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Street Life in Venedig

kjh

Da fällt uns kein Titel mehr ein
Mitglied seit
14 Jan 2008
Beiträge
6,310
Hallo zusammen,
hier ein paar s/w Bilder aus den Gassen von Venedig (Klischeebilder laß ich mal besser außen vor). Um den Betrachter dabei sein zu lassen nur mit Zeiss 2/35 und Micro Nikkor 2,8/60 aufgenommen.
Viele Grüße
Klaus

Straßenmusik
Straßenmusik.webp


Hundeleute... und da der doch gesagt er muss einen Maulkorb tragen...
Hundeleute.webp


Keine Kundschaft heute...
Keine Kundschaft.webp


Durst, danke für das Wasser
Durst.webp


Ciao bella, und vergiss nicht mir was mitzubringen
Ciao bella.webp
 
Herrlich! Das ist streetlife aus bella italia wie ich es mir vorstelle. s/w passt ganz ausgezeichnet und gibt den Bildern etwas Zeitloses. Mein Favorit ist das letzte - bella machina mit LV-Täschchen (egal ob echt oder nachgemacht) und Einkaufstrolley:).

Gruß, Holger
 
Hallo Klaus,

ja diese Bilder machen Spass, das ist Italien !

Beim letzten Bild kannst Du aber Deine Vorliebe für Insekten nicht verleugnen: schon wieder ein Brummer :z04_Flucht:.

Gruss Robi
 
Bella Italia,
sehr schöne Streets. War schon lange nicht mehr dort.
Wird wohl Zeit.

lichtvolle grüße
georgie
 
Hallo Klaus,

technisch sind die Bilder sicherlich gelungen, aber irgendwie ist bei mir der Funken nicht übergesprungen. Ich bin zwar ein Fan von SW, aber hier... irgendwie kommt das Italienische Flair zwar vom Motiv her herüber, die SW Umsetzung passt aber, meiner Meinung nach nicht unbedingt. Irgendwie fehlen mir die härteren Kontraste, die ich sonst bei SW so schätze.

Ob es in Farbe besser passt, müsste man anschauen, aber weiche, sanfte Farbtöne wären ein Versuch wert.

Sorry, kann dir leider nicht genau sagen, was mir nicht so gefällt, aber vielleicht haben andere noch eine Idee.

Gruss und danke fürs Zeigen!
Michi
 
Hallo zusammen,
ich danke Euch für die Kommentare. Dem einen macht es Spaß, dem anderen gefällt es nicht so sehr. Das ist so bei Street Life, für mich häufig ein typisches s/w Thema, wie Landschaft es auch sein kann. Die Zielrichtungen sind unterschiedlich, bei Landschaft spielt man das ganze Repertoire an Tonwerten aus, um dramatische Bilder zu erhalten, bei Street Life lässt man alles weg, was die Situation nur stören würde. „Streets“ erzählen immer eine Geschichte. Was wäre der Gondoliere in Farbe? Der Blick ginge auf die bunte Gondel und die Farbe der Fassade, am Ende wäre es ein typisches Postkartenklischeebild. Deshalb zeige ich die Bilder nicht in Farbe, ich habe sie mir durch den Sucher ja auch in s/w vorgestellt. „Streets“ sieht man hier leider selten, was ja auch verständlich ist. Fremden Menschen die Kamera vor die Nase zu halten ist nicht jedermanns Sache, womöglich noch mit lichtstarken dicken Zooms und eingeschalteter Serienbildfunktion, das verschreckt dann jeden. Nicht umsonst ist das Thema die Domäne von Leica M Kameras. Außerdem: wer möchte schon gern Post vom Rechtsanwalt bekommen? So fristet das Thema denn auch nur ein Nischendasein zusammen mit Architektur und Städte in der geichen Rubrik, was ich schade finde.
Nur so ein paar Gedanken dazu.
Viele Grüße
Klaus
 
Hallo zusammen,

hier zwei Videos mit unterschiedlichen Herangehensweisen zweier bekannter amerikanischer Photographen an die Street Photography:

Bruce Gilden
http://www.youtube.com/watch?v=kkIWW6vwrvM

Joel Meyerowitz
http://www.youtube.com/watch?v=5Qjym5uliDw&feature=PlayList&p=50B74F6AB198B5A9&playnext=1&playnext_from=PL&index=2

Beides irgendwie nicht mein Ding, aber Bruce Gilden finde ich absolut unmöglich...

