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Bildstrecke Fukushima...

...hm...diese Bilder berühren mich jetzt nicht wirklich. Warum? Ich habe versucht, die Bilder ohne die begleitenden Texte einzuordnen - schwierig. Wirklich gute Fotos wirken aber -für mich- auch ohne Erklärung.

Gruß, Holger
 
Hi,
Mir geht es wie Holger. Aber Igor Kostins Bilder aus Tschernobyl sind etwas anderes. Es ist schön, dass sich jemand um die Tiere kümmert, aber wer kümmert sich um die Arbeiter die dort aufräumen? Tepco? Warum reden wir über Tiere und vergessen die Menschen?

Gruß
Michael
 
Warum reden wir über Tiere...
Weil mich speziell das Schicksal der von ihren Menschen bei der Evakuierung verlassenen Hunde tief berührt hat. Ich würde in einer Notsituation meine Hunde (= meine Familie!) niemals zurücklassen. Keigo Sakamoto hat sich, ob wohl er dort evtl. gesundheitlich gefährdet ist, dieser Tiere angenommen, und das nötigt mir in einer Welt, in der selbst Haustiere nur als Sache betrachtet werden, größte Hochachtung ab.
Über die Arbeiter von TEPCO habe ich übrigens schon andere Arbeiten gesehen. Die sind ein eigenes Thema.

Gruß
Wolf
 
Moin,

mir geht es bei den Bilder im Grunde ähnlich wie Holger und Michael. Technisch gute Bilder, die aber ohne den Begleittext nur wenig berühren.

Keigo Sakamoto hat sich, ob wohl er dort evtl. gesundheitlich gefährdet ist, dieser Tiere angenommen, und das nötigt mir in einer Welt, in der selbst Haustiere nur als Sache betrachtet werden, größte Hochachtung ab.

Hm. Er kümmert sich um die Tiere, schön. Aber warum kümmert er sich nicht darum, dass die Tiere dort evakuiert werden? Ist es wirklich ein Zeichen von Tierliebe, wenn man Hunde in einem derart verstrahlten Gebiet lässt und nur dort füttert?

Grüße,

Heiner
 
Hm. Er kümmert sich um die Tiere, schön. Aber warum kümmert er sich nicht darum, dass die Tiere dort evakuiert werden? Ist es wirklich ein Zeichen von Tierliebe, wenn man Hunde in einem derart verstrahlten Gebiet lässt und nur dort füttert?
Ich nehme an, er hat keine Möglichkeit, die Tiere zu evakuieren. Da wäre der japanische Tierschutz gefordert.

Gruß
Wolf
 
Warum reden wir über Tiere und vergessen die Menschen?

Moin,

eigentlich wollte ich hier ja nix schreiben, ist wieder so ein Thread wo es die üblichen zwei Gewichte gibt ... aber ... Grundsätzlich zum Zitat ohne Bezug zum Michael - denn ich nutze das nur mal als Satz:

Warum reden wir über Tiere und vergessen die Menschen?

Warum redet man über zwei Jahre danach überhaupt kaum noch davon, weder von den Menschen, die sich wissentlich opfern noch von den Tieren, die keine Chance hatten und haben?
Ist die Halbwertszeit in der Presse den nur knapp zwei Jahre im Gegensatz zu den Jahrzehnten, die das Land dort verseucht ist?

Warum redet der Tierschutz jedes Jahr immer wieder von den Robbenschlächtern im Eis und fördert damit den Aktivistentourismus vor Ort anstelle sich um die Tiere von Fukushima zu kümmern?
Das würde nur einen Bruchteil davon kosten als die Wallfahrt zum Robben-Protest inklusive Fremdenverkehrsgebühr zu finanzieren und das Geld so bei den Pensionswirtinnen zu lassen deren Männer die Robben schlachten.

Warum werden solche Fotos an anderen Katastrophenfotos gemessen, die dann auch ohne Text sprechen können? Ist denn die ganze Welt mit oder ohne Katastrophen nur noch durch die Fotografische Spitzenleistung sehenswert? Besonders bei dem ersten Foto mit der Hütte, die auch gut im verlassenen Paradies stehen könnte und so gar keinen Bezug zum Atomunfall erzeugt - mir jedoch zeigt wie unsichtbar die große Gefahr jederzeit ist - war ich erschrocken.

@wolf - danke für den Link
 
Ist die Halbwertszeit in der Presse den nur knapp zwei Jahre im Gegensatz zu den Jahrzehnten, die das Land dort verseucht ist?

