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Wozu braucht man Farbmanagement im Browser?

Ham Gamdschie

Gold CI-Pate
CI-Pate
Mitglied seit
27 Apr 2010
Beiträge
7,398
Moin,

mal eine blöde (aber durchaus Ernst gemeinte) Frage, eines unwissenden Amateurs uznd Hobbyisten ;):

und vor allem kein Farbmanagement, für mich ein Killerkriterium.


Wozu braucht man Farbmanagement im Browser? Wenn ich meine Photos an einem kalibrierten Monitor entwickel und bearbeite und sie dann hochlade, dann verändert sich do an der hochgeladenen Datei nichts, oder? Die Photos bleiben also so farbecht, oder -unecht, wie ich sie hochgeladen habe!?


Danke und Gruß, Jan
 
Moin,

Wozu braucht man Farbmanagement im Browser? Wenn ich meine Photos an einem kalibrierten Monitor entwickel und bearbeite und sie dann hochlade, dann verändert sich do an der hochgeladenen Datei nichts, oder? Die Photos bleiben also so farbecht, oder -unecht, wie ich sie hochgeladen habe!?

Wenn Du die Photos bearbeitest und exportierst, haben sie ein Farbprofil. Und dieses Profil sollte bei der Anzeige auch berücksichtigt werden. Ein paar weitere Hinweise und Beispiele gibt es hier: http://www.heiner-lamprecht.com/de/photographie/software/farbmanagement-im-browser

Da allerdings nur wenige Browser Farbmanagement unterstützen, und nur die allerwenigsten Leute im Netz etwas damit anfangen können, ist für Bilder im Web für mich immer noch sRGB angesagt. Es nützt schließlich nichts, Bilder mit anderen Profilen einzustellen, wenn diese beim Betrachter sowieso nicht richtig dargestellt werden können.

Grüße,

Heiner
 
Moin Heiner,

Danke! Hmmm, ich arbeite ausschließlich in sRGB und meine Bilder kommen trotzdem an die Wand ;) Ich kann auch mit bloßem Auge keine Abweichungen zwischen Druck und Monitorbild feststellen...

Davor, im erweiterten Farbraum - z.B. AdobeRGB - zu arbeiten, habe ich ein bißchen "Angst". Habe mal in einem LR-Buch gelesen, dass man da wohl, wenn man nicht genau weiß was man tut, einiges kaputt machen kann. Mir fehlt einfach die Erfahrung...

Bei mir läuft zwar alles im 14-Bit-RAW ab, aber wie gesagt "nur" sRGB. Aber ich bin halt auch nur Amateur und was EBV angeht mehr so der Nichtskönner ;)


VG Jan


P.s.: vielleicht nimmt mir ja hier jemand noch die Angst vor dem erweiterten Farbraum, ein neuer Thread dazu wäre u.U,. nicht schlecht ;)
 
Moin zusammen,
ich habe mal blauäugig in der Kamera und in Aperture Adobe RGB eingestellt und bisher irgendwie nicht wirklich den Unterschied feststellen können :z04_Flucht:
Es geht doch eher um die Bilder anderer User, die in einem Browser ohne Farbmanagement unter Umständen farblich nicht korrekt dargestellt werden, als um die eigenen, denke ich.
 
Moin,

Danke! Hmmm, ich arbeite ausschließlich in sRGB und meine Bilder kommen trotzdem an die Wand ;) Ich kann auch mit bloßem Auge keine Abweichungen zwischen Druck und Monitorbild feststellen...

Ist der Monitor kalibriert?

Davor, im erweiterten Farbraum - z.B. AdobeRGB - zu arbeiten, habe ich ein bißchen "Angst". Habe mal in einem LR-Buch gelesen, dass man da wohl, wenn man nicht genau weiß was man tut, einiges kaputt machen kann.

Das ist ziemlicher Blödsinn. LR selbst arbeitet intern auch mit einem völlig anderen Arbeits-Profil. Wichtig ist halt, dass der Monitor kalibriert ist. Aber wenn das nicht der Fall ist, ist auch überhaupt kein Farbmanagement möglich, egal, welche Profile man benutzt.

Es ist richtig dass sehr große Farbräume problematisch sein könnten, wenn man nur mit 8-bit Dateien arbeitet. Das gilt aber nicht für Adobe-RGB, der noch nicht wirklich groß ist. Außerdem ist das völlig irrelevant, wenn man mit 16-bit Dateien arbeiten. Da sind einfach mehr als ausreichend Abstufungen möglich.

