne dieses Verfahren auch erst seit etwa zwei Monaten. Ich benutze die mittlere Pipette (noch) nicht, da ich hiermit bisher keine erfolgversprechenden Ergebnisse hatte.

Übrigens arbeite ich im Gegensatz zu Jörg nicht mit dem Automodus. Außerdem werden die Fussel bei mir vorher entfernt (meist nur notwendig bei herkömmlichen SW-Filmen, da dann automatische Staub- und Kratzerentfernung nicht funktioniert). Dazu vergrößere ich mein Bild mit dem Navigator, so dass ich vier Quadranten erhalte.

Gruß Jochen
 
@jochen,

habt ihr euch alle "learning by doing" mit dem scanning & printing vertraut gemacht oder gibt es gute literatur über dieses thema?

ich benutze ausschliesslich die scan-software von nikon, zuletzt geupdated, hier gibt es wohl auch die möglichkeit, die gradation zu verändern.

Ist dies hier auch mit gutem!! ergebnis möglich oder sollte man doch hierbei auf silverfast od. PS zurückgreifen?

oliver
 
Hallo Oliver
PS steht für Phtoshop, damit kannst Du aber nicht scanne, höchstens das Scannprogramm darüber öffnen.
Dann doch eher Silverfast wobei ich nicht beurteilen kann ob man damit bessere Ergebnisse erzielt als mit der original Nikonscannsoftware.
Gruß Jörg, der sich das Scannen selbst beigebracht hat, was mit der Software aber auch kinderleicht ist.
 
Hallo Oliver,

zum Scannen nutze ich die Nikon-Software, verändere aber die Einstellungen nicht. Nach dem Scannen erhalte ich Bilder von etwa 60 MB Größe in Tiff-Fomat.

Die eigentliche Bearbeitung mache ich mit Photoshop CS. Die bearbeitenten Bilder lege ich in Tiff-Format ab (ungeschärft). Dann werden die Bilder für die Galerie verkleinert (Breitseite 800 Pixel), geschärft (unscharf maskiert) und in JPEG umgewandelt.

Da ich Lehrer bin, bin ich sehr günstig an eine Schulversion (110 €) herangekommen. Ich nutze Photoshop auch für die Erstellung von Prinzipskizzen für meinen Unterricht, obwohl es für diese Zwecke auch bessere Programme gibt. Ich habe zum Photoshop auch Lehrbücher, aber die nutze ich nur für Spezialaufgaben (z.B. wenn ich mit meheren Ebenen arbeiten muss; kommt selten vor; bisher nicht genutzt für meine Bilder in der Galerie). Das meiste habe ich mir durch "Learning by Doing" beigebracht. Das Programm ist so komfortabel, dass man immer wieder etwas Neues dazulernt (oder auch später wieder vergisst). Photoshop ist das beste Computerprogramm, das ich besitze.

Gruß Jochen
 
@Oliver_G

hier nun die Daten der technischen Anleitungen zur digitalen Bildbearbeitung bzw. dem Scannen, wie sie in der LFI veröffentlicht wurden.
Die Titel stimmen jetzt nicht 100%ig sondern beschreiben nur den Inhalt des Beitrages:

08/2003: Richtig scannen (Teil III der Serie)
01/2004: scannen, der richtige Film
02/2004: SW-Filme scannen (Teil IV der Serie)
04/2004: SW-Tintendruck verbessern
08/2004: sinnvolles Nachschärfen digitaler und gescannter Bilder
01/2005: habe ich mir noch nicht gekauft

Gruß Jörg
 
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