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"Brächete" in Zäziwil

tochch

Läuft öfters hier vorbei
Mitglied seit
11 Jan 2008
Beiträge
478
Schönen guten Tag an alle

Jedes Jahr findet in einem Nachbarort (Zäziwil im Emmental) ein Markt mit Vorführung von altem Bauernhandwerk statt: Die Brächete.

"Brächen" oder Brechen ist die Verarbeitung der Flachspflanze zu Leinenstoff. Hier ein paar Eindrücke (entstanden mit der Canon EOS 40D und dem EF 28-300 L IS USM, EXIF sollten enthalten sein):
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Zu den Vorbereitungen gehört das Rösten des Flachses, damit sich später der Stängel und die Fasern leichter trennen lassen.

02.JPG

Um den Frauen den eigentlichen Brechvorgang zu erleichtern, wird mit der Vorbreche der Flachs zunächst zwischen zwei Walzen ein erstes Mal gebrochen.

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Mit dem sogenannten Brechbock wird anschliessend so fein gebrochen, damit sich der Dengel (Samen) und die Stängelhülle von den Fasern löst. Das ist eine recht anstrengende Tätigkeit und kann bis zehn Minuten pro Bündel dauern.

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Anschliessend wird der Flachs "gehächelt", das ist eine Art Kamm, der die letzten Reste von Stängel und Samen entfernt und die Fasern fein durchkämmt.

- Fortsetzung folgt -
 
"Brächete" die Zweite

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Der so vorbereitete Flachs wird jetzt auf dem Spinnrad zu Garn gesponnen.

06.jpg

Und schliesslich wird das Garn auf dem Webstuhl zu Stoffen verarbeitet.

07.jpg

Hier ein Detail des Webstuhls.

Die Brächete ist immer sehr gut besucht. Tausende drängen sich durch die Marktgassen und über das Gelände, auf dem das Handwerk vorgestellt wird. Dementsprechend schwierig war es, einen Blick auf die jeweilige Tätigkeit zu erhaschen, da manchmal der Blick nur für Sekunden frei war.

Ich hoffe, dass Euch der kleine Ausflug in die frühere Zeit gefällt.

Viele Grüsse
Theo
 
Eine tolle Reportage, Theo!

Wenn die Massen, die sich da gedrägt haben, gewusst hätten, was Du hier machst, hätten sie sich den Kampf sparen können... ;) Nee, Spass.

Heute, wo der Strom aus der Steckdose und das Geld aus dem Automaten kommt, kann man sich oft gar nicht mehr vorstellen, was altes Handwerk bedeutet. Umso wertvoller finde ich immer solche Veranstaltungen. Man bekommt auch wieder mehr Respekt vor Handarbeit, wo uns doch immer gesagt wird, Kopfarbeit sei das eigentlich wertvolle.

Viele Grüsse
Marc
 
Hallo Theo,

kann es sein, dass dir beim Blitzen die Geli im Weg war? Da sind hässliche Schatten drauf.

Gruss
Michi
 
Nein, die Geli hatte ich nicht drauf. Das Problem ist, dass dauernd irgendwelche Köpfe, Schultern, Taschen usw. im Weg waren. Das Gedränge war zeitweise so gross, dass ich mich keinen Millimeter mehr bewegen konnte.

Gruss, Theo
 
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