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zum 9. November

kjh

Da fällt uns kein Titel mehr ein
Mitglied seit
14 Jan 2008
Beiträge
6,310
zum heutigen Tage eine historische Aufnahme aus dem Jahre 1984 - fünf Jahre bevor die Mauer fiel - damals konnte man noch totgeschossen werden wenn man von Magdeburg nach Hannover wollte und nicht durfte.
Mit nachdenklichen Grüßen
Klaus

Mauer1984.webp
 
Hallo Klaus,

ich war im Februar 1989 mit einer Reisegruppe in Leningrad (heute St. Petersburg). Das Ganze lief über Ostberlin und bei unserer Rückreise hat unser Reiseleiter bei der Ausreise nach Westberlin versehentlich BRD angegeben. Daraus folgte ein längeres Aufklärungsgespräch über die Tatsache das Berlin (West) kein Bestandteil der BRD ist

7 Monate später war alles anders und das ist Gut so

Ich persönlich sehe das heutige Datum eher als Tag der Deutschen Einheit als den 3. Oktober

Danke für das Foto und Deine Gedanken

Viele Grüsse

Ludwig
 
Hallo Klaus,

dein Foto ist mal wieder ein Beweis für "1 Bild sagt mehr als tausend Worte". Bei all dem, was aus Anlass des 20-jährigen Mauerfalls geschrieben wird, kommt für mich doch die Botschaft, was sich verändert hat, aus so einem Bild viel deutlicher, präziser und auf den Punkt gebracht rüber, auch weil einem die Gedanken nicht von irgendwem vorgegeben werden, sondern man angeregt wird, selbst über die Geschichte (auch die eigene) nachzudenken.

Gruß, Holger
 
Danke Klaus für das eindrückliche Zeitzeugnis.

Ich war damals erst 10 Jahre alt und die gesamte Geschichte war sehr weit weg für mich. Dennoch erinnere ich mich wie ich mit meinen Grosseltern vor dem Fernseher sass und ganz still sein musste bei den Berichterstattungen über den Mauerfall.

Gruss und danke fürs Zeigen und daran erinnern wie gut wir es doch heute haben und es leider auf vielen Erdteilen noch solche Mauern gibt, sei es physisch oder psychologisch!
Michi
 
Ich danke Euch für die Kommentare.
Zum Zeitpunkt der Aufnahme saß mein Cousin wegen Republikflucht im Gefängnis, er konnte nicht erklären, warum er im Kofferraum an die ungarische Grenze reiste. Später wurde er wegen Hochverrats angeklagt, da bei einer Hausdurchsuchung NVA Papiere gefunden wurden, dort waren schon mal Besucher aus dem Westen. Das reichte schon aus. Er wurde dann kurz vor dem Mauerfall freigekauft. So haben bestimmt viele hier ihre eigene Geschichte. Deshalb ist für mich der 9. November der wahre Nationalfeiertag, ohne den 9.11.38 vergessen zu wollen.
Viele Grüße
Klaus
 
Ich danke Euch für die Kommentare.
So haben bestimmt viele hier ihre eigene Geschichte. Deshalb ist für mich der 9. November der wahre Nationalfeiertag, ohne den 9.11.38 vergessen zu wollen.
Viele Grüße
Klaus

Hallo Klaus,
wie recht Du damit hast. Auch für mich sind beide Daten unvergesslich, obwohl ich 1938 noch nicht geboren war.

Dein Bild erinnert mich an die Reisen zu unseren Verwandten in die damalige DDR ...die Schikane an der Grenze. Aber wir kamen herein und auch wieder herraus. Unsere Verwandten konnten uns niemals besuchen. EINGESPERRT und MUNDTOT gemacht.
Auch für mich ist der 9. November 1998 der wahre Nationalfeiertag. Danke für Deine Geschichte.

Viele Grüße
Doris
 
9. November 1989

Das war ein Wochenende... das 5. Wochenende in meiner Bundeswehrzeit. Also, ich in der Grundausbildung in Hamburg Wandsbek. Wir hatten keinen Fernseher in der Stube, irgendwie ging die ganze Vorgeschichte an uns vorbei, hatten wir doch andere Probleme mit Stiefelputz und Stubenapell. Dann Wochenende. Viele fuhren zu ihren Familien, ich fuhr zu Bekannten nach Braunschweig. Das war damals "tief" im Osten... An dem Samstag war Stadtbummel angesagt. Die Stadt war voll mit den "Ossi´s", an den geparkten Trabbis hingen Tüten mit Orangen und Schokolade...

Irgendwie wusste jeder, das an diesem Tag Geschichte gemacht wurde. Daher ist auch der 9.11. der "Tag"! Aber bitte keine Verwechselung mit dem amerikanischen 9/11
 
Der Mauerfall scheint das einzige Kulturhistorische Ereignis zu sein, was "gefühlt" weniger weit weg ist, als andere. Ich bekam die ersten Informationen als mein Vater mich bei einem Auslandseinsatz in Amerikanien auf dem Handy anrief und brüllte "Die Russen kommen". Hört sich nun blöd an, war aber so.

