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Eines der beeindruckendsten Fotos...

Hallo zusammen,
die Würde des Menschen sollte auch i.d.Fotografie einen wichtigen Platz haben.
Wo bleibt die Ethik und Ästhetik,statt dessen scheint eine Auszeichnung des Fotografen wichtiger.
Ein Fotoreporter trägt dbzgl. doch auch Verantwortung
oder?
Kann doch nicht alles nur geldbringende Vermarktung sein.
LG
Heidi
 
Moin,

die Würde des Menschen sollte auch i.d.Fotografie einen wichtigen Platz haben.

Das führt zu der Frage, ob es überhaupt möglich ist, von einem Toten ein Photo zu machen, das dessen Würde nicht verletzt.

Ich bin der Meinung, dass man das machen kann, und dass das gezeigte Bild ein gutes Beispiel davon ist. Wenn es aber möglich ist, ein würdevolles Bild des Todes zu machen, dann muss es auch möglich sein, denjenigen, der dies tut, für seine Arbeit auszuzeichnen. Was ja letztlich eine Anerkennung auch für den würdvollen Umgang mit dem Thema ist.

Grüße,

Heiner
 
Hallo,
ja nöö,nöö,grade dem Toten gebührt Pietät und Achtung.
Ich finde der Fotograf hat ab Veröffentlichung den würdevollen Umgang damit verletzt.
Und ich bin mir fast sicher,dass er zur Veröffentlichung keine Erlaubnis von den Hinterbliebenen hat.
Wie auch immer,gut daran finde ich,dass das Bild für Diskussion sorgt.
LG
Heidi
 
Ich denke es hat bei dieser Art Fotos zu liefern sicherlich mit Proffesionalität zu tun, nur eben auf eine menschlich völlig abgestumpfte Weise, die ich nicht nachvollziehen kann.
Hmmm, jetzt begehst Du einen Denkfehler. Jemand der emotional völlig abgestumpft ist, könnte ein solches Bild überhaupt nicht machen, denn die von mir angemerkte Visualisierung ist ein emotionaler Prozeß, kein intellektueller. Zur Professionalität gehört, das Geschehen nur bis zu einem gewissen Maß an sich heranzulassen, gerade so weit, wie es der Job erlaubt. Den schon genannten Ärzten, Feuerwehrleuten, Polizisten, Katastrophenhelfern usw. usf. geht es nicht anderes. Sie brauchen Mitgefühl, um sich für diesen Job zu entscheiden und ihn zu machen, aber sie würden durchdrehen, emotional zerbrechen, wenn sie die Geschehnisse zu nahe an sich heranlassen.

Lee5 schrieb:
Hat hierbei schon einmal jemand an die Hinterbliebenen gedacht, die solchen "Bilddokumenten" ausgesetzt sind ?
In Mitteleuropa traut sich wohl niemand so derart drastische Bilder zu veröffentlichen, wäre so ein Unglück hier passiert -warum nur .....
Weil hierzulande der Tod gerne verdrängt wird, weil es "politisch unkorrekt" ist, ihn zu zeigen, weil man nicht gerne mit der Nase drauf gestoßen wird. Die Toten sind jenseits unseres Mitleides, und wenn Bilder wie das gezeigte bewirken, daß sich in Bangladesh in puncto Arbeitssicherheit was bewegt, dann dürfte das durchaus im Sinne der Hinterbliebenen sein. Imho ist das Bild nicht einmal das, was man "drastisch" nennen könnte, nicht sensationsheischend, sondern eher eine fast stille, melancholische Mahnung, was zu tun, aktiv zu werden, damit sich solche Geschehnisse tunlichst nicht wiederholen. Gerade in der zurückhaltenden (sic!) Darstellung liegt das "wortgewaltige" in diesem Bild.
Das ist jetzt nur ein Einzelbild, um das sich unsere Diskussion dreht. Aber schau Dir z.B. mal die HP von James Nachtwey an. Er ist einer der Mahner mit der Kamera, dessen Bilder bewegen können, eben weil sie Elend und Leid fast künstlerisch erhöhen. Primitive Sensationsphotos sehen nun wirklich anderes aus...

