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Was kommt denn da von Zeiss

Hallo Paul,

da bin ich aber sehr gespannt auf deinen ersten Erfahrungsbericht!

Gruß Jochen
 
Lasst mich bitte eine M-Anfängerfrage stellen. Wenn es bereits eine Antwort gibt, sagt mir doch bitte den Ort.
Ich interessiere mich genauso wie einige von Euch für das 35 von Zeiss, sowie das 85er. Grund 1 der evtl. Preis. Grund 2 die Nähe zu Oberkochen. Ich hoffe da ein paar Prozente zu bekommen, da ja diese Zwei Optiken in meiner Nähe produziert werden.

Wenn ich jetzt eines von diesen Fremd-Edelgläsern habe, funktionieren sie von Anfang an wie Originale, oder müssen Veränderungen vorgenommen werden um z.B. Schärfeführungen zu gewährleisten.

Fragende Grüße an die Familie von der Ostalb
opo
 
Hallo Opo!

Die kannst du genau so verwenden wie Leica-Objektive. Auch nach dem 85er habe ich mich erkundigt. Es wir bei der Leica der 90er Sucherrahmen eingespiegelt, der Unterschied des gezeigten Leuchtrahmens zum späteren Bild ist nur klein.

Ich hoffe, dass ich dich richtig verstanden habe!?

Gruß Jochen
 
Hallo Jochen,
genau so war es gemeint, danke.

opo
 
Hallo,

ok, ok,ich merk' schon, dass ich mit meiner Einstellung verdächtig nahe am Snobismus bin.

Was ich aber weiss, ist, das Zeiss(Ikon) während der ganzen Fotohistorie noch nie Trendsetter war, immer sind sie nur auf fahrende Züge (Contax) aufgesprungen und immer eigentlich halbherzig (Beispiele gefällig: Contaflex, Contarex, Ikaflex, Contax-KB-SLR's, Contax 645, Contax N-System) und jetzt wieder. Ich würde wahrscheinlich nicht so scharf urteilen, wenn Zeiss wenigstens ALLE Objektive im eigenen Haus bauen würde, warum übernimmt Zeiss nocht nicht mal den Vertrieb?
Nochmal, mir geht's nicht (nur) um technische Details, mir geht's vorallem um das Gefühl, das hier eine weitere Seifenblase entsteht, irgendwie fehlt mir bei Zeiss das Herzblut, sich voll in die Sache reinzuknien und auch ein Stückweit die eigene Existenz damit zu verbinden. Und so was mag ich nicht (mein Problem, ich weiss). Deswegen können die von mir aus so viele Objektive entwickeln (mehr machen sie auch gar nicht) wie sie wollen, ich denk' nicht mal dran!

Das Geschrei möcht ich hören, wenn der neue Leica-Vostand aus Rentabilitätsgründen die komplette Produktion nach Japan verlagert (warum tut er's eigentlich nicht, die Qualität ist ja angeblich die gleiche). Warum nehmen wir Zeiss (und vielen anderen Firmen) nicht übel, was wir Leica nicht durchgehen lassen würden?

Im Leica Kunden-Forum viel vor einigen Tagen der Begriff vom "ignoranten Markenfetischisten", diesen "Titel" schreib ich mir in meinen Pass, weil, an grossen Marken fehlt's uns immer mehr, überall grassieren die Handelsmarken und Fakes, es verfällt eine ganze Industrie-Kultur- und wir beteiligen uns alle munter daran:-( Der Markt wird immer anonymer.

So, genug geheult-- jetzt geh' ich meine M's tätscheln.

Trotzdem, fröhliche Grüße (ich hab' ja, was ich brauch(will))
Stefan
 
Hallo Stefan,

ich verstehe und respektiere deine Meinung.

Die Firma Zeiss Ikon hat sicherlich viele Fehler gemacht, die letztendlich dazu führten, dass diese größte "Kameraschmiede der Welt" 1971 in Konkurs gehen musste. Meiner Ansicht nach war der Hauptgrund die Contaflex. Sie war "spießig" und hatte einen unflexiblen Zentralverschluss, der keine große Wechselobjektivpalette erlaubte. Die Contarex war viel zu teuer. So war es für die Japaner leicht, Zeiss Ikon durch billigere und flexiblere Produkte zu verdrängen. Hier ist dem Vorstand Küppenbender ein großer Vorwurf zu machen.