Was Drucken angeht, so hat mein Drucker nicht unbedingt einen wesentlich größeren Farbraum als sRGB, aber er liegt anders. Ich kann Farben drucken, die in sRGB nicht darstellbar sind. Daher ist es schon hilfreich, mit einem anderen Arbeitsraum zu arbeiten.

P.s.: vielleicht nimmt mir ja hier jemand noch die Angst vor dem erweiterten Farbraum, ein neuer Thread dazu wäre u.U,. nicht schlecht ;)

Eventuell kann ein netter Moderator ja die letzten Beiträge verschieben ...

Grüße,

Heiner
 
Moin,

ich habe mal blauäugig in der Kamera und in Aperture Adobe RGB eingestellt und bisher irgendwie nicht wirklich den Unterschied feststellen können :z04_Flucht:

Für was hast Du das in Aperture eingestellt? Arbeitest Du mit RAW oder JPG?

Es geht doch eher um die Bilder anderer User, die in einem Browser ohne Farbmanagement unter Umständen farblich nicht korrekt dargestellt werden, als um die eigenen, denke ich.

Naja, es geht uch darum, wie Deine Bilder bei anderen im Browser dargestellt werden. Klar, da ist Deine Browserwahl egal, nicht aber, wie Du die Bilder exportiertst und hochlädst.

Grüße,

Heiner
 
Moin Heiner,
ich mache alles in RAW, mein Display ist mit Mac-Bordmitteln kalibriert, was professionellen Ansprüchen sicher nicht genügt, für meinen Hausgebrauch reicht es allerdings aus.
Mein Gedanke ging genau in Deine Richtung - es geht darum, daß jeweils fremde Bilder korrekt dargestellt werden. :)


Viele Grüße von unterwegs, Fritzi
 
Mahlzeit,

Ist der Monitor kalibriert?

Normal ja, ist bloß eine ganze Weile her, müsste wohl mal wieder. Ich muss mir mal 'nen neuen Spyder kaufen, mit dem ich dann auch das Farbprofil meines Ausbelichters n die Kalibrierung einfleißen lassen kann...



Eventuell kann ein netter Moderator ja die letzten Beiträge verschieben ...

Macht wohl Sinn, mein Interesse ist geweckt, zumal ich ausschließlich in RAW photographiere ;)


VG Jan
 
Moin,

ich mache alles in RAW, mein Display ist mit Mac-Bordmitteln kalibriert, was professionellen Ansprüchen sicher nicht genügt, für meinen Hausgebrauch reicht es allerdings aus.

Wenn Du in RAW photographierst, hat die Farbraumeinstellung an der Kamera genau keine Auswirkung. Die RAW-Daten sind von den Werten her immer die selben, erst bei der Konvertierung im RAW-Konverter kommt ein Farbprofil zum Tragen. Dieses Profil kann man bei manchen Konvertern vorgeben, bei anderen ist es fest eingebaut. Manche Hersteller treiben einen ziemlichen Aufwand, um möglichst perfekte Eingangsprofile für die verschiedenen Kameras und Empfindlichkeiten zu erstellen.

Dann ist die Frage, ob man bei Aperture den Arbeitsfarbraum einstellen kann? Das kann ich nicht sagen, da ich Aperture nie ausprobiert habe. Bei LR geht das nicht. Hier würde ich aber nicht auf Adobe RGB gehen, weil der gegenüber dem Eingangsprofil der Kamera viel zu klein ist.

Beim Exportieren ist halt immer die Frage, was man mit den Dateien machen will. Für meinen PS-Workflow nehme ich z.B. BestRGB. Aber wenn ich direkt für Web exportiere halt sRGB.

Grüße,

Heiner
 
Moin Heiner,
so genau kenne ich mich damit ja nicht aus.
In irgendeinem anderen Zusammenhang hatte Wolf mal gepostet, dass die Einstellungen in der Kamera durchaus Auswirkungen auf die RAWs haben können - das kann ich aber auch falsch verstanden haben, oder es bezog sich auf eine andere Einstellung.
Ob Aperture den eingestellten Farbraum zum Arbeiten benutzt oder nur zum Export, weiß ich auch nicht, wahrscheinlich letzteres. Ich kann zwischen sRGB und AdobeRGB wählen, wenn mich nicht alles täuscht.
Da aber bisher nie Kritik an den Farben meiner Fotos geübt wurde, gehe ich mal davon aus, dass mein Workflow in Aperture (was anderes benutze ich ja nicht), so schlecht nicht sein kann ;)
 