"I have been a witness, and these pictures are​
my testimony. The events I have recorded should​
not be forgotten and must not be repeated."​
-James Nachtwey-​
​
​
Der gleiche Grundtenor wie bei dem o. gezeigten Bild...

orni100 schrieb:
Wollt ihr denn wirklich morgen in der Welt-Presse in aller Brutalität sehen (auf eine genauere Darstellung verzichte ich jetzt gerne) wie eine Indische Frau von 5 Männern brutalst vergewaltigt und dann aus dem Bus geschmissen wird?? Ich nicht!!!
Das will kein Mensch und ich habe von den weltbekannten Bildjournalisten auch noch kein Bild in dieser Hinsicht gesehen. Zur Verantwortung des seriösen Bildjournalisten gehört auch, zu erkennen, wann man im Begriff ist ,eine gewisse Grenze zu überschreiten. Es ist ein Tanz auf dem schmalen Grat eines emotionellen Vulkans und die Virituosität, mit der dieser Tanz mit der Kamera geführt wird, zeigt den wahren Meister des Bildjournalismus, deren es nicht viele gibt. Worte sind in ein paar Tagen, Monaten, allenfalls wenigen Jahren vergessen. Bilder wie die von James Nachtwey, Nick Út oder eben auch Taslima Akhter bleiben über Jahrzehnte im Gedächtnis:
Ich vergesse niemals ein Bild, das mich emotional berührt hat, so auch dieses nicht!

Gruß
Wolf
 
Und ich bin mir fast sicher,dass er zur Veröffentlichung keine Erlaubnis von den Hinterbliebenen hat.
Mal rein fachlich am Rande: Für die Dokumentation von Zeitgeschehen braucht man keine Genehmigung, nicht einmal hier im paragraphenverliebten Deutschland, denn das würde die Pressefreiheit ad absurdum führen. Ein Verbot solcher Bilder führt letztlich nur dazu, gewisse Geschehnisse unter dem Deckel zu halten. Wie gesagt: Im Gegensatz zu Worten haben Bilder wirkliche Macht, denn der Mensch ist ein visuell orientiertes Wesen. Worte werden vergessen, ein Bild brennt sich unauslöschlich ins Gedächtnis!

Gruß
Wolf
 
Hallo und danke Wolf,
ich versuche mir derartige Bilder nicht anzusehen,jedenfalls nicht vorsätzlich,ich bekomm die gar nimmer ausm Kopf.
Ich kann gerne auf derartiges verzichten.
Und ändern tut sich auch nix,fast nix,wenn Fotografen durch Schock- Bilder wachrütteln.
Haben wir etwa Einfluss z.B.auf den asiatischen Kontinent?
LG
Heidi
 
...

Das will kein Mensch und ich habe von den weltbekannten Bildjournalisten auch noch kein Bild in dieser Hinsicht gesehen. Zur Verantwortung des seriösen Bildjournalisten gehört auch, zu erkennen, wann man im Begriff ist ,eine gewisse Grenze zu überschreiten. ...
Gruß
Wolf

Danke Wolf, das ist es - die Grenze. Bei einigen von uns liegt sie eben anders, als bei den anderen. Vielleicht gibt es da auch kein falsch und richtig, ich denke eben nur, daß man zu all den hier zitierten "Zielen" dieses Bildes, ein solches nicht braucht.

Auch die von mir vorher angesprochene Szene hätte man bestimmt um Dich zu zitieren " nicht sensationsheischend, sondern eher eine fast stille, melancholische Mahnung, was zu tun, aktiv zu werden, damit sich solche Geschehnisse tunlichst nicht wiederholen." fotografieren können. Aber auch Du hättest diese Bilder nicht sehen wollen. Ich kann das verstehen und frage nicht zurück: willst du es verdrängen? Ist es politisch unkorrekt?