Man darf, meine ich, Zeiss Ikon mit Zeiss oder Kyocera nicht in einen Topf schmeißen. Die Firma Zeiss gehört zwar - wie die damalige Firma Zeiss Ikon - zur Carl-Zeiss-Stiftung (wie auch Schott in Mainz), trotzdem sind sie eigene selbständige Unternehmen gewesen.

Die Namensrechte für den Begriff "Contax" wurde an Kyocera weitergegen. Die Namensrechte für Zeiss Ikon behielt Zeiss. (Auch heute gibt es die Firma Zeiss Ikon noch nicht!).

Ich gebe zu, dass ich eine ganze Menge Wut im Bauch habe, wenn ich an Zeiss Ikon denke. Ich verüble dieser Firma auch, dass sie nicht erlaubte, dass sich die Firma Voigtländer (die sie 1956 (?) erwarb) entfaltete. Dort hatte man nämlich ein sehr innovatives SLR-Konzept. Gegen die Firma Zeiss habe ich nichts einzuwenden. Für unseren Fachbereich habe ich dort vor einiger Zeit für mehrere 100T DM Lichtmikroskope erworben, mit denen wir sehr zufrieden sind.

Gruß Jochen
 
Methadonprogramm für Leicianer
Hallo Stefan und alle,
Recht hast Du, aber wenn man gerade in der Situation ist, sooo gern ein 21mm WW an seine M zu setzen, und zwischen zwei Objektiven wählen kann, von denen eines vielleicht 1200,- € kostet und das andere über 2000,-, dann wird man eben doch schwach. Mich würde aber interessieren, ob die geouteten Zeiss-Objektivkäufer sich das dann als Zwischenlösung kaufen, um später (mit Verkauf des Zeiss) dann doch noch das Elmarit oder Summicron zu erstehen, oder wollt Ihr mit den Zeisslinsen "alt und glücklich" werden. Ersteres mache ich ja so mit den Tamron-Objektiven, wobei der Preisunterschied (gebraucht) etwa 1:10!! ist, und ich jetzt z.B. das 135er erstanden habe, um damit zu experimentieren und auszuprobieren, aber ganz sicher bin, dass ich mir in den nächsten zwei Jahren statt dessen das 135er Elmarit holen will. Tamron und Zeiss sozusagen als Methadonprogramm für Versolmste, nur umgekehrt wie bei Heroinsüchtigen, erst die Ersatzdroge, bis man sich die echte leisten kann.
Mehrfachvergütete Grüße
Nils
 
Hallo Nils,

zunächst bin ich noch nicht so weit. Ich habe das notwendige Kleingeld nicht zusammen. Ich werde auch noch vorher einmal prüfen, ob das neue Biogon genau so gut (oder fast so gut) wie das Summicron asph ist.

Das Biogon soll mein Summaron 2,8/35mm ersetzen. Da ich ein Leitz-Objektiv durch ein Zeiss-Objektiv ersetzen werde, werde ich mein Summaron auch nicht verkaufen. Würde ich mir allerdings ein Summicron asph kaufen, würde ich den Verkauf meines Summarons sicher in Erwägung ziehen. Du siehst, dass es bei mir auch ein "Leica-Feeling" gibt.

Ich muss aber andererseits auch zugeben, dass ich es schick finde, eine Leica mit einem Zeissobjektiv zu versehen.

Das Zeiss-Objektiv soll keine Zwischenlösung darstellen.

Gruß Jochen
 
Carl Zeiss ist ein fantastischer Optikhersteller, wenn Sie wollen, können neueste Kosntruktionen durchaus mit den besten Leica-Optiken mithalten, was meiner Erfahrung nach einzigartig in der Optikbranche ist.