Wozu braucht man Farbmanagement im Browser? Wenn ich meine Photos an einem kalibrierten Monitor entwickel und bearbeite und sie dann hochlade, dann verändert sich do an der hochgeladenen Datei nichts, oder? Die Photos bleiben also so farbecht, oder -unecht, wie ich sie hochgeladen habe!?
Nicht ganz. Moderne Monitore, aber auch ältere CRTs haben einen Farbraum, der größer und/oder anders gelagert ist als sRGB. Wenn Du jetzt einen Browser ohne FM benutzt, dann werden selbst Bilder mit korrekt eingebettetem sRGB Farbprofil nicht richtig dargestellt. Mac lassen wir dabei mal außenvor, weil der ein systemweites FM hat.
Da ich am Monitor Bilder auch im Web korrekt sehen will, benutze ich eben den FF, der zudem unprofilierte Bilder automatisch als sRGB interpretiert und so korrekt darstellt.
Für die eigenen Photos benutze ich bei der Fuji grundsätzlich AdobeRGB und bei der Nikon BetaRGB (40% größer als AdobeRGB), im fertigen Archivbild übrigens als 8 Bit Datei, was überhaupt keine Einschränkung darstellt. Intern arbeiten meine Konverter natürlich mit 16 Bit. (Für manche Anwendungen nutze ich auch andere Gamuts, z.B. DonRGB4 bei spektralreinen Selbstleuchtern oder BestRGB bei der Tiefrotphotographie. Selbst für BestRGB benutze ich noch 8 Bit, obwohl dieser Farbraum runde 80% größer ist als AdobeRGB. Erst bei ProPhotoRGB sollte man auch die fertigen Archivbilder als 16-Bit-Dateien speichern.)
Es geht bei diesen großen Farbräumen gar nicht mal so sehr um die extrem gesättigten Farbtöne, die so in der Natur gar nicht vorkommen. Es geht um die Tiefen, die noch saubere Farbdifferenzierung zeigen sollen, und die bei sRGB schlicht zu schwarz zusammenbrechen. Außerdem geht es darum, die spektrale Leistungsfähigkeit der Kameras nicht zu beschneiden. Bei der Fuji habe ich systembedingt keine Alternative zu AdobeRGB (ich hätte da gerne BetaRGB diekte in der Cam ;) Frei ladbare Farbräume wären im Gegensatz zu manchem Gimmick mal ein sehr nützliches Feature), aber bei der Nikon läßt sich mit BetaRGB das gesamte Spektrum der Körperfarben einfangen, das die Natur zu bieten hat (BetaRGB hat noch ein paar andere Vorteile, deren Erklärung hier aber zuweit führen würde ( http://www.brucelindbloom.com/BetaRGB.html ). Außerdem verhindern Großgamuts, daß die Leistungsfähigkeit der Drucker beschnitten wird, denn ein guter Drucker hat einen Gamut, der über sRGB weit hinausgeht.
Alles in allem ist sRGB ein völlig veralteter Standard auf niedrigstem, gemeinsamem Nenner aus der Zeit der ersten Farbmonitore und für die ambitionierte Photographie außerhalb des Webs m.E. schlicht unbrauchbar.

Gruß
Wolf
 
Moin Heiner,

hier möchte ich mal nachfragen: wenn ich also in RAW photographiere sind ja ohnehin alle zur Verfügung stehenden (Farb)informatonen enthalten, der Farbraum also egal. LR arbeitet, wenn ich Dich richtig verstanden habe, ausschließlich mit einem eigenen Farbraum, den ich nicht beeinflussen kann, richtig?

Sprich, da ich ausschließlich RAW photographiere und in LR entwickel, habe ich ohnehin keinen Einfluss auf den Farbraum... Auch richtig?

Wenn ich dann in anderen Programmen weiter bearbeite (selten, kommt aber vor), exportiere ich 16 Bit TIFF, die ich dann weiter bearbeite... Da sollte dann ja der Farbraum auch noch "egal" sein, sind ja immernoch 16 Bit-RAWs....Immer noch richtig?

Ich muss mich also erst für einen Farbraum entscheiden, wenn ich zur entgültigen Ausgabe exportiere. Ist das auch noch richtig? Um ganz ehrlich zu sein, weiß ich gar nicht, was LR da vorgibt und welche Auswahlmöglichkeiten ich da habe; das sollte ich mir wohl nochmal ansehen...