... Wie gesagt: Im Gegensatz zu Worten haben Bilder wirkliche Macht, denn der Mensch ist ein visuell orientiertes Wesen. Worte werden vergessen, ein Bild brennt sich unauslöschlich ins Gedächtnis!

Gruß
Wolf

das ist mir zu einseitig: denn ohne Worte wären diese Bilder nichts, weil niemand wüßte, was sie zeigen. Gerade darum sidn sie ja hier vielleicht auch so kontrovers diskutiert. Eher andersherum: nur mit entsprechenden Worten haben diese Bilder uberhaupt etwas zu sagen.

kleine Randbemerkung: auch um Gelesenes zu behalten brauche ich ein visuelles Gedächtnis

Grüße

Dieter
 
Moin,

ja nöö,nöö,grade dem Toten gebührt Pietät und Achtung.
Ich finde der Fotograf hat ab Veröffentlichung den würdevollen Umgang damit verletzt.

Dann nochmal die Frage, wo eigentlich der Unterschied zu Bildern aus dem 2. Weltkrieg oder dem Holocaust ist? Wie lange muss ein Mensch tot sein, damit ein Bild von ihm nicht mehr die Würde des Toten verletzt?

Und besteht eigentlich ein wirklicher Unterschied zum Beispiel zu den Bildern von lebenden Opfern vom Boston-Marathon (z.B. http://edition.cnn.com/2013/04/15/us/boston-marathon-explosions).

Weil hierzulande der Tod gerne verdrängt wird, weil es "politisch unkorrekt" ist, ihn zu zeigen, weil man nicht gerne mit der Nase drauf gestoßen wird.

Ich glaube, das ist der Kernpunkt. Es gibt Menschen, die wollen solche Bilder nicht sehen, weil sie dadurch gezwungen werden, sich mit dem dargestellten Leid auseinander setzen zu müssen, weil sie es dann nicht mehr so leicht ignorieren oder wieder vergessen können. Auch der "normale" Tod wird zunehmend tabuisiert in unserer Gesellschaft, verschwiegen, ignoriert und an den Rand gedrängt. Und das ist falsch. Der Tod gehört zum Leben wie die Geburt oder das Atmen. Also ist es wichtig, darüber zu reden und auch, es zu zeigen.

Imho ist das Bild nicht einmal das, was man "drastisch" nennen könnte, nicht sensationsheischend, sondern eher eine fast stille, melancholische Mahnung, was zu tun, aktiv zu werden, damit sich solche Geschehnisse tunlichst nicht wiederholen. Gerade in der zurückhaltenden (sic!) Darstellung liegt das "wortgewaltige" in diesem Bild.

Stimmt. Genau das ist es, was mich so berührt bei diesem Bild.

Aber schau Dir z.B. mal die HP von James Nachtwey an.

Ja, einer der ganz großen, sensiblen.

ich versuche mir derartige Bilder nicht anzusehen,jedenfalls nicht vorsätzlich,ich bekomm die gar nimmer ausm Kopf.

Das ist natürlich Dein gutes Recht. Aber deswegen kann man solchen Bildern nicht ihre Existenzberechtigung absprechen.

Haben wir etwa Einfluss z.B.auf den asiatischen Kontinent?

Wir sind die Kunden. Wir können entscheiden, ob wir weiterhin Hosen für 3,50€ kaufen wollen, oder ob uns das Leben der Menschen dort mehr wert ist.

Aber das findet sich natürlich in sehr vielen Bereichen wieder. Man muss nur mal die ganzen Pauschal-Touristen und Cluburlauber anschauen, die irgendwo kaserniert und abgeschirmt ihren Urlaub verbringen und sich einen Dreck darum kümmern, was um sie herum passiert. Hauptsache alles schön billig.