Aber das ist kein Zeiss im eigentlichen Sinne, allein schon die dümmlichen und prahlerischen Marketing-Sprüche sind für eine Firma wie Zeiss absolut unüblich! Das ganze Know-How in Feinmechanik, beste Qualität "Made in Germany" über Bord werfen und das Gehäuse von einem Billig-Hersteller zusammenpappen lassen? Selbst wenn Zeiss bei der Optik nicht gespart hat (so wie bei Produktion und Fassung), bleibt die ungleich schlechtere mechanische Qualität! Ich habe mir die Kamera auch auf der Photokina angesehen, selbst wenn ich alle Verarbeitungsmängel der Vorserie zuschreibe, bleibt eine vergleichsweise primitive, "kostenoptimierte" Konstruktion, sie hat mich spontan an meine alte Pentax erinnnert. Die M ist auch bei einem doppelt so hohem Preis preiswerter, die Margen von Zeiss müssen enorm sein!
Die M hat den altertümlichen Tuchverschluss, aber nicht weil man es nicht anders kann oder will, sondern weil der Kunde es so wünscht. Die M ist jedoch qualitativ JEDEM M-Plagiat überlegen, der Sucher der beste auf dem gesamten Markt - eine Kopie zu lasten von Leica zu kaufen kommt für mich daher nicht in Frage.

Das 15er ist interessant, obowhl es sicherlich Oberkochen-typisch sündhaft teuer wird.
 
Leute, Leute,

das glaubt ihr doch nicht wirklich. Schon mal was von den Problemen gehört, die Deutschland zur Zeit hat? In China, Korea und Japan werden Produkte zu den gleichen und zum Teil höheren Standards produziert wie in Deutschland - nur günstiger. Das gilt auch für optische Geräte. Auch Leica lässt in China fertigen, zum Beispiel die Kompaktkameras. Und die meisten Teile der M werden auf dem Weltmarkt eingekauft - warum wohl? Auch die Gläser für die Objektive. Es ist, mit Verlaub, scheißegal ob ein Objektiv in Japan oder Solms gefertigt wird.

Paul
 
Hallo Georg, hallo Paul,

bei dem "Zeiss-Ikon"-Kamera habe ich wie du, Georg, auch keinen guten Eindruck. Ich halte aus eigenen Erfahrungen mit meiner Bessa T von Cosina-Kameras nicht viel, zumindest besitzen sie keine "Leica-Qualität". Das gleiche gilt übrigens M-Digital-Kamera vob Epson, die ja auch von Cosina gebaut wird.

Anders sehe ich die Sachlage bei den Objektiven. Hier kann sich Zeiss nicht erlauben, eine schlechte mechanische und optische Qualität auf den Markt zu bringen. Würde dies so sein, so würde Zeiss seine anerkannt hohe Wertzschätzung verlieren. Wo die Objektive letztendlich gefertigt werden, ist prinzipiell egal. Ich gebe allerdings auch zu, dass mir Objektive "Made in Germany" lieber sind; das ist aber nur eine emotionale Sache, die ich rational nicht begründen kann.

Ich habe auf der Photokina mit Zeiss-Mitarbeitern gesprochen. Sie hatten mir mitgeteilt, dass alle Objektive (auch die in Fernost gefertigten) auf "Herz und Nieren" vor der Auslieferung geprüft werden. Die Objektive müssen die "Zeiss-Kriterien" der Qualitätssicherung in vollem Maße erfüllen.

Die Mitarbeiter hatten mir ferner mitgeteilt, dass das lichtstarke Distagon 2,8/15mm zwar ein hervorragendes Objektiv sein wird, dass es aber hinsichtlich der Verzeichnungsfreiheit nicht an das Hologon 8/15 bzw. 16mm herankommen wird, da das neue Objektiv (wie der Name schon sagt) eine Retrofocuskonstruktion ist, während das 3- bzw. 5-linsige Hologon eine weitgehend symmetrische Konstruktion darstellt.

