mit Deiner Art zu sehen erntest Du wahrscheinlich bisweilen Unverständnis, oder habe ich das falsch verstanden?
Hierzu eine nette kleine Anekdote aus meiner Familie (*OT an): Der Maler A. Erbslöh, der gerne mal grün in blonde Haare portraitierter Damen schmuggelte, wurde eines Tages gefragt, ob er das denn genau so sehe. Nachdem er dies bejaht hatte, kam der Vorschlag, er solle doch mal zum Augenarzt gehen... Hier ein Beispiel:
http://id.dorfschenke.de/www.moyland.de/wupp/erbs_b.jpg (*OT aus)
Schönheit liegt im Auge des Betrachters
Maler sind ein gutes Beispiel, denn ein guter Maler, insbesondere etliche der alten Meister, aber auch moderne Naturmaler wie Bob Ross sind resp. waren in der Lage, das Licht so zu sehen, wie es ist. Ein herbstlicher Wald ist nun einmal mit warmen, gelben Licht erfüllt, ein Frühjahrswald mit lichtem Grün, Wolken bei einem Unwetter sind nicht etwa einfach grau, sondern zeigen subtile, manchmal sogar markante Farben von grün über cyan und blau bis ins Violette. Schatten in einer Schneelandschaft unter blauem Himmel schimmern in einem eisigen Blau. Und eine Leuchtstoffröhre leuchtet eben nicht "weiß", sondern zeigt eine deutliche, sichtbare Farbdrift durch die Dominanz der Hg-Emissionslinie, was oft eine Lichtqualität ergibt, die einem buchstäblich in den Augen weh tut. Und um Deine Frage zu beantworten, ja manchmal reagieren die Leute sagenwir verwundert, denn der Duchschnittsmensch sieht ein weißes Blatt Papier eben als weiß, weil ihm sein Verstand das vorgibt. Er unterliegt der subjektiven Farbwahrnehmung. Als Photograph sollte man sich aber bemühen, Farben objektiv wahrzunehmen. Btw., ich habe im Fachlabor nie einen Farbanalyser benutzt, weil's mir einfach nichts bringt.
EBV oder Wahl des Films - Wolf hat früher bei seinen vier unterschiedlichen Filmen sicherlich auch immer einen Velvia dabei gehabt - sind die nächsten Punkte.
Neiiiiiiiiiiiiiiin!

Ich habe den Velvia einmal getestet und sofort verworfen, den Rest der Testfilme verschenkt. Die Farbwiedergabe ist grauenhaft und völlig unnatürlich, außerdem ist der Film steil bis zur (subjektiven!) Unbrauchbarkeit.
Wenn man sich die Entwicklung der Naturfotografie in den letzten Jahren ansieht, dann hat sich - sicherlich auch durch den Einfluß des Internets - sehr viel verändert. Es fällt z.B. auf, daß die Bilder zunehmend bunter werden. Wohl die wenigsten werden sich dieser Entwicklung dauerhaft entziehen können.
"Bunt" trifft es ziemlich gut. Der Einfluß des Internets ist keineswegs immer positiv. Und sich entziehen? Sorry, aber mein Stil resp. allgemein formuliert, der Stil eines Photographen steht nicht zur Disposition der Web-Welt. Wer dem hinterherläuft, prostituiert sich und verläßt seine eigene Gedankenwelt zugunsten einer aufoktroyierten. Deshalb mache ich übrigens bei Wettbewerben gewöhnlich nicht mit. Ich beobachte die Szene schon lange und es wird immer schriller. Was da manchmal die Preise abräumt, wäre von mir im ersten Durchgang aussortiert worden. Mit diesen gekünstelten Naturphotos will ich nichts zu tun haben und ich hätte mit meinen oft subtilen Bildern, die einen zweiten und dritten Blick brauchen, auch keine Chance.
Wo ich mal gerne mitmischen möchte, ist der World Press Photo Award. Die Teilnehmerzahl ist überschaubar und es kommt auf Themen und Bildaussagen an, nicht auf "knackibunti" und "je schriller, desto besser und preiswürdiger".
Gruß
Wolf