Grüße,

Heiner
 
Hallo Wolf,hallo Heiner,
ich halte es weiterhin so wie bisher,keinen Blick auf Bilder,die mich mehr als erschüttern.
Warum soll ich mir das antun,wenn ich eh nix ändern kann.

Und was hat der nie wieder gut zu machende Holocaust in diesem Thema zu suchen?
Du Heiner hab ich eher das Gefühl,du sagst das so leicht dahin mit dem Holocaust.
Bitte nicht übel nehmen.
LG
Heidi
 
...
Man muss nur mal die ganzen Pauschal-Touristen und Cluburlauber anschauen, die irgendwo kaserniert und abgeschirmt ihren Urlaub verbringen und sich einen Dreck darum kümmern, was um sie herum passiert.
Grüße,

Heiner

Hallo Heiner,

vielleicht weil sie das ganze Elend, was sie gezeigt bekommen nicht mehr ertragen und zum Ausgleich dazu sowas brauchen.
Die Frage ist natürlich nicht ganz ernst gemeint, aber ein Fünkchen Wahrheit ist dran. Jede Gesellschaft braucht ihre Droge. Und wenn der Urlaub so dazu genutzt wird - who cares? Ich will Dir nicht zu nahe treten, aber du ziehst doch auch nicht absichtlich in den sozialen Brennpunkt Deiner Stadt?!

Wir kommen zwar von der Hauptdiskussion ab, aber was glaubst Du wieviel Leidnachrichten ein Mensch "ertragen" bzw verarbeiten kann?
In unserer globalisierten Nachrichtenwelt werden wir ja sogar über ein Busunglück in Südafrika informiert, bei dem 3 Schüler gestorben sind. Und wenn es schon um Aufklärung geht, darum dem Menschen ein komplettes Bild der komplexen Weltstrukturen zu vermitteln, dann sollte man eben gleichberechtigt auch sog. gute Nachrichten verbreiten. Davon sieht man nur herzlich wenig. Denn nur Katastrophennachrichten sind gute (geldbringende) Nachrichten.

Ich weiß es jetzt gar nicht: hat es denn mal einen world-press-award-Gewinner gegeben, der in seinem Bild etwas schönes gezeigt hat?

Dieter
 
Stimmt. Genau das ist es, was mich so berührt bei diesem Bild.
Erschüttert hat mich die Blutspur aus dem Auge des Mannes, die natürlich von einer Verletzung her stammt, aber wirkt, als würde er blutige Tränen weinen. Das plus die Geste, mit der er die Frau bis zuletzt zu schützen versuchte, ist die Ausage, die Anklage in diesem Bild, die man erst einmal visuell umsetzen können muß. Und das ist es, weshalb sich dieses Bild bei mir in die Reihen derer einreiht, die ich niemals vergessen werde...

Man muss nur mal die ganzen Pauschal-Touristen und Cluburlauber anschauen, die irgendwo kaserniert und abgeschirmt ihren Urlaub verbringen und sich einen Dreck darum kümmern, was um sie herum passiert.
:mad:

Gruß
Wolf
 
Und was hat der nie wieder gut zu machende Holocaust in diesem Thema zu suchen?
Der hat was damit zu tun, daß es um Zeitdokumente geht, gleichgültig, ob sie wenige Tage oder 68 Jahre alt sind oder noch älter. So gesehen haben die Geschehnisse von damals sehr viel mit den heutigen zu tun, denn ein Bild ist ein Bild ist ein Bild, welches analsysiert, berichtet, anklagt...

Gruß
Wolf
 
Ich weiß es jetzt gar nicht: hat es denn mal einen world-press-award-Gewinner gegeben, der in seinem Bild etwas schönes gezeigt hat?
Pressebilder für's Tagesgeschehen oder allenfalls Wochenmagazine zeigen selten "schönes". Aber es gibt auch noch die Kategorien "Sport" und "Natur", da sind oft auch sehr ansprechende Bilder dabei.
http://www.worldpressphoto.org/awar...en?gallery=6096&photographer=5906&category=54
Ich habe auch schon Pressebilder vom indischen Holi-Fest gesehen, die die atmosphärische Dichte der alten Meister aufwiesen...
Aber prinzipiell hast Du schon recht: Bad news sell...

