Hallo Heiner.
Für das erste Mal ist das schon ganz gut. Die Gegenlichtbilder treffen nicht meinen Geschmack, die Grundidee ist aber erkennbar und auch gut umgesetzt.
Ohne Kenntnis, welches Equipment Dir zur Verfügung stand, sind Hinweise natürlich schwierig. Ich versuche es trotzdem mal:
Bild 1:
Ein schöner, entspannter Gesichtsausdruck. Das Modell ist "bei Dir", der Blick ist offen, wach und interessiert. Das Licht kommt ziemlich direkt von vorn/oben mit einem Akzent von links (mit Blick auf's Bild betrachtet). Das ist okay, aber die Schatten unter Nase und Kinn finde ich zu hart. Helfen würde hier ein niedrigerer Standpunkt für das Licht, eine größere Lichtquelle oder ein Aufheller von unten.
Die Pose gefällt mir hier (wie auch bei einigen anderen Bildern) weniger: aus irgendeinem Grund meinen viele Modelle, dass nach oben gereckte Arme attraktiv aussähen. Ich persönlich bin allerdings an Achselhöhlen nicht ausreichend interessiert, um diese Meinung zu teilen. Auch das ist natürlich Geschmackssache, keine Frage...
Bild 2:
Der zentrale Lichteinsatz paßt gut zur Pose, das Licht auf den Hintergrund gefällt mir sehr. Die Schatten unter Nase und Kinn sind auch weniger ausgeprägt, das passt.
Zur Pose: Die Arme (bei Frauen) möglichst nicht wirklich aufeinander legen, das drückt sie zusammen und lässt sie wuchtiger erscheinen, als sie sind. Lieber minimalen Abstand lassen, das fällt bei dieser Perspektive nicht auf. Bei Männern kann das helfen, da sind kräftigere Arme generell ganz gerne gesehen. Durch die unterschiedlich hohen Schultern kommt eine schöne S-Form in die Körperlinie; leider fällt sie bei der weiten Bekleiduing nicht so deutlich auf.
Bild 3:
Ähnlich wie bei Bild 2 - mir fehlt allerdings ein Glanzlicht im Auge. Dies ist zwar durch die Pose bedingt, lässt das Bild aber - gerade im Vergleich zu den anderen - etwas leblos erscheinen. Arme: Siehe oben.
Bild 4:
Der Hotspot auf der Stirn ist hier deutlicher als bisher und fängt an, (mich) zu stören. Das kann man entweder durch die Lichtsetzung verbessern, oder nachher am Rechner abmildern. Arme: Siehe Anmerkung zu Bild 1.
Bild 5:
Das Licht ist okay, der Gesichtsausdruck ist hier jedoch etwas ausser Kontrolle. Anstelle des Lichts auf den Hintergrund hätte ich diese Lichtquelle eher genutzt, um ihren Rücken ein wenig auszuleuchten und so vom Hintergrund zu trennen.
Bild 6-8:
Die Gegenlichtbilder sind so geworden wie beabsichtigt, vermute ich? Der bunte Effekt auf den beiden letzten Bildern erinnert mich an die "Cokin-Effektfilter" aus den 70er und 80er Jahren; sie waren damals schon nicht mein Geschmack. Das ist natürlich komplett subjektiv, deswegen lasse ich das mal aussen vor. Das Licht von vorn ist wieder ziemlich hart mit entsprechenden Schatten. Und bei einer so gnadenlosen Ausleuchtung würde ich noch die Haut ein wenig weniger detailreich darstellen (in Lightroom einfach mal lokal "Klarheit" auf -15 setzen, das reicht oft schon).
Ich hoffe, Du nimmst meine Hinweise nicht übel. Sie sind nur eine Zusammenstellung meiner Erfahrung der letzten Jahre und natürlich meines persönlichen Geschmacks.
Grüße
Matthias