Viel Spass und beste Grüße


Georg
 
Hallo Georg,

das ist eine brutale Fotografie, bei der die Menschen zu Opfern werden. Ohne Rücksicht, und eine Geschichte steckt auch nicht dahinter. Es ist Street Photography aggressiv, zufällig, und hat m.E. nichts mit „Street Life“ zu tun.
Es ist aber interessant sowas mal (als Abschreckung) zu sehen. Was mich angeht, ich möchte meinen Motiven hinterher immer noch in die Augen sehen können, als Paparazzi bin ich deshalb ungeeignet und froh, mein Geld nicht so verdienen zu müssen.
Viele Grüße
Klaus
 
technisch sind die Bilder sicherlich gelungen, aber irgendwie ist bei mir der Funken nicht übergesprungen. Ich bin zwar ein Fan von SW, aber hier... irgendwie kommt das Italienische Flair zwar vom Motiv her herüber, die SW Umsetzung passt aber, meiner Meinung nach nicht unbedingt. Irgendwie fehlen mir die härteren Kontraste, die ich sonst bei SW so schätze.

Ob es in Farbe besser passt, müsste man anschauen, aber weiche, sanfte Farbtöne wären ein Versuch wert.

Sorry, kann dir leider nicht genau sagen, was mir nicht so gefällt, aber vielleicht haben andere noch eine Idee.
Ich habe mir vor dem Hintergrund Deiner Gedanken die Bilder genauer angeschaut, noch genauer, als ich es sonst schon tue. Ich bin durchaus der Auffassung, daß SW hier genau richtig ist. Formen und Inhalte, vor allen Dingen die Menschen dominieren, die ablenkende Farbe tritt in den Hintergrund.
Die Bilder haben eine zeitlose Anmutung ebenso wie die von Brassaï und Cartier-Bresson.
Venedig in Farbe wäre eine ganz andere Herangehensweise, nicht Street im engeren Sinne, sondern Räume, Ambiente, Atmosphäre, die typische Morbidität Venedigs besonders bei weichem Licht an verregneten Tagen...

Was die Kamera angeht? Stimmt, die klassische Leica M wäre hier die perfekte Lösung, leise, unaufdringlich, mitten drin. Aber nicht die digitale, sondern die MP, bestückt mit einem Tri-X, plus ein 1.4/35er und ein 2/90er, die klassische Reporter-Ausrüstung also, keine objektiveigenen Effekte, sondern Photographie pur, die Gedanken des Photographen in Bilder übersetzt...

Das Street in Deutschland de fakto und de jure praktisch unmöglich ist, da sind wir uns wohl einig. Leider macht hier die deutsche Paragraphenwut einen ganzen Kunstzweig kaputt. Cartier-Bresson hätte sich heute die Abmahnungen gleich dutzendweise geholt... :( Schade drum...!
"Street" in Deutschland heißt Konzentration auf das, was man "Lebensraum" nennt: Asphalt, Beton, Autos, der Mensch zur Nebensache degradiert, verwaschen, undeutlich, schemenhaft... So erzwingt ein idiotisches Gesetz eine neue photographische Sehweise... Letzteres ist ja nicht grundsätzlich schlecht, traurig ist nur, das dahinter staatlicher Zwang gegenüber Künstlern steckt... Natürlich kann man die Menschen ansprechen, habe ich auch schon gemacht (Reportage über Pflanzentauschmärkte), aber es ist nicht das gleiche. Die Unverkrampftheit, das Spontane, das ist weg. Die Leute setzen ihr Photographiergesicht auf und für längere Sessions, die auflockern, ist selten Zeit...

Gruß
Grauer Wolf


PS.: Was ich über Bruce Gilden denke, ist nicht öffentlichkeitsreif... :rolleyes:
 
Außerdem: wer möchte schon gern Post vom Rechtsanwalt bekommen?

OT & Randbemerkung: Ich bin zwar kein Jurist (bzw. meine juristischen Kenntnisse habe ich berufsbedingt eher im Handels- und Gesellschaftsrecht) aber mE beziehen sich die §§22,23 KUG (aus denen sich das Recht am eigenen Bild ergibt) auf Veröffentlichungen in Deutschland und nicht ob die Personen in Deutschland fotografiert wurden oder nicht, und es spielt insoweit keine Rolle, ob es in Italien entsprechende Regelungen gibt oder nicht:).