Wenn ich also in LR ohnehin immer mit LR-eigenem Profil arbeite, dann kann ich ja gar nicht viel falsch machen zund die Umwandlung in den entgültigen Farbraum erfolgt erst beim jpeg-Export, automatisch durch Lightroom?

Oder bin ich jetzt vollkommen auf dem Holzweg?

Sorry für meine blöden Fragen, das sind aber gerade bömisch Dörfer für mich, meine Bilder gefallen mir bislang im Druck, wie auf dem Monitor und wie gesagt kann ich keine Unterschiede zwischen dem RAW in LR den exportierten jpegs und den Prints vom Dienstleister erkennen... Insofern habe ich für mein Hobbyzeugs bislang nicht die Notwendigkeit gesehen, mich mit dem Thema intensiver auseinander zu setzen...


Nochmal Danke und Gruß,

Jan
 
Moin Wolf,

Danke für die Ausführungen...

Alles in allem ist sRGB ein völlig veralteter Standard auf niedrigstem, gemeinsamem Nenner aus der Zeit der ersten Farbmonitore und für die ambitionierte Photographie außerhalb des Webs m.E. schlicht unbrauchbar.

naja, meine Photos gefallen mir nicht nur im Web und an der Wand ;) :D


Vg Jan
 
naja, meine Photos gefallen mir nicht nur im Web und an der Wand ;) :D
Deine Bilder gefallen mir ja auch. Stellt sich die Frage, ob man nicht über einen Large Gamut und entsprechenden Druck (z.B. Ultrachrome K3 oder Lucia Tinten) noch einen kräftigen Tick mehr rausholt. In übrigen sind diese Großgamuts auch so angelegt, daß sie die üblichen CMYK-Offset-Profile komplett einschließen und somit nicht beschneiden, für mich ja nicht ganz unwichtig.

Zu LR will ich mich nicht äußern. Ich kenne das Programm nur dem Namen nach und wie's intern arbeitet, weiß ich gleich gar nicht... ;)
UFRaw arbeitet intern mit 16-Bit im gesamten CIE-XYZ-Raum, was auch den unbeschnittenen Export in Farbräume wie XtremeRGB (Don Hutcheson) oder ProPhotoRGB erlaubt, die man allerdings in der Alltagsphotographie kaum mal braucht.

Gruß
Wolf
 
Moin Wolf,

mehr rausholen ist natürlich immer gut... Nur drucke ich eben nicht selber, habe also keinen Einfluss auf Tinte und Druckerprofil, sondern lasse beim Dienstleister ausbelichten. Dieser Dienstleister bietet auch ICC-Profile seiner Maschinen zum Download an, aber auch hier werden "unerfahrene" gewarnt ;)

WICHTIG: Benutzen Sie nur Profile, wenn Sie damit vertraut sind. Falsche Einstellungen können die Farbergebnisse stark negativ beeinflussen.


Adobe äußert sich zu dem Thema in Bezug auf LR wie folgt:



Raw-Fotodateien verfügen nicht über eingebettete Farbprofile in Lightroom. Das Entwicklungsmodul geht davon aus, dass Raw-Dateien über einen umfangreichen Farbraum auf der Basis der Farbwerte des ProPhoto RGB-Farbraums verfügen. ProPhoto RGB umfasst den größten Teil der Farben, die von Kameras aufgezeichnet werden können.
...
Lightroom stellt mit Hilfe einer Tonwertkurve Informationen für die Histogramm- und RGB-Werte zur Verfügung, manipuliert jedoch die Raw-Daten vor der Zuordnung der Tonwerte. Beim Arbeiten mit linearem Gamma werden viele der Artefakte vermieden, die beim Arbeiten mit einem Bild, dem Tonwerte zugewiesen wurden, entstehen können.

Im Bibliothekmodul werden Vorschaubilder geringer und mittlerer Qualität im Adobe RGB-Farbraum und Vorschaubilder hoher Qualität in ProPhoto RGB gespeichert. Diese Vorschaubilder werden auch beim Drucken im Entwurfsmodus verwendet.



Das liest sich für mein aktuelles Verständnis ja schonmal ganz gut ;)


Noch weiter unten heißt es dann:


Sie können Profile auch von einem entsprechenden Service beziehen, sie aus dem Internet herunterladen oder benutzerdefinierte Profile mit Hilfe professioneller Ausrüstung selbst erstellen.