Ich würde gern mein Voigtländer Super Wide-Heliar 4,5/15mm asph. durch das neue Ditagon ersetzen. Aber dies wird sicherlich nur ein Wunschtraum bleiben, da ich das notwendige Geld dafür nicht aufwenden will und kann. Als nächste fototechnische Investionen sind nämlich schon für das Digital-Modul-R (für meine Frau) und das Biogon 2/35mm bzw. Summicron-M 2/35mm asph (je nach Preis-Leistungsverhältnis, für mich) verplant. Wenn dann in zwei Jahren eine vernünftige digitale M erscheint, wäre eine solche Kamera sicher wieder ein Wunschtraum (für mich). Danach sollte doch unsere Leica-Ausrüstungen wirklich komplett sein!
happy.gif
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Gruß Jochen
 
Hallo Paul,

Deine Aussage, das Leica die meisten Teile für die M auf dem Weltmarkt einkauft, ist bei näherer Betrachtung nicht haltbar! Dieser Weltmarkt reduziert sich nämlich ganz schnell auf 3-4 Länder: Deutschland, Portugal, Frankreich (die Rohlinsen) und Japan (blankgepresste Linsen werden von Hoya für Leica hergstellt). Der Gummituchverschluss über den Du nicht müde wirst zu lästern ( was kann eigentlich der Verschluss der Hexar (nicht von Konica, sondern von Seiko oder Copal zugekauft) mehr als nach dem Verschlussablauf einen Filmstreifen belichtet zu haben?) bedeutet für Leica ein Stück Unabhängigkeit vom Weltmarkt, weil dieser komplett bei Leica gefertigt wird. Sogar die Elektronik wird in Deutschland gefertigt (nur Kümmelspalter werden jetzt sagen, das die Mikroprozessoren aber aus Fernost kommen- umgekehrt kann man nämlich feststellen, das japanische Autohersteller ihre Motorensteuerungen mittlerweile bei Bosch einkaufen).

Und es ist mit "Verlaub" nicht scheißegal wo was produziert wird! Das ist Opportunismus pur!
Dieses Denken untergräbt jede Form von volkswirtschaftlichem Handeln und verweigert sich der Tatsache, dass es sowas wie eine "Volksseele" gibt, und die wird mit solchem wirtschaftlichem Gebaren gehörig unterminiert, meiner Meinung nach einer der wesentlichen Gründe warum unsere Binnenkonjuktur derart schwächelt. Dazu kommt, das wir als Verbraucher mittlerweile anscheinend nicht mehr gewillt sind, unsere deutschen Gehaltsvorstellungen (inkl. der legitimen Gewinnansprüche der Firmen) auch zu bezahlen, der Preis einer Ware ist dafür nur vordergründiges Argument, schliesslich sind zumindest Leica`s inflationsbereinigt trotz der hohen Preise günstiger als noch vor vierzig Jahren.

Um was es mir nicht geht, sind chauvinistische Aussagen, das Fernostprodukte Schrott oder von minderer Qualität seien, die Realität zeigt uns jeden Tag das Gegenteil, nur, davon wird in Europa nur eine handvoll Begünstigter satt (gewaltige Untertreibung!), während die große Masse unserer Gesellschaften immer mehr zum nichtstun verurteilt wird-- wer soll diese Denke weitergedacht dann die Waren kaufen, die so modern und clever erzeugt werden, etwa die Menschen die das Produkt so billig erzeugt haben?
Auch wenn's momentan nicht dem Zeitgeist entspricht, ich plädiere dafür, vor dem Kaufen mal den Kopf einzuschalten und sich nicht nur für das KURZFRISTIG günstigste Angebot zu entscheiden, sondern mal nach dem Leitsatz "global denken, lokal handeln" zu handeln.