Gruß, Holger
 
Mir sind Querformate lieber, in Venedig unbedingt auch in Farbe.
Sonst wird es zum Retrolook, an sich haben ich nichts dagegen.
Aber die Stadt leuchtet Tag und Nacht auf spezielle Weise.
Unser guten Digitalkameras können das sehr schön darstellen, auch die Nacht.

Ich glaube nicht dass Leica oder Nikon DSLR massgeblich für die Qualität der Fotos sind,
sondern die Qualität entsteht im Kopf des Fotografen 5 Zehntelsekunden vor dem Abdrücken.

Ich bedaure auch die juridische Kastrierung der Streetfotografie.
Die Fotogeschichte wäre ärmer wegen dieser entsetzlichen Regulierung.

Grüsse,
karls

Meine "Street-Fotos" aus Venedig, allerdings ohne Menschen.
http://www.nikoninfo.de/forum/showthread.php?t=33227&highlight=karls&page=2
 
Sorry, kann dir leider nicht genau sagen, was mir nicht so gefällt, aber vielleicht haben andere noch eine Idee.
Michi

Für meinen Geschmack die Optik zu diesem Zweck nicht optimal eingesetzt..

Warum?

Entweder die Straße an sich ist mein Objekt, dann wähle ich die eingesetzten Optiken und hole das maximale an Schärfentiefe raus, lasse aber die Personen aus dem Bild.

Oder die Menschen sind das Objekt, dann lasse ich die Blende offen und arbeite mit Ausschnitten.

In dieser Bilderserie ist alles von vorn bis hinten knackescharf. Ist ja nicht schlecht, nur die Bilder wirken wie "Touristenbilder" mit einer "Agfa-Klick". Da springt nicht der geringste Funken über. Es gibt keinen Fokus, in keinem der Bilder. Die Musiker zum Beispiel. Die werden erschlagen von der Hausfassade. Wo soll das Auge sich dran festsaugen?

Wilhelm
 
Die Diskussion über Street Life die sich ergeben hat, finde ich sehr erfreulich. Wie weit sie bereits in unserer Sicht-, Seh- und Denkesweise verblasst ist, sehe ich aus Wilhelms Anmerkungen. Man teilt die Motive strikt in Person, Landschaft, Natur usw ein und hat so für alles eine Schublade und eine fotografische Methode.
Street Life ist Situationsfotografie, wie Henri Cartier-Bresson sagt, kommt es auf den entscheidenden Moment an. Die Kamera ist immer fertig, unauffällig, leise und unaufdringlich. Eben deshalb ist eine Zentralverschlusskamera mit Normalobjektiv dafür ein ideales Werkzeug. Ein DSLR mit dröhnendem Spiegelschlag in der Stille einer engen Gasse eben nicht. Zu den Musikern und der Fassade: meine Sichtweise war, die Verbindung zur örtlichen Umgebung herzustellen, deshalb alles in Fokus und ich habe auch solange gewartet bis die Taube ins Bild marschiert ist. Die Musiker spielten in Venedig und nicht irgendwo.
Venedig war für mich die Location um Street Life zu machen, ich habe auch Bilder, die Venedig als solches zeigen, das ist aber was ganz anderes.

Was Holger sagt, macht natürlich Sinn, es spielt überhaupt keine Rolle, ob ich Personen im Ausland oder daheim fotografiere, wenn das deutsche Recht angewendet werden kann hat man eines Tages eventuell auch Probleme. Vorsichtshalber habe ich auf Bilder verzichtet, die entsprechende Personen zeigen. Nicht vergessen darf man, dass die gesetzlichen Einschränkungen auch die Folge einer ungezügelten Paparazzifotografie sind.
Ich danke Euch für Eure Gedanken
Klaus
 
Hallo Klaus,

ich finde Streetlifefotografie auch sehr faszinierend, aber wenn ich an die ganzen gesetzlichen Vorgaben denke vergeht mir leider die Lust aufs Fotografieren. Es ist natürlich klar, das ich keine Personen in kompromitierenden Situationen fotografiere, das würde mir selbst auch nicht gefallen.
Wenn ich auch nicht alle Bilder kommentiert habe möchte ich Dir einen herzlichen Dank für diese ganzen tollen Bilder aussprechen

Gut, das es früher einfacher war, sonst hätte HCB nicht diese fantastischen Fotos machen können an denen sich auch heute noch viele Betrachter erfreuen

Viele Grüsse

Ludwig
 
Street Life ist Situationsfotografie, wie Henri Cartier-Bresson sagt, kommt es auf den entscheidenden Moment an.