Quelle: http://help.adobe.com/de_DE/Lightroom/3.0/Using/WS268F3399-80B2-4169-A598-04C7F769FFA0.html


Das heißt dann doch, wenn ich das richtig verstehe, dass ich mir das ICC-Profil meines Dienstleister herunterladen und in LR installieren kann. Ich arbeite dann also - Dank RAW + Lightroom - automatisch im "ProPhoto RGB-Farbraum" und kann dann das fertige Bild beim Export für den Druck automatisch in das ICC-Profil meines Ausbelichters umgesetzt werden.

Hmmm, jetzt habe ich einen Punkt nach dem letzten Satz gemacht, richtiger wäre ???


Gruß, Jan


p.s.: gibt's gute Literatur zum Thema Farbmanagement?
 
Moin,

In irgendeinem anderen Zusammenhang hatte Wolf mal gepostet, dass die Einstellungen in der Kamera durchaus Auswirkungen auf die RAWs haben können - das kann ich aber auch falsch verstanden haben, oder es bezog sich auf eine andere Einstellung.

Es mag sein, dass das eingestellte Profil irgendwo in der RAW-Datei als Meta-Information abgelegt wird. Aber die Farbwerte des eigentlichen Bildes bleiben unverändert.

hier möchte ich mal nachfragen: wenn ich also in RAW photographiere sind ja ohnehin alle zur Verfügung stehenden (Farb)informatonen enthalten, der Farbraum also egal. LR arbeitet, wenn ich Dich richtig verstanden habe, ausschließlich mit einem eigenen Farbraum, den ich nicht beeinflussen kann, richtig?

Ja. LR arbeitet intern in ProPhotoRGB mit 16-bit. Es gibt keine handelsüblichen Kameras, deren Bilder nicht in diesem Farbraum darstellbar sind.

Sprich, da ich ausschließlich RAW photographiere und in LR entwickel, habe ich ohnehin keinen Einfluss auf den Farbraum... Auch richtig?

Ja.

Wenn ich dann in anderen Programmen weiter bearbeite (selten, kommt aber vor), exportiere ich 16 Bit TIFF, die ich dann weiter bearbeite... Da sollte dann ja der Farbraum auch noch "egal" sein, sind ja immernoch 16 Bit-RAWs....Immer noch richtig?

Hier stimmt es jetzt nicht mehr ganz. Wenn Du jetzt einen zu kleinen Farbraum wählst, gehen Dir in diesem Schritt möglicherweise bereits Informationen verloren. Das heißt, Flächen, die im Ursprungsfarbraum differenziert waren, sind jetzt im Zuge der Konvertierung der Farbräume zu einer Farbe zusammengefasst worden. Daher sollte beim Export für die Weiterverarbeitung der Farbraum immer mindestens so groß sein, dass die Farben des Bildes unbeschnitten übernommen werden können.

Welcher Farbraum das jetzt genau ist, hängt auch immer vom Bild ab. Es gibt Motive, die auch in sRGB vollständig abbildbar sind. Wenn man aber ohnehin in 16-bit arbeitet, und sich nicht sicher ist, sollte man einfach einen möglichst großen Farbraum wählen.

Ich muss mich also erst für einen Farbraum entscheiden, wenn ich zur entgültigen Ausgabe exportiere. Ist das auch noch richtig? Um ganz ehrlich zu sein, weiß ich gar nicht, was LR da vorgibt und welche Auswahlmöglichkeiten ich da habe; das sollte ich mir wohl nochmal ansehen...

Beim finalen Export muss man natürlich auch wieder überlegen, wofür das Bild jetzt exportiert wird. Die Profile kann man in LR im Exportdialog auswählen.

Wenn ich also in LR ohnehin immer mit LR-eigenem Profil arbeite, dann kann ich ja gar nicht viel falsch machen zund die Umwandlung in den entgültigen Farbraum erfolgt erst beim jpeg-Export, automatisch durch Lightroom?

Richtig. Das Profil kannst Du wie gesagt beim Exportieren auswählen. Hier kann LR natürlich nciht wissen, was Du mit dem Bild vorhast, und nimmt das, was eingestellt ist.

Sorry für meine blöden Fragen, das sind aber gerade bömisch Dörfer für mich, meine Bilder gefallen mir bislang im Druck, wie auf dem Monitor und wie gesagt kann ich keine Unterschiede zwischen dem RAW in LR den exportierten jpegs und den Prints vom Dienstleister erkennen... Insofern habe ich für mein Hobbyzeugs bislang nicht die Notwendigkeit gesehen, mich mit dem Thema intensiver auseinander zu setzen...