Gruß
Wolf
 
Moin!

Haben wir, wenn wir z.B. bei Modeketten, die unter solchen Bedingungen produzieren lassen, nicht mehr kaufen.

Oha, die Nummer wird eng... Ich nenne jetzt vorsichtshalber keine Namen, aber sowohl die Jeans vom Klammotten-Discounter, als auch die Schwedische Jeans, die Deutsch-Belgische Jeans als auch die Designerjeans werden zu einem extrem hohen Prozentsatz genau da produziert, wo auch jede andere Jeans genäht wird.

Mal ein kleiner Insider: es ist kaum möglich eine Jeans im Ursprung über 12 oder 15 US$ nähen zu lassen... Gut, teilweise werden die Dinger noch z.B. in Italien "veredelt" (Stonewashing, Farbflecken, Risse, Flicken und pipapo), damit sie einen gewissen Namen tragen und für jenseits der 150 €-Marke verkauft werden können und sogar gekauft werden ;)

Das nur mal so am Rande, weil der Einfluss, den man hier tatsächlich nehmen kann, mehr als begrenzt ist; Massenmarkt ist Massenmarkt bleibt Massenmarkt und unsere "soziale" Marktwirtschaft wird jenseits der Ozeane teuer erkauft...

Und wer mal das Buch "Gomorrha" gelesen hat... Und was da beschrieben wird, passiert mitten in Europa!

Ja, auf sowas können schockierende Photos hinweisen, aber ich denke, dass die personifizierte Abbildung von Toten dafür nicht notwendig ist, auch nicht, um die Zustände ins Gedächtnis einzubrennen. Wobei ich zugeben muss, dass mich das Siegesbild des diesjährigen WPA nachhaltig beeindruckt hat und sich in mein Gedächtnis eingebrannt hat. Und dieses ist imho nochmal deutlich krasser, weil es um Kinder geht:

http://www.worldpressphoto.org/awards/2013/spot-news/paul-hansen



Ich denke, es ist ein zweischneidiges Schwert. Ich betrachte halt mit äußerster Besorgnis die Entwicklung der medialen Berichterstattung. Jahrzehntelang als seriös geltende Nachrichtensendungen und Printmedien, die hier für meinen Geschmack immer eine deutliche Grenze gezogen haben, nähern sich in dem, was gezeigt wird, immer mehr dem reißreischen "Springerpresse-RTL2-News-Niveau" an.

Edit:
Die Volksverdummungs-, Empathielosigkeits-, "wir zeigen dass es anderen dreckiger geht als uns"- Politik unserer Medien geht mir ohnehin gewaltig auf den Kranz. Das Problem ist in unserer Gesellschaft zu suchen, ganz klar, genug "mündige Bürger", die man ohne diesen "Sensationalismus" nicht erreicht; ein Trauerspiel
Edit Ende

Dieses Niveau (Edit: und den "Sensationalismus" - Edit Ende) möchte ich dem Bild, das wir hier diskutieren keines Wegs unterstellen, ich bin mittlerweile eher bei der allgemeinen Betrachtung des Themas, auf das diese Photo uns "gestubst" hat...



Übrigens hinkt imho der Vergleich zu Ärzten, THWlern, Polizeibeamten, Feuerwehrleuten, Sannitätern ein wenig, weil ja die Zielsetzung und der Antrieb derer Arbeit deutlich anders gelagert ist, als beim Photographen...



