bsfroeschl
Kennt den Türsteher
- Mitglied seit
- 12 Jan 2008
- Beiträge
- 882
Hallo alle miteinander,
Eine Hommage auf die ungeliebte Leica R 3
Der Leica R 3 wird oft nachgesagt, sie sei eigentlich keine Leica, sondern die beste Minolta, die es je gegeben hat. Dazu sei sie extrem klobig und schwer und habe das Design eines Ziegelsteins.
Doch waren die Minoltas jener Zeit nicht auch Spitzenkameras – und warum sollte Leitz in der damals fuer sie selbst extrem schwierigen Zeit nicht durch Kooperation eine Spitzenkamera ins eigene Programm ueberfuehren. (Uebrigens entstand auch die Leica CL in Kooperation mit Minolta – und eineige Objektive des R-Programms, von denen eines bis heute noch gefertigt wird!) Und auch die Nachfolger der R 3, die R 4 – R 7 sind noch mit Minolta entwickelt worden. Das der R 3 aehnliche Modell war die XE-1, das der R 4 aehnliche die XD-7.
Nun kurz die technischen Daten der R 3 bzw. der R 3 mot:
SLR mit Belichtungsinnenmesseung, wahlweise integral oder selektiv im manuellen Modus und bei Zeitautomatik;
Blitzanschluss ueber Mittenkontakt im Sucherschuh oder ueber X- und M-Buchse;
Vertikal ablaufender Metalllamellenschlitzverschluss (CLS – Copal-Leitz-Schlitzverschluss);
Bei Zeitautomatik stufenlose elektronische Zeitensteuerung von 4 sec – 1/1000 sec, manuell 13 Werte von 4 sec – 1/1000 sec, mechanische Notzeit 1/90 sec, gleichzeitig Blitzsyncronzeit;
Ausloeser 2-stufig – erste Stufe bei selektiver Belichtungsmessung zur Messwertspeicherung;
Sehr helles Sucherbild – erst bei der R 8 wieder erreicht;
Anzeige im Sucher: Blende (eingespiegelt), eingestellte Zeit bzw. A, gemessene Zeit, Belichtungsmessungsmodus (nur R 3 mot);
Ein/Aus-Schalter (erst wieder ab R 7);
Selbstausloeser (nicht R 3 mot);
Motor (~ 2 Bilder pro sec oder Einzelbildausloesung) ansetzbar und Handgriff (nur R 3 mot);
Anschliessbar alle Leica R-Objektive, auch die mit ROM, Objektive von vor 1976 muessen mit dem R-Steuernocken nachgeruestet sein, einzig das das Super-Angulon 3,4/21 passt nur an die (Ur-) Leicaflex und laesst sich nicht ansetzen;
Ausfuehrliche Beschreibung aller technischen Daten und die Handhabung aller Features der R 3 ist in dem Buch von Heinz Lichem “das LEICA R reflex system“ aus dem Laterna magica Verlag, 1978, besten beschrieben.
Nun – was begeistert mich an der R 3 (ich habe die R 3 mot) und fuehrt dazu, dass ich sie nach wie vor benutze:
Der CLS-Verschluss, der extem schwingungsarm ausloest und so auch bei langen Belichtungszeiten unverwackelte Aufnahmen ermoeglicht;
Der Ein/Aus-Schalter – ich hatte noch nie leere Batterien, weil – was bei R 4/4s/4s2/5 moeglich – nicht durch unbeabsichtigten leichten Druck, z.B. in der Fototasche, auf den Ausloeser die Elektronik eingeschaltet wird;
Auch im manuellen Belichtungsmodus kann Integral gemessen werden (erst bei der R 8 wieder moeglich);
Doppelbelichtung ist mit Schieber unter dem Aufzugshebel sehr einfach moeglich;
Kamera mit Motor liegt sehr gut auch ohne Handgriff in der Hand;
Der Ausloeser liegt nicht im Verschlusszeitenrad, damit kann die eingestellte Belichtungszeit bei Verwendung eines Drahtausloesers nicht unbemerkt versehentlich verstellt werden;
Aber natuerlich gibt es auch ein paar Dinge, die finde ich nachteilig:
Es gibt keine 1/2000 sec wie bei den Flexen und ab der R 5 wieder;
Die Blitzbelichtungsmessung ist nicht TTL;
Die Anzeigen im Sucher ist bei Daemmerung bzw. Dunkelheit sehr schlecht ablesbar;
Die Belichtungseinstellung im manuellen Betrieb ist weniger komfortabel als bei den Flexen und R 7 folgende;
Spiegelvorausloesung fehlt;
In Summa bin ich von der R 3 (mot) aeusserst angetan und wuerde sie ohne Vorbehalte als sehr preisguenstige Moeglichkeit zum Einstieg in Leica-R-Systam sehen. Sie ist i.A. billiger als die R 4 zu bekommen, hat Zeitautomatik, alle R-Objektive passen und erscheint mir auch solider als die R 4.
Zu beachten ist, dass der Belichtungsmesser funktioniert, die Umschaltung von selektiver auf manuelle Messmethode sauber arbeitet und die Zeitautomatik funktioniert. Reparaturen hier rentieren sich oft nicht.
Auch auf die Filmfensterdichtung, die Rueckwanddichtung und den Spiegelanschlagdaempfer sollte man achten – die altern, koennen aber sehr preiswert ausgetauscht werden.
Aber ich halte sie nicht nur fuer eine Einsteigerkamera – ich benutze sie neben der R 7 immer noch.