nix für ungut,

es grüßt ein Unbelehrbarer
Stefan
 
Man muss bei Fernost-Produkten auch differenzieren, Japan schlägt in Sachen Löhne und Mentalität in eine ganz andere Kerbe als Korea und Taiwan, von China und Indien ganz zu schweigen. Ich habe bei hochqualitativen Produkten auch keine Probleme mit "Made in Japan", weil ich weiß, dass die dortigen Löhne in der Regel auch den Kauf von "Made in Germany" erlauben - während z.B. chinesische Arbeiter nur zur Gewinnmaximierung ausgebeutet werden.
In der Optikindustrie hat D übrigens die Nase qualitativ deutlich vorn, seien es Objektive für Foto/Film, Vermessungsgeräte, Wafer, Teleskope oder Mikroskope. Der weltweit führende Produzent optischen Glases ist übrigens Schott. Auch in Japan gibt es Industrien, die eine weltweite Spitzenposition haben, das eine schließt das andere nicht aus! Witzigerweise ist die Mentalität von Japanern und Deutschen z.B. im Punkt des Misstrauens in die eigenen Fähigkeiten erstaunlich ähnlich (Japaner lieben Mercedes, Leica oder fliegen gerne mit Lufthansa, während viele Deutsche diese Firmen verteufeln). Ich kenne jemanden, der im Auftrag einer deutschen Firma in Fernost Produktionen überwacht. Er hat mir eindrucksvoll geschildert, wie groß hier die Unterschiede zwischen den Ländern sind. Qualität kann man nicht einfach am Reißbrett mit Management-Methoden konzipieren und dann einfach eine Fabrik am A**** der Welt hochziehen - frag mal einen M-Klasse-Fahrer ;-)
Mitarbeiter müssen sich mit den Produkten identifizieren, möglichst gut ausgebildet sein und mehr als nur ein paar Euro am Tag verdienen. Was soll ich von einem Hersteller halten, der seine Produkte in China zusammenkleistern lässt, wo ein Arbeiter sich "sein Produkt" niemals leisten kann, er viel mehr als Ersatz für einen Roboter herhalten muss (100%ig stupide Fließbandarbeit), weil er sogar billiger als dieser ist und seine Meinung zu Produkt oder Verbesserungen überhaupt nicht gefragt ist? Dieser Hersteller spart natürlich auch nicht im geringsten am Material, nein, nur die Löhne... Und die Qualität ist identisch...

@Jochen
Die Contax-Objektive von Zeiss waren von hoher Qualität, obwohl Zeiss natürlich in Sachen Qualitätssicherung/Produktionsplanung vor Ort (Entwicklung und Fertigung dicht beieinander) andere Möglichkeiten hat - allerdings wurden diese von Kyocera gefertigt - die neuen auch?
Jedenfalls hat Zeiss gezeigt, dass sie sehr wohl bereit sind ihren Namen für schlechtere Qualität zu opfern (Gehäuse) - für mich absolut unverständlich bei Betrachtung der sonstigen Firmenpolitik.

@Stefan
Die Schweizer haben meines Wissens auch ihre Finger im Spiel ;-)
 
Hallo Stefan,

auch mir geht die deutsche Schnäppchenjägermentalität auf den Wecker. Gerade deswegen teile ich Deine Einschätzung zur "Volksseele" aber nicht, denn die Schnäppchenjägermentalität ist ja leider gerade Ausdruck der deutschen Seele. Deutschland hat deswegen die niedrigsten Einzelhandelspreise in der EU, mit Ausnahme der jüngsten Beitrittsländer.

Aber wir diskutieren hier ja nicht über Ramschware, sondern über High Tech Produkte und die Frage, ob das Preis-Leistungsverhältnis bei Leica wirklich stimmt. Dabei gilt es auch zu bedenken, dass Leica vom deutschen Markt allein nicht leben kann. Deshalb muss Leica sich etwas einfallen lassen, falls Zeiss vergleichbar gute Produkte zu günstigeren Preisen anbieten kann. Ganz einfach! Die Globalisierung - ob einem die Auswirkungen schmecken oder nicht - ist eine Tatsache. Man kann das moralisch betrachten, aber das bringt uns nicht weiter.

So nun noch eine Anmerkung zum Tuchverschluss: Ich liebe auch das satte Geräusch des Verschlusses meiner M6. Und ich lästere nicht nicht gegen den Tuchverschluss, sondern ich sage nur, dass er nicht mehr zeitgemäß ist. Im Vergleich zur M bietet der der Hexar immerhin 1/4000 Sekunde und 1/125 Blitzsynchronzeit. Das ist ein eindeutiger, praxisrelevanter Vorteil. Außerdem wette ich mit Dir, dass Du noch nicht mit einer Hexar bei Dämmerung und langen Verschlusszeiten aus freier Hand gearbeitet hast. Denn dann wüßtest Du, dass der sanfte Druckpunkt des elektronischen Auslösers dazu führt, dass die Kamera ruhiger in der Hand liegt als eine M. Bei einer M besteht bei langen Zeiten immer die Gefahr, dass man aufgrund des mechanischen Auslösers die Kamera ein klein wenig verreißt. Außerdem läuft der Verschluss der Hexar sanfter ab, als ein Tuchverschluss. Nur das Motorgeräusch und Feeling irritiert diesen Eindruck. Lies mal hier nach: http://www.dantestella.com/technical/hexarrf.html

Auf die Zeiss Ikon wird konsequenterweise einen Metall-Lamellenverschluss haben.