VG Jan
 
Hallo zusammen,
orni100 und Gamdschie bringens für mich aufn Punkt,mit beiden gehe ich von A-Z konform.
Und ihre Beiträge tun mir gut,weil ich mich verstanden fühle.
LG
Heidi

Ein paar Worte an Heiner:
So viel private Unterkünfte gibt es gar nicht,im Reiseland meiner Wünsche und die Wünsche anderer Reiselustigen ,um die ganzen Pauschaltouristen,(wenn sie dennn wollten) unterzubringen.
Und mich betr.,ich hab ganz gerne ein gewisses Niveau auch auf meinen Reisen,das ist sicher kein Hochhaushotel, ganz gewiss nicht.
Ich hab fast 7 Jahre in GR gearbeitet,was den Griechen aber auch mir unangenehm auffiel,dass viele der sogenannten Alternativ-Reisenden mit ihren Rucksäcken nicht nur die Strände verschmutzten,sehr laut waren und dem Alkoholmissbrauch zugetan waren.
Und nicht alle Pauschaltouristen erkunden mit geschlossenen Augen ihr Urlaubsland,täusch dich bitte hierin nicht.
LG
Heidi
 
Ach so, noch was, das ganze ist ja ein Teufelskreis: je weiter wir / die Gesellschaft abstumpfen uns abstumpfen lassen, desto "reißerischer" muss die Berichterstattung werden, um anzukommen, desto abgestumpter werden wir, desto reißerischer...


VG Jan
 
Moin,

Und was hat der nie wieder gut zu machende Holocaust in diesem Thema zu suchen?
Du Heiner hab ich eher das Gefühl,du sagst das so leicht dahin mit dem Holocaust.

Mitnichten. Mir geht es auch nicht um den Holocaust, sondern um Bilder davon. Auch diese Bilder zeigen ungeheures Leid, große Grausamkeit. Darf man diese Bilder zeigen? Und wenn ja, warum darf man dann ein Bild wie das hier diskutierte aus Bangladesh nicht zeigen? Den Unterschied verstehe ich nicht.

vielleicht weil sie das ganze Elend, was sie gezeigt bekommen nicht mehr ertragen und zum Ausgleich dazu sowas brauchen.

Ja, aber keiner denkt darüber nach, mit was für einer Ausbeutung eben dieser Urlaub verbunden ist. Wie können diese Menschen überhaupt den Angestellten in solchen Clubs (nicht den aus Deutschland eingeflogenen Animateuren, sondern den Sklaven hinter der Theke) in die Augen schauen ohne vor Scharm im Boden zu versinken? Ach ja, das machen sie ja gar nicht ...

Die Frage ist natürlich nicht ganz ernst gemeint, aber ein Fünkchen Wahrheit ist dran. Jede Gesellschaft braucht ihre Droge. Und wenn der Urlaub so dazu genutzt wird - who cares?

Wie gesagt, mir ging es nicht um eine "Betäubung" der Urlauber, sondern um die Auswirkungen, die sie mit ihrem Urlaub auf die Umgebung leisten.

Ich will Dir nicht zu nahe treten, aber du ziehst doch auch nicht absichtlich in den sozialen Brennpunkt Deiner Stadt?!

Nein, aber was hat das mit dem Thema zu tun? Wäre irgendjemandem in diesem Brennpunkt geholfen, wenn ich da hinziehen würde? Direkt oder indirekt? Wohl kaum.

Und wenn es schon um Aufklärung geht, darum dem Menschen ein komplettes Bild der komplexen Weltstrukturen zu vermitteln, dann sollte man eben gleichberechtigt auch sog. gute Nachrichten verbreiten. Davon sieht man nur herzlich wenig. Denn nur Katastrophennachrichten sind gute (geldbringende) Nachrichten.

Das ist sicherlich ein gewissen Problem in der Nachrichtenwelt. Aber die Ursache dafür liegt nicht in den Nachrichten oder dem Geld, sondern bei den Zuschauern.