Die Aufnahmen hier wirken wie unbeholfene Schnappschüsse, ohne das von dir angesprochene Gefühl für den besonderen Moment. Dieses "Mittendrin statt nur dabei"-Gefühl. Das fehlt. Das macht die so genannte Street Fotografie aus.

Wilhelm
 
Die Aufnahmen hier wirken wie unbeholfene Schnappschüsse, ohne das von dir angesprochene Gefühl für den besonderen Moment. Dieses "Mittendrin statt nur dabei"-Gefühl. Das fehlt. Das macht die so genannte Street Fotografie aus.

Wilhelm

Hallo Wilhelm,

was verstehst Du unter "unbeholfene" Schnappschüsse? Auf mich wirken diese Bilder nicht so. Vielleicht kannst Du es mit Bildern erläutern

Viele Grüsse

Ludwig
 
Ja kann ich,

dazu muss ich aber verlinken.

ModEdit: Links gelöscht. Es ist nicht erlaubt Bilder anderer Fotografen hier einzustellen


Wilhelm
 
Die Aufnahmen hier wirken wie unbeholfene Schnappschüsse, ...
Wilhelm

Wilhelm, Du hast ein ganz eintscheidendes Wort vergessen, nämlich „wie unbeholfene Schnappschüsse, auf „MICH“denn dann ist Dein Kommentar nämlich völlig in Ordnung, schließlich haben wir alle unsere Meinungen und Ansichten.
Du bist ja nicht der übergeordnete allwissende Kunstkritiker, vielmehr fällst Du nicht nur mir durch überwiegend negative Bildkommentare auf, ohne allerdings jemals selbst ein eigenes Bild zur Diskussion zu stellen.
Viele Grüße
Klaus
 
So erzwingt ein idiotisches Gesetz eine neue photographische Sehweise... Letzteres ist ja nicht grundsätzlich schlecht, traurig ist nur, das dahinter staatlicher Zwang gegenüber Künstlern steckt...

Hallo zusammen,

es gibt aber laut § 23 des KunstUrhG auch Ausnahmen gerade für Künstler, die eine Veröffentlichung von Bildern mit erkennbaren Personen ermöglichen:

"§ 23

(1) Ohne die nach § 22 erforderliche Einwilligung [der Abgebildeten] dürfen verbreitet und zur Schau gestellt werden:
1. Bildnisse aus dem Bereiche der Zeitgeschichte;
2. Bilder, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen;
3. Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben;
4. Bildnisse, die nicht auf Bestellung angefertigt sind, sofern die Verbreitung oder Schaustellung einem höheren Interesse der Kunst dient.

(2) Die Befugnis erstreckt sich jedoch nicht auf eine Verbreitung und Schaustellung, durch die ein berechtigtes Interesse des Abgebildeten oder, falls dieser verstorben ist, seiner Angehörigen verletzt wird."

(Quelle: http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/kunsturhg/gesamt.pdf)

Ich mag Street (Life) Photograpie sehr, habe aber auch selbst ein Problem damit, ohne meine Einwilligung von Fremden fotografiert zu werden; ebenso finde ich es unhöflich, fremde Menschen "einfach so" zu photographieren. Ein "Abschiessen" mit langem Tele aus sicherer Entfernung finde ich unmöglich...

Es gibt aber natürlich durchaus kulturelle Unterschiede - ich denke gerade z.B. v.a. an Japaner, die viel selbstverständlicher und unbefangener mit dem Photographieren von Personen und dem "photographiert werden" umgehen.

Letztendlich hängt es bei mir immer von der jeweiligen Umgebung und Situation ab, ob ich ein Photo mit identifizierbaren Personen aufnehme und/oder veröffentliche. Wenn z.B. eine Person merkt, dass ich sie photographiert habe und ich den Eindruck habe, dass sie nichts dagegen hat, würde ich auch eine (nicht-kommerzielle) Veröffentlichung des Bildes wagen - auch wenn mir klar ist, dass ich mich damit rechtlich auf hauchdünnem Eis bewege...

Beste Grüße

Georg

P.S.: Ein in meinen Augen begnadeter (nicht nur Street-) Photograph ist David Alan Harvey, von dessen Aufnahmetechnik und "Philosopie" die meisten von uns sicher noch einiges lernen können (http://www.davidalanharvey.com/).
 
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