Und nun noch eine Anmerkung zu Produkten aus Fernost: Die Firma Nikon belegt eindrucksvoll, dass es SLR Kameras und Objektive gibt, die sich mit Leica-Produkten problemlos messen können. Ich meine nicht die Consumer-Produkte, sondern die Profi-Werkzeuge. Hast Du schon einmal eine F5, eine FM3a oder eine gute alte FE2 in der Hand gehabt? Und mit den entsprechenden Profiobjektiven fotografiert? Das ist absolute Spitzenklasse, nicht schlechter als Leica-Produkte. Auch das sollte man jenseits persönlicher Vorlieben mal zugestehen.

Beste Grüße
Paul
 
Ich habe die Nikon-Geräte schonmal getestet. Die F5 ist eine von der gesamten Auslegung her eine völlig anders konzipierte SLR als die R8/9. Die Leica bietet ein besseres Handling, eine durchdachtere Bedienung, eine im Detail etwas bessere Solidität (obwohl man die F5 keinesfalls auf eine Stufe mit dem Billig-Schrott aus den geringeren Preissegementen stellen darf - übrigens häufig nicht Made in Japan), einen hochwertigeren Sucher, einen empfindlicheren Beli (ich mache gerne Nachtaufnahmen) und die Möglichkeit auch ohne motorischen Filmtransport zu arbeiten. Zumindest für mich - ganz ohne patriotischen Hintergedanken - ist die R8/9 somit die bessere Kamera. Die anderen Nikons darf man mit der modernen R8/9 nicht vergleichen, auch wenn es MF-SLRs sind. Bei den Optiken sieht es schon anders aus, die besten Leica-Rechnungen (z.B. Summilux Asph 35/50mm oder Apo-Elmarit/Summicron 180 oder die neuen Varios) spielen mechanisch wie optisch in einer eigenen Liga. Es kommt natürlich immer auf den qualitativen Anspruch an. Die Fassungen der (nicht gerade billigen) Profi-Optiken von Nikon sind robust, aber vom gesamten Finish/Verarbeitung weit hinter Leica-Standard -allein schon die Hartverchromung oder die gravierten Skalen zeigen dies - von solchen Spezialitäten wie der ingeniösen (Kugelumlauf-)Innenfokussierung z.B. beim Apo-Elmarit ganz zu schweigen.

Wird der M-Auslöser durch seinen fehlenden Druckpunkt nicht als besonders weich beschrieben? Im Zweifelsfall sollte man es mit Zubehör (www.rapidwinder.com) versuchen.
 
Ohne jemanden nahetreten zu wollen:
Nur der Bezug auf den Tuchschlitzverschluß. Viele Firmen haben diesen Verschluß nachgerbaut. Eine Kamera die diesen Verschluß besaß war die Pentax MX. Die war/ ist toll. Der einzige Grund, warum keiner außer Leica mehr einen einsetzt ist glaube ich die Verfügbarkeit. Er wird einfach zu selten geordert und ist somit zu teuer. Nur Leica leistet sich den Luxus. Und das zu recht. Damit hat die M ein Sonderstatus. Ich kenne die Konica nicht zugegebenermaßen, aber jeder Lamellenverschluß ist dem Tuchverschluß bezüglich Geräusch und Erschütterung nach meiner Erfahrung unterlegen.
Gruß Harald.
 
Hallo Paul,

Dein Einwand, ob das Preisleistungsverhältnis von Leica-Produkten (noch) stimmt, ist nicht unberechtigt. Bedenke aber, das Leica bei der derzeitigen Firmenstruktur keine Möglichkeit hat irgendetwas quer zu subventionieren, da rächt sich wie ich meine, die Verselbständigung der Fotosparte, das hätten 'se mal besser bleibenlassen, gut (schlecht) möglich, das Leica jetzt noch mehr in die Bredouille kommt, wenn die Zeiss Optiken was werden (wovon aber eigentlich auszugehen ist). Aber wie soll Leica unter den gegebenen Umständen darauf reagieren?

