Wozu braucht man Farbmanagement im Browser? Wenn ich meine Photos an einem kalibrierten Monitor entwickel und bearbeite und sie dann hochlade, dann verändert sich do an der hochgeladenen Datei nichts, oder? Die Photos bleiben also so farbecht, oder -unecht, wie ich sie hochgeladen habe!?
Nicht ganz. Moderne Monitore, aber auch ältere CRTs haben einen Farbraum, der größer und/oder anders gelagert ist als sRGB. Wenn Du jetzt einen Browser ohne FM benutzt, dann werden selbst Bilder mit korrekt eingebettetem sRGB Farbprofil nicht richtig dargestellt. Mac lassen wir dabei mal außenvor, weil der ein systemweites FM hat.
Da ich am Monitor Bilder auch im Web korrekt sehen will, benutze ich eben den FF, der zudem unprofilierte Bilder automatisch als sRGB interpretiert und so korrekt darstellt.
Für die eigenen Photos benutze ich bei der Fuji grundsätzlich AdobeRGB und bei der Nikon BetaRGB (40% größer als AdobeRGB), im fertigen Archivbild übrigens als 8 Bit Datei, was überhaupt keine Einschränkung darstellt. Intern arbeiten meine Konverter natürlich mit 16 Bit. (Für manche Anwendungen nutze ich auch andere Gamuts, z.B. DonRGB4 bei spektralreinen Selbstleuchtern oder BestRGB bei der Tiefrotphotographie. Selbst für BestRGB benutze ich noch 8 Bit, obwohl dieser Farbraum runde 80% größer ist als AdobeRGB. Erst bei ProPhotoRGB sollte man auch die fertigen Archivbilder als 16-Bit-Dateien speichern.)
Es geht bei diesen großen Farbräumen gar nicht mal so sehr um die extrem gesättigten Farbtöne, die so in der Natur gar nicht vorkommen. Es geht um die Tiefen, die noch saubere Farbdifferenzierung zeigen sollen, und die bei sRGB schlicht zu schwarz zusammenbrechen. Außerdem geht es darum, die spektrale Leistungsfähigkeit der Kameras nicht zu beschneiden. Bei der Fuji habe ich systembedingt keine Alternative zu AdobeRGB (ich hätte da gerne BetaRGB diekte in der Cam

Frei ladbare Farbräume wären im Gegensatz zu manchem Gimmick mal ein sehr nützliches Feature), aber bei der Nikon läßt sich mit BetaRGB das gesamte Spektrum der Körperfarben einfangen, das die Natur zu bieten hat (BetaRGB hat noch ein paar andere Vorteile, deren Erklärung hier aber zuweit führen würde (
http://www.brucelindbloom.com/BetaRGB.html ). Außerdem verhindern Großgamuts, daß die Leistungsfähigkeit der Drucker beschnitten wird, denn ein guter Drucker hat einen Gamut, der über sRGB weit hinausgeht.
Alles in allem ist sRGB ein völlig veralteter Standard auf niedrigstem, gemeinsamem Nenner aus der Zeit der ersten Farbmonitore und für die ambitionierte Photographie außerhalb des Webs m.E. schlicht unbrauchbar.
Gruß
Wolf