In den USA war es ähnlich, dort waren viele der festen Überzeugung dass jetzt die bösen Russen in den Westen kommen. Ohne totschießen, ohne Panzer, einfach so. Und das geht schon mal gar nicht.

Ich habe keine Verwandten in der DDR gehabt und wurde so erzogen und ausgebildet, dass alles was von "drüben" kommt, böse und gefährlich ist. Alles Spione und Stasi-Agenten. Außerdem war der DDR-Bürger lange Zeit mein Feindbild, berufsbedingt. An der Uni der Bundeswehr München fing das eigentlich erst an. Reisen in den Osten waren verboten, Kontakte zu ostlern waren zu vermeiden, meldepflichtig und konnten sogar mit Rauswurf und Disziplinarverfahren enden. Zeitgleich mit einer soliden Ausbildung bekamen wir auch noch eine mittelschwere Paranoia als Beigabe geschenkt.

Heute, 20 Jahre später ist vieles vergessen aber bei vielen steht die Mauer im Kopf immer noch und ein anderer Teil wünscht sie sich öffentlich sogar wieder.

Argumente hierfür gibt es genug:

"Wir zahlen immer noch den Soli, haben jetzt Ampelmännchen, Ahoi-Brause und Spreewaldgurken sowie das eine oder andere eingerahmte oder vergossene Mauerstück auf dem Schreibtisch. Der Osten hat dafür Infrastruktur, Industrieparks und solide Konzepte zur Ansiedlung junger Unternehmer. Was die Zukunft bringt weiß keiner, vielleicht gibts ja bald Parallelen zu Osten=Los Angeles, Westen=Detroit."

Argumente dagegen finden sich so gut wie gar nicht.

Vor der Wende war im Westen auch nicht alles bunt und gut und nachdem wir den Russen die DDR abgekauft haben wurde es nicht bunter und besser.

Wie oben schon geschrieben, 20 Jahre. Es wird noch etwa 40 Jahre dauern, dann kräht kein Hahn mehr danach. '39-'44 verblasst doch auch schon langsam.

Wilhelm
 
Gut, dass der 'Kalte Krieg' beendet ist, und die MENSCHLICHKEIT gesiegt hat.

Viele Grüße
Doris
 
Gut, dass der 'Kalte Krieg' beendet ist, und die MENSCHLICHKEIT gesiegt hat.

Viele Grüße
Doris

Hallo Doris.

Das halte ich für eine nur sehr begrenzt haltbare Aussage. Der Zusammenbruch des ehemaligen Sowjetreiches hat die Kriege der sog. dritten Welt stärker angeheizt als jeder Kolonialismus - allein im Kongo starben in den 90er Jahren mehr Menschen als in Europa während des zweiten Weltkriegs.

Aber hier waren alle mit dem Einheitsthema befasst und hatten Besseres zu tun.

Der sog. "Fall der Mauer" war kein Akt der Menschlichkeit, sondern politischer Kalkül. Eine Unterdrückung der "Befreiungsbewegung" in der DDR wäre nur mit massivem Druck zu machen gewesen - diesen aufzubauen, war die DDR nicht in der Lage, und der "große Bruder" nicht mehr interessiert.

Grüße

Matthias
 
Der sog. "Fall der Mauer" war kein Akt der Menschlichkeit, sondern politischer Kalkül. Eine Unterdrückung der "Befreiungsbewegung" in der DDR wäre nur mit massivem Druck zu machen gewesen - diesen aufzubauen, war die DDR nicht in der Lage, und der "große Bruder" nicht mehr interessiert.

Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und behaupten, die so genannte "Befreiungsbewegung" wurde gezielt aufgebaut, um den Eindruck zu erwecken, dem großen Ansturm einfach nicht gewachsen zu sein um jetzt "nachgeben zu müssen". So hat der Ostblock zumindest nicht sein "Gesicht" verloren.

Die hätten ja auch einfach den westlichen Geldgebern den goldenen Schlüssel für die DDR überreichen können. Das wäre aber dann mit allen Marketingregeln kollidiert, innenpolitisch detoniert und kulturhistorisch weniger interessant.

Wilhelm
 
Hallo Wilhelm,

ich finde es etwas deplaziert den Fall der Mauer unter dem Aspekt von Marketingregeln zu betrachten

Keiner von uns kann sich nach 20 Jahren in die Köpfe der damals Verantwortlichen hineinversetzen, daher sollte man meiner Meinung von Mußmaßungen absehen. Für mich ist der 09. November 1989 ein Glückstag, den ohne den Fall der Mauer hätte ich viele wunderbare Menschen nicht kennengelernt

Viele Grüsse

Ludwig
 
Danke Ludwig,

so weit her ist es damit gar nicht.