Das Problem ist nicht die Halbwertszeit, sondern die Queue-Länge. In den letzten zwei Jahren sind einfach viele andere Dinge passiert, über die man auch lange berichten könnte und sollte. Aber wer hat die Zeit, sich mit dem allen beschäftigen? Nein, der Presse kann man hier sicherlich keinen Vorwurf machen.


Grüße,

Heiner
 
Besonders bei dem ersten Foto mit der Hütte, die auch gut im verlassenen Paradies stehen könnte und so gar keinen Bezug zum Atomunfall erzeugt - mir jedoch zeigt wie unsichtbar die große Gefahr jederzeit ist - war ich erschrocken.
Dies war das 2. Bild, das ich als sehr intensiv empfand. Wie Du sagst, erschreckend, vielleicht wegen des schon surrealen Gegensatzes zwischen den Trümmern des Hauses und dem Schrein, der dort errichtet wurde. Das Tröstliche, das ich empfinde, wenn sich die Natur die Überreste menschlicher Siedlungen zurückholt, fehlt hier (noch). Vielleicht in tausend Jahren...
Das Bild von Keigo Sakamoto berührte mich auch noch vor einem anderen Hintergrund. Vor einiger Zeit sah ich eine Bildstrecke und Filmsequenz, die die verlassenen Hunde durch die Städte streifend zeigte. Dies verwies auf noch frühere Bilder, die Menschen bei der Evakuierung zeigten, die ihre Autos mit Wertgegenständen vollstopften, aber für ihre Hunde (oder anderen Haustiere) offensichtlich keinen Platz mehr hatten. So fügt sich aus insgesamt 3 Bildstrecken im Kopf ein Gesamtbild, das ich als nicht sehr schmeichelhaft für die Menschheit wahrnehme und aus dem Keigo Sakamoto positiv herausragt, weil er sich um die kümmert, die vom Menschen verraten und verlassen wurden.
Nichts und niemand könnte mich von meinen Hunden, meinem Rudel, meiner Familie trennen, mit denen mich ein lebenslanges Band verbindet. Erst rettet man seine Familie, dann erst irgendwelche "Wert"gegenstände, wenn noch Transportkapazität da ist. Vielleicht reagiere ich deshalb so stark auf dieses Bild, weil ich nach den Gesetzen des Rudels lebe, die schon alt waren, als es die Menschheit noch nicht einmal gab, und deren Quintessenz ist Loyalität und Treue...

Gruß
Wolf
 
Grundsätzlich zum Zitat ohne Bezug zum Michael - denn ich nutze das nur mal als Satz:
Warum reden wir über Tiere und vergessen die Menschen?

Ich weiß zwar nicht genau was Du damit ausdrücken willst, aber ich schrieb den Satz weil es neben den katastrophalen Auswirkungen auf Pflanzen und Tiere eben auch um Menschen geht. Das wird beim Tierschutz immer gerne übersehen und deshalb auch die Anmerkung. Für mich ist nämlich beides wichtig, Mensch und Tier!


Warum werden solche Fotos an anderen Katastrophenfotos gemessen, die dann auch ohne Text sprechen können?

Weil dies ein Fotoforum und kein Politik- oder Tierschutzforum ist betrachte ich die Bilder eben auch aus meinem fotografischen Blickwinkel, so wie Holger und Heiner es auch für sich getan haben. Es sollte kein Wettbewerb werden, welche Katastrophe die "Größere" ist, falls das so verstanden worden ist.


Gruß
Michael
 
Bilder, die Menschen bei der Evakuierung zeigten, die ihre Autos mit Wertgegenständen vollstopften, aber für ihre Hunde (oder anderen Haustiere) offensichtlich keinen Platz mehr hatten.

Naja, die Wertgegenstände kann man im Zweifelsfall einfach in ein Lager packen. Notfalls Plane drüber und auf 'nem Parkplatz abstellen. Das geht mit Tieren eber nicht. Und ob man in den Notunterkünften mit seinen Haustieren rein kommt, ist eher fraglich. Tierfutter gibt es da auch nicht unbedingt. Und da die Wohnsituation in den meisten Teilen von Japan extrem beengt ist, ist auch nicht sicher, ob man mit seinen Haustieren bei Verwandten unterkommen kann.

Mir selbst widerstrebt ein solches Handeln auch. Aber es fällt mir auf der anderen Seite nicht gerade leicht, mich überhaupt in eine solche Extremsituation hineinzudenken. Insofern kann ich nicht sagen, wie ich mich in einer solchen Situation verhalten würde, noch dazu, ohne die genauen Randbedingungen zu kennen. Zu leicht werden Urteile gefällt, die nicht gerechtfertigt sind.