Wette gewonnen, ich hab' tatsächlich noch nie mit 'ner Hexar "Available Light" fotografiert, kann gut sein, das Du recht hast, aber ich hab' mit meinen M's wirklich noch nie ein Problem damit gehabt.
Und die Verschlusszeiten sind für all jene die niedrig-bis mittelempfindlich Filme benutzen gar kein Thema, ich hab' mit der Nikon F90x gearbeitet und jetzt mit der FM2 und wenn ich's genau überlege, die 1/8000-1/4000 sek. nie benutzt. Die Synchronzeit der Hexar find ich jetzt aber auch nicht so berauschend, 1/125sek. ist fürs Aufhellblitzen am Tage auch noch viel zu wenig, da reicht ja die 1/250 sek. gerade so. Aber die M7 hat ja ausser TTL-Blitzmöglichkeit noch den Vorteil der Kurzzeitsynchronisation und das man den Zündzeitpunkt an das Ende der Belichtung legen kann, damit zieht die M7 technologisch mindestens gleich.
Ansonsten geb' ich zu, das die Hexar einen sehr guten Eindruck macht, auch was das Wertigkeitsgefühl anbelangt. Da bin ich bei der Zeiss Ikon mehr als skeptisch! Schau 'mer mal.

Über Nikon musst Du mir nix sagen, meine SLR-Ausrüstung ist von denen. Die Kameras, vor allem die älteren, sind Sahnestücke des Kamerabaus! Aber die Objektive, AUCH die Profi-Linsen sind von Leica eine ganze Ecke weg. Die Schärfeleistung ist zwar sehr gut, aber die Farbtreue und die Farbdifferenzierung lassen zu wünschen übrig-- das fällt vor allem bei der Projektion auf. Meine Leica Objektive kommen viel leuchtender und knackiger rüber, wo die Nikkore nur noch flau sind. Letzte Woche hab' ich mal einen Diafilm (Kodak Ektachrome E100G) bei schlechtem Wetter erst mit der M und dann mit der FM2 und jeweils 50er Brennweite bei Blende 2.8 belichtet, wohlgemerkt auf den gleichen Film, DEN Unterschied siehst du selbst auf dem Leuchtpult, da braucht man gar nicht projezieren, auch das sollte man mal zugeben können.
Die Haptik zumindest der AF-Objektive ist zwar auch nicht das, was ich mir unter High-End vorstelle, gebe aber zu, das sie trotzdem sehr robust sind.
Das mein AF 35-105 IF D nach nur 3 Jahren unter mitteleuropäischen klimatischen Bedingungen vom Pilz befallen wurde, lag wahrscheinlich auch nur daran, das es keine Profi-Linse war:-).

Es gibt für mich also nicht nur "esoterische" Gründe, sich für Leica zu entscheiden, sondern vor allem sichtbare.

Grüße

Stefan
 
Ich neige mein graues Haupt ob des versammelten Sachverstandes dieses Forum s. Da ich aber seit längerem quasi als bayrischer Schwarzleser hier mein Lei ca Wissen sauge, bedanke ich mich erst mal ganz herzlich für die Beiträge, die mich als LEICA Newbuyer (nicht Neubayer) zwischenzeitlich auf einen ordentlichen wissenstechnischen Level gehievt haben. Merci.

Aber zum Thema: Ich kann Stefan nur zustimmen: Wenn wir uns alle zusammen n ur noch als Schnäppchenjäger betätigen, z.B. eine Leica nur noch 25 mal über eBay hin- und herkaufen und verkaufen, ohne einen volkswirtschaftlichen Nutzen daraus zu ziehen (einzig DHL wird immer fetter!) solange haben wir nicht kapiert, wie Wirtschaft funktioniert, nämlich Bedarfsdeckung (welch er auch immer) zu "richtigen" Preisen. Selbstverständlich lebt der chinesisc he Arbeiter von seinem Lohn, solange er aber sein Produkt nicht kaufen kann, m uß es von anderen gekauft werden, die sich das leisten können. Die wiederum haben auch nur solange Geld, wie sie selbst daselbe verdienen. Das beißt sich die Katze in den Schwanz: Er wird seinen Arbeitsplatz verlieren, weil der chinesische Arbeiter weniger Geld bekommt..... usw. pfffft... Also: Allen Firmen Dank, die ihre Arbeitsplätze nicht nach Fernost verlag ern, aber dafür müssen wir deren Waren auch kaufen.