Gruesse
Wolfgang
Eine Hommage auf die ungeliebte Leica R 3
Der Leica R 3 wird oft nachgesagt, sie sei eigentlich keine Leica, sondern die beste Minolta, die es je gegeben hat. Dazu sei sie extrem klobig und schwer und habe das Design eines Ziegelsteins.
Doch waren die Minoltas jener Zeit nicht auch Spitzenkameras – und warum sollte Leitz in der damals fuer sie selbst extrem schwierigen Zeit nicht durch Kooperation eine Spitzenkamera ins eigene Programm ueberfuehren. (Uebrigens entstand auch die Leica CL in Kooperation mit Minolta – und eineige Objektive des R-Programms, von denen eines bis heute noch gefertigt wird!) Und auch die Nachfolger der R 3, die R 4 – R 7 sind noch mit Minolta entwickelt worden. Das der R 3 aehnliche Modell war die XE-1, das der R 4 aehnliche die XD-7.
Nun kurz die technischen Daten der R 3 bzw. der R 3 mot:
SLR mit Belichtungsinnenmesseung, wahlweise integral oder selektiv im manuellen Modus und bei Zeitautomatik;
Blitzanschluss ueber Mittenkontakt im Sucherschuh oder ueber X- und M-Buchse;
Vertikal ablaufender Metalllamellenschlitzverschluss (CLS – Copal-Leitz-Schlitzverschluss);
Bei Zeitautomatik stufenlose elektronische Zeitensteuerung von 4 sec – 1/1000 sec, manuell 13 Werte von 4 sec – 1/1000 sec, mechanische Notzeit 1/90 sec, gleichzeitig Blitzsyncronzeit;
Ausloeser 2-stufig – erste Stufe bei selektiver Belichtungsmessung zur Messwertspeicherung;
Sehr helles Sucherbild – erst bei der R 8 wieder erreicht;
Anzeige im Sucher: Blende (eingespiegelt), eingestellte Zeit bzw. A, gemessene Zeit, Belichtungsmessungsmodus (nur R 3 mot);
Ein/Aus-Schalter (erst wieder ab R 7);
Selbstausloeser (nicht R 3 mot);
Motor (~ 2 Bilder pro sec oder Einzelbildausloesung) ansetzbar und Handgriff (nur R 3 mot);
Anschliessbar alle Leica R-Objektive, auch die mit ROM, Objektive von vor 1976 muessen mit dem R-Steuernocken nachgeruestet sein, einzig das das Super-Angulon 3,4/21 passt nur an die (Ur-) Leicaflex und laesst sich nicht ansetzen;
Ausfuehrliche Beschreibung aller technischen Daten und die Handhabung aller Features der R 3 ist in dem Buch von Heinz Lichem “das LEICA R reflex system“ aus dem Laterna magica Verlag, 1978, besten beschrieben.
Nun – was begeistert mich an der R 3 (ich habe die R 3 mot) und fuehrt dazu, dass ich sie nach wie vor benutze:
Der CLS-Verschluss, der extem schwingungsarm ausloest und so auch bei langen Belichtungszeiten unverwackelte Aufnahmen ermoeglicht;
Der Ein/Aus-Schalter – ich hatte noch nie leere Batterien, weil – was bei R 4/4s/4s2/5 moeglich – nicht durch unbeabsichtigten leichten Druck, z.B. in der Fototasche, auf den Ausloeser die Elektronik eingeschaltet wird;
Auch im manuellen Belichtungsmodus kann Integral gemessen werden (erst bei der R 8 wieder moeglich);
Doppelbelichtung ist mit Schieber unter dem Aufzugshebel sehr einfach moeglich;
Kamera mit Motor liegt sehr gut auch ohne Handgriff in der Hand;
Der Ausloeser liegt nicht im Verschlusszeitenrad, damit kann die eingestellte Belichtungszeit bei Verwendung eines Drahtausloesers nicht unbemerkt versehentlich verstellt werden;
Aber natuerlich gibt es auch ein paar Dinge, die finde ich nachteilig:
Es gibt keine 1/2000 sec wie bei den Flexen und ab der R 5 wieder;
Die Blitzbelichtungsmessung ist nicht TTL;
Die Anzeigen im Sucher ist bei Daemmerung bzw. Dunkelheit sehr schlecht ablesbar;
Die Belichtungseinstellung im manuellen Betrieb ist weniger komfortabel als bei den Flexen und R 7 folgende;
Spiegelvorausloesung fehlt;
In Summa bin ich von der R 3 (mot) aeusserst angetan und wuerde sie ohne Vorbehalte als sehr preisguenstige Moeglichkeit zum Einstieg in Leica-R-Systam sehen. Sie ist i.A. billiger als die R 4 zu bekommen, hat Zeitautomatik, alle R-Objektive passen und erscheint mir auch solider als die R 4.
Zu beachten ist, dass der Belichtungsmesser funktioniert, die Umschaltung von selektiver auf manuelle Messmethode sauber arbeitet und die Zeitautomatik funktioniert. Reparaturen hier rentieren sich oft nicht.
Auch auf die Filmfensterdichtung, die Rueckwanddichtung und den Spiegelanschlagdaempfer sollte man achten – die altern, koennen aber sehr preiswert ausgetauscht werden.
Aber ich halte sie nicht nur fuer eine Einsteigerkamera – ich benutze sie neben der R 7 immer noch.
Gruesse
Wolfgang