Nun, da vermutlich beim Export normalerweise sRGB verwendet wird, und das Bild mit diesen Informationen zum Drucker geht, ist nachvollziehbar, dass das Ergebnis sehr nahe an dem ist, was Du vorher am Monitor gesehen hast. Spannend wäre es jetzt zu sehen, was der Drucker sonst noch alles aus den Bilder heraushole könnte ;).

Grüße,

Heiner
 
Das heißt dann doch, wenn ich das richtig verstehe, dass ich mir das ICC-Profil meines Dienstleister herunterladen und in LR installieren kann. Ich arbeite dann also - Dank RAW + Lightroom - automatisch im "ProPhoto RGB-Farbraum" und kann dann das fertige Bild beim Export für den Druck automatisch in das ICC-Profil meines Ausbelichters umgesetzt werden.

Genau.
 
Großartig, Heiner, Danke!

Dann werde ich - möglichst bald - mal folgendes probieren: Monitor neu kalibrieren und ICC-Profil des Dienstleisters in LR hinterlegen. Dann nehme ich ein Photo und exportiere es 2mal. Einmal in sRGB und einmal mit dem Profil des Dienstleisters und lasse beide ausbelichten; dann werde ich ja sehen, ob es einen für mich signifikanten Unterschied ergibt ;)

Eine Frage noch (ist zu lange her). Muss / kann ich beim Kalibrieren auf einen bestimmten Farbraum / ein bestimmtes Farb-Profil kalibrieren oder ist "kalibriert = kalibriert"? Wenn ersteres der Fall ist, wäre es als LR-Anwender ja sinnvoll, auf "Prophoto RGB" zu kalibrieren, oder?


Nochmals vielen Dank, an dieser Stelle möchte ich das "neue" Forum und alle, die ich hier neu kennengelernt habe, nochmal ausdrücklich loben! Was ich hier von Euch Kompetenzmaschinen in den letzten paar Wochen so mitgenommen habe, ist einfach unglaublich und wird sich voraussichtlich auch noch bis an meine Wände lohnen ;)

Und dabei bleibt alles immer freundlich und konstruktiv und man fühlt sich niemals wie der Depp, obwohl man beim Stellen der Frage schon denkt: "oh man, was müssen die Pros bloß denken, wenn die diese Frage lesen" ;)

Danke an alle, auch für das CI-Team für die Zusammenlegung!


VG Jan
 
Hallo Jan
Dieser Aussage schliese ich mich, in vollem Umfang, von Herzen gerne an !!!
LG
Denis
 
Eine Frage noch (ist zu lange her). Muss / kann ich beim Kalibrieren auf einen bestimmten Farbraum / ein bestimmtes Farb-Profil kalibrieren oder ist "kalibriert = kalibriert"? Wenn ersteres der Fall ist, wäre es als LR-Anwender ja sinnvoll, auf "Prophoto RGB" zu kalibrieren, oder?
Langsam, langsam, Du kalibrierst und/oder profilierst Deinen Monitor nicht auf ProPhotoRGB, das könnte der gar nicht darstellen. Die Eigenschaften Deines Monitors werden in einem eigenen Profil gespeichert, und zwar tunlichst nicht auf sRGB "kastriert", sondern den vollen Monitor-Gamut umfassend (Betriebsanleitung!).
Du hast es beim Ausarbeiten von Photos mit etlichen Farbräumen resp. Profilen zu tun:
Monitorprofil (mußt Du meistens selber erstellen)
Nativer Gamut des Sensors ggf. plus Eingangsprofil (liegen nicht immer vor)
Arbeitsfarbraum (der ist bei LR dann wohl als ProPhotoRGB vorgegeben)
Exportprofile für die fertigen Bilder je nach Anwendung
ggf. auch Druckerprofile und Offset-profile (letzteres eigentlich nur, wenn Du mal einen Prospekt o.ä. selbst entwirfst und drucken lassen willst), die dann interessant werden wenn Du selber druckst und/oder proofst. Bei letzterem siehst Du dann auf dem Monitor die Farben weitgehend so, wie der Drucker sie ausspuckt (im Idealfall gibt's keinen sichtbaren Unterschied).
Das, was man gemeinhin mit kalbibrieren und profilieren meint (das sind 2 verschiedene Dinge!), betrifft gewöhnlich den Monitor, gelegentlich auch den Drucker, wenn man eigene Druckerprofile mit einem Densitometer oder per Dienstleister erstellt.

Gruß
Wolf
 
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