Grüße,

Heiner
 
Ich weiß zwar nicht genau was Du damit ausdrücken willst

Nix im Bezug zu Dir und nur als Aufhänger meiner Gedanken ;) :)

Weil dies ein Fotoforum und kein Politik- oder Tierschutzforum ist betrachte ich die Bilder eben auch aus meinem fotografischen Blickwinkel, so wie Holger und Heiner es auch für sich getan haben. Es sollte kein Wettbewerb werden, welche Katastrophe die "Größere" ist, falls das so verstanden worden ist.

Es geht nicht um Deine oder Holgers oder Heiners Sichtweise ... Bitte nicht immer gleich die Schuhe anziehen :z04_photos:

Es geht halt darum, dass das Foto, welches sich nur mit dem Text dazu erklärt, generell nicht als so gut empfunden wird wie ein Foto, was sich selbst erklärt - ohne Text.
Finde ich halt schade so, und das ist nur meine Meinung zum Thema.

Zudem gehört für mich zu einer Foto-Doku über eine Katastrophe und die Auswirkung auch ganz klar der Tierschutz und die Politik (und andere Themen), denn wenn man das nicht beachten würde, dann ist ein großer Bereich der Reportagefotografie sinnlos, denn es gibt vermutlich sehr wenige Menschen, die bei bestimmten Fotos z.B. von Politikern in bestimmten Situationen deren Frisur beurteilen.

:z04_bier01:
 
Es geht halt darum, dass das Foto, welches sich nur mit dem Text dazu erklärt, generell nicht als so gut empfunden wird wie ein Foto, was sich selbst erklärt - ohne Text.
Finde ich halt schade so, und das ist nur meine Meinung zum Thema.

Hallo.

Ich glaube, Deine Meinung in dieser Hinsicht unterscheidet sich einfach stark von der Meinung der Mehrheit der hier Mitlesenden. Macht ja auch nichts, dafür sind Meinungen ja da. :)

Für mich gilt, dass ein gutes Presse- oder Dokumentarfoto auf einer Bildebene "funktionieren" muß, d. h. für mich, es muß Information übermitteln und Emotion hervorrufen - und das auch ohne Erläuterungen. Diese können und sollen natürlich die Informationen ergänzen, sofern erforderlich. Aber wenn mich das Bild nicht "packt", lese ich die Captions meist gar nicht mehr.

Viele Grüße
Matthias
 
Hallo zusammen

Gemäss Internet mussten die Leute ihre Haustiere zurücklassen, da in den Notunterkünften aus hygienischen Gründen keine Tiere erlaubt waren. Sie haben sie also nicht einfach da gelassen, weil sie lieber Wertgegenstände mitnehmen wollten.

Viele Grüsse
Jörg
 
Gemäss Internet mussten die Leute ihre Haustiere zurücklassen, da in den Notunterkünften aus hygienischen Gründen keine Tiere erlaubt waren. Sie haben sie also nicht einfach da gelassen, weil sie lieber Wertgegenstände mitnehmen wollten.
Danke für die Hintergrundinfo! Ich gebe zu, da stellen sich mir die Nackenhaare hoch...
Das wäre mit mir nicht zu machen! Dann schlafe ich mit meinen Hunden eben im Auto oder im Freien, im Zelt oder sonst wo. Wer mich von meinen Hunden, meinem Rudel trennen will, muß mich umbringen, sonst wird's gefährlich für ihn (das meine ich durchaus sehr ernst)!
boese.gif


Unabhängig davon: Aus Hygienegründen? Was für ein Quatsch! Das ist einfach nur ein Vorwand oder vielleicht auch mentalitätsbedingt. Was soll man sich von einem Hund denn bitteschön holen? Interspeziesinfektionen sind extrem selten. Ich lebe seit über einem Vierteljahrhundert mit meinen Hunden im gemischtartlichen Falilienverband zusammen, dichter, als sich das selbst mancher Hundehalter vorstellen kann. Ich hatte nie Probleme entgegen allen Unkenrufen von Hygienefanatikern... ;)
Egal, wer seinen Hund im Stich läßt *), hat seine Liebe nie verdient gehabt. Treue ist keine Einbahnstraße!

Gruß
Wolf


*) gilt natürlich im Grunde für jedes Haustier, aber ich bin halt auf Hunde spezialisiert...
 
Ich glaube, Deine Meinung in dieser Hinsicht unterscheidet sich einfach stark von der Meinung der Mehrheit der hier Mitlesenden

Das kann ich nicht beurteilen, ich weiß nicht wer hier alles mit liest ;)
 
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