Wir standen im Westen vor vielen unsicheren Entscheidungen.
Die Wahlen standen vor der Tür, der Ostblock bröckelte vor sich hin und unsere Wirtschaft, sie hatte auch gerade einen leichten Dämpfer erhalten.

Was lag also näher als das Elend des Ostens auszunutzen und dem Volk für relativ billig Geld zu geben was es begehrte, Brot und Spiele sprich die DDR. Die klügste und raffinierteste politische Marketingaktion, seit der Mondlandung.

Auf jeden Fall waren erst einmal eine ganz lange Zeit die wirklich wichtigen Probleme in unserem Land vergessen, denn immer wenn ein solches zur Sprache kam, musste man sich erst einmal ganz dringend um Probleme in Zusammenhang mit dem Mauerfall kümmern.

Du hast Recht, Ludwig wenn wir hierdurch viele wunderbare Menschen neu kennenlernen durften, so ist das eine Bereicherung für uns alle. Ich bin sicher, wenn wir unsere Mauern gegenüber Afrika ebenfalls niederreißen, würden wir noch viel mehr wunderbare Menschen kennenlernen. Somalia, Niger oder Kamerun, kann eigentlich zusammen nicht teurer sein als die DDR.

Matthias bringt es in die richtige Richtung. Wir waren viel zu sehr mit unseren Spielen beschäftigt und haben die wirklich wichtigen Probleme um uns herum einfach ausgeblendet.

Wilhelm
 
...
ich finde es etwas deplaziert den Fall der Mauer unter dem Aspekt von Marketingregeln zu betrachten
...

Hallo Ludwig.

Ich finde es etwas naiv, das nicht zu tun.

In diesem Land regieren seit der Nachkriegszeit Lobbyisten und Interessengruppen, dekoriert von ein paar dutzend korrupten Politikern.
Und für diese Interessengruppen kam die Gelegenheit gerade recht.

Dass es für Dich und für viele andere Menschen einen positiven Effekt hatte, ist ja durchaus erfreulich und möchte ich auch gar nicht bestreiten. Das war aber eher eine Art "positiver Kollateralschaden" als Absicht der Politkasper.

Grüße

Matthias
 
Die Diskussion artet in Polemik aus. Sie sollte daher beendet werden.

Viele Grüße
Doris
 
Hi,

was geht denn hier ab?

Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und behaupten, die so genannte "Befreiungsbewegung" wurde gezielt aufgebaut,

Bei diesem Schwachsinn kommt mir echt die Galle hoch. Das hat mit dem, was sich seit den frühen 80er Jahren in der DDR entwickelt und dann '89 seinen Höhepunkt erreicht hat, absolut nichts zu tun. Da könnte man den vielen Bürgerrechtlern der DDR auch gleich direkt ins Gesicht spucken.

Was den Rest dieses Rumschwadronierens angeht: Vielleicht hätten wir die Mauer damals stehen lassen sollen. Wer in den Westen wollte, darf rüber, und wer sich hier von Lobbyisten unterdrückt fühlt, darf in den Osten.


Heiner
 
Hallo Leute,
die Entwicklung dieses Threads konnte ich nicht ahnen, sonst hätte ich das Bild weggelassen. Vielleicht sollten wir uns wieder auf die Fotografie besinnen. Politische und religiöse Themen gehören m.E. nicht hierher, da mag jeder seine eigenen Meinung zu haben. Doris stimme ich voll zu, lasst uns das Thema beenden.
Viele Grüße
Klaus
 
Hallo Leute,
die Entwicklung dieses Threads konnte ich nicht ahnen, sonst hätte ich das Bild weggelassen. Vielleicht sollten wir uns wieder auf die Fotografie besinnen. Politische und religiöse Themen gehören m.E. nicht hierher, da mag jeder seine eigenen Meinung zu haben. Doris stimme ich voll zu, lasst uns das Thema beenden.
Viele Grüße
Klaus

Dann dürften aber auch keine Bilder mehr eingestellt werden, die politischen oder religiösen Diskussionsstoff liefern könnten? Wenig zielführend.

Wilhelm
 
Hallo Leute,
die Entwicklung dieses Threads konnte ich nicht ahnen, sonst hätte ich das Bild weggelassen. Vielleicht sollten wir uns wieder auf die Fotografie besinnen. Politische und religiöse Themen gehören m.E. nicht hierher, da mag jeder seine eigenen Meinung zu haben. Doris stimme ich voll zu, lasst uns das Thema beenden.
Viele Grüße
Klaus

Das Bild ist schon richtig und dass sich dazu auch eine Diskussion daraus entwickelt ist eigentlich schön, doch in diesem Fall möchte ich bitten wieder auf das Bild zurückzukommen, ich befürchte das ganz läuft schon etwas aus dem Ruder und wir wollen ja hier nicht zumachen :z02_mod_boese:

Gruss
Michi
 
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