Übrigens hinkt imho der Vergleich zu Ärzten, THWlern, Polizeibeamten, Feuerwehrleuten, Sannitätern ein wenig, weil ja die Zielsetzung und der Antrieb derer Arbeit deutlich anders gelagert ist, als beim Photographen...

Was es denen aber auch ungleich schwerer macht, damit umzugehen. Viele erleben dort nämlich sehr die Grenzen selbst ihrer Möglichkeiten. Mit meinem Vergleich ging es mir aber nicht um eine Rechtfertigung der Arbeit, sondern darum, dass auch diese Menschen einen Weg finden müssen, mit dem Geschehen umzugehen und weiter zu leben.

So viel private Unterkünfte gibt es gar nicht,im Reiseland meiner Wünsche und die Wünsche anderer Reiselustigen ,um die ganzen Pauschaltouristen,(wenn sie dennn wollten) unterzubringen.

Ich habe nichts gegen große Hotels. Aber ich will, dass dort Preise gezahlt werden, die den Menschen, die dort arbeiten, ein faires Leben ermöglichen. Wenn man aber 1 Woche Cluburlaub für unter 400 Euro inkl. Flug bucht, ist das schlicht nicht möglich. Aber selber Schuld. Die Leute müssten nur mal mit offenen Augen durch einen solchen Club gehen und ihr Hirn einschalten. Dann würden sie vielleicht sehen, was dort mit ihnen gemacht wird.

Ach so, noch was, das ganze ist ja ein Teufelskreis: je weiter wir / die Gesellschaft abstumpfen uns abstumpfen lassen, desto "reißerischer" muss die Berichterstattung werden, um anzukommen, desto abgestumpter werden wir, desto reißerischer...

Das gilt aber für alles, nicht nur für schlechte Nachrichten. Auch die guten, die uns noch vor Jahrzehnten begeistert haben, sind heute langweilig und keine Notiz mehr wert. Es muss halt immer noch mehr sein.

Aber wie sollte man dem begegnen können?

Bislang hat die Menschheit keine Kulturtechniken entwickelt, um mit den Auswirkungen der Globalisierung umzugehen. Aber durch Verschweigen wird man dies nicht erreichen können.


Grüße,

Heiner
 
Hallo Heiner,
dann darf ich fast gar keine Dienstleistung mehr in Anspruch nehmen.Ich brauch nicht mal in ausländische z.B.Clubhotels schielen,selbst in unserem Land werden Menschen ausgebeutet,moderner Sklavenhandel wird letztl. von uns allen unterstützt.
Und die Geiz ist geil -Methode hat längst geldbringende Lebensmittel-Kriminalität uvm hervorgerufen.
Besser nicht im Glashaus sitzen....

Und den Holocaust betr.,den kann man gar nicht oft genug in die Köpfe bringen.
Hierin mach ich nen gewaltigen Unterschied im Gegensatz zum eigentlichen Thema.Die schrecklichen Bilder muss ich mir dennoch nicht antun,von mir und meinem Bekanntenkreis droht keine Gefahr.
LG
Heidi
 
Moin,

dann darf ich fast gar keine Dienstleistung mehr in Anspruch nehmen.Ich brauch nicht mal in ausländische z.B.Clubhotels schielen,selbst in unserem Land werden Menschen ausgebeutet,moderner Sklavenhandel wird letztl. von uns allen unterstützt.
Und die Geiz ist geil -Methode hat längst geldbringende Lebensmittel-Kriminalität uvm hervorgerufen.

Mag sein. Aber ich versuche zumindest, meinen "Impact" möglichst gering zu halten.

Und den Holocaust betr.,den kann man gar nicht oft genug in die Köpfe bringen.
Hierin mach ich nen gewaltigen Unterschied im Gegensatz zum eigentlichen Thema.Die schrecklichen Bilder muss ich mir dennoch nicht antun,von mir und meinem Bekanntenkreis droht keine Gefahr.

Das beantwortet aber mein Problem nicht.


Grüße,

Heiner
 
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