Besonders bei dem ersten Foto mit der Hütte, die auch gut im verlassenen Paradies stehen könnte und so gar keinen Bezug zum Atomunfall erzeugt - mir jedoch zeigt wie unsichtbar die große Gefahr jederzeit ist - war ich erschrocken.
Dies war das 2. Bild, das ich als sehr intensiv empfand. Wie Du sagst, erschreckend, vielleicht wegen des schon surrealen Gegensatzes zwischen den Trümmern des Hauses und dem Schrein, der dort errichtet wurde. Das Tröstliche, das ich empfinde, wenn sich die Natur die Überreste menschlicher Siedlungen zurückholt, fehlt hier (noch). Vielleicht in tausend Jahren...
Das Bild von Keigo Sakamoto berührte mich auch noch vor einem anderen Hintergrund. Vor einiger Zeit sah ich eine Bildstrecke und Filmsequenz, die die verlassenen Hunde durch die Städte streifend zeigte. Dies verwies auf noch frühere Bilder, die Menschen bei der Evakuierung zeigten, die ihre Autos mit Wertgegenständen vollstopften, aber für ihre Hunde (oder anderen Haustiere) offensichtlich keinen Platz mehr hatten. So fügt sich aus insgesamt 3 Bildstrecken im Kopf ein Gesamtbild, das ich als nicht sehr schmeichelhaft für die Menschheit wahrnehme und aus dem Keigo Sakamoto positiv herausragt, weil er sich um die kümmert, die vom Menschen verraten und verlassen wurden.
Nichts und niemand könnte mich von meinen Hunden, meinem Rudel, meiner Familie trennen, mit denen mich ein lebenslanges Band verbindet. Erst rettet man seine Familie,
dann erst irgendwelche "Wert"gegenstände, wenn noch Transportkapazität da ist. Vielleicht reagiere ich deshalb so stark auf dieses Bild, weil ich nach den Gesetzen des Rudels lebe, die schon alt waren, als es die Menschheit noch nicht einmal gab, und deren Quintessenz ist Loyalität und Treue...
Gruß
Wolf