Volker Kempf, der im reifen Alter von 59 jetzt endlich Leica Produkte kaufe n kann und dies nicht via eBay tut. (kaavau)
 
Hallo Volker,

ich freue mich sehr, dass du noch als Herr im mittleren Alter zu uns gefunden hast. Dies sage ich, der ich ja deutlich älter bin (fast 61!) als du.

Ich fühle mich angesprochen in diesem Thread, da ich immer noch erwäge das Carl Zeiss Biogon 2/35mm (neu) zu kaufen und ich schon mehrfach angedeutet habe, dass ich dies oder das bei Ebay kaufen würde.

Nicht alle Leute, die ein Leica-Kamera oder ein Leica-Objektiv bei Ebay verkaufen, denken daran, sich eine Digitalkamera zuzulegen sondern möchten sich vielleicht eine modernere Leica-Kamera oder ein moderneres Leica-Objektiv neu kaufen. Derjenige, der sein Objektiv oder seine Kamera nun bei Ebay kauft, verhilft dem Verkäufer dazu, dass er genügend Geld zusammengekratzt hat, um bei Leica seinen Wunsch zu realisieren. Durch unseren Ebay-Kauf helfen wir also auch der Leica-Camera-AG ihren Umsatz zu steigern.

Um mich selbst zu rechtfertigen, liste ich einmal meine wichtigsten Teile meiner M-Ausrüstung auf, wobei ich in Klammern setze, ob ich die Teile neu (n) gekauft habe, ob ich sie second-hand (s) erstanden habe oder ob mir die Teile geschenkt (g) wurden.

Kameras:
M7 (n), M6 (n), MD (g)

Objektive:
Voigtländer Super Wide-Heliar 4,5/15mm (n)
Elmarit-M 2,8/21mm asph. (n)
Voigtländer Ultron 1,9/28mm (n)
Summaron 2,8/35mm (s)
Minolta Rokkor 2/40mm (s)
Elmar-M 2,8/50mm (s)
Noctilux-M 1/50mm (n)
Summilux-M 1,4/75mm (n)
Elmarit 2,8/90mm (s)
Tele-Elmar 4/135mm (s)

Man kann an der Aufstellung erkennen, dass ich von den 13 aufgelisteten Teilen über die Hälfte (7) neu gekauft, 5 second-hand erworben und ein Teil geschenkt erhalten habe (das ich aber bewusst bei Leica für 400 € reparieren ließ).

Gruß Jochen
 
Hallo Volker
Herzlich willkommen. Du sprichst mir mit Deinem ersten Posting aus dem Herzen. Vielleicht sind wir damit ein wenig Off-topic, vielleicht müsste man eine Rubrik mit dem Thema 'Was ist bewusstes Konsumverhalten'. Wie dem auch sei, ich finde es manchmal fast ein wenig schizophren, wenn man seine Leica-Ausrüstung über E-Bay und andere Schnäppchen-Gelegenheiten zusammenkauft und dann dem schlechten Geschäftsgang von Leica hinterherweint.
Allerdings bin ich diesbezüglich auch kein Heiliger. Habe ich doch meine MP (20%) mit dem Summilux (10%) dank einer Promotionaktion von Leica Schweiz gekauft. Aber immerhin neu, über den ganz normalen Fachhandel. Ich will ja schliesslich auch morgen noch ein Fachgeschäft in meiner Stadt haben. So gesehen könnte man dei Bereitschaft, auch mal einen höheren Preis zu bezahlen, als Investition in die Zukunft eines Fachgeschäftes, einer Marke und zuguter Letzt auch unseres Hobbys betrachten. Dann schmerzt es doch hinten rechts schon viel weniger :-)
Vielleicht ist für Leica die Langlebigkeit ihrer Produkte ihr grösstes Problem. Der Secondhand-Markt kanibalisiert den Neumarkt wahrscheinlich wie bei keiner andern Marke.

Freundliche Grüsse aus dem grauslich kaltnassen Gürbetal - Hans Villars
 
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